Füllstandsensoren im Spaceshuttle

Dec 10, 2007 483 Replies

Natürlich will niemand nirgends nix zahlen - jeweils natürlich was (gefühlsmäßig) gerade am meisten einschneidet.

Treibe ich diesselbe Steuermenge A) als Fix-Kopfgeld (GEZ, Health-Pauschale), B) als UST, C) als Einkommensteuer, oder D) einmal als Besitzsteuer (Immo,Vermögen,Erb) ein, so dämpft D) in dieser Serie den Wirtschaftskreislauf und die Kreativität/Initiative am wenigsten. Ohne Kundenkaufkraft gibts gar keinen Anlass. Eine Kuh melke ich am besten hinten nachdem Sie ausreichend gefressen und verdaut hat - nicht zweige ich am Maul ab, sonst hat sie keine Lust mehr zum Werk.

Gegen "mehrfach", einfach, nullfach, ... spricht jeweils in den jeweiligen Situation nichts als die Optimierung der gesamten Volkswirtschaft aus der Vogelperspektive - und das stimmt dann schon ohne zusätzliches emotionales links-rechts Geseufz sehr gut mit dem überein, was für den einzelnen Stammtischbruder gut ist.

Ich habe mal Simulationen zu Reichtumspolarisierung und damit verbundener Austrocknung des Wirtschaftskreislaufs und veränderung von Anreizwirkungen gemacht. Es spielen natürlich auch noch andere Vorbindungen eine Rolle (kein religöse Wahnsysteme, Aufklärung/Bildung, wissenschaftliches Know-How, keine Korruption/intelligenter Mitteleinsatz) - aber ansonsten hängt die allgemeine Wohlfahrt und Gesamtwirtschaftskraft an einem Optimum der Umverteilung (allgmein inkl. aller Staatsleistungen). Zumindest meine einfachen Rechnungen ergaben, daß pauschal gesagt heutige dominierende Wirtschaftssysteme (USA,DE,JP,GB...) zu sehr zu den Sonderinteressen der Kapital-Lobby (etwa gleich: Summe der Lobbys) hin justiert sind - auf Kosten der Gesamtwirktschaftskraft und noch mehr des Allgemeinwohls. Mittels einer Verschiebung von o.g. Steuerwirkung A nach D, Korrekturzöllen, etwas Negativsteuer und Qualitätsinfrastruktur, und sogar etwas Erhöhung der gesamten Staatsquote liesse sich die gamte Wirtschaftskraft eines solchen Landes verdoppeln. Und damit auch das Wachstum (pro Qualitätskonsum). Incl. sinnvoller, langfristig kriegsverhindernder Rückkopplung und Stabilisierung der Reichtumspolarisierung.

50% von einer Million Rendite eines "Escape" programmieren immer noch volkswirtschaftlichen Krebs bis zum Crash. Mit EST kann man das prinzipiell nicht wirksam in den Griff kriegen. Wir sind hier arg Off NG. Aber gerade Elektroniker sollten wissen, dass ein reiner D-Regler unweigerlich in den Graben driftet.

Das Problem der abrupten Schock-Wirkung der Erbsteuer. Eine kontinierlichere Vermögenssteuer regelt weit besser. Am besten wasserdicht - mit nur ganz wenigen Ausnahmen wie Freibeträge für Altersvorsorge (Rentenkapital). Könnte man m.E. in einer erwachsenen Demokratie alles ziemlich einfach, aber wirksam regeln. In einer Kinderdemokratie gibts all die tausend kindischen Einzelparagraphen, hinter denen sich die dann die Spitzbuben verbergen.

Seufz - Bill Gates hat ja schon die Müllabfuhrgebühr für seine Kinder vorgeschossen ...

Die Namen der Zutaten und (unzähligen) Argumente von Winkeladvokaten kennt jeder - der Meisterkoch weiss um die rechten Gewichte und Zeiten.

Wirtshausmeinungsexzess ;-) NL, Schweden, Finnland.. funzen heute besser als die Umgebung trotz Kleinheit und fehlender Steuermacht in der EU. Wenn die tiefen Steuern niedrig ist zulasten der Besitzsteuern, wenn die Negativsteuer nicht zu hoch oder multiplikativ anreizend und Qualitätsinfrastruktur - dann hat man eine erhebliche Verbesserung von Anreizwirkung * Kaufkraft * Gleitwirkung. Das Produkt aus Angebot und Nachfrage unter gegeben Limiten macht die Wirtschaft.

