Motorregelung in gekoppelten Systemen

May 21, 2008 77 Replies

Rein ueber die Drehmomentberechnung faende ich das bei grossen Wickeln zu haarig, denn es haengt dann beim Beschleunigen alles vom spezifischen Gewicht des Materials mit ab. Da Du drei verschiedene Filmmaterialien nanntest, koennte das in die Hose gehen.

Innovation fand dort aber eher in Details statt, nicht so sehr im Prinzip. Ohne den Druckmaschinenleuten nahetreten zu wollen, da herrscht oft die Einstellung "Don't rock the boat". Ist bei uns in der Medizintechnik gelegentlich auch so. Man sollte aber die Erfahrung der alten Hasen dort nicht ausser acht lassen. Vielleicht wissen die unterbewusst, dass ohne gedaempfte Taenzerrolle die Sache sowieso ins Flattern kaeme.

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Florian E. Teply schrieb:

Vorsicht, wenn sich auf der Vertikalen noch zusätzliche (Scher-)kraft bildet, mitrechnen das sich mit grösser werdendem Wickel die Kraft auf den Zug auch vergrössern dürfte.

Peter

Du hast doch im Grunde folgende Grössen:

Auf beiden Seiten:

  1. Trägheitsmoment
  2. Reibung
  3. Hebelarm (ggf.als Funktion des Trägheitsmomentes/Füllgrad der Rolle)
  4. Motorstrom
  5. Drehzahl

zusätzlich

  1. Reibung an den Umlenkungen
  2. Trägheit des Filmes im Transportweg

Mit diesen Grössen und Gesetzen der Mechanik lässt sich schon was anfangen. Die Arbeit kann man in Auftrag geben oder sich in die Angelegenheit vertiefen, wenn man die Zeit hat und es selber lösen will.

Ich bezweifle, dass man sie lösen kann ohne die Zusammenhänge zu verstehen und eine brauchbare Modellbildung vorgenommen zu haben, es sei denn, jemand hat die Aufgabe schon gelöst und gibt Dir die Lösung auf dem Silbertablett, was natürlich schön wäre.

Gruss Udo

[...]

Sorry fuer etwas OT: Heisst "Vorfuehren", dass es bei Euch im Kino noch echte Filme von der Rolle gibt? Hier ist das alles digital. Leider, denn nach dem ersten "Genuss" eines solchen Films bin ich nicht mehr ins Kino gegangen. Das Bild sah zu pixelig aus, das kann selbst ein HDTV besser.

[...]
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Ja das Vorführen geht hier noch richtig gut. 11 Säle für den Zuschauer eigentlich nebeneinander, von oben im Kreis bedienbar. Vor einigen Jahren habe ich selbst zu den Teilen einer Philips-Telleranlage die Steuerung gebastelt und den LTV (Lichttonverstärker) einer aus DDR-Zeiten vorhandenen Anlage so umgelötet und mit rauscharmen Transistoren bestückt, das da tatsächlich zum Schluss ein Dolby-Signalverstärker damit klar kam.

Peter

PS: Ja man fängt hier auch an ab und an einen Beamer zu nutzen, aber ehe das sich dursetzt, wird noch etwas Zeit vergehen. Die Teile sind nicht so sehr billig, das sich selbst grosse Betreiber das nicht leisten können :-)

P.

11 Saele? Wow!

BCX70K? Die Dinger sind echt gut.

Echter Film war IMHO besser, ist aber selbst hier auf dem Lande ausgestorben. Ich hatte einen direkten Vergleich zwischen dem letzten von uns gesehenen Film und Jahre spaeter dessen TV-Aussendung (in HDTV), nachdem er in den Kinos durchgelaufen war. Es war der Film "Winn Dixie". Auf dem TV war das Bild wesentlich besser.

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Naja - ist hier eigentlich gängig, zwischen 9 und 11 Säle haben die meisten Grosskinopaläste.

