Das halte ich für eine gefährliche Einstellung. (1) Erfahrungsgemäß haben Streitkräfte (egal in welchem Land und ob Demokratie oder Diktatur) umso weniger Nachwuchssorgen je schlechter es der Wirtschaft geht. D.h. dass sich viele zur Armee melden wenn ansonsten Arbeitslosigkeit bzw. ein Leben in Armut droht. (Das gilt sicher nicht für alle, aber wohl für einen guten Teil. Eigene Erfahrung (wenn auch sicher nicht repräsentativ) während der Wehrpflicht. Leute mit einer guten Ausbildung und einem guten Job "draussen" haben nie versucht als Zeitsoldat übernommen zu werden). Das ist zwar dann doch ein bißchen "freiwillig" weil das Leben in der Armee halt dann einfacher und bequemer ist als sich mit einem Leben auf der Straße (oder auch nicht ganz so ärmlichen Verhältnissen) rumzuschlagen, aber als große Ausrede: "Die sind alle selber schuld" will ich das nicht gelten lassen. Und ob das Risiko auf einem Flugzeugträger höher ist, oder das Risiko in einem verrufenen Viertel (weil billige Wohnung) einer Straßengang zum Opfer zu fallen oder an einer teuren Krankheit zu leiden und früh zu sterben (Armee=Krankenversicherung!), da kann sich eine Risikoabwägung bei einer gut ausgerüsteten Armee die hauptsächlich gegen ein paar Rebellen eingesetzt wird durchaus gegen das zivile Leben wenden.
Und die Bundeswehr _hat_ Probleme gute Leute zu finden, weil nur Leute ohne eine Perspektive wieder von selber auf die Beine zu kommen Bock haben im Nahen Osten Zielscheibe für Heckenschützen zu spielen. Letztens habe ich sogar wieder Fernsehwerbung für den Bund gesehen, machen die nur wenn wirklich Not am Mann ist.
Thomas
(1) Bei allem Scheiß den die Wehrpflicht darstellt: Es hat den Vorteil dass niemand sagen kann "geht mich nichts an" wenn die eigene Regierung eine offensive Außenpolitik fährt. Für mich der einzige Grund nicht auf eine "Freiwilligen"-Armee umzuschwenken.