0.1 * 0.9 = 0.09 (Kommunismus) 0.8 * 0.2 = 0.16 (heutige Pseudo-Demokratie) 0.5 * 0.5 = 0.25 (richtige Demokratie)

Grüsse Robert

So ist es. Überall auf der Welt und in der Menschheitsgeschichte musste ein Polarisierungs-Exzess entweder durch eine Katastrophe oder durch einen "New Deal" kompensiert werden.

Unter dem Strich verursacht mit etwas hin und her die heutige effiziente (graue) Kapitallobby in den Pseudo-Demokratien durch systematische Verzerrung einer optimal möglichen Politik etwa eine Halbierung der möglichen Gesamtwirtschaftskraft (v.a. in Bezug auf Qualitätskonsum) und etwa eine Viertelung der möglichen allgemeinen Gesamtwohlfahrt. In Fernseh-Talkshowdiskussionen wird etwas Geseufz, sozusagen Wechselstrom, veranstaltet, damit von der generellen dauerhaften Verzerrung (wirksamer DC-Anteil) abgelenkt wird. Und trotz allem öffentlich Gefasel wurden hier die wirklich entscheidenden großen Steuerschrauben ja in den letzten 15 Jahren konkret noch weiter zugunsten der Polarisierung angezogen.

Grüsse Robert

Woher kommt der Automatismus in deinem Kopf, dass diese Leute GRUNDSÄTZLICH NUR SCHLECHTES mit sich bringen werden? Nur ganz Wenige sind Taliban oder Fundamentalisten.

Schau dir mal den Christlichen Glauben an. Den kannst du in ähnlicher Form wahrscheinlich auch in vielen Managementhandbüchern (sicher nicht in allen) finden. Dann müssten doch die Manager, die nach solchen Lehren arbeiten, genauso GRUNDSÄTZLICH NUR SCHLECHTES bringen. Solche Leute führen aber nicht selten sehr erfolgreich Weltunternehmen.

Servus Christoph Müller

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Rudi Fischer schrieb:

Hast du seit dem Mittelalter nichts dazu gelernt?

Servus Christoph Müller

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Die virtuelle Verfallswährung ist eine lustige Steuerungsidee. Gibts in manchen deutschen Gemeinden das Gimick zur (vermeintlichen) Förderung lokaler Wirtschaft. "Der Chiemgauer"

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Die größte Verfallswährung ist jetzt der US$. Der kriegt sich vielleicht auch diesmal nicht mehr. Den $ halten gerade die ungedarften als Rentenpapier und Rentenanspruch in verschiedenen Farben und Formen. Buffet, Gate u.a. halten kein so windiges Inflations-Geld ohne Real-Zins.

Rückkopplung ist nicht ohne reale Staatsgewalt möglich. Und man muss einfach hinsehen wer da wirklich am Steuer sitzt.

Grüsse Robert

Nach 'upper Middleclass' aber nicht aus:

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Gerrit

In article , robert writes: |> |> Treibe ich diesselbe Steuermenge A) als Fix-Kopfgeld (GEZ, |> Health-Pauschale), B) als UST, C) als Einkommensteuer, oder D) |> einmal als Besitzsteuer (Immo,Vermögen,Erb) ein, so dämpft D) in |> dieser Serie den Wirtschaftskreislauf und die |> Kreativität/Initiative am wenigsten. |> Ohne Kundenkaufkraft gibts gar keinen Anlass. |> Eine Kuh melke ich am besten hinten nachdem Sie ausreichend |> gefressen und verdaut hat - nicht zweige ich am Maul ab, sonst hat |> sie keine Lust mehr zum Werk.

Eben. Ich besteuere aber nicht den schieren Kuhbesitz, sonst habe ich nämlich keine Lust mehr, mir eine Kuh zu halten. Stattdessen kaufe ich mir die Milch solange im Laden, bis meine Kohlen aufgebraucht sind und halte dann die Hand auf.

