Falsches Typenschild auf Trafo

Nov 04, 2006 12 Replies

Hallo,



ich hab ein saublödes Problem. Ein früherer Nachbar bat mich, eine AC-Stromversorgung 230V/18V 0,4A zu reparieren. Der Trafo ist defekt, Ersatztrafo gekauft. Der passt aber nicht ins Gehäuse, deshalb auch neues Gehäuse besorgt. Also im Prinzip ein Nachbau.



Der neue Trafo "spinnt" irgendwie. Das steht drauf:



GERTH BV 4836-2


0,22A 0,22A
18V 18V


Das kann ich messen:



! ! ! !



23V 23V

!! ! ! ! ! ! 18V !



Wie muß ich denn verschalten, daß ich 1x 18V mit 0,44A bekomme?



Ich bin schon ganz wirr im Kopf. Im Moment geht gerade wieder mal alles kaputt. Auto Sohn, Frau im Krankenhaus, Mutter auch im Krankenhaus mit immer neuen wilden Aufträgen und der Nachbar "stirbt", wenn seine Stromversorgung nicht geht. Deshalb will ich nicht nicht länger meinen Kopf schief halten, damits Gehirn zusammen läuft, sondern ich frage euch.



Gruß Klaus


Die Anschlüsse der Secundärseite, zwischen denen die Spannung Null ist, gehören zusammen. Jeweils zwei davon ergeben die Paralellschaltung mit der Verdopplung des Ausgangsstromes

Robert

>

"Klaus Wagner" schrieb im Newsbeitrag news:eihu5c$s5q$00$ snipped-for-privacy@news.t-online.com...

Parallel.

Deine Messungen sind Unsinn, weil du ohne Belastung misst, also eine nur kapazitiv gekoppelte Spannung weil beide Wicklungen uebereinander liegen.

Wenn du eine (24V) Gluehlampe anschliesst, wirst du nur

2 Wicklungen finden, die Strom liefern.

Bei den 4 Kontakten die sekundaer vorhanden sind ziemlich sicher

o--18V--o o--18V--o

Wenn du nun den jeweils linken Anschluss verbindest, die sollten auf dem Gehaeuse auch einen Punkt als Markeirung haben, wenn es ein vergossener Trafo ist auf dem eine Art Schaltbild gezeichnet ist

o--18V--o o--18V--o | |

+--------------+

wird deine Gluehlampe zwischen den beiden rechten Anschluessen NICHT ! leuchten

+--Gluehlampe--+ | | o--18V--o o--18V--o | | +--------------+

Dann sind die beiden Wicklungen richtig und du kannst sie parallel schalten

+--------------+--->

| | o--18V--o o--18V--o 18V~ | |

+--------------+----------->

Wenn sie kurz geleuchtet hat :-) war es ein unkonventionellerer Trafo bei dem die beiden Wicklungen gegensinnig sind und der so verschaltet werden muss. So ein Trafo ist mir aber noch nie begegnet:

+----------------------+--->

| | o--18V--o o--18V--o 18V~ | | +------+----------->

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/ de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

Klaus Wagner schrieb:

Hol dir das Datenblatt von Gerth, z.Zt. du misst an PIN 7-8 und 11-12 die Leerlaufspannung von 23.4 V.

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Jürgen

Mach mal einen 1KOhm-Widerstand parallel zu einem Voltmeter. Dann dürfte zumindest die Spannung zusammenbrechen, die Du zwischen den Wicklungen siehst. ( ist wohl nur etwas Übersprechen).

Die 23V dürften unter Last auch etwas zusammenbrechen.

Parallelschalten von Trafowicklungen ist etwas heikel weil die Folgen von Unsymmetrie im Trafo verheizt werden. Sollte man nur tun, wenn beide Wicklungen wirklich gleich sind.

Die Polarität der Wicklungen kannst Du rausbekommen, wenn Du sie erst mal in Serie schaltest.

Beileid, Gerhard

Danke für die vielen Hinnweise!

Hab nochmal ein bißchen rumgemessen und festgestellt, daß die 18V tatsächlich durch Wicklungskapazität und Übersprechen entstehen.

Idiotisch ist aber , daß auf dem Typenschild 18V aufgedruckt ist, 23V im Leerlauf rauskommen und unter Voll-Last die Spannung auf ca 21,5V runtergeht.

Ich werd nächste Woche mal bei meinem Elektronikhändler ein paar Trafos ausprobieren. Das geht sicherlich. Gerade wie ich das schreibe kommt mir noch so eine Irrsinnsidee: Kann es sein, daß manche Hersteller etwas mehr Ausgangsspannung spendieren, um die Spannungsverluste eines nachfolgenden Brückengleichrichter auszugleichen? Wie sonst ist derart zu viel Spannung zu erklären?

