Völlig OT

Dec 12, 2019 Last reply: 6 years ago 996 Replies

Nein.

Am 04.01.20 um 16:17 schrieb Helmut Schellong: > An den Börsen galt aber etwa 5 DDR-Mark = 1 BRD-Mark.

Kann hinkommen. Sie wurde aber nicht an der Börse gehandelt. Es war eine reine Binnenwährung, nicht konvertierbar.

Auch nicht durchweg (Bankguthaben nur bis 1.500 Mark 1:1, alles darüber

1:2, Schulden und Verbindlichkeiten ebenfalls 1:2, ). Faktisch war's eine Aufwertung der DDR-Mark auf das 5...10fache (außerdem Umwandlung einer reinen Binnenwährung in eine frei konvertierbare). Ergebnis: Praktisch über Nacht der gesamte Exportmarkt futsch, und der war nicht klein. Sowas hätte nicht mal die westdeutsche Wirtschaft verkraftet. Aber die "brummte" ("vereinigungsbedingte Sonderkonjunkur"), ;) für die hatte sich damit im Osten ein riesiger neuer Markt aufgetan, erst mal aufnahmefähig wie ein Schwamm. Das war der ganze Sinn der Sache. Von wegen "Geschenk". ;)

Literaturempfehlung:

formatting link

--

formatting link

Am 04.06.17 um 20:52 schrieb Hartmut Kraus: > Irgendwann muss es doch der Letzte mal kapieren! >

Am 04.01.20 um 16:17 schrieb Helmut Schellong:

Hinzu kam viel mehr:

- Statt der kalkulierten 600 Mrd. Privatisierungserlös 270 Mrd. Miese für die THA / BVS - das größte zivile Zuschussgeschäft der deutschen Geschichte.

- Seit 1990 Transferleistungen von West nach Ost etwa in doppelter Höhe des "Nationaleinkommens" (etwa vergleichbar mit dem BIP) der Ex-DDR (wenn man 1M = 1DM rechnet).

Alles auf Kosten des (gesamtdeutschen) Steurzahlers. Gewinne privatisieren - Verluste sozialisieren. Raubtierkapitalismus pur.

Wie war das z.B. mit dem Plattenbauprogramm: Die Baubetriebe haben ihr Geld gekriegt (ich als Kipperfahrer auch, u.a. auf der Baustelle, wo meine "kleine Einraumwohnung" entstand). ;) Die Wohnungsverwaltungen haben dafür Kredite gekriegt. Von der Staatsbank der DDR. Die gibt's nicht mehr, aber die Wohnungsverwaltungen wurden ihre "Altschulden" nicht etwa mit dem Gläubiger los, die hatten sie plötzlich bei der Dresdner, bei der Deutschen Bank oder sonstwo. Hatten die einen Pfennig in die Bauten investiert?

Aber die "Altschulden" kräftig auf die Mieten umgelegt. In der DDR kostete mich meine geräumige Puppenstube (incl. alle Betriebskosten außer Strom) 51,20 M (staatlich subventioniert, klar). Als ich 1999 auszog, 500 DM kalt.

So hat sich die deutsche Einheit gerechnet. Nur nicht für die, die sie bezahlt haben.

Am 04.01.20 um 16:17 schrieb Helmut Schellong:

Den zahlen die Ossis auch, aber das nur am Rande. ;)

formatting link
formatting link
=============================================================================== Der Umtauschkurs wurde speziell gestaffelt und variierte je nach Alter und Gegebenheit. So durften Bürger ab 60 Jahren bis zu 6.000, Erwachsene bis zu

4.000 und Kinder bis 14 Jahren bis zu 2.000 DDR-Mark zum Kurs von 1:1 umtauschen. Darüberliegende Sparguthaben wurden zum Kurs 2:1 gewechselt, Schulden wurden ebenfalls halbiert. Löhne, Gehälter, Stipendien, Renten, Mieten und Pachten sowie weitere wiederkehrende Zahlungen wurden zum Kurs von 1:1 umgestellt. Die Guthaben von Personen und Firmen, die nicht ihren Sitz in der DDR hatten, wurden zum Kurs von 3:1 umgetauscht. Kritik bezüglich der Vorgehensweise bei der wirtschaftlichen Wiedervereinigung und insbesondere der Festlegung des Wechselkurses zur Einführung der D-Mark in der DDR übte der damalige Bundesbankpräsident Karl Otto Pöhl. ===============================================================================

Der Umtauschkurs von 1:1 wurde von der DDR-Bevölkerung und der DDR-Politik intensiv gefordert! Unbedingt - sonst...!

Und die DDR-Bevölkerung hatte sich damals sofort West-Mark für DDR-Mark 1:1 geholt. Das kann durchaus als gigantisches Geschenk angesehen werden.

Es bleibt aber ein Billionen-Strom West-->Ost übrig.

