Einstieg in die HF-Technik

Sep 22, 2007 Last reply: vor 2 Jahren 80 Replies

Am Sun, 23 Sep 2007 09:16:41 -0700 schrieb Joerg:

Ich fand um 2000 mal hinter einer IP-Adresse ein exe-File (ich hatte nach einem Tool für ein Bay-Networks Gerät gesucht) und hatte im Browser einen längeren Verzeichnisbaum eines Windows-Rechners in den USA.

Etwas herumgeklickt, dort lag einfach alles. Von seiner Vita mit den Firmen für die er tätig war und den Jahresbezügen (scheint so üblich?) bis hin zum Aktiendepot und dem Ehevertrag mit seiner Frau.

Der Witz war, dass der Typ auch noch Sicherheitsberatung (er war IT-Consultant) anbot. Die Dokumente lagen unter einer festen IP-Adresse frei zugänglich im Web.

Ich habe ihm eine e-mail geschickt, er hat sich nicht bedankt. Das Loch war aber kurze Zeit darauf geschlossen.

Lutz

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Mit Amateurfunkliteratur muss man da etwas vorsichtig sein. Es gibt da eine Menge Halbwissen. Deshalb glauben auch viele Funkamateure an irgendwelche Wunderantennen.

Ist aber trotzdem für einen Einstieg oft ganz interessant.

Gruß

Stefan DF9BI

Wenn mich nicht alles täuscht, gab es in der Geschichte des Amateurfunks mehrfach den Fall, daß Funkamateure mehr oder weniger empirisch neue Antennenformen entwickelt haben, von denen die jeweils zeitgenössischen Physiker zunächst behauptet haben, daß sie reines Voodoo wären und "schon rein theoretisch" nicht die beobachteten Gewinne bringen könnten.

Naja: Viele dieser Antennenformen gehören heute zum Standardrepertoire der HF-Technik...

Wohl nur, weil auch der hartgesottenste theoretische Physiker nicht auf Dauer die objektive Realität ignorieren kann, haben die Typen dann teils Jahre später irgendwann die Modelle gebastelt, mit denen sie die Wirkungsweise auch mathematisch korrekt beschreiben konnten...

Ich bezweifele ernsthaft, daß diese Arbeiten (die im übrigen i.d.R. nicht von den Kapazitäten des Fachgebietes stammten, sondern vom wissenschaftlichen Nachwuchs) ohne die empirische Arbeit der Funkamateure des letzten Jahrhunderts noch in diesem alten Jahrhundert zustande gekommen wären. Vielleicht auch doch, aber dann wären sie bestenfalls in irgendeinem verstaubten Winkel irgendeiner Uni-Bibliothek gelandet und hätten keine _praktische_ Relevanz bekommen.

Hallo Stefan,

Der Rothammel (gibt es das Buch noch?) und das ARRL Antenna Handbook sind recht fundiert und enthalten keine Wunderantennen ;-)

^^^^^

Da darf man doch nicht das Nest beschmutzen ...

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Mach ich auch nicht. Es gibt viele hochqualifizierte Funkamateure und ich treffe in meinem Job erstaunlich oft auf Funkamateure. Das sind dann in der Regel auch die Leute, die Ahnung haben.

In den Ortsverbänden sieht das aber etwas anders aus. Bei uns im OV sind vieleicht 25% vom Fach. Damit meine ich nicht nur Ingenieure, sondern auch Elektrohandwerker, Physiklehrer, Radio-Fernsehtechniker. Der Rest hat mit Funk-Technik verhältnismäßig wenig am Hut und da findet man so ziemlich jede Berufsgruppe: Pfarrer, Ärzte, Hausfrauen, Sozialarbeiter, LKW-Fahrer, Bürokaufleute, EDV-Fachleute, Landwirte, Schlosser, Versicherungsvertreter...

Alles Leute, die zumindest soviel im Kopf haben, um die Lizenzprüfung zu bestehen. Aber für manche ist das nur eine Pflichtübung. Fragenkatalog auswendig lernen und nach der Prüfung wieder vergessen.

Und was ein Smith-Diagramm ist, wissen von den ca. 40 Mitgliedern in unserem OV vermutlich gerade mal 4. Schätze mal, auch die drei Physiklehrer wissen nicht, was das ist ;-)

73

Stefan DF9BI

wohl dem, dessen OV an einer technischen Hochschule liegt/lag ;). Es gibt ja immer Leute, die eher an der Technik interessiert sind und solche, fuer die eher Kommunikation interessant ist. Und das ist ja auch gut so. Wenn der Techniker den Steckdosenamateur entsprechend ernst nimmt und jener den kauzigen Techniker nicht ueber Gebuehr belaechelt, ist das doch ganz lustig. Dummschwaetzer entlarvt man mit ein bischen Grundlagenwissen meist recht schnell.