Was bei dieser -- letztendlichen Neid- -- Debatte nämlich immer gerne übersehen wird, ist, daß nicht jeder Besitz aus reiner Gewinnerzielungs- absicht erfolgt, sondern ursprünglich mal den Grund hatte, sich sozial abzusichern. Man kauft die Kuh, damit man Milch (und Fleisch) für sich hat und diese Grundnahrungsmittel nicht täglich im Laden erwerben muß.

Man erwirbt eine Immobilie, um sie zu bewohnen. Damit man nicht monatlich Miete raushauen muß. Und, siehe da, kaum ist die Immobilie abbezahlt, dann klappt das auch wieder richtig gut mit dem Ansparen und Zurücklegen.

Besitz ist aber offenbar böse und die selige Gleichmacherei erfordert es, daß man nun dem, der sich die Wohnung/das Häuschen vom Mund über Jahre und Jahrzehnte abgespart hat, diesen Besitz über entsprechende Besteuerung madig macht, denn es gibt ja Leute, die fahren lieber jeden Urlaub nach "Malle", zur Not eben auf Pump, und leisten sich beim Blödmarkt stets die aktuelle Jubelektronik -- ebenfalls auf Pump.

Der Häuslebauer hingegen kroppert 10 Jahre am schieren Existenzminimum, um den Kredit aus dem Kreuz zu bekommen, und wird dann noch verlacht, weil er so doof war, das Geld stattdessen nicht zu verprassen?

Seltsames Weltbild.

|> Zumindest meine einfachen Rechnungen ergaben, daß pauschal gesagt |> heutige dominierende Wirtschaftssysteme (USA,DE,JP,GB...) zu sehr |> zu den Sonderinteressen der Kapital-Lobby (etwa gleich: Summe der |> Lobbys) hin justiert sind - auf Kosten der Gesamtwirktschaftskraft |> und noch mehr des Allgemeinwohls.

Für diese Erkenntnis braucht man sicherlich keine einfachen Rechnungen, es reicht ein waches Auge bezüglich des täglichen Weltgeschehens...

|> Das Problem der abrupten Schock-Wirkung der Erbsteuer. Eine |> kontinierlichere Vermögenssteuer regelt weit besser.

Nehmen wir das Restaurant als Beispiel: Wieso nochmal sollte dessen Besitz besteuert werden? Warum dessen Vererbung? Am Rahmenwerk ändert sich ja nichts -- es existiert das Restaurant unter dem Vater, der gibt es an den Sohn weiter.

In dieser traditionellen Vererbung findet keine Konzentration von Reichtum statt sondern eine schlichte Weitergabe. Zwar hat der Sohn den Laden nicht aufgebaut, aber er hat typischerweise ein Interesse, ihn am Leben zu erhalten, denn sonst hätte Vattern ihn nicht vererbt sondern veräußert.

|> Wirtshausmeinungsexzess ;-)

Ah, ich habe schon auf das Killerargument gewartet...

|> NL, Schweden, Finnland.. funzen heute besser als die Umgebung trotz |> Kleinheit und fehlender Steuermacht in der EU.

Oh, und warum?

Genau *weil* diese Länder ihre Systeme rechtzeitig umgestaltet haben, da sie einen entwicklungstechnischen Kurs sahen, den zu begreifen, unsere Regierung nicht willens war -- und vor allem auch stets den Wert von Bildung und Nachwuchs vor Augen hatte.

Hierzulande hingegen doktert man offenkundig lieber an Symptomen, egal, ob es nun die Renten- oder Sozialkassen sind oder auch PISA...

Ob man die Finanzierung -- wie traditionell in den "Nordländern" -- auf einer vergleichsweise hohen ESt aufbaut, die dann aber gleichzeitig die Grundlage für Sozial- und andere Versicherungen ist, oder ob man das einzeln abgreift, bleibt unterm Strich gleich, vorausgesetzt, der Staat ist in der Lage, mit den Geldern korrekt und wirtschaftlich und vorausschauend zu hantieren.

Übrigens: Auch das schwedische System verhindert nicht die Anhäufung von Reichtum -- Ingmar "IKEA" Kamprad ist das beste Beispiel.

Rainer

Letzteres wird immer haeufiger gemacht. "Die da oben nehmen einem das doch eh wieder weg, wozu dann?" hoere ich oft. Und dann wird ein neues Auto gekauft, auf Pump.

