Filterproblem

Aug 04, 2023 Last reply: vor 2 Jahren 104 Replies

Hi Michael,

knapp? Je knapper sie gewählt ist, desto weniger Probleme mit Induktivität ;-) Achtung: Wenn man dann noch weiss, dass der Wickel quasi keine Windungen macht, weil er quer zur Wicklung kontaktiert ist, dann löst sich das Thema mit der Induktion auch schon fast in Luft auf. Aber der Glaube an irgendwelche Sachen kann schon mal den Höreindruck massiv beeinträchtigen ;-)

Marte

Sofern es Low-ESR sind (möchte das Gehäuse aus Plexiglasteilen nicht ohne Not zerlegen) wie diese Panasonic

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haben die in Baugröße 10x20 bei 100 kHz eine Impedanz von rund

20 mOhm. Bin nun vom Gegenteil uberzeugt :-)

Setze mir bitte mit den vermutlich X7R Keramikkondensatoren keine Floh ins Ohr, sonst bin ich genötigt, die Koppelkondensatoren gegen kunstvoll SMD-gelötete, bedrahte Folienkondensatoren auszutauschen ;-) NP0/C0G mit 1 µF habe ich auf die Schnelle nicht gefunden, Reichelt hat die nur bis 1 nF.

Am 09.08.23 um 21:34 schrieb Michael Schwingen:

Warum eigentlich? Wenn der Koppelkondensator gar keine Signalspannung "sieht", wie behauptet, dann spielt die spannungsabhängige Kapazitätsänderung ja auch keine Rolle. Und da der DC-Offset statisch ist, und der Koppelkondensator "reichlich" dimensioniert sein sollte, wird die Kapazitätsänderung auch nicht ins Gewicht fallen.

Hanno

Am 11.08.2023 um 22:58 schrieb Gerald Eіscher:

[...]

C0G

10 nF, 50 V, 0805,0603 sind aber gängig; 220 nF, 50 V, 1812 gibt es auch.

AFAIR waren das 10k, nicht 100k.

DoDi

Im Prinzip schon - nur wird das mit dem "reichlich" bei Keramik schnell teuer bei den üblichen Impedanzen, da tendiert man dann zum Sparen. Und die Abhängigkeit von der Spannung ist bei den nicht-C0G-Teilen schon extrem hoch, da würde ich auch bei geringen Spannungen irgendwann hör/messbare Effekte erwarten.

Das ist jetzt nur Bauchgefühl, ich habe dazu keine Messwerte. Elkos sind da IMHO die deutlich bessere Wahl - besser wird es kaum, wenn man Elkos durch extrem nichtlineare Keramik ersetzt.

cu Michael

Hi Hanno,

Du hast den Hifi-Zauber - oder hätte ich Voodoo schreiben sollen - enttarnt.

Marte

Am 12.08.23 um 09:06 schrieb Michael Schwingen:

Wenn man nicht ausschließen kann, daß da doch (wenn auch geringe) Spannungen auftreten, ist aber auch die von dir zitierte Argumentation von Douglas Self hinfällig...

Hanno

Dielektrizitätszahl Dielektrische Absorption deltaC über T deltaC über U deltaC Alterung Verlustfaktor ESR Isolationswiderstand C-Toleranz Ausheilfähigkeit Zuverlässigkeit Piezoelektrisch Mechanischer/thermischer Schock

Die vorstehenden Größen sind bei Folie und NP0 oft um einen Faktor 5..100 besser, als bei anderen Kondensator-Technologien.

Das macht sich in der Praxis beispielsweise dadurch bemerkbar, daß nur Polypropylen und NP0 für LC-Schwingkreise gut geeignet sind. X7R tötet die Schwingungen!

Am 12.08.23 um 13:26 schrieb Marte Schwarz:

Nenn es Aberglauben, aber X7R oder Y5V wäre jetzt auch nicht meine erste Wahl bei Hifi. Ich hab zwar die leckenden Elkos im Audioteil meines Mac LCII durch Keramik ersetzt (weil ich wollte, daß das NIE wieder vorkommt :P) aber das ist ja auch von Hifi weit entfernt. :)

Ansonsten wär ich etwas vorsichtig bei rein theoretischen Betrachtungen. Wenn die durch Messungen bekräftigt werden, ist es ja ok, aber sich vorab drauf zu verlassen, daß man jeglichen Dreckeffekt, der möglicherweise auftreten kann, zu kennen und berücksichtigt zu haben, halte ich für heikel.

