Ausschaltvermögen von Sicherungen

Aug 23, 2011 77 Replies

Hi!



Ich muß einen großen Solarakku absichern. Dieser soll einen Kurzschlußstrom von ca. 10.000A haben.



Normal verwendet man diese "Hochleistungssicherungen" aus dem KFZ-Bereich (Hersteller z.B. Eska).



Die sind für Spannungen von 32V und haben ein Abschaltvermögen von 1.000A. Da der Solarakku nur 12V hat wird wohl das Abschaltvermögen höher sein.


Ich versehe nicht, wieso das Ausschaltvermögen begrenzt ist. Das mit dem Lichtbogen bei DC weiß ich. Aber bei kleinen Spannung sollte dies doch keine Rolle spielen.



Was passiert wenn so eine Sicherung 5.000 ; 10.000 oder noch mehr abbekommt? Wenn der Schmelzleiter weg ist, dann ist er doch auch weg ...



"Christian Aurich" schrieb im Newsbeitrag news:4e538cc8$0$6544$ snipped-for-privacy@newsspool4.arcor-online.net...

Hi, ja, aber Du weißt auch, warum der "weg" ist? Wegen Hitze...und wo geht die Hitze dann hin? Rrrichtig, die schmort an den Kabeln rum, glüht in den Isolationen und läßt das Plastik hübsch schmoren...es kann sogar zur "Explosion" der verdampfenden Sicherung kommen. Der Keramikkörper ist daher eben aus Keramik, die kann dabei schön komplett zu Staub zerplatzen, aber keine Schrapnelle machen und nicht brennen. Normalerweise nimmt das Keramikdingens die Wärme komplett auf. Doch ich hab sowas schon platzen sehn... Bei 12V halte ich 10kA aber auch für reichlich fett, welche Art Verkabelung ist das denn? Armdicke Goldstromschiene? Schon die Kontaktstellen an Sicherungen und Akkumetall sind da deutlich spürbar. Dann die zum Verbraucher...vermutlich besteht der "Akku" aus einer Sammelschaltung von Einzelakkus, vielleicht kannst Du da jedem Pack eine eigene Sicherung "normaler Baugröße" spendieren. Wirst Du vermutlich eh machen müssen, sonst könnte eine einzelne kurzgehende Zelle den gesamten Akkusatz hochjagen.

mfg, gUnther

Wieso das? Das Abschaltvermögen ist eine Angabe, die relevant ist für den Strom bei geschlossener Verbindung, die Spannung ist relevant für das, was bei einer geöffneten Verbindung sicher getrennt wird. Beides hat nur wenig miteinander zu tun.

Ein Lichtbogen ist ionisierte Luft. Den kann man auch mit kleiner Spannung bei hohem Strom halten.

Wenn er schlagartig verdampft, ist der Metalldampf eine gute Ausgangsbasis für einen Lichtbogen. Außerdem kann es beim Verdampfen mechanische Schäden geben. Was eine explodierende Sicherung so treibt, ist halt nicht wohldefiniert.

David Kastrup

gUnther nanonüm schrieb:

Hallo,

jetzt fängst Du auch noch an. Wenn schon, dann bitte eine Silberstromschiene, Gold leitet schlechter als Kupfer, aber Silber besser als Kupfer. Eine zum Korrosionschutz vergoldete Kupferschiene wäre aber zur Verringerung der Kontaktwiderstände sinnvoll.

Bye

"Uwe Hercksen" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@mid.dfncis.de...

Ja, außerdem müßte es ja auch reinstes Gold sein, damit nicht noch Störungen im Material....aber soeine hochbelastete Stromschiene muß "rostfrei" bleiben, und da hat Gold doch gewisse Vorteile gegen Silber. Dazu kommt die "Elastizität" und die fast unbrechbare Plastizität...bedenke die bei solchen Stromstäßen erhebliche Magnetwirkung.

mfg, gUnther

Am 23.08.2011 13:18, schrieb Christian Aurich:

Bist du sicher, dass du dort eine 10.000A Sicherung einsetzen willst/musst?

Gruß

Stefan

Christian Aurich schrieb:

Hallo,

da sollte man auch mal die Schleifenimpedanz bei einem Kurzschluß nachrechnen wieviel Strom im Kurzschlußfall überhaupt fliesst.

Bye

Am 23.08.2011 13:18, schrieb Christian Aurich:

Hallo,

warum nimmst du keine NH-Sicherungen?

Die werden auch im "Profibereich" bei USV-Anlagen benutzt. Abschaltvermögen mindestens 50 kA...

Petri

"Petri Seibel" schrieb im Newsbeitrag news:j30uhd$8ab$ snipped-for-privacy@dont-email.me...

Die Dinger sind vielfach großer .... die Halter dafür wahre Monster. Und wenn nirgends befestig, reißt man beim Wechsel zu sehr am Kabel.

