billige Litze verzinnen

Jun 16, 2025 Last reply: 1 year ago 135 Replies

Hier ist jemand[tm] mit dem Rasenmäher über das (SELV) Zuleitungskabel der Gartenbeleuchtung gefahren. Ich hab das an der Schnittstelle abisoliert, scheitere aber am Verzinnen. Das Elektroniklot bildet einen Tropfen am Lötkolben, will aber partout nicht die Litze benetzen.



Das ist eine sehr billig gewesene Gartenbeleuchtung, die Zuleitung ist vielleicht 0,75 mm² Litze. An der einen Stelle schwarz, auf der anderen Seite silbern. Aluminium vielleicht?



Ich glaube, mit diesem Lötkolben konnte ich Kupferlitze ähnlichen Querschnitts problemlos verzinnen. Kann es sein, dass mein Lötkolben zu wenig Leistung hat oder fehlt es am Flussmittel?



Kann ich das mit Lötpaste machen oder brauche ich Lötfett? Oder was ganz anderes?



Grüße Marc


Am 16.06.25 um 14:53 schrieb Marc Haber:

Da wird jemand Kupfer durch billigeres Eisen ersetzt haben. Ist bei Chinaplunder gar nicht so unüblich. Das gab es wohl auch schon bei Schukosteckdosen. Ist natürlich illegal, aber wen interessiert das schon.

Keine Ahnung. Mach eine Adernhülse dran und dann eine Klemme zum verbinden. Oder selbige Lösten geht auch.

Eisen kann man in gewissen Grenzen auch löten, allerdings nur bei sehr viel höheren Temperaturen. Ich habe es gelegentlich mit einem

120W-Kolben gemacht. Der wird gut warm, den sieht man in der Nacht. ;-)

Das dürfte wenig helfen.

Marcel

Am 16.06.2025 um 14:59 schrieb Marcel Mueller:

Als ehemaliger, gelernter Elektroinstallateur würde ich das ganze Kabel/Leitung austauschen.

Mit einer Klemme rottet mir doch weg? Und so großer Schrumpfschlauch schrumpft um das Kabel selbst nicht weit genug zusammen.

Grüße Marc

Das ist overkill. Wir reden hier von 12V und 3 Watt oder so, und an das Kabel is auf der einen Seite ein Stecker angeschrumpft, die andere Seite geht in die Leuchte und das Gewinde der Kabeleinführung sieht nicht so aus als würde man das aufbekommen nachdem die Leuchte zehn Jahre bei Wind und Wetter draußen war.

Grüße Marc

Marc Haber schrieb:

Hallo Marc,

Es gibt Stoßverbinder im Heißklebeschrumpfschlauch. Von beiden Seiten her Ader für Ader verbinden, zusammenquetschen, warm machen. Wenn Du dann noch einen Schrumpfschlauch (mit Heißkleber) drüber ziehst und war macht, hält das besser als original. Das habe ich im Garten auch schon gemacht.

An die Tippgeber mit dem neuen Kabel: Nutzt nichts, wenn das Kabel in die Leuchten mit eingespritzt ist. Dann kann man nur noch das Gesamtkunstwerk tauschen.

Und ja, meine Methode ist Pfusch, aber das war es ja vorher auch :-)

Vielleicht ist eine Neuanschaffung aus China preiswerter als die "Kosten" der Reparatur?

Wer weis?

Grüße

Nein, weil dann müsste ich das komplette Gartenhaus ausräumen um an das Netzteil ranzukommen.

--

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Sowas hier:

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vielleicht?

Grüße Marc

Am 16.06.25 um 14:53 schrieb Marc Haber:

Hallo,

was für ein Lötkolben ist das denn?

Ist der Draht möglicherweise oxidiert durch Umwelteinflüsse?

Mit einem Magneten könnte man überprüfen ob das Eisendraht ist.

Bernd Mayer

Doch, denn das Ausräumen verursacht ja keine Kosten :-)

Gruß

Gregor

Ja, aber auch die vollbringen keine Wunder. Wenn Du das Material zu heiß machst, schmilz der Kunststoff und das Zinn sifft raus.

Wie wäre der folgende Vollpfusch:

- Einigermaßen stabile Lüsterklemme entkernen.

- Die Adern etwas anschmirgeln und mit dem metallischen Innenteil der Lüsterklemme verbinden - ordentlich anziehen.

- Schrumpfschlauch 3:1 mit Innenkleber darüber (Reihenfolge beachten ;-)).

