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Moin!
Ich würde gerne Temperaturverläufe im hermetisch verschlossenen Kochtopf bzw. darin eingebauten Gegenständen messen - sagen wir mal: Zeit zwischen Verschließen und Öffnen bis zu einer halben Stunde, Spitzentemperaturen an die 150° C, im Backofen vielleicht auch 200° C. Loch reinbohren und Sensorleitung durchziehen ist nicht (nun ja: es gibt eine Gummidichtung, insofern könnte man vielleicht doch dünne Drähte in den Dichtspalt reinquetschen ... vielleicht doch die bessere Option), also muß das Ding autonom agieren und entweder in der Zeit die Meßdaten aufzeichnen oder per Ultraschall oder sowas durch die Wand funken.
Prinzipiell gäbe es zwei Optionen:
- Elektronik + Stromversorgung, die solche Temperaturen abkönnen,
- eine Wärmeisolation, die den Krempel hinreichend lange hinreichend kühl hält.
Für die zweite Option wäre eine Schmelzkühlung denkbar: Außen eine Isolationsschicht (Vakuum?), dahinter eine Schmelzmasse, die die durchtretende Wärme als latente Schmelzwärme aufnimmt und dadurch einen Temperaturanstieg verzögert.
Der ganze Apparat soll nicht so groß werden (vielleicht 100 cm^3, also billardkugelgroß).
Ideen in diese Richtung?
(Wahrscheinlich ist es am einfachsten, an der Gummidichtung rumzufummeln und durch die Thermoelementleitungen durchzuziehen. Dann kommt einfach außen normale Laborelektronik dran. Silikonisolierung ist aber wohl das mindeste: Drinnen ist halt agressives Zeug.)
Gibt es handelsübliche bezahlbare kleine Drucksensoren für diesen Bereich, die sich an der Temperatur nicht stören und ca. 1 bar Skalenendwert mit 10 bit auflösen können?
Die ganze Geschichte muß übrigens nicht notwendigerweise elektronisch sein: Eine mechanische Lösung (z. B. mit Federwerk) ginge im Prinzip auch, mehr als 0,1 Hz Meßfrequenz brauche ich nicht. Z. B. sowas: Es gibt eine temperaturempfindliche Stimmgabel, die in Abständen von einem Uhrwerk angeschlagen wird. Der Ton wird außen mit Mikrofonen aufgenommen, die gemessene Frequenz ist dann der Meßwert.
Stromversorgung wäre eher problemlos: Wegen der Dichtung sind Topf und Deckel gegeneinander isoliert, da kann man moderat (paar zehn Volt) Spannung anlegen. (Hm, auf dem Weg müßte man eigentlich auch die Signale rauskriegen können - Spannungsquelle schön hochohmig machen.) Dann braucht man eigentlich gar keine Elektronik, nur eine Diode im Glasgehäuse oder sowas als Sensor. (Reicht einmal kalibrieren, oder läuft die weg?)
Gruß aus Bremen Ralf