-- Mit freundlichen Grüßen Helmut Schellong snipped-for-privacy@schellong.biz

formatting link
formatting link
formatting link
formatting link

Am 04.01.20 um 17:17 schrieb Helmut Schellong:

"Der Umtauschkurs wurde speziell gestaffelt ..."

Ok, 1:1 bis 1.500 M Guthaben galt für mich in meinem Alter. Übrigens mit einem Bruttogehalt von vielleicht 1000 M, das war für 1 Jahr nach meinem Hochschulabschluss schon ganz gut (Duchschnitt für frischgebackene Absolventen so 700 ... 800M). ;)

Von nicht ganz so kurzsichtig Denkenden wurde was ganz anderes gefordert.

Quatsch, das blieb doch im "Wirtschaftskreislauf". Und wenn du's unbedingt als Geschenk betrachten willst: Wer war der "Schenker"? Genau, der Steuerzahler. In Ost und West.

Am 04.01.20 um 16:52 schrieb Hartmut Kraus:

Wieder mal ein Schreibdurchfall Krause?

Wenn jetzt Jahrzehnte nachher der Osten noch nachängt, so scheint das ganze nicht sehr erfolgreich gewesen zu sein.

Eventuell wäre es sinnvoller gewesen einfach gelegentlich ein bißchen Bargeld an die "Ossis" direkt zu verschenken:

formatting link
Einfach jedem Ossi einen gewissen Betrag bar auf die Kralle, fertig. Weniger Reibungsverluste, Verwaltungsaufwand, Versickern von Millionenbeträgen ...

/ralph

Am 04.01.20 um 17:20 schrieb Helmut Schellong:

"Billionen-Strom" stimmt schon, nochmal:

Am 04.01.20 um 17:07 schrieb Hartmut Kraus: > - Seit 1990 Transferleistungen von West nach Ost

/Transferleistungen/, also nicht "Diffenrenz der Steuereinnahmen" (dazu zählt der sog. Solidaritätszuschlag schließlich auch)!

Das heißt (wenn ich die Zahlen richtig in Erinerung habe): >~ 200Mrd. DM jährlich von 1990 bis (?)

Nur: Was bleibt davon übrig? ;)

Für die Gewinner schon. (Hatten wir schon.)

Aua, das tut weh. Das einzig Vernüftige wäre eine "Sonderwirtschaftszone" gewesen, und z.B. Frankreich hat auch Verhandlungen über entsprechende Wirtschaftsverträge angeboten ...

So marode war die DDR-Wirtschaft nämlich nicht, die wäre aus eigener Kraft durchaus auf die Beine gekommen, von de Zwängen der zentralistischen Planwirtschft und der Besatzungsmacht befreit. Aber was war faktisch der Auftrag der THA? "Was in der Marktwirtschaft nicht von alleine den Bach 'runtergeht, schucken oder plattmachen - wir könne keine Konkurrenz gebrauchen!" Und Rohwedder musste sterben, weil er's besser machen wollte!

[...]

Ich beteilige mich nur sparsam an OffTopic.

Deshalb entwickle ich sogleich weiter an meinem Projekt.

Hartmut Kraus schrieb:

Welchen Widerstand würdest du an dem unendlich langen supraleitenden RG58 Koaxkabel zwischen Innnen- und Aussenleiter messen? Es ist wirklich eine didaktisch sehr wichtige Frage. Solange die nicht geklärt ist, ist jede weitere Diskussion mit dir zu diesem Thema sinnlos.

Hartmut Kraus schrieb:

Die Diskussionen würden wesentlich ruhiger verlaufen, wenn der Gebrauch des Arguments "Steuerzahler", alternativ "hart arbeitender Steuerzahler" auf Leute beschränkt würde, die über fünfstellig Einkommenssteuer abdrücken müssen.

Am 04.01.2020 um 18:29 schrieb Ralph Aichinger:

Doch war es, nur nicht so wie oft beklagt.

Ohne die Heerscharen gut Ausgebildeter die "rübergemacht" haben sähe es im Westen trübe aus. Das "Kapital" waren / sind die Menschen.

Ob der aktuelle Arbeitskräftenachschub aus aller Herren Länder das Niveau erreichen kann bezweifle ich etwas.

Butzo

Hartmut Kraus schrieb:

Ohne Theorie und/oder ohne Simulation falsches hier postulieren hältst du für sinnbehaftet?

Jaja, schon gut. Um Ausreden warst du auch noch nie verlegen.

Dafür hast du dir selber noch mindestens 1 1/2 Jahre Zeit gegeben. ;)

Am 04.01.20 um 14:58 schrieb Helmut Schellong:

Abwegig waren höchstens deine "Bemerkungen" wie (sinngemäß): Bei einer Bandbreite von 700kHz wären Überlegungen zum Wellenwiderstand gar nicht so abwegig. ;)

Ja, das stimmt auch. Wenn was? Wenn man mit den 700 kHz ganz konkret irgendwas Sinnvolles machen will - dann ja.

Join the Discussion

Have something to add? Share your thoughts — no account required.

Didn't find your answer?

Ask the community — no account required