Staubsauger reparieren

Aug 08, 2011 77 Replies

Hallo,



ich versuche gerade, einen Staubsauger zu reparieren.



Nachdem ich einen Kabelbruch identifiziert, repariert, durch einen Umbau für die Zukunft die Gefahr ähnlicher Schäden minimiert und die Leitungen wieder verbunden hatte, funktionierte er immer noch nicht.



Also hab ich mir mal näher angesehen, wie er so funktioniert. Er hat einen Reihenschlussmotor. Die Leistung kann über ein Potentiometer gesteuert werden, das wiederum setzt das Potential der Basis eines Dingens, dass wie ein Transistor aussieht ? allerdings fragte ich mich wie das funktionieren kann, da ja Wechselspannung anliegt.



Naja, auf jeden Fall schien offensichtlich, dass bei höchster Einstellung auf Durchgang geschaltet wird. Also hab ich einfach mal den Motor direkt angeschlossen, er funktioniert ? Glück gehabt.



Wie komme ich weiter?



Das Potentiometer befindet sich auf einer Platine im Nutzer-Interaktions- bereich und hat sinnvolle Widerstände. Die restlichen Bauelemente auf dieser Platine dienen anscheinend nur der Beutel-voll-Anzeige.



Wikipedia sagt, dass es sich bei dem transistorähnlichen Halbleiterelement um einen Triac handele. Er ist zusammen mit mit ein paar Widerständen, einem Kondensator und einer Induktivität (?) auf einer Platine am Motorgehäuse verbaut. Diese Platine hat drei Anschlüsse, einen motorseitigen (nenne ich mal ?Emitter?), einen vom Potentiometer (?Basis?) und einen vom Netz (?Kollektor?). Angeschalteterweise läuft der Motor nicht. Dafür liegt zwischen ?Kollektor? und ?Emitter? die volle Netzspannung an, die wie zu erwarten vom Potentiometer zur ?Basis? hin aufgeteilt wird.



Ich vermute jetzt, dass der Triac kaputt ist. Kann der Triac durch fehlenden ?Kollektor?-Anschluss ? desses Kabel war gebrochen, während die Versorgung der ?Basis? intakt war ? geschädigt worden sein? Wie kann ich den Triac testen? Mir steht ein einfaches Multimeter zur Verfügung.



Und wie wahrscheinlich ist ein Schaden an dem Kondensator, der vermuteten Induktivität oder gar einem der Widerstände?


Hannes Kuhnert, Chemnitz

Das Dingens ist normalerweise ein Triac. Bin lange und weit von Alemania weg, aber frueher sassen da so aehnliche drin:

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Ich nahm am liebsten welche die 800V dauerhaft abkonnten, bekam man aber nicht immer. Wichtig: Versuche alles auf dem "Dingens" aufgedruckte abzulesen und schreibe es hier in die NG. Denn der Gate Strom fuer Triggerung muss halbwegs im gruenen Bereich liegen.

Irgendein Elektronikversand bei Euch nimmt auch bei Kleinstmengen kein Porto, habe aber vergessen wer. Ich glaube Kai-Martin weiss es.

[...]

Versorgung

Die gehen manchmal einfach so kaputt. Irgendeine Ueberspannungsspitze oder so.

Sehr geringe Wahrscheinlichkeit.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Joerg schrieb am 08.08.2011 19:46: ...

Falls dir der Versender wieder einfallen sollte, bitte posten :-)

Thomas

Hannes Kuhnert schrieb:

Versorgung

Kaputt wohl schon, aber wohl aus anderem Grund.

Damit alleine gehts nicht.

Sehr gering.

Gruß Dieter

"Hannes Kuhnert" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@zuhause.froschmaschine.net...

Hi, das dürfte ein Triac sein, sone Art antiparalleler Thyristor. Das ganze Steuersystem ist dann ne Phasenanschnittdimmung...

Eher nicht. Ein paar "Sicherheitswiderstände" dürfte es noch geben, dazu vielleicht was für LEDs und so. Die BeutelVoll-Anzeige ist eher "mechanisch", ein Plastikklotz, der bei hohem Unterdruck in ein Fensterchen gesaugt wird. Dann, wenn der Beutel "dicht" ist.

Garnicht. Kann gut sein, daß er durch das Bratzeln am Kabelbruch geschossen ist. Den gibts vermutlich im Elektronikbastlerparadies einzeln zu kaufen. Auswechseln...

