Trafo-Problem(chen)

Sep 09, 2012 364 Replies

Damals noch nicht, aber POTS am Mast. Handys gab es zwar, doch die waren noch teuer und funktionierten da draussen nur nach Kraxeln auf einen Berg. Sie ist bis zum naechsten Pay Phone gestapft, die hingen frueher praktisch an jedem x-ten Mast. Dieses Netz ist inzwischen ziemlich erodiert wegen der Verbreitung von Handys.

Heute mit Handy-Netz ist die Situation etwas weniger sicher da die kleineren Tower oft nur wenige Stunden Batteriereserven haben und manche vermutlich gar keine.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Mir hat jemand von einer Telco gesagt dass ISDN-Anlagen erheblich mehr Energiebedarf haben. Das wuerde dann einen erheblichen Unterschied machen.

Ich habe prinzipiell nichts gegen ISDN, halte es nur fuer wenig nutzbringend. Too little, too late. Oder wie wir sagen, not much bang for the buck. Es ist aergerlich dass man grosse Summen in ISDN investiert hat und dafuer die Breitbandversorgung ganzer Ortschaften total vernachlaessigt wurde. Ein Ausbau der vor ueber 10 Jahren haette anfangen muessen, aber nicht angefangen hat.

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Ist kein Nachbar, das war etliche Meilen in die Pampa rein. Da wo man bei Regen nur per Gelaendewagen hinkommt. Ist ein gutmuetiger Mensch, der klagt nicht.

Er hatte ISDN nur weil damit 128kbit/sec Internet ging. Hat sich dann aber was gewurmt dass es so teuer war und die Jungs die POTS plus Hughes Satellit nahmen fuer aehnlichen Preis realistisch rund 700kbit/sec erzielten.

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Ich kann Dir nur berichten wie es hier bei laengeren Stromausfaellen war.

Ein Pferd ist manchmal die einzige Moeglichkeit des Transports :-)

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Eric Brücklmeier wrote on Wed, 12-09-12 09:12:

In der Ortsvermittlung wuselt ständig Wartungspersonal herum, und weil das teuer ist werden Komponenten auf Zuverlässigkeit optimiert. Die Komponenten zu Hause werden über den Prteis verkauft und müssen vor allem billig sein. Wart- und Reparierbarkeit ist gar nicht gefragt.

MaWin wrote on Wed, 12-09-12 09:25:

Du solltest dringend einmal "Debt" von David Graeber lesen. Wirtschaft war und ist beileibe nicht so, wie die Ökonomen sich das immer gern vorstellen.

Joerg wrote on Wed, 12-09-12 17:49:

Verstanden. Außerhalb geschlossener Ortschaften gab's sowas in Deutschland gar nicht - deshalb die Notrufsäulen, aber nur an Autobahnen und wenigen Bundesstraßen.

Am 12.09.2012 17:53, schrieb Joerg:

ISDN ist viel älter, der Ausbau von ISDN war vor 20a-30a, als an Breitband noch gar nicht gedacht wurde. Die Grundlagen wurden in den

70ern festgelegt und der Standard bis 1980 fertiggestellt. _Alle_ Vermittlungsstellen arbeiten mit ISDN, die Analoganschlüsse werden dann lediglich irgendwo auf dem Weg zum Teilnehmer in analog gewandelt. Und das in der BRD vollflächig ab 1995, da war bereits das "zweite" ISDN in Betrieb (Euro-ISDN nach ETSI, davor nationales ISDN nach 1TR6). Dein gelobtes POTS wird nichts anderes sein als eine digitale Vermittlungsstelle (AKA ISDN) mit Analogwandlung.

Bernd

Am 12.09.2012 19:01, schrieb Bernd Laengerich:

Das habe ich irgendwie schon mehrfach versucht klar zu machen...

Das kann nicht sein, weil POTS viel zuverlässiger ist und auch weniger Leistung als ISDN benötigt... ;-)

Vielleicht truegt meine Erinnerung, aber damals hatte ich solche Trends in VDE und IEEE Publikationen mitverfolgt. M.W. war der ISDN Standard erst 1987 oder 1988 so richtig fest in eine Norm gezimmert. Und jetzt, rund 30 Jahre spaeter, wird alles bereits wieder weggeschmissen. Das wuerde ich nicht als langlebig bezeichnen.

Ausser amerikanische :-)

M.W. nicht ISDN sondern Nortel Class 5 (DMS-irgendwas), aber das funzt auch bei laengeren Ausfaellen.

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Am 12.09.2012 18:32, schrieb Axel Berger:

Es ging aber um die Zuverlässigkeit bei Stromausfällen, Erdbeben, Kommunismus und dergleichen Katastrophen...

Da hatte ich mal ein Erlebnis Anfang der 80er, im Gebiet der Navajos. Der Campground hatte kein Telefon, aber ein deutsches Ehepaar musste dringend zuhause in Germany anrufen. "Gehen wir einfach die Leitung lang bis wir zu einem Telefon an einem der Masten kommen" ... "WAS?!". Aber da das die einzige Hoffung war gaben sie sich einverstanden und wir stapften los. Bewaffnet mit Trinkflaschen und mehreren Filmdosen voll

25c-Stuecke. Als an einem Mast ein Knubbel hing der sich als Muenztelefon entpuppte fiel denen die Klappe runter.

Also angerufen, dann Muenzen eingeworfen. "Ich verstehe den Typ in der Vermittlung einfach nicht, der nimmt wohl sein Kaugummi nicht raus". Also habe ich das erledigt bis sich bei der Familie in Deutschland jemand meldete und dann rasch den Hoerer uebergeben.

