78L05 verdamft

Mar 31, 2007 41 Replies

Hallo NG,



habe eine AVR-Testschaltung aufgebaut mit einem Spannungsregler 78L05 und vorgeschaltetem Brückengleichrichter aufgebaut. Der 78L05 wurde wie im Datenblatt beschalten, davor noch ein Elko mit 470uF zu Glättung. Die Gesamtschaltung hat einen Verbrauch von 70mA. Laut Datenblatt sollte das der 78L05 abkönnen.



Ich hatte nur einen 18V Wechselstromtrafo daliegen und nachdem ich den angeklemmt hatte, verdampfte der 78L05. Laut Datenblatt vertägt der doch



35V?

Nach Tausch in einen 7805 hat es funktioniert, nur der wurde mir viel zu heiss. Habe dann ein einstellbares Steckernetzteil auf 7,5 V gestellt und das hat dann funktioniert.



Was habe ich beim 78L05 übersehen?



Gruß



Jochen


Jochen Dolze schrieb:

Deine Fehler:

- Wechselspannung? Ich hoffe Du hast nur vergessen zu erwähnen, dass Du sie gleichgerichtet hast. Neg. Eingangsspannung mag so ein Regler nämlich überhaupt nicht.

- Die 18V sind der Effektivwert der Spannung. Der Spitzenwert ist ca. um den Faktor 1.4 höher. Außerdem gilt das nur bei Nennlast. Wenn der Trafo für mehr als 70mA Strom gebaut wurde, hat er bei 70mA eine (deutlich) höhere Spannung.

- Verlustleistung: Bei 18V*1.4=25V Eingangsspannung, 5V Ausgangsspannung und einem Strom von 70mA hast Du eine Verlustleistung von (25-5)*0.07=1.4W. Das schafft ein Regler im TO-92-Gehäuse nie. Er sollte dann zwar eigentlich abregeln und nicht verdampfen aber im Zusammenhang mit Überspannung (oder etwa gar negativer Spannung?) ist auch letzteres möglich.

CU Christian

Christian Zietz - CHZ-Soft - czietz (at) gmx.net WWW: http://www.chzsoft.com.ar/ PGP/GnuPG-Key-ID: 0x6DA025CA

Christian Zietz schrieb:

Gleichspannung über Brückengleichrichter und Glättungskondensator.

Der Trafo hat eine Leistung von 52VA. Leerlaufwechselspannung 19,4V.

Gut. Aber im Datenblatt steht das nicht, oder doch? Mir geht es eben darum als Laie Fehler bei der Bauteilauswahl zu verstehen und auch nachvollziehen zu können.

Habe nochmal nachgemessen. Vor dem Spannungsregler sind es genau 25V Gleichspanung.

Gruß

Jochen

"Jochen Dolze" schrieb im Newsbeitrag news:460e90c1$0$6405$ snipped-for-privacy@newsspool2.arcor-online.net...

Wohin bettieschoen soll denn die Differenz ((18*1.141)-5) V *0.07 A = 1.42 Watt gehen ?

Schwarze Loecher ? Teleportation ? Wasserkocher ?

Das Datenblatt

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sagt klar: LP Package (also TO92) 775 mW absolutes Maximum.

Das hast du um 100% ueberschritten.

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/ de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

MaWin schrieb:

Andere Hersteller geben sogar nur 500mW an.

Gruß Dieter

Dieter Wiedmann schrieb:

Es herrscht ein gewisses Durcheinander mit der Gehäusebezeichnung. Bei National heisst der dann LM78L05Z. Dort gibt es übrigens ein Diagramm im Datenblatt (das erste Diagramm) mit der maximalen Verlustleistung in Abhängigkeit von der Drahtlänge und der Umgebungstemperatur. Dort sieht man auch, dass diese einfachen Aufsteckkühlkörper nicht wirklich was nützen. Bei

0.9 W und 20°C Umgebungstemperatur ist endgültig Ende der Fahnenstange.
mfg Rolf Bombach

Jochen Dolze schrieb:

MaWin hat ja den Link zu einem Datenblatt gepostet, in dem das ganz deutlich drin steht. Ich denke aber, dass man diese Information auch aus den Datenblättern der anderen Hersteller des 78L05 entnehmen kann. Falls nicht direkt angegeben, so finden sich sicherlich maximale "Junction"-Temperatur und Wärmewiderstand des Gehäuses.