Richtig. Du solltest in die Politik gehen (im Ernst). Oder wenigstens eine regelmaessige Kolumne schreiben. Vielleicht kommt dann ein wenig Vernunft in vieler Leute Weltbild.

Und Vattern hing auch an seinen langjaehrigen Angestellten, die nun alle entlassen werden mussten.

Und weil sie aus unermesslichen Bodenschaetzen ziehen koennen. Norwegen Oel, Schweden Holz usw. Auch nicht zu vergessen ist die Abwertung der Krone durch die schwedische Regierung. Ist Jahrzehnte her, doch ich kann mich noch erinnern, wie sauer damals besonders die Rentner dort waren. "Mit uns kann man's ja machen".

Und dann sollte man sich ansehen, wieviele davon im Ausland leben.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

[...]

Das ist nicht ganz richtig. Ich habe einen Kunden dort und daher auch ganz guten persoenlichen Kontakt zu den Leuten. Deren Problem ist die unermesslich steigende Besitzsteuer auf Immobilien, das manche zur Rueckkehr in den Mieterstatus treibt. Einer bekam eine Rechung fuer rund $10000. Fuer ein Jahr!

Hier gilt die alte Regel: Linke Regierung = hyperinflationaere Besitzsteuern. Konservative Regierung = Klein Oma wird nicht aus ihrem Haus rausbesteuert. Daher gibt es hier Buecher wie "Places Rated", wo sich gewiefte Rentner vor der Auswahl des Alterruhesitzes ueber solche Machenschaften erkundigen koennen.

19% ist IMHO auch verwerflich. Das daempft den Konsum. Und wenn sie wie es glaube ich bei Euch immer noch geschieht auch auf Serviceleistungen erhoben wird, foerdert das die Schwarzarbeit.
Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Es sind Grundwerte verfallen. Zuerst wenden sie sich ab von der Kirche und damit fehlt das erste grosse Gebiet, wo Familien sinnvolles zusammen machten. Dann wird irgendwann abends am Tisch nicht mehr gebetet. Spaeter wird dann abends nicht mal mehr zusammen gegessen. Noch spaeter wird eigentlich ueberhaupt nicht mehr am Tisch zusammen gesessen. In Folge werden Probleme geschluckt und nicht mehr besprochen. Und so weiter. Sehr, sehr oft erlebt. In Germany und auch hier.

Nein, haben's versucht, ging nicht. Aber wir haben sehr viel Kontakt zu Familien mit Kinder. Da beobachtet man als Aussenstehender mehr als sie selber sehen. So aehnlich wie ein Nachlassen der Bremsfluesigkeit eher von jemandem bemerkt wird, der Dein Auto sonst nie faehrt.

Die Zeit muessen sie sich selber geben. Wer soll das sonst tun? Staatsverordnung? Kabelfernsehen kuendigen, keine DVDs mehr leihen, Handy auf "Pay-as-you-go" Verfahren umstellen und nur noch in dringenden Faellen benutzen, nur noch einen gemeinsamen Familiencomputer im offenen Wohnbereich oder Flur. Und so weiter. Ist bei uns so. Macht aber hier in der ganzen Nachbarschaft sonst niemand.

Ok, dann ist es Umlage. Mein Finanzdeutsch ist wohl rostig geworden.

Ist hier so und wird steuerbeguenstigt.

In NL gab es damals Horden davon. Wollte jemand eine Lehre anfangen, haben ihm seine Kumpels manchmal gesagt "Bist Du bekloppt?"

Einer unter Tausenden, die heute noch auf den Durchbruch ihres Romans oder sonstwas warten. Ich kenne einige.

Ich habe es durch Wohnen in verschiedenen Gebieten bzw. Laendern gesehen. Je mehr Grundeinkommen bereit steht, umso geringer der Leistungsanreiz. Dabei ist es egal, ob man das Grundeinkommen, Sozialhilfe oder sonstwie nennt. Fuer viele Leute ist Knete = Knete, und wenn man sie mit in den Schoss gelegten Haenden bekommt, dann werden die Haende in der Schoss gelegt.

Da werden wir uns nie einig. Ich bin der festen Ueberzeugung, dass so ein System der Untergang fuer ein Land wird.

Tja, eine Grundeinkommen verlangt nun mal eine Hohe Steuerlast. Hohe Steuerlast = sinkende Produktivitaet. War schon immer so.

