Es gibt ein Problem mit dem Autopiloten.

Oct 31, 2019 Last reply: 6 years ago 707 Replies

Am 23.11.19 um 14:42 schrieb Hans-Peter Diettrich:

Och, wenn du eine vollständige (!) Liste von allen Dingen machen kannst, die schiefgehen können, dann kannst du die KI auch darauf trainieren, auf diese korrekt zu reagieren. Vergißt du irgendwas, hast du eine möglicherweise systematisch exploitbare Lücke.

Und das hat nichts mit "perfekter Sicherheit" zu tun - das Restrisiko von spontan auftretenden elektrischen und mechanischen Defekten hat man eh noch, neben Fehlklassifikationen eigentlich vorgesehener Hindernisse und Situationen.

Ja, der Kram muß nicht perfekt sein, lediglich besser als der menschliche Fahrer. Der hat aber typischerweise keine nennenswerten systematisch (!) exploitbaren Lücken, was das Erkennen und Ausweichen von Hindernissen in Bewegungszuständen anbelangt, das haben schon hunderte Millionen Jahre Evolution debuggt.

Hanno

Nö. Einer geschäftstüchtige Werkstatt erst mal ein sattes Diagnoseprogramm abspulen und ihm eine gepfefferte Rechnung präsentieren.

Und vor allem kann das Nachtrainieren einer Lösung für eine solche vergessene Situation anderer Stelle zu Fehlverhalten der KI führen.

Gerrit

Eben nicht, solche Werkstätten verlieren Kunden ziemlich schnell.

Gerrit

Na und - für jeden verlorenen kommen drei neue.

Am 23.11.2019 um 15:59 schrieb Hanno Foest:

Wir sollen also nochmal hunderte Millionen Jahre warten, bis sich der Mensch an den Straßenverkehr angepaßt hat, ohne Wettrennen, Drängeleien, Sekunden- oder noch längerem Schlaf, und was sonst noch das Überleben auf der Straße heute unsicher und gefährlich macht?

Seltsame Vorstellung von Evolution :-(

DoDi

Verglichen mit auch nur ein paar Jahrzehnten in der Vergangenheit sind die Straßen heute SEHR sicher. Schau mal nach was in den 70ern bei deutlich weniger Verkehr an Toten und Verletzten pro Jahr angefallen ist.

Gerrit

Am 23.11.19 um 17:58 schrieb Hans-Peter Diettrich:

Man könnte auch die Bahn benutzen. Aber das wäre wohl zu einfach, verglichen damit, ein Verkehrssystem miserabler Effizienz mit hohem Aufwand und zweifelhaftem Erfolg aufbohren zu wollen.

BTW: Warum minimiert man nicht einfach den Abstand zwischen Zügen, um mehr Durchsatz bei der Bahn hinzubekommen? Die Aufgabe ist im Vergleich ziemlich übersichtlich. OK, man braucht vielleicht ein paar Nebengleise mehr, damit haltende Züge nicht den fließenden Verkehr behindern. Aber sonst?

Anyway, ich denke schon, daß man das mit dem autonomen Fahren in den Griff bekommt. Aber das wird wohl länger dauern, möglicherweise eine andere Sorte KI als das jetzige "machine learning" erfordern, und ob die extreme Verringerung des Sicherheitsabstands, der ja Ausgangspunkt der Diskussion war, im real existierenden Straßenverkehr möglich ist, ist noch mal eine andere Frage. (Und ob bis dahin überhaupt noch nennenswerte Mengen Autos fahren können bzw. dürfen, auch.)

Hanno

Am 23.11.19 um 18:37 schrieb Hanno Foest:

Das macht man doch schon. Beobachte nur mal mal das Aufahrsignal - das steht bei Einfahrt schon auf Grün, damit's zügiger geht. Sonst würde der Zug vor dem Signal etwas unsanfter gebremst, nämlich von der Zugbeeinflussung.

Sonst wahrscheinlich auch noch einige Fahrzeuge mehr (neulich erst wieder von München 'raus: Die S8 hatte einfach nicht genug verfügbare Fahrzeuge - natürlich genau für meine Strecke.) ;)

Ach ja, und ganz nebenbei noch ein paar Lokführer mehr - letzte mir bekannt Zahl: Um die Überstunden abzubauen, müssten sie 1.500 Lokführer zusätzlich einstellen.

