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Dec 03, 2007 484 Replies

Das halte ich für eine gefährliche Einstellung. (1) Erfahrungsgemäß haben Streitkräfte (egal in welchem Land und ob Demokratie oder Diktatur) umso weniger Nachwuchssorgen je schlechter es der Wirtschaft geht. D.h. dass sich viele zur Armee melden wenn ansonsten Arbeitslosigkeit bzw. ein Leben in Armut droht. (Das gilt sicher nicht für alle, aber wohl für einen guten Teil. Eigene Erfahrung (wenn auch sicher nicht repräsentativ) während der Wehrpflicht. Leute mit einer guten Ausbildung und einem guten Job "draussen" haben nie versucht als Zeitsoldat übernommen zu werden). Das ist zwar dann doch ein bißchen "freiwillig" weil das Leben in der Armee halt dann einfacher und bequemer ist als sich mit einem Leben auf der Straße (oder auch nicht ganz so ärmlichen Verhältnissen) rumzuschlagen, aber als große Ausrede: "Die sind alle selber schuld" will ich das nicht gelten lassen. Und ob das Risiko auf einem Flugzeugträger höher ist, oder das Risiko in einem verrufenen Viertel (weil billige Wohnung) einer Straßengang zum Opfer zu fallen oder an einer teuren Krankheit zu leiden und früh zu sterben (Armee=Krankenversicherung!), da kann sich eine Risikoabwägung bei einer gut ausgerüsteten Armee die hauptsächlich gegen ein paar Rebellen eingesetzt wird durchaus gegen das zivile Leben wenden.

Und die Bundeswehr _hat_ Probleme gute Leute zu finden, weil nur Leute ohne eine Perspektive wieder von selber auf die Beine zu kommen Bock haben im Nahen Osten Zielscheibe für Heckenschützen zu spielen. Letztens habe ich sogar wieder Fernsehwerbung für den Bund gesehen, machen die nur wenn wirklich Not am Mann ist.

Thomas

(1) Bei allem Scheiß den die Wehrpflicht darstellt: Es hat den Vorteil dass niemand sagen kann "geht mich nichts an" wenn die eigene Regierung eine offensive Außenpolitik fährt. Für mich der einzige Grund nicht auf eine "Freiwilligen"-Armee umzuschwenken.

Ich nicht. (2) ;-)

Aehm, wenn ich so die Arbeitslosensituation in USA ansehe, kann ich das nicht nachvollziehen. Die Wirtschaft brummt hier schon seit mindestens zwei Jahren gut. Mal sehen, ob's nach den geplatzten Hausfinanzierungen so bleibt, derzeit sieht es aber noch so aus.

Ausserdem gibt es genuegend Leute hier, die wie wir sagen "independently wealthy" sind und dennoch in Afghanistan Dienst tun oder taten. Viele davon muessten aus finanziellen Gruenden jedenfalls nicht mal mehr arbeiten gehen.

Ein Beispiel, warum sie Probleme haben, und das habe ich denen bei verspaeteten Anwerbeversuchen knallhart gesagt: Ich war damals keine Sportskanone, bin's immer noch nicht. Dafuer aber gut Ausdauer, auf die es IMHO eigentlich ankommt, was die obere Etage aber nicht kapierte. Also fuer die Offiziershochschule nicht tauglich. Toll. Dann in der Armee eine kleine Einheit uebernommen, weil Fuehrungspersonal eklatant fehlte (warum wohl...?). Seltsamerweise funzten alle Auftraege unseres kleinen Teams immer sehr zuverlaessig, da wurde nichts hingeschmissen, wenn die Anlage kaputt ging. Spaeter gaben sie uns immer die kniffligsten Aufgaben, funzte trotzdem alles. Das Ergebnis: X Mal haben sie danach versucht, mich fuer die Offizierslaufbahn doch noch zu kriegen. War aber zu spaet, meine Entscheidung war laengst gefallen. So geht das eben nicht.