Das waeren ganze Horden. War damals sozusagen "in".

In meinem Wohnort waren es mindestens ein Dutzend, dann nochmal in Rotterdam, dann in Hengelo, usw. Es gab das Phaenomen ueberall und den Leuten ging's finanziell gut. Die hatten immer Geld.

Das muessen deren Eltern. Auf mich haetten sie definitiv nicht gehoert. Und ja, ich haben mit manchen versucht, darueber zu reden. Die haben mich fast ausgelacht.

Musst Du nicht glauben, ich habe es erlebt. Die Kuppe war einer, der das machte, damit er sich eine Kreidler kaufen konnte.

Hier ist kaum einer arm, der nicht will, selbst Sozialhilfeempfaenger nicht. Wenn man natuerlich darauf besteht, einen Grossbildfernseher auf Pump, $60/mo Kabel, $50/mo Handyvertrag (mal vier, fuer die Familie), Gym Membership, neuer Daimler auf Stotter usw. zu haben, ja, dann ist man fuer's taegliche Leben arm.

Von Gegnern in der eigenen Firma halte ich nichts. Kritik ja, unter der Guertellinie fuehrte aber zur Entlasssung.

In Suedamerika ist besonders Korruption ein Problem. Vieles ist in Haenden von Amigos und dann erstickt alles andere im Keim.

Es wuerde eklatanten Missbrauch und immens hohe Steuerlast bringen. Das Todesurteil fuer die Wirtschaft und die hoeher gebildeten wuerden auswandern.

Welche Systematik? Nachbar A verpfeift Nachbarn B, weil er bei Nachbarn C die Fliesen gelegt hat? Na bravo.

Ok, Du hast ja nie in USA gelebt. Hier sind manche Unternehmen so hochgezogen worden und ich habe in einem mitgearbeitet: Der Gruender beleiht zuerst sein Haus bis Oberkante Unterlippe, besorgt sich Schlaftabletten, damit er danach durchschlafen kann. Spaeter wird's knapp und nun werden alle erreichbaren Kreditkarten ausgereizt. Nun muss es in 6 Monaten zum Erfolg fuehren, denn sonst gehen deren Zinssaetze auf rund 20%. Die KV wird gekuendigt, weil die $500/mo einfach nicht mehr drin sind. Das Abendessen besteht meist aus Bohnenkonserven (im Ernst!), da nur 99c/Dose. Die Firma ist ein einer gemieteten Garage, es wird kalt, aber man kann aus Kostengruenden nur einen Kerosinerhitzer aufstellen. Und so fort.

Doch, aber fair und nicht zu hoch.

Ja, aber weniger als bei Euch.

Die meisten meiner Kunden sind Start-ups, weil dort die echte Innovation geschieht. Nur ein Beispiel, letzten Monat: Kunde hatte grosse Probleme mit der ersten Serie. Anlage im Freien in Gegenden mit tropischen Gewittern, Split Grounds, EMV, das uebliche. Haben wir geloest. Dann rief mich der R&D Manager, der so ziemlich seine Existenz da mit reingesteckt hat, an: "Seit gestern kann ich nachts wieder durchschlafen". So eine Risikobereitschaft muss belohnt werden, sonst gaebe es mutige Leute wie diesen R&D Manager nicht.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Ich habe mir das nicht aus den Fingern gesogen, sondern einem SciAm- Artikel zur Entwicklung der Spreizung des Eigentums in USA im 20ten Jahrhundert entnommen. Dort wurden die Besitzverhältnisse nicht annekdotisch, sondern statistisch erfasst und ausgewertet.

Bei einer Immobilie im Wert von mehreren Millionen

^^^^^^^^^^^^^^^^^^ Du gehst etwas locker mit Superlativen um.

Die Villen auf Long Island wurden nie von Klein-Oma bewohnt. Entsprechend wenig relevant sind in diesem Zusammenhang entsprechende Stammtisch- Sprüche.

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Kai-Martin Knaak http://lilalaser.de/blog

Das bedeutet aber nicht, dass es auch stimmt. Gerade in Wissenschaftskreisen herrscht haeufig eine Orientierung in eine bestimmte politische Richtung.

Mitnichten. Ganz normales einfaches Einfamilienhaeuschen aelteren Baujahrs. Die Grundsteuer hatten sie im Laufe weniger Jahre mehr als verdoppelt.

