Warum geht netzfrequenz-gesteuerte LED-Uhr (erheblich) zu schnell?

Feb 26, 2005 24 Replies

Hallo zusammen,



ich habe eine dieser an sich simplen LED-Uhren mit 4-stelligem Display, die an der Steckdose hängt und weithin sichtbar die Zeit anzeigt. Tat sie bis jedenfalls bis vorgestern zuverlässig, jetzt rennt sie so schnell, daß sie über nacht 1,5 Stunden Vorsprung gegenüber der tatsächlichen Zeit rausarbeitet....



Was kann da passiert sein? Wenn Sie vom Wahn befallen wäre, von 60 Hz Netzfrequenz statt von den hierorts üblichen 50 Hz auszugehen, müßte sie doch eher langsamer ticken, nicht wahr? Wo also nimmt sie die zusätzlichen Taktimpulse her, die Netzfrequenz ist doch im großen und ganzen sehr stabil?



Bin um jeden Tipp zur Abhilfe dankbar, wäre es z.B. hilfreich, das Netzkabel um einen Ferritkern (Drossel) zu wickeln, um Störungen (welche?) abzuschirmen? Verpolen des Steckers hat erwartungsgemäß nix gebracht, und alle Dimmer in der Wohnung (die bisher auch nicht gestört hatten) sind über Nacht aus...



Danke und Gruß, Ralph



-------------- "To Collect And To Preserve" -------------------- Ralph Stenzel: Trainer, Author, Web Designer, Pizza Eater, Toy Archaeologist, Collector & Device Doctor Webmaster of: http://www.klein-aber-fein.de (in German) Personal Pages: http://www.klein-aber-fein.de/ralph/ (bilingual) My auctions: http://members.ebay.de/aboutme/kolonada/ (worldwide) --------------------------------------------------------------------

Ralph Stenzel schrieb:

Miss mal ob die noch saubere (5V?) Versorgungsspannug bekommt, evtl. ist der Ladeelko ausgetrocknet.

Klar.

Die Netzfrequenz ist zwar an sich stabil, aber von besonders sauber kann man nicht gerade reden. Daran dürfte es aber bei dem doch enormen 'Vorsprung' der Uhr ehr nicht liegen.

Das bringt hier nichts, eine stromkompensierte Drossel hilft nur gegen HF.

Gruß Dieter

Am 2005-02-26 schrieb Ralph Stenzel:

Hat die Uhr einen Notbetrieb über Batterie? Wenn der Stecker nicht in der Steckdose steckt, schlägt jener Notbetrieb zu, der mehr als ungenau ist...

Oder anders ausgedrückt: Schaue mal, ob die Steckdose Spannung hat oder ob die Uhr ohne Batterie immer noch läuft.

Mit freundlichen Grüßen Jürgen Bors

Juergen Bors schrieb:

Das dürfte bei einer _LED_-Uhr wohl auf einen Blick feststellbar sein;-)

Ich hatte auch mal so ein Billiguhrenradio (Werbegeschenk), das vom ersten Tag an genau dieselben Symptome zeigte.

MfG

Frank

Ralph Stenzel schrieb:

Hallo Ralf, schau doch einmal nach, ob in Deiner Uhr ein LM8560 Baustein drinsteckt. Bei dem wird gerne mal ein Kondensator eingespart:

______ Trafo o------|______|------o PIN 25 (50/60 Hz Input) R=100 kOhm | | === C=1nF (einfach nicht vorhanden!) | _|_ GND

Hatte ich jetzt in zwei Uhren, kann man schön von oben zwischen PIN20 (GND) und PIN25 huckepack drauflöten. Seitdem laufen beide Uhren (wieder) sehr genau.

Obwohl ich's noch nicht nachweisen konnte, tippe ich auf sog. Rundsteuerimpulse (die Stromlieferanten schalten damit Verbraucher, z.B. Nachtspeicheröfen fern). Scheint es hier in der Gegend zu geben. An meinen bisherigen Wohnorten lief die Uhr auch ohne "C" jahrzehntelang genau. Vielleicht hat ja in Deiner Nachbarschaft jemand seit kurzem so einen Rundsteuerempfänger?

Bin ja mal gespannt, ob's bei Dir so ein LM8560 ist...

Grüße, EX-L

So isses. LEDs leuchten, Steckdose liefert Strom, Stützbatterie ist keine vorhanden.

Gruß, Ralph

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Das klingt vielversprechend, in jedem Falle spannend. Heute bin ich schon zu müde, aber morgen schraube ich das Ding mal auf und dann wird geguckt (und ggf. gelötet)!

Danke für den Tipp, Ralph

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Könnte gut sein, die Uhr ist sicher schon älter. Andererseits kam der Effekt plötzlich und unverhofft... Ich gfucke a) mal rein und b) nach!

