Gebrauchte Rubidiumnormale aus China

Jul 25, 2019 27 Replies
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Es gibt ja (vor allem aus China) einen schwunghaften Handel mit Rubidium-Frequenznormalen, die vermutlich aus abgebauten und zum Recycling geschickten Handysendern stammen (oder ähnlichen Industrieanwendungen).



Beispiel:



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Preise liegen zwischen 200 und 500 Euro, wenn man als defekt deklarierte kauft auch deutlich darunter.



Hat jemand von euch praktische Erfahrungen mit solchen Dingern gemacht? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß man eines kriegt, das schon völlig "durch" ist?



Ich möchte mir eine Atomuhr bauen (die die Uhrzeit anzeigt, d.h. durchlaufen soll). Die typische Nutzung von z.B. Funkamateuren (kurz vor dem Sendebetrieb aufwärmen, und ein paar Stunden oder Tage laufen lassen) ist eine etwas andere. Angeblich haben die Dinger Lebensdauern in der Größenordnung von 10 Jahren. Viele derzeit verkaufte stammen aus den 90er- oder Nullerjahren. Wobei man natürlich nie weiß, wie lange die wirklich gelaufen sind, und wie lange sie am Schrotthaufen gelegen sind.



Und: Gibt es Typen die man meiden/bevorzugen sollte?



Kann da jemand von euch Erfahrungen aus erster Hand beisteuern? 200 Euro für ein zumindest eine Zeit lang noch funktionierendes Normal finde ich OK. 200 Euro für einen Briefbeschwerer eher weniger ;)



/ralph


Am 25.07.19 um 17:46 schrieb Ralph Aichinger:

.....

Das ist ein reines Glückspiel.

Ich würde Dir eher zu einem GPS-Normal raten. da bekommst Du die Mittelung aus mehreren Cäsium-Uhren, und jemand kümmert sich darum, dass die auch richtig gehen.

Rubidium hat nur Vorteile, wenn GPS ausfällt. (Holdover) Langfristig ist GPS genauer.

Du solltest Dir die timenuts-liste auf febo.com ansehen. Die haben auch ein grosses Archiv.

Und einer der Mitglieder der Liste hat ein Programm namens Lady Heather geschrieben, damit kannst Du sehen, welche Sats gerade bei Dir sichtbar sind, und wie es ihnen geht. Es hilft auch beim Disziplinieren von Quarzöfen.

(Lady Heather war eine Prostituierte in einer amer. Fernseh- serie mit der Spezialität, ihre Kunden zu disziplinieren.)

Gruß, Gerhard

Ich will aber eine Atomuhr basteln ;)

Nein, es verfolgt keinen praktischen Zweck, einen NTP-Server der per PPS recht genau auf GPS synchronisiert wird hab ich schon ;)

Klar.

Nur möchte ich halt eine "echte" Atomuhr probieren, und da gibts halt erschwinglich eigentlich nur Rubidium. Caesium und alle anderen Funktionsprinzipien sind selbst am Gebrauchtmarkt noch viel zu teuer. Die "Atomuhr on a Chip" kostet immer noch 1500 Euro oder so aufwärts.

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/ralph

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g.at

sund

en Takt. Wie genau ist dieser Sekundentakt: Kurzeit kleiner 100 Sekunden: ??? Langzeit 10 Tage: ???

Dann warte noch etwas. Vor einigen Jahren sackte der Preis auf €_60,-. Andere Anbieter werden sicher noch kommen.

Ich habe ein GPS-Board von Adafruit, das hat 30 Euro gekostet und das geht recht gut. Am Raspberry Pi ist da eher der Pi das begrenzende Element, Genauigkeit irgendwo in der Größenordnung 100ns IIRC.

Aber halt keine Atomuhr.

/ralph

Am 25.07.19 um 19:49 schrieb Horst-D. Winzler:

Besonders genau ist die auch nicht.

Ein Rubidiumnormal ist halt auch nur ein Quarzoszillator, der von der Lichtundurchlässigkeit von etwas Rubidiumdampf auf die Frequenz geprügelt wird.

Und man bastelt auch keine Atomuhr, sondern allenfalls ein Display an ein altes Rubidiumnormal.

Bei uns im OV sind vor gut 2 Jahren mal einige Rubidia für 80€ angeboten worden. Ich habe gepasst.

Meine Ausbeute von 10 MHz-MV89A-Oszillatoren aus China ist alles andere als akzeptabel. Die sehen teilweise aus, wie mit Hammer und Meisel aus der Platine gekloppt, mit Scharten, und einige arbeiten auch so.

Die MTI-260 aus Florida, NOS von Lucent/HP sind da eine ganz andere Liga. Die kommen schon ohne Hilfe an Rubidium ran.

Gruß, Gerhard

Am 25.07.2019 um 17:46 schrieb Ralph Aichinger:

Bist etwa 7 Jahre zu spät, früher haben die 80 Euro gekostet.

Das LPRO-101 ist sehr gut:

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Garantieren kann dir keiner was, ich würde die Dinger nicht im 24/7 Betrieb laufen lassen. Lieber zwei Tage vor Präzisionsmessung einschalten und per GPS anbinden.

Butzo

Von mir aus. Ich würd mir ja eine fertige kaufen, wenn ich sie mir leisten könnte (HP/Agilent/Patek Philippe/ETA/whatever). Preise wohl um die 10.000 Euro, wenn man eine mit Zeitanzeige will. Die analogen haben oft Patek-Anzeigen drin, und alles wo Patek draufsteht kostet sowieso astronomisch viel.