Ist manchmal zum Aufwecken noetig ;-)

Also bitte, reise erstmal dort hin, nimm Dir einen Mietwagen und fahre dann gaaanz langsam die suedliche Route ab JFK. Nicht mit Hoechstgeschwindigkeit den LI Expressway runter, da sieht man kaum Haeuser. Auch nicht Stonybrook, wo die reichen Professoren wohnen, denn das ist dort die Ausnahme. Halte oefter an, rede mit den Leuten in den Cafes oder Parks. Ich bin mir sicher, dass sich Deine Meinung danach aendern wird.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Es geht nicht um _eine_ Kuh, sondern darum, ob es dem Gemeinwohl zuträglich ist, wenn 85% der Kühe sich im Eigentum von 1% der Einwohner befinden.

Kann schon sein, dass Du das hörst. Allein die Zahlen sprechen dagegen. Der Poltik-Schwenk zu Gunsten von Kapital-Akkumulation, der mit der Reagan-Regierung begann wurde seither nicht korrigiert, sondern beibehalten.

Nochmal: Es geht bei der gesellschaftlichen Umverteilung nicht um solch Pille-Palle wie ein Haus pro Besitzer. Es geht darum, in welchem Ausmaß Vermögen eine Größenordung erreichen, dass deren Eigentümer vom Zinsgewinn monatlich ein weiter Haus erwerben könnten. Diese Tatsache an sich wäre auch kein Problem, wenn es nicht im Gegenzug entsprechende Mengen an Wenigbesitzer geben müsste, durch deren Arbeitsleistung die dem Vermögen entsprechenden Güter ertellt werden. Das daraus resultuierende Ungleichgewicht kannst Du Neid nennen. Ich nenne es Ungerechtigkeit.

Moralischer Grund: Weil die Leistung des Erben lediglich darin besteht, in der richtigen Familie geboren zu sein.

Volkswirtschaftlicher Grund: Weil die Akkumulation von Kapital über Generationen hinweg eine Klassengesellschaft mit all ihren Nachteilen erzeugt.

Im übrigen sind Klein-Vermögen, wie das Eigentum an _einem_ Restaurant weder volkswirtschaftlich noch moralisch ein Problem. Entsprechende Einwände bekommt man steuertechnisch mit Freibeträgen in den Griff. Gesellschaftlich relevant sind Erbschaften im Gegenwert ganzer Kleinstädte.

Es geht nicht um "verhindern" und "bewirken", sondern um "erschweren" und "begünstigen". Das ist ein entscheidender Unterschied.

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Kai-Martin Knaak http://lilalaser.de/blog

Ich bestreite nicht, dass es auf Long-Island auch normale Einfamilien- Häuser mit normalen Besitzern gibt. Womöglich sind die zahlenmäßig sogar in der Mehrheit. Das VWL-Argument bezog sich aber ausdrücklich auf die Villen, die zu Anfang des 20. Jahrhunderts mit den damals üblichen Pracht- und Prunk-Attributen errichtet wurden. Diese ginen in den HJahrzehnten nach dem New-Deal zu significanten Anteilen in Besitz und Nutzung durch öffentliche Institutionen wie Konsulate, Schulen und Ähnliches über. Diese Entwicklung hat sich laut SciAm-Artikel seit den Achzigern umgekehrt.

Diesen Befund selbstverständlich nicht persönlich nachprüfen. Bisher war mir SciAm allerdings nicht durch falsche, oder verfälschende Aussagen aufgefallen.

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Kai-Martin Knaak http://lilalaser.de/blog

In article , Kai-Martin Knaak writes: |> |> Es geht nicht um "verhindern" und "bewirken", sondern um "erschweren" und |> "begünstigen". Das ist ein entscheidender Unterschied.

Nein, eigentlich ist die letztendliche Semantik identisch.

Es hört sich nur besser an.

Rainer

Es gibt schon noch Unterschiede: "Verhindert" wird mit Verboten und Verordnungen. "Erschwert" wird durch eine Änderung der Rahmenbedingungen.

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Kai-Martin Knaak http://lilalaser.de/blog

In article , Kai-Martin Knaak writes: |> |> Es gibt schon noch Unterschiede: "Verhindert" wird mit Verboten und |> Verordnungen. "Erschwert" wird durch eine Änderung der Rahmenbedingungen.