Gruesse hmw, DG4MW

biff4emacsen - A biff-like tool for (X)Emacs http://www.c0t0d0s0.de/biff4emacsen/biff4emacsen.html

Heiko Nocon schrieb:

Hallo,

das lag wohl auch daran das diese Antennenformen mit Bleistift und Papier und den Maxwell Gleichungen nicht zu berechnen waren ohne dafür nicht erst ein besonders trickreiches Verfahren für die konkrete Form zu entwickeln.

Bye

Da bilden sich die Funkamateure zuviel ein. Häufig ware diejenigen Funkamateure, die etwas "erfunden" haben gleichzeitig Wissenschaftler oder Ingenieure, so dass man nicht davon sprechen kann, dass ein "Amateur" etwas erfunden hätte, was die Wissenschaft nicht auf die Reihe gebracht hat.

Gerade Antennen können sehr genau berechnet werden und die dafür erforderliche Mathematik sowie das physikalische Wissen ist mehr als hundert Jahre alt.

Es ist heute lediglich wesentlich einfacher mit Hilfe von Computern die entsprechenden Berechnungen durchzuführen. Das hat mit Empirie absolut nichts zu tun.

Das ist normal und war schon immer so. Die eigentliche wissenschaftliche Arbeit machen in fast allen Fachbereichen Leute die in der Regel jünger als 30 Jahre sind. Dabei handelt es sich aber um hochqualifizierte Leute und keine Amateure.

siehe oben: viele dieser "legendären Funkamateure" waren keine "Amateure", sondern absolute Profis, deren Fachwissen und Ausbildung man keineswegs mit der Lizenzprüfung gleichsetzen kann.

73

Stefan DF9BI

Hallo Stefan,

An unserer Uni wurden sie oft als Bastler abgetan. Recht schnell bemerkten Institute aber, dass genau dies die Leute waren, die Sachen wie abkippende Diplomarbeiten anderer ans laufen bringen. Mehr praktische Ahnung als mancher Vorlesende hatten die meisten von uns ohnehin.

Ist auch gut so. Sonst waeren wir irgendwann nicht mehr normal im Kopf ;-)

Och, dass habe ich an der Uni hier und da auch gemacht.

Das sind ja schon mal beachtliche 10%. In den industriellen High-Tech Schmieden hier (und auch in Europa) fand ich meist einen Prozentsatz von Null. Ab und zu hatte jemand den Ausdruck gehoert, ja da war doch mal was bei Professor so-und-so, aber nicht den blassesten Schimmer, wie man damit umgeht oder wo man das nachlesen koennte.

73, Joerg, W6/DK9JK http://www.analogconsultants.com

Hallo Christian

Leute, vergesst den alten Barkhausen nicht. Ok, R=F6hrentechnik ist mittlerweile nicht mehr =FCblich, aber er schrieb extrem gut, und f=FCr Grundlagen ist er durchaus gut brauchbar.

Das Kapitel =FCber Schwingungen im ersten(?)Band ist absolute Spitze. Dieses einzelne Kapitel herauskopiert war so mit 12 oder 13 mein erster Kontakt mit der Hochfrequenztechnik.

Das ist genau das, was ich mir pers=F6nlich unter guter Didaktik vorstelle. Pers=F6nlich meide ich alles, was den Stempel "Erfolgsorientiert" f=FChrt. Ich will verstehen, und keinen Erfolg.

Mit freundlichem Gru=DF: Bernd Wiebus alias dl1eic

--

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Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Depression. Jeder echte Wettbewerb ist ruin=F6s. Darum beruht jede funktionierende Wirtschaft auf Schiebung. Ich will keine besseren Politiker, ich will ein besseres Volk.

Stefan Brröring schrieb:

Ältere sind mit administrativen Arbeiten überlastet.

allerspätestens nach heutigen Massstäben.

mfg Rolf Bombach

Stefan Brröring schrieb:

Ich habe noch keinen Physiklehrer getroffen, der einen einstufigen NF-Röhrenverstärker mit Triode auch nur ansatzweise wirklich begriffen hätte. Kennlinien hinmalen, kein Problem, aber bei der ersten praktischen Frage haben sie das Handtuch geschmissen. Etwa nach optimalem Aussenwiderstand.

mfg Rolf Bombach

Wiebus schrieb:

Empfängertechnik (4. Band?) find ich auch sehr gut. Da wird sehr direkt vorgegangen. Schwingkreis, Bandbreite, Dämpfung, in einigen Zeilen ist ein Superhet dimensionert :-).

mfg Rolf Bombach

Da müsste ich jetzt auch erst nachdenken, gelernt habe ich das so nicht. Röhrenendstufen waren weder im Gymnasium noch während meinen beiden Jahren Ingenieurstudium Bestandteil des Lehrplans.