Eher gering. Der "Halbleiter" ist schon das Sensibelchen dabei.

mfg, gUnther

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Wenn map per Web bestellt. Man muß aber ein Konto haben ... und die nehmen nicht "jeden" ... :-) (Nur Firmenkunden)

mfg Jochen

ZX81 - C64 - Amiga - x86-Linux - iMac (OS X)

Thomas Einzel schrieb:

RS macht das bei Onlinebestellungen, noch.

Gruß Dieter

Danke, aber das hilft mir nicht.

Thomas

Joerg schrieb:

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Passt, der bei mir stammt sogar von ST.

ST MR C BTB12

600BW C408A

Das Wärmeübertragungsblech des Triacs ist mit einem zusätzlichen Wärmeleitblech vernietet. Das werde ich aufboren. Wie schließe ich dann am besten den Neuen an? Anschrauben? Oder besser verlöten?

Hier in der Stadt gibt es praktischerweise gleich mehrere Fachhändler, die sowas führen.

Hannes Kuhnert, Chemnitz

Mist, also wohl nur mit USt- oder VAT-Nummer.

Hannes, falls Du in der Naehe einer groesseren Stadt wohnst oder ab und zu in eine kommst, solche Triacs haben (hatten?) Elektroniklaeden normalerweise vorraetig. Ein Conrad-Laden oder so. Aber vorher Typenbezeichnung ablesen, Datenblatt ausdrucken (koennen Dir fast alle hier beim Suchen helfen), und mitnehmen. Im Laden werden sie vermutlich andere Fabrikate fuehren, aber dann kann man (hoffentlich) vom freundlichen Verkaeufer erwarten dass er mal eben die Eckdaten wie z.B. Gate Strom abklopft.

Nicht enttaeuscht sein wenn der Laden nix hat. Wir konnten frueher mal eben einen Triac vom Radioshack mitnehmen wenn uns sowas passierte. Jetzt haben sie keine Triacs mehr. Grmpf!

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

"Hannes Kuhnert" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@zuhause.froschmaschine.net...

Hi, das Blech dürfte Alu sein, da kannst Du Löten vergessen. Sowieso, besser ne kurze M3-Stahlschraube und Mutter, mit Sprengringen, damit das Rütteln nix losmacht.

Originalplatine hintragen (vorher gut abstauben..) vielleicht lötet der Inhaber das Ersatzdreibein auch gleich passend ein. Spart einen Arbeitsgang. Schrauben hat der dann auch. Vielleicht auch ne selbstsichernde Mutter, dann sparst Du die Sprengringe.

mfg, gUnther

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Hah, das ist tatsaechlich einer aus diesem Datenblatt. Das zweite B heisst Fahne ist nicht isoliert, also nie anpacken. "12" heisst 12 Ampere, "600" sind 600V (wenn Du "800" bekommen kannst waere das gut), BW heisst 50mA am Gate und braucht keinen Snubber (RC "Unterdruecker").

Das Blech ist vermutlich Alu, da ist nix mit Loeten. Stahlblech wuerde auch schwierig, muss man zu heiss machen. Am besten wieder vernieten. Verschrauben geht auch, aber aufpassen auf Abstaende. Da ist Saft drauf. Ausserdem absolut sicherstellen dass sich das nicht losrappeln kann denn sonst raucht der Triac wieder ab.

Wenn sie den haben und er nur 1-2 Euros kostet am besten zwei besorgen und einen weglegen. Aber nicht vergessen wohin. Kein Scherz, ist mir mit einer grossen Tube Wenol passiert und das Zeug ist bei uns teuer und schwer zu kriegen.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Hannes Kuhnert schrieb:

BTB12-600BW, 12A/600V standard sensivity, snubberless.

Am Kühlblech anschrauben, Wärmeleitpaste nicht vergessen.

Auch Snubberless-Triacs?

Gruß Dieter

[...]

Vorsicht, der Plastikring da drin faengt u.U. beim Saugen eines grossen Wohnzimmerteppichs an zu mueffeln. Wenn das passiert verliert man schnell den Heldenstatus bei der Perle :-)

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

"Hannes Kuhnert" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@zuhause.froschmaschine.net...

Die Schaltung wird Figure AN1003.9 Basic DIAC-Triac Phase Control aus

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sein.

Eher nicht.

Die de.sci.electronics FAQ:

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zeigt das mit Batterie, Lampe und Poti.