Gruß Klaus, der sich sonst nicht so blöd anstellt ;-)

"Klaus Wagner" schrieb im Newsbeitrag news:eii55l$rhf$02$ snipped-for-privacy@news.t-online.com... ..

Hi, das ist aber so üblich. Wenn die Wicklung maximale Betriebstemperatur erreicht hat und die Minimaleingangsspannung anliegt, kommts genau hin, Du wirst sehen. Und genau für diesen Zweck dimensioniert ein Hersteller, hat ja keinen Sinn, hier an Eckdaten zu sparen, und den Kunden erhöhten Aufwand aufzubürden. Zu hohe Spannungen lassen sich ja leicht "wegregeln", aber zu kleine wären konstruktiv unsinnig. Eine andere Möglicghkeit ist die Blockbauform, je nach Paket kann soeine Wicklung in symetrischer Form schonmal einige Windungen "zuviel" haben, was aber das Vergießen erleichtert. Besonders bei Kleinsttrafos hab ich noch keine "halben Lagen" gesehen.

mfg, gUnther

"gUnther nanonüm" schrieb im Newsbeitrag news:454c9f77$0$18841$ snipped-for-privacy@newsspool4.arcor-online.net...

Ja.

Nein, nicht Mindesteingangsspannung, sondern Nennspannung, also 230V.

Bei 230V~, ohmscher Last (82 Ohm) an BEIDEN Wicklungen sollten genau

18V rauskommen, zumindest im Rahmen der elektronisch ueblichen Schwonaungsbreite (also weniger als +/- 10%)

Die hohe Leerlaufspannung liegt am biligen Aufbau. ein Trafo mit weniger Spannungsaenderung zwischzen Leerlauf und Vollast ist teurer herzustellen und der grosse Innenwiderstand schont Gleichrichter und Elkos, ist also gar nicht mal so verkehrt.

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/ de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

Hallo Manfred,

"MaWin" schrieb im Newsbeitrag news:eii97c$oqt$ snipped-for-privacy@online.de...

So langsam seh ich klarer. Demnächst bekomme ich noch ein exakt gleiches noch funktionierendes Teil, welches ich abkupfern kann.

Gruß Klaus

Llaus Wagner schrieb:

Hallo,

bei Trafos kleiner Leistung (~ weniger als 5 Watt) ist ein hoher Innenwiderstand (und damit einhergehend Überspannung im Leerlauf) normal. Das hat technische Gründe: Der Wickelquerschnitt ist begrenzt und daher müssen dünne und damit hochohmige Drähte aufgebracht werden. Ausserdem hängt die Windungszahl pro Volt auch noch ungünstig vom Kernquerschnitt und damit von der Leistung ab (ein Trafo kleiner Leistung benötigt mehr Windungen pro Volt als ein Trafo höherer Leistung).

Siehe:

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Entweder man kann damit leben oder man wählt einen Trafo höherer Leistung als benötigt wird.

Bernd Mayer

Am Sat, 4 Nov 2006 15:11:30 +0100 schrieb gUnther nanonüm :

Außer bei Halogentrafos, da wird mit Kupfer und Eisen gespart, was das Zeug hält, der Trafo hat 11..11,5V Nennspannung, die Leistung wird nach der max. Lampennennleistung angegeben, da kann dan auch noch kräftig geschönt werden, weil ja real weniger Strom fließt. Argumentiert wird teilweise mit verlängerter Lampenlebensdauer, am Ende der Schienen kommen aber nur noch 10V an und die Farbtemperatur ist schlechter (niederer) wie wenn man gleich 230V Birnen ohne Halogen und Trafo nimmt. Regeln kann man da natürlich auch nix, kann bei dem vergossenen Ding ja nix dazuwickeln. Ich kenne aber leider keine Halogentrafos, die echte 12V haben

Martin

Martin schrieb:

Es sit aber nicht die Schuld des Trafoherstellers wenn die Schiene unterdimensioniert wird.

bye ue

AIM: (weggefallen) ## ICQ: (neu)453740861 ## www.pssgzudresden.de Jürgen Gerkens in d.r.f. : "... gerade ein Polfilter ist als Schutzfilter auch nicht viel schlauer, als die Frontlinse zum Schutz vor Streulicht zu lackieren. ;-)"

Am Sun, 05 Nov 2006 15:19:26 +0100 schrieb Uwe 'hammernocker' Roßberg :

Sind die üblichen verchromten, 5..6mm Messingstäbe, das ganze war ausserdem ein Leuchtenset. Aber der Trafohersteller liefert, was der Leuchtenhersteller bestellt. Und wenn der einen Trafo beipackt, der unter Nennlast schon weniger als 12V liefert, dann kannst du die Schiene dimensionieren, wie du willst - da würden nichtmal Supraleiter was helfen.

Martin

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