Mein Eindruck war damals ein gaenzlich anderer: Rekrutierte Leute hatten im Durchschnitt eine sehr geringe Motivation. Die zaehlten hauptsaechlich die Tage, die sie noch abreissen muessen. Und ich habe mit welchen aus vielen Laendern zusammengearbeitet. Die Profi-Soldaten waren da ganz anders. Mit denen machte die Zusammenarbeit richtig Spass. Das Essen schmeckte dort uebrigens auch besser :-)

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

"Joerg" schrieb im Newsbeitrag news:_1X5j.23192$ snipped-for-privacy@newssvr14.news.prodigy.net...

ROTFL.

Manfred Winterhoff

Klar, nicht alles ist perfekt. Ich kann nur eins sagen: Damals war die Zusammenarbeit mit Soldaten aus USA oder UK sehr gut. Die hatten echtes Interesse, dass alles wie geplant funktionierte. Mit dem Rest des kontinentalen Europa, naja, ich sage jetzt besser nichts mehr :-(

Mit Arbeitslosigkeit haben wir hier seit Jahren keine besonderen Probleme.

Och, die DDR konnte das mit dem Aussperren besonders gut. War es nicht Biermann, der ausgebuergert wurde? Wann wurde denn mal ein Westdeutscher ausgebuergert?

H4 oder TV, das ist doch jedem selbst ueberlassen. Man kann sich auf die Haut legen, muss es aber nicht.

Werden wir wohl muessen. Ein Aufbauen kuenstlicher Schranken hat noch nirgends auf lange Sicht funktioniert. Genausowenig wie das Aufzwingen einer politischen Struktur "zum Wohle der einfachen Leute und blah, blah, blah.." Auch das hat auf Dauer nirgends funktioniert.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Oliver Wache schrieb:

Da kennst du die Seite von Pearl

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noch nicht.

Das ist die schlechteste Seite, die ich je gesehen habe. Da findet man rein gar nichts, eine Übersicht der Produkte, keine brauchbare Gliederung der Produktkategorien etc. etc.

Gegen Pearl ist Conrad Spitzenklasse. Zum Glück brauche ich deren Homepage nicht. Ich habe den Katalog und in der Nähe einen Conrad-Shop. Da können sich dann die Conrad-Leute mit ihrem System herumquälen, ich tue es nicht.

Grüsse Roman

In article , Joerg writes: |> |> Es gibt allerdings einen feinen Unterschied zu vielen anderen Laendern: |> Unsere Streitkraefte bestehen zu 100% aus Leuten, die sich freiwillig |> dort eingeschrieben haben und diese Karriere bevorzugen.

Welcher anderen Lebensweise denn?

Keine Zukunft zu haben, weil man miserabelste Schulzeugnisse oder gar keinen Schulabschluß vorweisen kann?

Weil man sich (mit IIRC 4 Jahren Dienstverpflichtung) die amerikanische Staatsbürgerschaft erkaufen kann?

Weil man ggf. nur so die Möglichkeit hat, an eine Ausbildung zu kommen, die man sich sonst nie leisten könnte?

Rainer

Moin!

Du verwechselst das vermutlich hiermit:

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--schnipp--

Wörtlich antwortete er [Rumsfeld] auf den Kommentar des Reporters John Shovelan, dass bei den traditionellen europäischen Verbündeten der USA, Frankreich, Deutschland und Großbritannien, mehr als 70 % der Bevölkerung einem Irak-Krieg ablehnend gegenüberständen: "You're thinking of Europe as Germany and France. I don't. I think that's old Europe."

Kurz darauf bezeichnete er Deutschland und Frankreich (bzw. die Politik deren Regierungschefs) als ?Problem?. Schließlich erwähnte er Anfang Februar 2003, dass Deutschland, Kuba und Libyen die einzigen Länder seien, die einen möglichen Irakkrieg unter allen Umständen kategorisch ablehnten (zu diesem Zeitpunkt war die Behauptung sachlich korrekt). Dies wurde von vielen allerdings so verstanden, dass er Deutschland mit undemokratischen und menschenrechtsverletzenden Diktaturen auf eine Stufe stelle.

--schnapp--

Gruß, Michael.