Auch aus einer China-Bestellung, oder habt ihr da andere Quellen gehabt? Wie sind die Käufer so zufrieden, weiß man das?

Durchaus wahrscheinlich.

/ralph

Am 25.07.2019 um 19:04 schrieb Gerhard Hoffmann:

Die LPRO-101 die vor Jahren mal verkauft wurden waren durchweg recht gut. Im Bekanntenkreis sind da einige bestellt worden.

Das steht und fällt ebenfalls mit dem Quarzoszillator der da diszipliniert wird. Und es kommt darauf an, was man mit dem Frequenznormal machen will, ob man also auch eine hohe Kurzzeitstabilität benötigt. Erschwinglich sind die Teile von BG7TBL oder SDR-Kits, aber wie gut die sind kann ich nicht sagen und es sind unterschiedliche OCXO verbaut, teils auch die guten MV89A. Die werden mit Sinus oder Rechteckausgang angeboten, außer 10MHZ gibt es auch andere Frequenzen. Ein Verteilverstärker kann sinnvoll sein, wenn mehrere Geräte versorgt werden sollen.

Aber wenn man selbst bauen will, findet man hier einige Anregungen von DL2NI:

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Das Programm finde ich eigentlich ziemlich fade, das sind ja quasi nur die aufbereiteten NMEA-Datensätze. Oder ich habe noch nicht die interessanten Details entdeckt.

Bernd

Am 26.07.19 um 11:12 schrieb Bernd Laengerich:

Für mich ist das Thema abgehakt:

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Ich habe auch noch einen HP58540A von ganz früher, und beruflich habe ich auch schon mal einen kombinierten Empfänger für GPS&Glonass gebaut, mit Chips von Plessey.

Die Software sollte von der russischen Niederlassung meines Kunden geschrieben werden, im wesentlichen die Leute, die davor Glonass gemacht haben. Ein GPS-RX ist zu 95% Software, und die Mischung GPS&Glonass ist heikel, weil die Russen kein UTC benutzen sondern eine eigene Zeitskala.

Das war ein grandioser Fehlschlag, die hatten nur noch Interesse daran, ihre neuen Westkontakte für den Vertrieb von Buntstiften und Leitzordnern zu nutzen. Dann gab es auch noch Schutzgelderpressungen gegen die Niederlassung, und darauf haben sie dort überhaupt dicht gemacht.

Wenn eigene Atomzeit, dann HP5071A ohne die High-Performance Röhre wegen Cs-Lebensdauer.

Im Wesentlichen war der Verkäufer unzufrieden weil er das Zeug nicht loswurde.

Am 26.07.19 um 12:20 schrieb Gerhard Hoffmann:

Der HP5071A ist doch auch Cs verseucht. Ich würde die Entsorgung übernehmen. Von Klimatod und so....

Den wird man aber funktionierend nicht unter 5000-10.000 Euro kriegen.

*Mir* ist das dafür zuviel.

/ralph

Am 25.07.2019 um 17:46 schrieb Ralph Aichinger:

Bei defekten wäre mir die Wahrscheinlichkeit zu groß, daß die Lampe verbraucht ist. Bei den funktionierenden weiß man das allerdings auch nicht, wie lange die noch hält.

Ich hab so'n Ding und schalte es nur zeitweise an, zusätzlich habe ich ein GPSDO von BG7TBL, aber da muss ich immer die Antenne erst durchs Fenster fummeln, es fehlt noch die feste Installation.

Bernd

dIE HABEN ALS aUSGANG IMMER

8sCHEI? Schiftlock) immer ein Rechteck, meistens um die 3 Volt.

ICH BRAUCH ABER (zum teufel)

Ich brauch einen Oszillator 10,240000000 MHz für mein Funkgerät mit ca 100 mVolt. Aber einen reinen rauschfreien Sinus.

Wie macht man sowas?

w.

Am 27.07.19 um 08:24 schrieb Helmut Wabnig:

Meist ist es eher eine Sinus-Annäherung (im verlinkten Beispiel durch ein einfaches LC-Filter erzeugt), aber immer mit 10.0000000MHz. Das ist nun mal der etablierte Standard für Frequenznormale.

Sinusoszillator der gewünschten Qualität, Frequenznormal, PLL.

Ansatz zum Selbstbau: Zwei Frequenzverdoppler-Stufen und dahinter ein AD9850.

Am 27.07.19 um 09:42 schrieb Hergen Lehmann:

Halt, stop, der hat keine PLL, sondern braucht einen Takt weit oberhalb der gewünschten Frequenz für ein sauberes Ausgangssignal. Es gab aber AFAIR irgend ein Schwestermodell mit PLL.

10.24MHz schreit für mich nach PLL - ich hatte ein ähnliches Problem, als ich stabile 25MHz brauchte:

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Sinus mit fester Frequenz sollte je nach Anforderungen per Filter machbar sein.

cu Michael

Wow. Meins habe ich damals auf Ebay für unter 100€ bekommen (funktionierend).

Schwer zu sagen. Meins war gut (es gibt da einen Testpunkt, wo man abschätzen kann, wie viel Reserve die Lampe noch hat).

Für Dauerbetrieb wäre *mir* das aufgrund der absehbar begrenzten Lebensdauer zu schade.

cu Michael

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