Danke und gute Nacht, Ralph

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Einerseits stimme ich deiner Theorie zu (im Net hab ich irgendwo eine Liste gesehen, auf welcher die verschiedenen Systeme angeführt waren). Andererseits glaub ich nicht, dass ein _Empfänger_ diese Störungen verursacht ;-] Ich werf mal Google an

formatting link
(Hmf, muss man erst mal drauf kommen...)

mfg Rolf Bombach

Das Beste ist: Die Uhr spinnt erst neuerdings und auch nur an der Steckdosen-Verteilerleiste der Audio/Video-Anlage, obwohl die hinter einem professionellem Industrie-Drosselkasten sitzt. Da kommt kein Kühlschrank-Knackser durch und sonst wohl auch nix... An anderen Steckdosen in der Wohnung -ungefilterten- läuft sie normal und richtig. Kapiere ich nicht...

Gruß, Ralph

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"Ralph Stenzel" schrieb:

Spuckt Dir eventuell das Billig-Schaltnetzteil des DVD-Players/ Fernsehers mit seiner XX-kHz-getakteten Stromaufnahme in die Suppe?

Michael.

Tja, wer weiß? Betamax-Recorder und Video-Monitor sind alles professionelle Gerätschaften mit gut 20 Jahren auf dem Buckel, da wurde an sich noch nicht so gespart... Aber die Uhr rennt ja auch zu schnell, wenn alle Geräte ausgeschaltet sind (bis auf den VHS-Recorder mit seiner Uhr), obendrein ging's ja wochenlang tadellos, und der Effekt trat nicht nach einer Änderung in der Anlagenkonfiguration auf...

Rätselnde Grüße, Ralph

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Ralph Stenzel schrieb:

Rein kommt nix, aber aus den Geräten kommt was raus ;-) Ich habe hier einige "power manager" von Conrad in Betrieb. Denen habe ich noch einige 0,1µF(X) und bei dem einen sogar zusätzlich 1µF(X) spendiert. Mit den L-C Gliedern! in den jeweiligen Geräten arbeiten alle Geräte störungsfrei ;-)

gruss horst-dieter

Ich kenne das Problem bei H=E4usern wo eine Solaranlage installiert ist. Da im Ausgang des Wechselrichters (meistens) aus Kostengr=FCnden auf einen Sinusfilter verzichtet wird, ist die Netzspannung etwas unsauber und die Uhr "verz=E4hlt" sich.

gruss:

-serge-

Ralph Stenzel schrieb:

Hallo nochmals, mich würde ja nach wie vor einmal der innere Aufbau der Uhr interessieren. Welches IC, wie wird der Takt abgegriffen? Hast Du mal in die Uhr geschaut?

EXL.

Schön, ich hab' sie jetzt extra aufgeschraubt: Auf der kleinen Platine sitzt nicht der von Dir ursprünglich gemutmaßte IC LM8560, sondern ein Texas Instruments-Chip namens TMS3450NL. Dazu drei (nur 3?) Gleichrichter-Dioden, 7 Widerstände, 1 kleiner Elko, ein Folienkondensator. Aber in eine detailliertes Reengineering steige ich doch nicht ein, das lohnt den Aufwand nicht...

Danke für das Interesse!

Lieben Gruß, Ralph

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So, das war's dann: Nach dem Öffnen zwecks IC-Kontrolle ist das Teil jetzt endgültig hinüber: Statt mit 00:00 blinkend aufzuwachen, zeigt die Uhr statisch 7:L7 und macht nix mehr. Ein Fall für den Sondermüll, Fall abgeschlossen. Dank an alle für die vielen Antworten!

Gruß, Ralph

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Ralph Stenzel schrieb:

Das erinnert mich so an: "Ich habe öfter Kopfschmerzen, woran liegt das"? Nach längerem Frage-/Antwortspiel bequemt sich unser "Leidender" zu der Aussage, das diese merkwürdige Erscheinung immer nach einer Feier am folgenden Tag auftritt ;--)

gruss horst-dieter

Ralph Stenzel schrieb:

Texas TMS3450 = Sanyo LM8560 :-)

Wie bereits erwähnt, bei mir war's nur ein Kondensator. Aber ich bin ja ehrlich, als ich damals feststellte, daß meine Uhr hier in der neuen Wohnung zu schnell läuft, habe ich sie in den Keller verbannt. Erst als eine extra bestellte Digi-Uhr in einem Küchenradio den gleichen Fehler zeigte, näherte ich mich ihrem Innersten.

EXL

horst-d.winzler schrieb:

Manche Entscheidungen werden einem abgenommen.

aka "Lederallergie" ;-)

Grüße, EXL

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