Ist nicht jedermanns Sache, dauernd umziehen zu muessen. Aber manchem macht das nichts aus. Ich bin da auch ziemlich hartgesotten ;-)

Vergiss es, damit kommst Du (hier) kaum in eine militaerische Laufbahn. Ohne Schulabschluss m.W. definitiv nicht.

Wuesste ich nicht, dass das ginge. Selbst wenn: Normalerweise muss man zumindest Green Card Inhaber sein und die koennen eh nach fuenf Jahren ganz normal die Staatsbuergerschaft beantragen.

Eher nicht. Eine Infantrieausbildung ist in der zivilen Welt nicht so der Hit. Was willst Du denn damit spaeter machen? Wach- und Schliessgesellschaften gibt es soviele nun auch nicht.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Joerg schrieb:

Dazu kann ich nichts sagen, da ich nicht in so einer Einheit war.

Das ist wohl auch eher ein typisch deutsches Problem. Wir reden zu lange und denken zu wenig an Chancen.

Ich schrieb "ausgesperr". Damit ist die Abkopplung vom gesellschaftlichen Leben gemeint, wenn das Bankkonto nicht bestimmte Werte aufweist.

Wenn du nur ne kleine Macke hast, bist du heutzutage ganz schnell weg vom Fenster!

Ja. Es sind echte Innovationen gefragt. Völlig jenseits unserer kleinen technisch orientierten Arbeits- und Denkweise.

- Henry

www.ehydra.dyndns.info

Joerg wrote: ...

Gibt es im Irak nicht viele US-Soldaten, die auch noch nach der Zeit, fuer die sie sich verpflichtet hatten, Dienst tuen muessen?

Uwe Bonnes bon@elektron.ikp.physik.tu-darmstadt.de Institut fuer Kernphysik Schlossgartenstrasse 9 64289 Darmstadt --------- Tel. 06151 162516 -------- Fax. 06151 164321 ----------

Man muss Kleinunternehmertum foerdern. Das war der Hauptgrund, warum ich ausgewandert bin.

Ok, da haben wir grundlegend unterschiedliche Auffassungen. Das Bankkonto spielt in einem Umkreis mit religioesen Grundsaetzen die geringste Rolle von allen. Deswegen wird mit Sicherheit niemand abgekoppelt. Im Umfeld ausschliesslich weltlichen Denkens kann das natuerlich anders sein. Jeder hat die Wahl :-)

Hier nich ...

Och, Ingenieure muesse da auch ihren Beitrag zugeben ;-)

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

M.W. nicht. Was geschehen kann, ist dass die Zeit des aktiven Einsatzes _waehrend_ der Zeit der Verpflichtung prozentual hoeher zu Buche schlaegt als geplant oder ueblich.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Aha. Jetzt herrscht völliges Chaos.

Amerika soll sich einfch um seine Probleme im eigenen Land kümmern und den Rest der Welt in Ruhe lassen. Meine Meinung.

- Henry

www.ehydra.dyndns.info

Joerg schrieb:

OK, allerdings kann man religiöse Überzeugung nur als Nächstenliebe praktizieren, aber nicht essen. Was hat eine Gemeinde außer Kontakten und Armenspeisung noch zu bieten?

Ich kann es von hier azs für USA nicht beurteilen, würde mich aber aufgrund der Globalisierung sehr wundern.

Ich glaub, das ist ein ganz extremes Zerrbild. Viel Essen produzieren hilft noch lange nicht den Hungernden.

- Henry

www.ehydra.dyndns.info

Joerg schrub:

Ich meine, es war nicht der Dabbeljuh, sondern der Rrrummsfeld, der das in die Welt gesetzt hat. Der hat D mit Libyen in einen Topf geworfen, weil D im Irakkrieg nicht mitspielen wollte. Ist aber schon ein Weilchen her, ich könnte es jetzt nicht mehr belegen. Und es war bestimmt nicht die linke Presse, die das verbreitet hat. Die gibt es außer der taz eigentlich kaum noch in D... die Uniformität der Medien ist allmählich ziemlich erschreckend.

Ansgar

Mails an die Adresse im Header erreichen mich - oder auch nicht. Nützliche Adresse gibt's bei Bedarf! Mails to the address given in the header may or may not reach me - useful address will be given when reqired!