-Fertig ...

Ja, ich weiß das ist Pfusch, aber länger als die Restlaufzeit des Chinaböllers wirds halten...

Ja, ja, ja, ja und ja.

Ich wüsste jetzt nicht, dass oxidiertes Aluminium schwarz aussehen würde. Kupfer(II)Oxid hingegen schon. Vielleicht ist die silberne Farbe auch Zinn. Lässt sich denn wenigstens das löten? Wenn Dein Lötkolben potent genug ist - und bei 0,75mm² ist das annähernd jeder - dann liegt es am Gilb.

Den kann man redneckmäßig abkratzen, etwas Lötwasser auftragen (Dämpfe nicht einatmen) und mit flussmittelhaltigem Lot noch eine Versuch starten. Bleihaltig ist weniger gut als bleifrei, zumindest, wenn es bleifreies Lötzinn von der Grabbeltheke ist und nicht SACX.

Manchmal reicht auch schon Flux aus der Spritze oder Lötfett (also Kolophium). Lötpaste ist doch eh nur feinverteiltes Lötzinn in Flussmittelbrei.

Volker

Am 16.06.2025 um 16:10 schrieb Eric Bruecklmeier:

Vergiß diesen Einwand, ich dachte, das wäre die zum "Löten"...

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Am 16.06.25 um 15:15 schrieb Leo Baumann:

Wenn die Vermutung zutrifft, gehört womöglich die zugehörige Lampe auch in die Kategorie "Elektroschrott mit Preisschild".

Wenn allerdings das Kabel fest an der Lampe dran ist und darin eine Sicherung für einen geringen Strom enthalten ist, wäre es durchaus zulässig, ein sehr schwaches Kabel zu nutzen, solange die Isolation geeignet ist.

Marcel

Kommt auf die Art der Klemme an. Das darf ja durchaus etwas Kleines sein. Ich mache in solchen Fällen immer gerne die Klemmen für die einzelnen Pole /hintereinander/. Das trägt nicht so auf. Und falls es doch mal irgendwo Probleme mit der Isolation geben sollte, können die Elemente sich trotzdem nicht berühren. Dasselbe gilt auch für Lötverbindungen.

Aber wie gesagt, Adernhülsen lassen sich üblicherweise auch löten.

Marcel

Zum Vorverzinnen von schwiegen Material habe ich gute Erfahrungen mit Fittingslötpaste gemacht. Zum Flussmittel guckst Du Abschnitt 3.2 in:

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empfiehlt sich dieses:
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MfG hjs

Auf irgendein verrottetes Substrat zu crimpen ist doch Mist. Allein schon wegen der Übergangswiderstände. Egal, ob das nun Kupferoxid oder Eisenoxid oder sonstwas ist. Die Oxidschicht muss weg, mit dem für solche Zwecke bevorrateten Lötwasser (gab für wenig Geld im Baumarkt, Dachdeckerabteilung) gelang mir das bis dato immer.

Die Flickstelle kann man ja erst mit Heißkleberotze einjauchen und dann einen normalen Schrumpfschlauch drüberziehen. Ist genauso wasserdicht wie die serienmäßig klebstoffbewehrten Teile, BTDT, LED-Lichterkette.

Volker

Am 16.06.2025 um 14:53 schrieb Marc Haber:

Vermutlich Alu Cu-kaschiert (CCA). Das Cu ist jetzt schwarz oxidiert und lässt sich nicht verzinnen, wenn man viel daran herumschabt ist es nur noch Alu, das lässt sich zumindest mit dem passenden Flußmittel (oder wenn man weiß wie unter Öl) löten. Versuche ein Stück herauszuschneiden. Alternativ evtl. die Verbinder für den Robomäherdraht verwenden, die sind gegen Umwelteinflüsse mit Gel gefüllt.

Bernd

Mit "Löthonig" solltest auch Eisen löten können, mit dem normalen Lötkolben und bleihaltigem Lot schon so gemacht.

"Löthonig" ist im wesentlichen Kolophonium gelöst, also mal nach entsprechendem Lot schauen. Flußmittel aus dem Installationsbereich fressen sich sicher durch die Oxidschichten, aber eventuell ist hinterher die teure Dauerlotkölbenspitze hin.

Wäre das ein akzeptabler Pfusch: lange abisolieren, mechanisch verzwirbeln, Schrumpfschlauch drüber, ohne das lästige löten? Eventuell noch Fett rein als Korrosionsschutz?

Thomas Prufer

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