Am 23.11.19 um 20:12 schrieb Hartmut Kraus:

Und bei Geschwindigkeiten von 200...300 und entsprechenden Bremswegen (und Anforderungen an den Lokführer) möchte eine /noch/ dichtere Zugfolge schon seeeehr gut überlegt sein. ;)

Hallo Hanno,

Du schriebst am Fri, 22 Nov 2019 22:31:26 +0100:

Hallo Ewald,

Du schriebst am 22 Nov 2019 22:38:57 GMT:

Meine zugegeben altmodischen Bücher kennen nur die "Reflexion", und zwar für beides, was Du anführst:

(Wobei mir die Bildung "Widerspig^hegelung" auch ein Greuel ist - der Spiegel gibt doch ein Abbild des einfallenden Bildes [Licht!] _wieder_. Wie kommt da das "wider" herein? Das bedeutete doch eigentlich eine Widerlegung der Spiegleung, als gerade keine Spiegelung? Oder wie ist das mit der "Erwiederung" auf eine Frage? Wäre das dann, wie die "Widerrede", die ja entgegen der vorherigen Rede steht, dann eine "Erwiderung"? Wiedergabe alktuellen Diskussionsstils?)

^ auch griechisch nur entspr. "ch", da müßte also doch eher "xs" stehen?

Zurück zur "Reflektion" über die "Reflexion": Ich kenne für das _physische_ Phänomen nur und ausschließlich das Wort "Reflexion" mit "x". Für die psychische Aktion habe ich aber auch schon öfters die (Sprech- und) Schreibweise "Reflektion" (gesprochen "Reflekzion") gehört und auch selber benutzt. Ersteres ist in vollständiger Übereinstimmung mit allen mir bekannten Lexika und Wörterbüchern, letzteres entstammt halt dem "umgangssprachlichen Gebrauch".

Hier im Zusammenhang muß es dann also immer, weil für technische, also physische Belange, "Reflexion", mit "x", heißen, finde ich.

Am 23.11.19 um 23:47 schrieb Sieghard Schicktanz:

Nein, nur eine Reaktion, also "Gegenaktion", "Rückwirkung" - egal nun ob Für- oder Widerspruch. Also immer "wider", nicht "wieder" (Wiederholung).

Beim Spiegel könnte man auch noch berücksichtigen, dass er dein Bild seitenverkehrt widergibt.

Nö. Das kommt von "reflektieren", also "Reflektion", in allen Bereichen. "Reflexion" hat sich nur "lautmalend" eingebürgert.

Hallo Hartmut,

Du schriebst am Sun, 24 Nov 2019 02:57:31 +0100:

...

Tut er doch garnicht. Stell' Dich mal vor einen und mach eine Geste mit einer Hand - auf welcher Seite gibt der Spiegel die Geste _wieder_? (Nein, hier MUSS es "wieder" heißen!) Siehst Du, die Wiedergabe erfolgt auf der selben Seite wie Deine Originalbewegung. Was da vertauscht ist, ist also nicht links und rechts. Ja, trotzdem ist das Spiegelbild anders - was kann dann also vertauscht sein? Na, wo hat Dein Spiegelbild seinen Hinterkopf im Vergleich mit Dir davor? Eben, der Spiegel vertauscht vorn und hinten!

...

...

Und das sehen alle Lexika, Wörterbücher und sogar Web-Seiten genau umgekehrt. Es bleibt also bei der _REFLEXION_ mit "x".

Hallo Hanno,

Du schriebst am Sat, 23 Nov 2019 18:37:36 +0100:

Die Eisenbahn wurde hierzulande fast seit einem Jahhundert zurückgebaut:

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Vielleicht ist da der Platz sowieso schon knapp? Vielleicht gibt es garnicht (mehr) soviele Fahrzeuge? Vielleicht müßte dafür das Sicherungssystem (Blocksicherung) komplett umgekrempelt und völlig neu aufgebaut werden?

Eher ist die Aufgabe reichlich komplex - die bestehende Blocksicherung ist lange bewährt, ein neues Sicherungsverfahren müßte erstmal entwickelt werden. Einfach das Abstandhalten aus dem Straßenverkehr übernehmen geht eher nicht, weil da nicht sicher auf Sicht gefahren werden kann. Die Bremswege für Züge liegen teilweise im Kilometerbereich, und die Varianz bei unterschiedlichen Fahrzeugen geht über mindestens eine Größenordnung. D.h. wenn ein Triebwagenzug eine Notbremsung machen mu0 und dabei innerhalb von ein paar hundert Metern zum Stehen kommt, kann ein nachfolgender schwerer Güterzug schon ein paar Kilometer brauchen - müßte also entweder ausreichend Abstand halten oder über diese Entfernung _sicher_ von der Bremsung des "Vordermanns" erfahren. Der Lokführer kann aber diese Entfernung mit Sicherheit nicht überschauen-

Sonst ist das halt doch nicht so einfach...