Verordnungen, beispielsweise?

Rainer

"Christoph Müller" schrieb

Es ehrt dich an das Gute im Einzelnen zu glauben, aber unterschaetze keinen Mob.

Rudi Fischer

...and may good music always be with you.

Die Wenigen prägen aber das Bild, das man von dem Haufen bekommt, und sie sind die Gefahr.

Ich habe nie behauptet, daß Glauben grundsätzlich schlecht ist. Wenn man sich das aber mal auf der Zunge zergehen läßt, dann könnte ich fast zu der Meinung kommen...

Ralph.

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Als da wären?

Die Kirche ist erst mal nur eine Organisation. Darum frage ich lieber direkt nach den Werten, die da verloren gegangen sein müssen.

Ohne Werte ist das nur ein x-beliebiges Ritual. Also nochmal: Um welche Werte geht es genau?

Kann viele Ursachen haben, die nicht automatisch schlecht sein müssen. Die Kinder werden älter, finden Partner und sind dann aus dem Haus. Nix ist mehr mit gemeinsamen Abendessen. Aber auch nix mit Vorwurf oder Bedenken.

Damit kommen wir der Sache schon näher. Läuft auf psychologisches Problem hinaus. Um hier Stabilität im positiven Sinne rein zu kriegen, halte ich die Religionen für ein durchaus geeignetes Mittel.

Schade. Hoffe dass ihr Euer Glück anderweitig gefunden habt. Euer soziales Engagement scheint darauf hin zu deuten.

Durchaus. Aber man sollte sich darüber im Klaren sein, dass man auch Vieles fehlinterpretieren wird, wenn man die enormen Bindungskräfte nicht selbst erfahren hat, die man zu den eigenen Kindern entwickelt. Meine Erfahrung ist die, dass Kinderlose da gerne in die Verurteilungskiste greifen. Haben sie dann mal selber welche, kommt nicht selten eine Entschuldigung rüber für die damaligen Fehleinschätzungen und Verurteilungen.

Das Problem dabei: Kinderlose machen schneller Karriere, weil sie ihre Kräfte besser in ihre Arbeit investieren können. Karriere heißt aber auch, in Entscheiderpositionen zu kommen. Mit Fehleinschätzungen können sie dort ziemlich viel Unheil anrichten. Hier in D mit dem Resultat einer ziemlich familienfeindlichen Umgebung und nur noch 1,2 Kindern pro Frau statt 2,1 und infolgedessen eines zusammenbrechendes Sozialsystems. Es geht nicht darum, EINE Einzelentscheidung zu korrigieren. Es geht um tausende kleiner Einzelentscheidungen, die sich im Lauf der Jahrzehnte ansammeln konnten und dann in ihrer GESAMTHEIT zu dem beklagenswerten familienfeindlichen Klima führten.

Korrigierbar wäre das VIELLEICHT, wenn man den Kindern eine politische Existenz zugestehen würde. Doch weil die Kinder nicht selbst verantwortungsvoll wählen können, müssten das die Eltern stellvertretend für sie tun. Das wird als "unfair" betrachtet und wird deshalb abgelehnt. Die Kinderlosen haben die Mehrheit.

Wie, wenn sie sich ständig unter Druck gesetzt fühlen, weil es sonst hinten und vorne nicht mehr reichen würde?

Ein Grundeinkommen für alle sollte das leisten können.

Hatten die alle niederländisch als Muttersprache? So viel ich weiß, hatte NL das Problem, dass es aufgrund der speziellen Rechtslage wie ein Magnet auf die von dir verurteilten Typen wirkte. Ist meines Wissens mittlerweile abgestellt. Andere Rechtslage wirkt z.B. wie ein Magnet auf reiche Leute. Schweiz, Lichtenstein und andere Steuerparadiese...

Grund genug, um sie zu "richtiger" Arbeit zu verdonnen, die sowieso zunehmend von Automaten erledigt wird?

In welchen Ländern gibt es überhaupt ein Grundeinkommen? Ich kenne keines.

Sehe ich ganz anders. Sozialhilfe beschäftigt eine Menge Leute, die die Empfänger betreuen, überwachen, gängeln, ihnen was zuteilen, die für sie denken usw. Grundeinkommen fackelt da nicht lang. Kriegen auch die geldigen Leute, um keinen großen Verwaltungsapparat füttern zu müssen.