Aber das Prinzip scheint mir logisch:

Die Kathode glüht, sendet eine "Elektronenwolke" aus. Wird das Gitter nicht negativ vorgespannt, fliessen alle Elektronen zur Anode. Dies gibt den maximalen Strom.

Der Strom I ist die Anzahl der pro Sekunde ausgestossenen Elektronen mal der Elementarladung eines Elektrons.

Nach U = R*I müsste R = U / I sein, damit die Spannung über dem Widerstand bei Vollaussteuerung gerade die Betriebsspannung erreicht.

Weil es am Ende etwas unlinear wird, würde ich R dann noch ein wenig, vielleicht 10 bis 20 Prozent, grösser machen.

Und, stimmt meine "Lösung"? (nein, ich bin nicht Physiklehrer :-) )

Stefan

Hallo Rolf,

Da muss man einen fragen, der gleichzeitig Funkamateur mit ordentlich Selbstbauerfahrung ist. Die koennen einem auch gleich sagen, dass man fuer den echten Sound mindestens ein halbes Dutzend 6L6 im Gegentakt nimmt und wieviele Stones Jam Sessions auf der Gibson die bei 150% der zulaessigen Anodenverlustleistung ueberleben.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Hallo Rolf,

Dann gehe man in die amerikanische Industrie. Ich habe auch als Divisions Chefe noch Schaltungsdesign gemacht oder mal ganz eklige Sachen selbst uebernommen. Hier stehen Buerotueren so gut wie immer offen. Ach so, die hatten mich geheuert, da war ich schon fast 40. Haette man woanders zum Alteisen gehoert ...

Tja, und wer kommt danach? Irgendwie ist bei den Unis oder bei den Leuten die Luft raus. SPICE und VHDL koennen sie ja, bloss reicht das im Alltag fuer sich allein nicht.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

Wir haben letztens für Schaltschrankverdrahtung und Verdrahtung fragiler kleiner mechanischer Wunderwerke einen Neuen eingestellt,

fassen, daß er nach Jahren der Arbeitslosigkeit im Nachbarkaff so einen Job findet.

Marcus Woletz :

Antennenbuch von Rothammel? Ein Bekannter hatte damit erfolgreich riesige Yagi-Mehrfachgruppen aufgebaut (es ging darum Westfernsehen zu empfangen, UHF auch noch hinter dem Horizont, geht nicht? Geht! :-). Und dann gab es da noch "Jakubaschk, Radiobastelbuch" der hatte viel drin, was man als Anfänger so täglich brauchte (auch Tabellen zu Halbleitern usw, wie rechne ich meinen Kühlkörper aus, einfache Analog- Schaltungen, bis hin zu einfachen HF-Schaltungen, selbstverständlich mit Dimensionierunsghinweisen; hauptsächlich transistor- und teilweise noch röhrenbasiert, aber auch die ersten IC's waren schon drin zu finden), das Ding ist ganz abgegrabbelt von der häufigen Benutzung. Gerade die (Bastel-)Bücher aus der Zeit, als die Technik gerade eingeführt wurde, sind besonders wertvoll - komisch, heute findet man solche Bücher kaum noch, oft ist das Niveau niedrig, oder zu trocken (Lehrbücher).

M.

Matthias Weingart schrieb:

Hallo,

das ist ein Wechselspiel, weil zu wenige selber bauen lohnt es nicht dafür Bücher zu schreiben und zu verlegen, weil es keine Bücher gibt bauen nur wenige selber. Ein Buch soll für möglichst viele Leser geeignet sein, also legt man das Niveau eher niedriger. Ein Professor der ein Lehrbuch schreibt hat nicht automatisch auch das Talent ein zu trockenes Buch zu vermeiden. Ein begnadeter Bastler und talentierter Autor der Bücher im Selbstverlag als Draufzahlgeschäft herausbringt, das kann man leider auch nicht erwarten, der möchte seine Zeit und sein Geld effizienter nutzen.

Bye

Rolf_Bombach schrieb:

Hallo,

ich habe mal im Netz einen Physiklehrer und Amateurfunker getroffen der meinte weil ihm mal ein umschaltbares Netzgerät an 120 V und 60 Hz durchgebrannt ist das vorher stundenlang an 230 V und 50 Hz störungsfrei gelaufen war hätten alle Geräte die für 50 Hz gebaut wurden beim Betrieb an 60 Hz ein Problem. Das es deutsche Firmen gab die seit 1950 viele zehntausende an elektrischen Geräten gebaut haben die problemlos auf dem gesamten Weltmarkt mit Spannungen von 110 bis 240 V und Frequenzen von 50 und 60 Hz betrieben werden konnten hat ihn nicht von seiner vorgefassten Meinung abbringen können. Und so beschloss er dann das Ladegeräte für Unterwasserlampen aus deutscher Fertigung beim Betrieb in den USA durchbrennen könnten weil sie die 60 Hz nicht vertrügen.

Bye

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