"Machine learning" ist da sowieso nicht ausreichend. Was da noch ganz prinzipiell fehlt, ist zum einen die Planung von Handlungen; die wird so gerade eben angefangen. Was aber noch nicht mal auf dem Programm der Grundlagenforscher steht, ist das, was Menschen eigentlich garnicht selber machen, sonder was meist unterbewußt abläuft, nämlich das wiederholte Durchspielen erlebter Situationen und die Beurteilung der Aktionen dabei ("Retrospektion" könnte man das nennen). Das ist meiner Meinung eine ganz wesentliche Komponente beim Lernen und hilft ungemein dabei, kritische Situationen möglichst schnell richtig einschätzen und bewältigen zu können. Und noch weiter außerhalb der Arbeiten liegt ein weiteres Verfahren, mit dem Menschen und Tiere ihr Lernen beschleunigen können: das Abschauen, Nachmachen und ganz allgemein der "Erfahrungsaustausch". Bei KI-Systemen wird im allgemeinen davon ausgegangen, daß da eines intensiv "trainiert" wird und mit dessen "Erfahrungen" dann eine ganze Serie exakt gleich aufgebaut wird. Das ergibt dann eben den Trainings-Flaschenhals, daß es kaum möglich ist, innerhalb annehmbarer Zeit alle relevanten erwarteten Situationen durchspielen zu können, idealerweise sogar mehr- bis vielfach. Der Eerfahrungsaustausch zwischen Individuen ermöglicht demgegenüber viele parallele Trainingsvorgänge, die dann - teilweise - untereinander "geteilt" werden und auch den Untrainierten wenigstens Richtlinien für evtl. nötige Aktionen bereitstellen. Bis das alles auch nur prinzipiell erforscht ist, werden, schätze ich, schon noch "ein paar Monate" ins Land gehen. Und ob dann die so arbeitenden KI-Systeme sich in ihrer Sicherheit soviel gegenüber Menschen (und Tieren) abheben werden, sehe ich auch als recht ungewiß an.

(Sorry, ist bisserl arg lang geworden. Ich hoffe nicht zuviele Fehler gemacht zu haben.)

Hallo Hartmut,

Du schriebst am Sat, 23 Nov 2019 11:58:49 +0100:

Funk geht auch in die andere Richtung, damit ließe sich das abstimmen.

Sieghard Schicktanz snipped-for-privacy@schs.de:

So wirst Du dem nicht beikommen.

Zwei Bedeutungen, kreuz und quer die Notation. So ist das nunmal. Schaustu

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und das sind nicht die sich selbst inszenierenden Profi-Rechthaber, das dwds sogar nach Schwerpunkt auf Zeitungen oder Politikerreden oder einer polytechnischen Abteilung umschaltbar.

Oder Übersetzungs-Wörterbuch (pons, linguee).

Die Unterscheidung die ich einst mitbekam, von dort, wo Nachdenklichkeit Profession ist, dämmert da und dort noch durch -

Reflektion war hernach der Widerschein

Reflexion die gedankliche Arbeit

aber wirklich dran halten will sich dann doch niemand wirklich.

Das wird womöglich damit zu tun haben können, so als vager Verdacht, dass bei diesem konkreten Fall ein rekursives Dilemma eingebaut ist, diejenigen, die man auf die Definiererei loslässt, sind zugleich diejenigen, die diesen Begriff vom Definieren ausnehmen, um auf einer Meta-Begrifflichkeit hantieren zu können. So in etwa. Dann bleibt das ein verwahrlostes Feld. Aber was solls, wenn die Absonderungen trotzdem verstanden werdem - und das zählt.

Immerhin, wenn Sprache lebt, muss man sich keine Sorgen machen, dass überall nur Soldaten mit schnarrenden Befehlen hantieren. Auch dies wiederum ein Lichtblick. Und das gibt es sogar in Deutschland, wer sagt's denn.

Am 24.11.19 um 23:46 schrieb Sieghard Schicktanz:

Guck' mal richtig hin. ,)

Scherzkeks. Und warum sehe ich mich im Spiegel dann nicht von hinten, sondern eindeutig von vorn und seitenverkehrt?

Schön, dann kennzeiche in natura mal eine Seite (meintwegen die rechte Hand mit einem Ring) und denk' dich mal hinter dein Spiegelbild. An welcher Hand siehst du seinen Ring?

Das erklärt übrigens auch das Phänomen, dass mancher angesichts mancher Fotos sagt: "Das kann doch nicht ich sein." Weil er eben ein Leben lang sein seitenverkehrtes Spiegelbild gewohnt ist. Das fällt ihm aber üblicherweise nicht auf, weil die Unsymmetrien gewöhnlich nicht so stark sind, aber immer vorhanden.

Meine Fresse, da streite ich mich wohl. Überlegst du vielleicht bei jedem Wort, das du schreibst, warum du es so schreibst, und wie sich die Schreibweise historisch entwickelt hat?

Am 25.11.19 um 09:12 schrieb Hartmut Kraus:

Oder warum siehst du in einer "historischen" Spiegelrefexkamera (ohne Umkehrprisma) auf der Mattscheibe alles seitenverkehrt (und kopfstehend dazu)? --

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Am 25.11.2019 um 09:15 schrieb Hartmut Kraus:

Weil du den Unterschied nicht verstehst, aber die Klappe weit aufreisst.

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