Hallo,
aus einem Nachlaß schlug bei mir dieses Gerät auf: Imdes Mini Condens It, dabei eine unbeschriftete Flasche vermutlich Galden, keine Gebrauchsanweisung oder weiterer Papierkram. Die erste Betrachtung des Geräts ließ mich an eine Hobbybastlerlösung denken, weswegen ich zunächst nicht nach einem kommerziellen Gerät im Web suchte. Doch ich fand es, nachdem Rafael dieser Tage was Bebildertes dazu schrieb ("Fertigungslauf PCBs" in Message-ID: <10i12fl$bmkk$ snipped-for-privacy@dont-email.me.
Den Thread T937 (Message-ID: snipped-for-privacy@nuconverter.de) hierzugroup fand ich dann ebenfalls, daher weiß ich aus dem Beitrag von Rafael, daß mein Imdes-Gerät die ältere, funktionierende Steuerung hat. BTW kein Wunder bei einer offensichtlichen Seriennummer
17 :-)
Mein Interesse am SMD-Löten ist vorhanden. Ich ließ bereits bei JLCPCB was bestücken und habe Pläne, die bei JLCPCB scheitern, weil sie die ICs nicht lagernd führen. Desweiteren habe ich selbst ein paar Stangen Material, die ich in eigenen Projekten verwenden möchte (Retrogedöns :-) ).
Meine Ahnung vom SMD-Löten habe ich vom "Zuschauen" bei einem meiner früheren Arbeitgeber, der mehrere Bestücklinien als Fertigung hatte. Allerdings hatte ich mit den technischen Details dieser Fertigung wenig zu tun. Also Grundlagen sind klar, die technischen Details z.B. vom Dampfphasenlöten nicht.
Zum aufgeschlagenen Gerät: es wurde schon mal benutzt. Social Engineering ergab, daß das vermutlich vor über 6Jahren war. Ob das Gerät funktioniert, ist nicht bekannt. Sollte ich Ersatzteile benötigen, sieht's vermutlich schlecht aus, denn die Web-Seite imdes.de existiert nicht mehr. Frei nach Dr. Habeck: diese Firma ist nicht tot, sie verkauft nur ihre Domain ;-) Weiß da jemand mehr?
Daher der Link zum Gerät aus dem Archiv:
Ich stehe vor der grundlegenden Frage, ob ich mich damit beschäftige, was mich durchaus interessieren würde. Oder eben, ob das zu aufwendig und teuer wird. Dieser Gedanke kam spontan auf, nachdem ich den Preis für Galden gesehen hatte, zuletzt bei Imdes 215EUR für 0,5l. Die alternative Idee war SMD-Löten im Fablab zu praktizieren. Ok, auch dort wäre Forschung angesagt, weil's derzeit offensichtlich keinen Gerätekenner gibt. Und es ist kein Dampfphasenlötgerät.
Zuerst ein paar Fragen zu Galden:
- Wie hoch ist der typische Verbrauch bei Lötprojekten? Ein Teil verschwindet in Dampfform durch Undichtigkeiten vom Behälter. Ein weiterer Teil kann nicht aufgefangen und nach der Aktion gerettet werden.
- Dann kommen die Fragen nach dem "Verschleiß" dieser Flüssigkeit. Sie verliert ihre Eigenschaften, weil leicht flüchtige Anteile leichter "verschwinden". Die Frage, ob diese Flüssigkeit durch Lagerung ihre Eigenschaften verliert oder verändert. Und zuletzt die Frage nach dem Fremdstoffeintrag im Prozeß.
- Die vorhandene Flasche ist unbeschriftet. Es gibt verschiedene Sorten von Galden. Soll ich einfach annehmen es sei LS230, also das übliche für bleihaltiges Löten? Oder kann ich das erst im laufenden Prozeß erkennen, bei welcher Temperatur der Übergang in Gasform stattfindet? Fußnote: da ich diesen Prozeß noch nie beobachtet habe, könnte es ohne jegliche Erfahrung schwierig werden.
Weitere Fragen:
- Lötzinn bzw. -paste ist keine dabei. Ich muß welche kaufen und habe mich noch nie mit diesen Pasten beschäftigt. Daher: welche kaufen? In welchen Mengen? Ich weiß noch, daß diese Pasten nicht unbegrenzt lagerfähig sind, daher keine zu großen Gebinde hinstellen bzw. anbrechen. Daneben: gibt's bleihaltige Pasten überhaupt noch frei verkäuflich? Vermutlich nicht für einen Kleinverbraucher wie mich. Paste und Galden müssen zusammenpassen. Eine Herausforderung.
- Meine Vorstellung, wie das ablaufen könnte: ich trage die Lötpaste bei Zimmertemperatur (20-28Grad je nach Jahreszeit, in der kommerziellen Fertigung war das Temperaturfenster wg. der Lötpaste zwischen 18 und
24Grad, AFAIR) auf, betreibe das Lötgerät allerdings draußen im Freien. Gibt's Temperaturbereiche, in denen dieses Gerät nicht zuverlässig läuft? Z.B. sommers über 30Grad, winters unter 10Grad. Zur Lötpaste im Prozeß: sie zieht Feuchtigkeit an (hydrophil). Wenn die Paste im Prozeß ziemlich schnell aufgeheizt wird, kann die eingelagerte Feuchtigkeit nicht schnell genug kollisionsfrei entweichen, es bilden sich kleine "Explosionen" im Inneren der Paste, dadurch fliegen kleine Pastenbrocken weg. Unschön, wenn die an Stellen landen, wo sie nicht sein sollen. Also nur bei geringer Luftfeuchtigkeit löten und die Paste nicht lange offen lagern. Wie empfindlich ist diese Hobbyisten-Paste?
- Bauteilvorbereitung: die Feuchtigkeit im Gehäusematerial darf nicht zu hoch sein. Bauteile haben eine geringe Lagerzeit außerhalb ihrer üblichen, luftdichten Verpackung. Kommerziell standen Trocknungsgeräte bereit. Wie mache ich das mit Haushaltsmitteln? Bei 80Grad 30min (Werte bitte korrigieren :-) ) im Backofen trocknen?
- Gibt's irgendwo Erfahrungswerte zu Temperaturprofilen speziell mit diesem Imdes-Gerät? Den Hersteller kann man offensichtlich nicht mehr fragen.
Weitere Fragen folgen sicherlich. Möglicherweise bleibt als einzige Frage auf Antworten zu obigen Fragen die nach einem fairen Preis zum Verkauf.
Gruß, Ralf