Nein - die gehäusebauform ging nicht. BC237 war verbaut - frag aber nicht, was da dann zum Schluss rein kam.

Ich hab schon Tränen in den Augen. Aber hier hat ein kleines Kult-Kino vor ca. 5Jahren wieder aufgemacht - Einzelkämpfer aber gute Kulturstätte mit guten Konzept. Der spielt solange Film, wie die bei den Verleihern zu haben sind....

Und nun ganz OT

Peter

Joerg schrieb:

Das ist in allen Kinos, in die ich gehe, das übliche Verfahren.

Christian

Christian Zietz - CHZ-Soft - czietz (at) gmx.net WWW: http://www.chzsoft.com.ar/ PGP/GnuPG-Key-ID: 0x6DA025CA

Ist denn nicht ein Rolle leer, am Anfang? Also Trägheitsmoment der Rolle, plus vernachlässigbare paar Lagen Band?

Thomas Prufer

Florian E. Teply schrieb:

Du kannst, soweit Du die Reibungsverluste kennst oder vernachlässigen darft, das Gesamtträgheitsmoment und dessen Verteilung auf beide Rollen durch den Bezug von aufgebrachter Leistung auf die absoluten Drehzahlen und deren Drehzahländerungsverhalten bestimmen.

Das siehst Du genau richtig. Wenn man sich beim schnellen Umspulen eines Bandlaufwerks mit Bandzugskomparatoren, die auch die Rolle eines Tänzers übernehmen anschaut, merkt man schnell, dass man die darauf auftretenden Spitzen niemals mit vernünftigen Mitteln über die Antriebe abgebaut werden können. Da spielt die Genauigkeit des Band- oder Filmwickels eine grosse Rolle, d.h. wie genau das aufgewickelte Material einen exakten Kreis um die Rotationsachse beschreibt.

- Udo

Moin!

Dann hast Du natürlich die Möglichkeit, nur die horizontale Komponente zu messen und auf die Bandzugkraft hochzurechnen. Dumm ist allerdings, daß sich der Winkel, in dem das Band zieht, mit dem Radius ändert.

Bequemer wäre es mit liegenden Spulen: Kräfte 90° zueinander in der Ebene messen und nach Pythagoras addieren...

Gruß, Michael.

Moin!

Statt Abstandslaser müsste doch auch eine Gabellichtschranke an der Perforation reichen. Aus Verhältnis von Geschwindigkeit des bewegten Films zur Drehzahl der Spule lässt sich dann der Aktuelle Umfang ermitteln. Das hat schon bei alten Videorecordern so funktioniert.

Gruß, Michael.

Wenn das Band schraeg von oben hereinkommt und Florian den Einfallswinkel nicht fuer jede Situation vorhersagen kann, muesste man am Aufwickelteller drei Kraftsensoren haben. X, Y und Z. Dann dreifach verwutzelten Pythagoras ;-)

Jede Kraft, die nicht rotational ist, kann ja nur in das Band gehen. Ausser waehrend eines Erdbebens ...

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Moin!

Ääh - ich hab das jetzt nicht so verstanden, daß das Band von außerhalb der Spulenebene kommt. Sondern die Achse liegt horizontal und das Band kommt von schräg oben/unten.

Das Problem dabei ist eben, daß sich die Kraft vom ziehenden Band und die Gewichtskraft addieren. Längs der Achse passiert aber nix.

Wär halt schön gewesen, wenn die Achse senkrecht wär, dann hätte man Gewichtskraft und Bandzug schön voneinander trennen können.

Gruß, Michael.

Ich glaube es waere am besten, wenn Florian mal ein Photo ins Web setzen wuerde. Wenn das Band perpendikular (hoffe das sagt man so ...) zur Achse reinkommt, reichen zwei Sensorrichtungen. X und Y.

Ok, aber das Gewicht geht immer nach unten, der Zug nicht. Damit koennte man das trennen. In Kalifornien zeigt das Gewicht manchmal nicht nach unten, doch dann sollte man eh schleunigst aus dem Gebaeude raus ...