Ein komplettes Sozialleben. Der Extremfall duerften wohl die Amish People sein. Dort spielt sich das ganze Zusammenleben so ab und da kannst Du sicher sein, dass Dich niemals jemand nach dem Status Deines Bankkontos oder Aktienportfolios fragt, denn etliche dort haben sowas vermutlich ueberhaupt nicht. Auch nicht nach dem Preis Deines Autos, denn sie haben keine. Oder der Bildschirmgroesse Deines LCD Fernseher, denn auch den brauchen sie nicht. Und die Leute sind trotzdem rundum gluecklich ;-)

Dann gehe mal in einen Laden wie Walmart, vor allem auf dem Lande. Da wirst Du Dich wundern, wieviele geistig behinderte dort arbeiten. Nach einiger Zeit kennen die Kunden sie beim Namen. Oder ein Mann ueber 60 hier mit schwerem Down Syndrome (Mongoloismus?). Ein Wunder, denn so alt werden sie selten. Den kennt und mag hier fast jeder. In grossen Staedten mag das alles anders sein, aber dort zieht mich auch nichts hin.

Nein, aber Ingenieure produzieren auch selten Essen. Sie koennen jedoch Anlagen entwerfen, die in armen Gegenden den Leuten bei lokalen Produzieren helfen. IEEE hat z.B. solche Programme, wo Ingenieure im Ruhestand auf eigene Kosten mit haufenweise Digikey Material und ein paar T-Shirts im Koffer in die Anden oder sonstwohin reisen und z.B. den Leuten Pumpensteuerungen, kleine Solaranlagen und sonstwas bauen. Ist allerdings nicht jedermanns Sache. Einer schrieb letztens, dass die absolute Festmahlzeit dort aus gegarten Huehnerfuessen bestand, weil sie nichts anderes hatten.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

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die Zahlen sind aus dem Spiegel, den wohl nicht mal du als linke Gazette bezeichnen dürftest. Den Artikel gibts leider nicht kostenlos. Dürfte der erste Treffer hier sein:

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Ich glaube dir gern, daß es einzelnen Branchen in den USA gut geht (allen voran Waffenproduzenten und - gar nicht mal davon unabhängig - Medizintechnik; irgendwer muß die ganzen verletzten Soldaten ja auch wieder zusammenflicken). Aber alles in allem gehts mit den USA deutlich bergab. Der Dollarkurs gibt das nur unzureichend wieder, weil die postulierten ökonomischen Gesetze leider zu oft zugunsten der USA manipuliert werden.

Klar, Bescheuerte gibts in jeder Richtung. Aber das Gros der Soldaten in der US-Army sind wohl ansonsten zukunftslose Jugendliche aus "strukturschwachen" Regionen. Ich erinnere mich noch an Michael Moores Film, wo er Werber der Army begleitet und dann andererseits Senatoren fragt, ob sie denn ihre Söhne als Soldaten in den Irak schicken würden.

XL

Das hatten im zweiten Weltkrieg auch einige gesagt. Ich bin froh, dass man nicht auf sie gehoert hat und wir jetzt nicht an einen Obergauleiter berichten muessen.

Wenn es keine Flugzeuge und nur Segelschiffe gaebe, koennte sich ein insulares Verhalten machen lassen. Aber heutzutage eben nicht mehr.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

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"Skirsekarks"? Interessanter Name, versprueht Glaubwuerdigkeit.

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Ich ruecke denen jetzt nicht meine Kredikartennummer raus. Klar gibt es hier eine viel zu hohe Verschuldung, weil zu viele Leute unbedingt ueber ihre Verhaeltnisse leben wollen. Das bereitet nicht nur mir Sorgen, aber es gibt Dinge, an denen kann man nur im ganz Kleinen was machen. Wir haben schon Leuten mit sanfter "Schulung" geholfen, dass sie sich aus diesem Problem rausgeschaufelt haben. Aber natuerlich ist das immer nur ein Tropfen auf dem heissen Stein.

Ja, Michael Moore. Polemischer ging es kaum.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Wo wir gerade beim Thema sind...

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Gerrit

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