Der Anrufer war in Deutschland ... Englischlehrer :-)

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Wobei der Telco Kram zuhause zumindest bei uns fast ewig haelt. Das Westell DSL-Modem ist 12 Jahre alt, das Panasonic Konferenz-Fon mindestens 20 Jahre, der $20 GE-Anrufbeantworter 16 Jahre, die ganzen Panasonic Drahtlostelefone sind schon x-mal auf die Bodenfliesen oder drausen auf Asphalt geknallt. Geht alles noch.

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Am 12.09.2012 18:32, schrieb Axel Berger:

Ich kann mich nicht erinnern, einen NTBA getauscht zu haben. Der hält also auch schon mal länger. Der erste hielt mind. von 1993 bis 2000, dann zog ich aus der Mietung aus. Der zweite im Haus hier seit 2000. Die ISDN-Anlage ist eine Euracom 181, einzig einmal Elkos und Anlaufwiderling im SNT (vor ein paar Jahren) getauscht. Das DSL-Modem ist der alte Siemens-Klotz, das hält auch.

Bernd

Joerg wrote on Wed, 12-09-12 19:24:

Ja, englisch. Ich habe auch gelernt so halbwegs Sprachen zu lesen, die keine Vokale schreiben. Aber bei amerikanischen DVDs muß ich immer wieder mal ein Stück zurückspulen und englische Untertitel einschalten. Gesprochene Sprache mit nur Vokalen und ganz ohne Konsonanten, das schaffe ich einfach nicht.

Da fällt mir ein: Deine Probleme mit VoIP könnten auch daher rühren, daß in Amerika konsequent keine Router (ruter) eingesetzt werden sondern ausschließlich Router (rauter), das kommt nicht von der Verbindung (Route) sondern von panischer unkoordinierter Flucht (Rout).

Am 12.09.2012 19:15, schrieb Joerg:

Ich glaube Dir im Leben nicht, daß amerikanische Vermittlungen nicht seit Jahrzehnten digital arbeiten. Der Aktionismus in Europa begann Anfang der 70er als man erkannte, daß man, wenn nicht gehandelt wird, ins weltweite Hintertreffen bezüglich der Normung und des Ausbaus digitaler Vermittlungen käme. Und da war mit Sicherheit die USA ein Vorreiter. In Europa bildete sich so der DSS1-Standard für ISDN, der auch die Teilnehmerschnittstelle spezifiziert. ISDN bedeutet ja nicht zwingend, daß die Teilnehmerschnittstelle digital sein muß, es zielt viel mehr auf die Integration ursprünglich unterschiedlicher analoger Netzwerke (Telefon, Fax, Telex, Datenvermittlung etc.) in einem digitalen Netz ab.

Bernd

Am 13.09.2012 11:29, schrieb Bernd Laengerich:

Ist ja auch nicht so...

Am 13.09.2012 11:29, schrieb Bernd Laengerich:

13.01.1984 (CW):

MURRAY HILL/NEW YORK (cw) - Als "gewaltigen Schritt" in Richtung auf ISDN (Integrated Services Digital Network) wertet AT&T die geplante Installation von digitalen Vermittlungsrechnern aus den Bell Labs. die in zwölf amerikanischen Städten bis zum Jahresende in Funktion treten sollen. Ihre Bezeichnung: Circuit switched digital capability (CSDC).

Am 13.09.2012 11:29, schrieb Bernd Laengerich:

In großen Ballungszentren hatten die USA sehr früh digitale Technik. In weniger wichtigen Vermittlungsstellen soll noch lange "Steinzeittechnik" eingesetzt gewesen sein. US-Amerikanische Firmen wird nachgesagt, das sie sehr pragmatisch eingestellt sind. Es kann also gut sein, das Joerg einer der Letzten gewesen war, der die Vorzüge von Strowger-Wählern genießen konnte. Diese Technik ist gerade bei Gewittern sehr robust und Fehler müssen nicht erst groß gesucht werden. Die Bundespost als Staatsbetrieb war ja quasi verpflichtet, vorwiegend die fortschrittliche elektromechanische Technik eines großen deutschen Unternehmen einzusetzen. Und als dann dieses große deutsche Unternehmen die ersten (teil)elektronischen Vermittlungsstellen einschalten wollte, erinnerte das, was sich dann abspielte, in etwa an das Schauspiel welches der Berliner Flughafen derzeit bietet. Nur das es damals gut ausgebildete Fachkräfte der Bundespost gab und die Verantwortlichkeiten klar geregelt waren.

mfg hdw

Wir benutzen in der Firma Voip-Telephone ganz normal über das geswitchte LAN (gemischt 100/1000 Mbit/s), zusammen mit allen PCs und sonstigem Netzwerkgeraffel. Kein QoS, kein eigenes VLAN für Telephonie.

Das läuft absolut sauber und ohne Probleme. Hörbar wird das erst, wenn ich mich von zu Hause per VPN-Tunnel da 'dranhänge, da merkt man die delays halt.

Ehrlich gesagt ist mir auch nicht klar, wie Du in der Praxis in einem mittelgroßen geswitchten LAN wirklich Engpässe auf dem Weg vom Telephon zum VoIP-Server im LAN erzeugen willst, solange das Telephon an einem eigenen Switchport hängt. Die Last muß man erstmal zusammenbekommen, daß QoS nötig wird und was bringt ... im WAN geht das natürlich schneller.

cu Michael

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