In einer Onlineversteigerung habe ich ein Angebot für eine 550W Solarstromanlage mit Netzeinspeisung gesehen.
Etwas stutzig hat mich die Beschreibung gemacht. Angeblich brauche es keine Bewilligung (Angebot war in der Schweiz), und der Stromzähler würde einfach rückwärts zählen.
Das glaube ich kaum. Es waere sogar gefaehrlich. Zum Beispiel wenn Leute vom E-Werk an der Leitung arbeiten und davon ausgehen, dass sie stromlos ist, weil ja abgeschaltet wurde. Auf einmal reisst die Wolkendecke auf, es kommt von rueckwaerts Saft ... fatz ... *PENG*
Also erstens gibt es Solarfuzzis, die ins Netz speisen (vermutlich nur wenn Phase anliegt), zweitens lernt man als angehender Elektriker, das freigeschaltete Anlagen kurzgeschlossen werden.
Die muessen aber oft an den Trafos arbeiten, ohne die Grundstuecke der angeschlossenen Haeuser zu betreten. Letzteres allein schon deshalb, weil das vorher abgesprochen werden muss. Man will ja nicht ploetzlich einem knurrenden Doberman gegenueberstehen. An den Trafos sind hier zwar Primaersicherungen, aber sekundaer ist das einfach aufgeschraubt.
Wie auch immer, wenn man hier ohne sauber installierten Netz-Trennumschalter einen Generator oder eine Solaranlage anschliesst, gibt das maechtig Aerger. Und das sollte es auch. Solar mit Rueckspeisung muss angemeldet werden.
Die aktuellen Grid-Wechselrichter ueberwachen Frequenz und Spannung vom Netz, manche Modelle auch schon alle 3 Phasen, auch wenn sie nur einphasig einspeisen (String-Wechselrichter). Wenn jetzt das EVU einen Strassenzug stromlos machen will, aendert sich die Impedanz des Netzes gravierend (da die grossen AKWs abgetrennt sind) und alle WR hoeren auf einzuspeisen. Das einfach so zu installieren ist allerdings Unsinn, selbst wenn der Zaehler keine Ruecklaufsperre hat, weil das pro eingespeister kWh die Stromrechnung um ca. 20 Cent reduziert, wenn man dagegen offiziell einspeist, bekommt der WR einen eigenen Zaehler, dessen gezaehlte kWh mit (wie in meinem Fall bei 2007 ans Netz gegangenen Anlagen) knapp 50 Cent verguetet werden.
Das wäre zumindest in DL Blödsinn: Dank der tollen Schröder Regierung werden ja für jede eingespeiste Solar-KWh wahnwitzige Vergütungen gezahlt, die man natürlich nur nach entsprechender Anmeldung wahrnehmen kann.
Selbst wenn es solche Anlagen in DL gäbe, wäre der Betrieb "einfach so" kaum rentabel, man würde ja pro eingespeiste KWh gerade den Verbraucherpreis erzielen.
Arbeiten die nicht eh meist unter Saft? Von wegen Versorgungsausfällen und Co?
War das nicht bis 1000V nicht verpflichtend, Pflicht ab 1KV aufwärts?
Bei Hochspannung könnten das noch Restladungen sein, bei Hausstrom wohl eher nicht, auch wenn vermutlich bis zu 100pF/m Leitung drin sind.
Fachleute: a) sie haben Ahnung b) sie haben die passenden Scheine c) die haben beides
Sinnvoll. Schmelzsicherungen wenn mitnehmen. Mit Tesa ggf die Hebel beim Automat festkleben
Nur auf eine ausgeschaltete Sicherung vertrauen ist auch Mist, zumindest wenn "unbefugte" Personen Zugang haben. "Gegen Wiedereinschalten sichern" heißt da nicht umsonst die Sicherheitsregel.
Dann hätten die aber überall die Zähler austauschen müssen. Alle Zähler nach dem Ferraris-Prinzip können auch rückwärts zählen. Bei den neuen elektronischen wird das sicherlich anders gelöst sein.
73 de Tom
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Thomas 'Tom' Malkus, DL7BJ
Locator JO43GC * DL-QRP-AG #1186 * AGCW-DL #2737 * DARC OV I19
Auch Elektriker sind nicht doof. Eine Rückeinspeisung aus Solarzellen erfordert etwas mehr Technik als 3 Drähte und die sieht man und kann man auch erkennen.
73 de Tom
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Thomas 'Tom' Malkus, DL7BJ
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Die kannst Du nicht sehen, wenn Du 200m entfernt am Mast oder am Trafohaeuschen arbeitest. Bei uns kannst Du es selbst am Haus nicht erkennen, denn die Anlagenteile sind innen, Zaehler und plombierter E-Werk Zugang in Amiland aber i.d.R. aussen.
Hallo, auf diese Art Strom einzuspeisen nur um Strom zu sparen lohnt nicht. Solaranlagen sind nur dann wirtschaftlich, wenn der Strom zu den hohen festgelegten Preisen an das E-Werk verkauft wird. Dazu braucht man einen Extra-Zähler.
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