Eher unwahrscheinlich.

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net homepage: http://www.reocities.com/mwinterhoff/ Lies 'Die hohe Schule der Elektronik' von Horowitz/Hill bevor du fragst. Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask.

Hannes Kuhnert schrieb:

Das Potentiometer verschiebt den Zündzeitpunkt des Triacs: Grundschaltung siehe:

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zu

Der Triac hat 2 Anoden und ein Gate zur Steuerung. Wie er funktioniert findest Du z.B. hier:

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Versorgung

Ein Triac kann auf zweierlei Weise defekt sein: entweder er ist durchlegiert, dann leitet er immer, oder er zündet nicht mehr, dann leitet er garnicht. Ersteres stellst Du mit dem Multimeter fest, letzteres kannst Du testen, indem du einen entsprechend hohen Strom in das Gate hinein- oder herausleitest (Zündung jeweils in den verschiedenne Quadranten)

Die Wahrscheinlichkeit dass der Triac hinüber ist ist (nachdem der Motor ja grundsätzlich läuft) relativ groß.

Gruß Gerd

[...]

Nachtrag: Mal nachsehen ob die Motorkohlen noch genug drauf haben. Wenn da ab und zu mal was abhebt kann das den Triac schiessen.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Klassischer Phasenanschnittdimmer mit Ditriac?

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Kann sein. Meistens legieren die Dinger aber durch, und dann läuft der Motor immer auf Vollgas. Komplett offen ist tatsächlich selten. Vielleicht ist nur G-K durchlegiert und es zündet nicht mehr.

Ja. Die Schaltungen vertrauen üblicherweise darauf, dass bei Poti auf Vollgas, das Zünden des Triac die Leistung begrenzt. Kann auch sein, dass dadurch das Poti mit angehutzelt ist.

Das genügt nicht. Die Dinger brauchen ein paar Milliampere Gate-Strom, sonst machen die gar nichts. Mit einem ca. 16V Wechselstromtrafo, 2 LEDs und 2 Widerständen gehts. Die LEDs antiparallel und mit Vorwiderstand (ca. 1k5) zwischen Anode und Wechselstrom. Einen Widerstand mit ca. 680 Ohm vom Gate an den Wechselstrom. Kathode auf Masse. Wenn der Gate-Widerstand dran ist sollten beide LEDs einigermaßen leuchten (dürfen flimmern). Sonst sollten sie aus sein. Das ist nicht gerade ein Herz-und-Nierentest, aber für die grobe Funktion reicht es.

Wenn es aber, wie ich vermute, ein Ditriac ist, wird das nichts. Die Dinger wollen auch einige Zündspannung sehen.

Gering. Wenn dann gibt eher das Poti auf. Und den Widerständen sieht man es normalerweise an. In dubio mal nachmessen.

Marcel

gUnther nanonüm schrieb:

Direkt zwischen ?blau? und ?braun?? Da ist doch noch was, aber nur ein wahrscheinlich der Funkentstörung dienende Kondensator.

LED hat das Ding nicht.

Falsch geraten.

Nur bis zu einem elektrischen Schalter ist es mechanisch:

Falls du die Hitze beim Löten meinst ? nein, kann nicht sein, ich hatte das Kabel völlig ausgebaut, als ich es reparierte.

Es war an einem seiner angecrimpten Stecker gebrochen. Das kam so: Früher mal war der Ein-Aus-Schalter des Geräts kaputt. Es handelte sich um einen für mich ungewöhnlich gestalteten Druckschalter, der unter einer größeren Betätigungsplatte lag. Da ich im Handel keinen passenden Ersatz für den Schalter fand, baute ich kurzerhand einen Wippschalter in einen in die vormalige Betätigungsplatte eingebrachten Ausschnitt ein:

Dadurch war fortan war die Zeitinvarianz der Lagerung des Kabels beeinträchtigt, was anscheinend eine übermäßige Biegebeanspruchung zur Folge hatte:

Es wäre übrigens schön, wenn du Artikel mit der vom Standard geforderten und u. a. von mir zum Lesen benötigten Zeichensatzdeklaration verschicken würdest.

Hannes Kuhnert, Chemnitz

"Joerg" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@mid.individual.net...

Hi, da hätte ich wenig Angst vor, bei ner M3-Mutter in einem Plastiksaugstauber. Und das Plastik ist PP, schmilzt erst, wenn sich der Triac schon ausgelötet hat.

mfg, gUnther

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