Hanno

Am 11.08.23 um 22:58 schrieb Gerald 'Ingrid' Eіscher:

Es gibt nichts, was es nicht gibt:

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Allerdings ziemlich große Bauform und zu dem Preis gibt es zwei bis drei MKP.

Am 11.08.23 um 08:38 schrieb Jörg Barres:

An den genormten Zeitkonstanten für die Entzerrung irgendetwas zu ändern, ist auf jeden Fall falsch. Suche den Fehler bitte wo anders.

Ja, das ist das Problem - C0G liefert halt relativ niedrige Kapazitäten, so ab ganz grob 1-10nF wird es exotisch, groß und (relativ) teuer.

Die Keramiken, die höhere Kapazitäten liefern, sind halt leider extrem nichtlinear. Zum Abblocken ist das OK, da sind die Klasse.

cu Michael

Schon klar. Trotzdem machen auch Folienkondensatoren nach Douglas Self spür- und meßbare Verzerrungen (er hat das gemessen, ich nicht), und aufgrund des deutlich höheren Preises bei gleicher Kapazität ist das wie üblich eine Abwägung des geringeren Übels im Gesamtbild.

Das ist ein ganz anderes Thema. Schwingkreise, Filter etc. haben nochmal andere Anforderungen als ein Koppelkondensator. Da will man z.B. die hohen Toleranzen der Elkos nicht wirklich haben, die bei einem Koppelkondensator überhaupt nicht stören.

cu Michael

Geringe Spannungen bleiben immer da, unendlich hohe Kapazitäten sind bei Digikey gerade nicht lieferbar.

Es ist wie immer eine Frage der Höhe - ist das "ausreichend niedrig", daß die entstehenden Verzerrungen ausreichend niedrig sind bzw. deutlich niedriger als der Einfluß der aktiven Bauteile?

Ein knapp dimensionierter Folienkondensator verzerrt auch.

cu Michael

Ich bin skeptisch, daß Folie /spürbare/ Audio-Verzerrungen produziert. Man muß eben optimal aussuchen und optimal einsetzen/bemessen.

Klassisch sind Koppel-Elkos am Ausgang von Endstufen ohne Doppelspannung. Die Qualität ist gräßlich - auch wegen Power-Anwendung.

Tantal ziehe ich Aluminium-Elkos vor.

Am 14.08.23 um 11:28 schrieb Michael Schwingen:

Keine Widerrede. Aber das kannst du auch direkt abschätzen, ohne die zitierte Argumentation von Douglas Self zu benutzen. Mir leuchtet halt deren argumentativer Mehrwert nicht ein.

Hanno

Hallo Helmut,

Goldöhrchen hören bekanntlich das Gras wachsen.

Welche Power? Diese Elkos sind in der Regel auf halbe Betriebspannung geladen und sollen so dimensioniert sein, dass sich deren Spannung unwesentlich ändert. Die Frequenzen bleiben in der Regel unter 20 kHz und selbst da sind nennenswerte (Strom-)Amplituden an sich nur unter einigen hundert Hz zu erwarten. Selbst bei PA-Anlagen um die einstellige kW wird man da am Koppelkondensator nicht wirklich als Power-Anwendung definieren können.

Marte

Am 14.08.2023 um 14:18 schrieb Marte Schwarz:

Das ist aber seit über 50 Jahren einhellig als stark verzerrende Power-Anwendung bekannt. Die Spannung am Kondensator ist nicht die Power, sondern der Wechselstrom durch ihn!

Zwischen dem Ausgang der Endstufe und der Lautsprecherbox liegt dieser Elko in Reihe! Eindeutiger geht es kaum. Offenbar willst Du die Power wegreden.

"Selbst bei PA-Anlagen um die einstellige kW" Dort gibt es solche Koppel-Kondensatoren nicht.

Äh - was für Endstufen sollen das sein? LM386?

Bei allem, was mehr al 5-10W Ausgangsleistung hat, ist symmetrische Versorgung gängig - und kein Koppelkondensator am Ausgang notwendig oder vorhanden.

cu Michael

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