CU Christian

Christian Zietz - CHZ-Soft - czietz (at) gmx.net WWW: http://www.chzsoft.com.ar/ PGP/GnuPG-Key-ID: 0x6DA025CA

Hallo Manfred,

Fuer 2-3 Sekunden schon :-))

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Jochen, nimm einen 7805 im TO220 Gehaeuse und schraube ihn auf ein Stueckchen Aluminium.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Joerg schrieb:

Wenn er Probleme hat die Verlustleistung abzuführen käme auch ein einfacher Schaltregler in Frage, z.B. mit LM2574 oder MC34063A.

Gruß Dieter

"MaWin"

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Hallo MaWin. Diese Spannungsregler gab es doch auch in getakteter Form mit weniger Verlustleistung. Weißt du grad wie sich die Bezeichnung 78L05 dann davon unterschied?

Also ich meine jetzt nicht diese SIL DC-DC Converter mit Galvanischer Trennung sondern welche mit identischer Pinbelegung wie dem 78L05 etc. .

maqqusz

"maqqusz" schrieb im Newsbeitrag news:460f7ca2$0$6397$ snipped-for-privacy@newsspool2.arcor-online.net...

78sr105 ? Ist aber eher ein Ersatz fuer 7805, nicht 78L05
Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/ de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/ Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask. Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

Hallo maqqusz,

Das sind Low-Drop Spannungsregler. Die sind aber nicht getaktet. Deren Vorteil ist nur, dass sie weniger Spannung zum eigenen =DCberleben brauchen. Man kann sie schon mit weniger als einem halben Volt Unterschied zwischen Eingang und Ausgang betreiben. Klassische Typen brauchen 2-3 V f=FCr sich selbst, die dann nat=FCrlich verheizt werden.

Gru=DF Michael

Ja, aber nicht bei 70mA Strom ohne Kühlung. Je höher Deine Eingangsspannung ist, desto mehr muß das arme Kerlchen in Wärme umsetzen.

Joerg schrieb:

...

Ich hätte ebenfalls was mit Blech dran genommen. Andererseits hätte ich ja schon gehofft, dass ein Spannungsregler bei Übertemperatur selber abschaltet. Nach Werbung^H Datenblatt hat er ja eine Abschaltung und eine SOA Begrenzung.

mfg Rolf Bombach

maqqusz schrieb: Diese Spannungsregler gab es doch auch

So kleine wie 78L05 gibt's nicht. Aber die nächstgrößeren:

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Martin

Michael Kamper schrieb:

WIMRE macht es keinen Unterschied, ob Normal oder Low-Drop, wenn man wie der OP dem Spannungsregler eine U_e von 18V zu fressen gibt.

Gruß zurück. Michael

Joerg schrieb:

Besten Dank für den Frontbericht. Wir Hobbyfrösche kennen ja nur die Statistik am Einzelfall ;-). In dem Fall können also die Dinger doch "ohne erkennbaren Grund" hochgehen. BTW, mir ist auch schon mal ein High-Rel Regler in einem kommerziellen Gerät abgeraucht, der hatte eigentlich kaum was zu tun und wäre angeblich automotive gehärtet gewesen... Da ich gleich mehrere als Ersatz gekauft habe, hält er jetzt auch seit 10 Jahren ;-]. Hatte ganz schön geknallt, so mit abgedampften Leiterbahnen und ähnlichen extras.

mfg Rolf Bombach

Darauf verlasse ich mich nach diversen herben Enttaeuschungen und explodierten Regler Chips nicht mehr.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

"Martin Siegwarth"

Jau jetzt sehe ich auch dass das der Kleine ist. Hatte mich schon gewundert.

@Jochen: Du kannst dich wenn du 18V Input hast mit verschiedenen Typen langsam an der Spannung "runterhangeln".

78L05 78L09 78L12 78L15

Damit müsstest du mit der Verlustleistungsverteilung so gerade ebend hinkommen können. Oder aber du nimmst wirklich einen 7805 oder 7905 und machst nen kleinen Kühlkörper dran.

Gruß,

Markus

maqqusz schrieb:

Was spricht hier gegen eine 1,3W Z-Diode in Reihe?

4 Spannungsregler nacheinander um die Verlustleistung zu verteilen, so eine Idee kann nur von Markus kommen... ... mal abgesehen von den möglichen Stabilitätsproblemen, wenn 4 Regler in der Gegend rumregeln möchten und jeder sein eigenes Ding drehen will.

Michael

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