Aber nicht bei DC, und dafür findet man auch wenig Werte.

"Uwe Hercksen" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@mid.dfncis.de...

Es ist die Akku Hauptsicherung. Dieser hat beim Kurzschluß so 94xxA. Da jemand auch nach nach 50cm einen Kurzen machen kann, ist da wohl nicht viel zu rechnen. (?)

"Stefan" schrieb im Newsbeitrag news:4e53c41b$0$30112$ snipped-for-privacy@newsreader.ewetel.de...

Abgesichert werden ca. 500A, wegen der Abschaltleistung frage ich ja ...

Wieso wird dann von Herstellern ein Abschaltvermögen in Abhängigkeit AC/DC und Spannung angegeben? Deinem Text nach wüsten Hersteller ja nicht was sie tun.

btw: in Wiki steht: "Das Schaltvermögen sinkt mit steigender Betriebsspannung"

Bei hohen Strom? Noch nie gesehen. Wo?

Gibt es davon ein Vid bei kleinen Spannungen? z.B. 12V?

Elektroschweißen existiert.

David Kastrup

"Christian Aurich" schrieb im Newsbeitrag news:4e54ae6f$0$6541$ snipped-for-privacy@newsspool4.arcor-online.net...

Hi, bei jedem E-Schweißgerät. Die Spannung bricht zusammen, der Strom steigt...

Bestimmt. Doch wozu sollte das nützen? Bis es dazu kommt, hat der Inschenniör aber gewaltig danebengehaun. Mehrfach. Bei derartigen Strömen mußt Du vermutlich gar eine Abschätzung machen, mit welcher Wahrscheinlichkeit der entstehende Lichtbogen sich vom Sicherungskasten entfernt und direkt zur anderen Leitung überschlagen könnte. Wird ja meist nicht weit sein zum anderen Draht. Keramische Rohre? Motorische Schütze? Klingt alles sehr nach Bergbautech...ne akkubetriebene Tunnelbohrmaschine?

mfg, gUnther

"Christian Aurich" schrieb im Newsbeitrag news:4e54ac6f$0$6554$ snipped-for-privacy@newsspool4.arcor-online.net...

Hi, dafür gibts ja nun Vorschläge, je nach System. Kannst Du denn abschätzen, welche "Restenergie" etwa zurückschlagen könnte? Motoren als Generator, irgendwelche Elkos, Trafos? Danach suchst Du dann ein Trennschütz aus. Bei

12V jedenfalls wirds nicht einfach, eine Quelle zu finden, die 10kA überhaupt hergibt. Sollte damit aber z.B. ein fetter Motor getrieben werden, ist dessen Generatorspannung wichtiger, das kann gewaltige Spitzen geben, die man u.U. doch lieber im Akku totlaufen läßt...der hat Masse genug.
mfg, gUnther

"Christian Aurich" :

Hast Du das real gemessen?

M.

"Matthias Weingart" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@penthouse.boerde.de...

Ne, will ich auch gar nicht.

Es ist doch aber kein Denkfehler, die Hauptsicherung auf den Kurzschlußstrom des Akkus auszulegen?

Bei höheren Spannungen und auch wird die Sonde ja nachführt.

Am 23.08.2011 13:18, schrieb Christian Aurich:

Theoretisch könnte man zwei kleinere Sicherungen in Reihe schalten, weil zwei Lichtbögen in Serie instabil sind (siehe auch Schütz) und diese dann auch sehr schnell verlöschen. Leider wird es da wohl keine Spezifikation zu geben und Du musst hoffen, dass das auch funktioniert.

Man könnte sich überlegen, durch was das Abschaltvermögen definiert ist. Vielleicht durch die Verlustleistung, die in der Sicherung entsteht. Dann hätte man mit 12V fast ein Drittel. Man muss aber auch sehen, dass bei Deinen 10000A keine 12V mehr über der Sicherung anliegen, sondern der Akku fast keine Spannung mehr liefert. Bei 6V Ausgangsspannung hast Du nur noch 5000A. Das entschärft die Sache weiter. Du musst die Sicherung sicher nicht auf 10000A@12V auslegen, sondern z.B. auf 5000A@6V Im Zweifel mit dem Hersteller der Sicherung reden.

Der Lichbogen bleibt auch fast ohne Spannung intakt, einzig der Strom hält ihn am leben (ionisiert das Gas). Zum Zünden braucht man Spannung klar. Aber zum halten Strom.

Der Lichtbogen halt nicht.

Überhaupt solltest Du Dir Gedanken machen, ob Du mit Deinen Anschlussleitungen überhaupt 10000A schaffst. Selbst bei Kurzschluss direkt nach der Sicherung hast Du da schon einige mOhm zusammen. Oder fährst Du die Sicherung mit 100mm² an?

Michael

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