Das mag für einige Aussteigernaturen gelten. Normale Menschen vergleichen sich mit ihresgleichen und wollen möglichst etwas besser sein als diese. DAS ist Triebfeder des Menschen zur Weiterentwicklung. Sie ist erst mal unabhängig von einem etwaigen Grundeinkommen. Doch das Grundeinkommen sorgt dafür, dass mehr Menschen etwas wagen KÖNNEN. Infolgedessen wird es zu verstärkter innovativer Tätigkeit kommen. Technisch genauso wie künstlerisch und kulturell.

Wäre halt schön, wenn du dafür auch nachvollziehbare Gründe nennen könntest. Die, die du genannt hast, konnten mich halt nicht überzeugen.

Wieso denn? Ein Grundeinkommen erspart jede Menge teure Verwaltung, stärkt das Selbstvertrauen in der Bevölkerung, bessert das Geschäftsklima und bringt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sehr viele Neuerungen hervor, die sich in der Welt sehr gut verkaufen lassen. Insgesamt gesehen bin ich überzeugt davon, dass sich das rechnen würde. Nicht nur finanziell, sondern auch vom Kopf her, weil damit dem lähmenden Neid endlich die Grundlage entzogen werden könnte.

Geht's dem Land deshalb schlecht? Ich habe nicht den Eindruck. Im Gegenteil. NL geht es sogar ganz gut.

Die aber - genauso wie in D, doch lieber arbeiten sollen als sich um die Kinder zu kümmern. Arbeiten bringt mehr Geld als Kindererziehung. Die paar Euro Kindergeld reichen halt nicht, um mehr Zeit in die Kinder investieren zu können. Per Grundeinkommen wäre dann schnell genug Geld im Haushalt, so dass ein Elternteil zuhause bleiben kann und dass man sich noch gemeinsame Aktivitäten leisten kann.

Hattest du auch mit Streetworkern Kontakt?

Geht nicht ohne.

Klar. Bevor man aber neue Leute einstellt und lang einarbeitet, wär's vielleicht schon einen Versuch wert, mal zu sehen, diese Art der "Kritik" in ordentliche Bahnen zu bringen. Könnte deutlich billiger und effizienter für die Firma sein. Garantie gibt's allerdings keine.

Wäre dort der Reichtum etwas besser verteilt, hätte die Korruption sehr wahrscheinlich viel weniger Chancen. Dann würde es sich auch nicht mehr lohnen, ein solches Risiko einzugehen.

Eklatanten Missbrauch mit Minimaleinkommen? Wie soll das denn überhaupt funktionieren können? Eklatanten Missbrauch kann man mit GROSSEN Dingen machen. Aber mit kleinen?

Was die hohe Steuerlast betrifft: Soo hoch wäre sie gar nicht. Und wenn, dann könnte man sie sich leisten, weil sie ja durch das Grundeinkommen wieder zurückkommt.

Kaum. Wenn sie sehen, dass wieder ein nahezu neidfreies Klima einkehrt, in dem sich die Besserverdienenden nicht gleich einbunkern müssen, so dürfte das alleine schon einen Anreiz zum Bleiben darstellen. Mehr Umsatz durch mehr kaufkräftige Menschen wäre auch noch ein guter Grund. Wenn ausgefallene Dinge auch ausgefallen sein dürfen, ohne dass man sich dafür blöde Anmache gefallen lassen muss, dann wäre das ein zusätzlicher Anreiz zum Bleiben. DAS würde für mich Freiheit bedeuten.

Was passiert mit solchen Leuten, wenn das Projekt in die Hose geht?

Da sind wir uns einig. Uneinigkeit herrscht also lediglich darüber, wie die Steuergelder verwendet werden sollen.

Hat aber nichts mit einem steuerfinanzierten Grundeinkommen zu tun. Damit würden lediglich die Geldströme etwas anders gelenkt.

Klar muss das belohnt werden. Was hat diese aber mit einem Grundeinkommen zu tun?

Steuern werden eingetrieben, um damit etwas für die Allgemeinheit zu tun. Wieso sollte das Volk nicht auch zur Allgemeinheit gehören?

Servus Christoph Müller

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