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Du möchtest, dass eine bestimmte Bandzugkraft nicht überschritten wird. Versuche diese Größe so direkt wie möglich zu messen. Die Zielgröße direkt zu haben und darauf zu regeln, ist immer am besten. Vielleicht findet sich ja irgendeine Möglichkeit; z.B. gefederte Rolle, die gegen das Band drückt? Und dann alles so regeln, dass die Rolle einen bestimmten Winkel nicht überschreitet = Maximalkraft nicht überschritten wird. Ein paar zusätzliche Meßgrößen können die Regelung dann noch weiter stabilisieren (Drehzahl und Strom der Motoren in untergeordneten Kreisen für sich regeln). Ev. auch noch durchhängendes Band (o.ä.) mit nem Lichtschrankenvorhang detektieren. Damit kriegt man dann noch schnellere Reaktion hin.

M.

Ja, so wurde das hier bisher auch gemacht (mit der gefederten Rolle bzw. einem gefederten Rollenpaar). Die Idee (des betreuenden ingenieurs und der Geschäftsleitung) war halt, ohne diese Fühlhebel auszukommen, inzwischen weiß ich, daß die drei Anforderungen "hochdynamisch", "konstanter Bandzug" und "ohne Fühlhebel" den grundlegenden Bedingungen für Ingenieursanforderungsdreisätze genügen: Pick two, bill the third on $SALES ;-)

SCNR, Florian

Soll heißen: Regelungstechnik kam bei mir im Studium (Kommunikationstechnik und Elektronik) nicht vor. Hätte ich zwar als Wahlfach machen können, aber da war mir die Mikrowellentechnik doch lieber, und Fast-Einzelunterricht ist doch auch ganz attraktiv... ;-)

Genau so sieht es aus. Wobei die Reibung vergleichsweise gering ist, die Trägheit des Films im Transportweg gegenüber dem Trägheitsmoment der Wickel auch.

Oder man setzt nen Diplomanden ran ;-)

Naja, dann hätte ich immer noch nix dabei gelernt. Außerdem wage ich zu bezweifeln, daß das dann noch unter die Kategorie Eigenleistung fällt...

Gruß, Florian

Ja, ziemlich genau so.

Genau das Problem mit der variablen Dichte und zusätzlich auch noch variablen Wickelkerndurchmessern ist ja, was mir das Kopfzerbrechen bereitet. Könnte ich das auf je einen Wickelkern und ein Material einschränken, wäre die ganze Rechnerei nur noch Fleißarbeit, die ich soweit auch formal schon gelöst zu haben glaube.

Das sind zumindest schonmal Stichworte, die mir bei der Regelung weiterhelfen könnten.

Ja, macht auch durchaus Spass. Ist nur ein wenig demotivierend, wenn man dann an nen Punkt stößt, wo man nicht weiterweiß. Andererseits: man kann ja auch Leute fragen, die dann ne Idee haben, Bücher wälzen etc.blabla. Nur ein wenig "fett" ist der Brocken schon, da werd ich noch ein wenig dran kauen müssen bis der runtergeschluckt ist...

Gruß Florian

Grob mag sein, aber das muß man sicher auch nicht auf die siebte Nachkommastelle genau haben, bereits ne gute Abschätzung wäre okay IMHO. Am Ende wirds doch wieder darauf hinauslaufen, daß ich den Bandzug messen muß und der Rest darauf abgestimmt wird. Aber es ist ein Ansatz, den man durchaus auch erwähnen kann. Genau wie all die anderen hier im Thread vorgebrachten Argumente und Ansätze wert sind, bedacht zu werden.

Ach, die läßt sich schon sinnvoll nutzen um die Motorströme passend einzustellen. Aber der Wickeldurchmesser läßt sich auch recht einfach aus den Drehzahlverhältnissen ausrechnen. Ist also nicht sooo dringend ;-)

Gruß, Florian

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