Schlüssel: Brute force

May 01, 2024 Last reply: 2 years ago 367 Replies

Welche Frage unzulässig ist, wird, falls keine Präzedenzfälle existieren, allerdings auch gerichtlich zu klären sein. Aber, Entwarnung: Du kannst natürlich generell lügen, daß sich die Balken biegen. § 153 StGB "Falsche uneidliche Aussage" bezieht sich nicht auf das Zivilleben, in § 263 StGB "Betrug" muß der Geschädigte beweisen, daß die Absicht bestand, sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, § 434 BGB "Sachmangel" bezieht sich nur auf Sachen.

Und spätestens seit Uwe "gebe ich ihnen mein Ehrenwort" Barschel, Helmut "Dazu gehört, daß ich mein gegebenes Wort halte" Kohl und Olaf "Kann mich nicht erinnern" Scholz ist dererlei Praktik doch vollkommen verbreitet und gesellschaftsfähig.

Eher sollte man es wie Ralph halten und sich vergegenwärtigen, was es heißt, wenn der Arbeitgeber in spe Dich mit solchen Fragen bzw. Vereinbarungen überzieht. Das mag im einfachsten Fall Cargo-Cult-Juristerei sein (schönes Wort übrigens!), im schlimmsten Fall eine Firmenkultur voller Argwohn, Überwachung, Denunziation und Gängelung. Weder bei planlosen Idioten noch Stasi-Arschlöchern willst Du längere Zeit arbeiten. Je früher Du es merkst, je besser. Daher Augen (und Ohren) auf beim Vorstellungsgespräch.

Nichts. Unsere Welt ist sowieso schon voller Floskeln, da macht eine mehr das Kraut auch nicht fett. Höchstens könnte man überlegen, was all die Scheinheiligkeit, die Positivformulierungen und die Polictical Correctness mit unserer Gesellschaft anstellt. Wird wohl noch eine Weile dauern, bis auch der letzte Träumer das gecheckt hat.

Volker

Weswegen sich nur die routiniertesten bzw. krankhafte Lügner und die abgebrühtesten Ellenbogenmenschen als aussichtsreiche Kandidaten halten. Wer bei einen Vorstellungsgespräch keine Streßsymptome zeigt, dem ist der Ausgang doch schon vollkommen wurscht.

Und wenn Du das Bier verträgst, wirst Du von den Amigos eingestellt?

Volker

Vollkommen kaputt. Eigentlich ein Wunder, daß unsere Gesellschaft trotzdem noch so einigermaßen funktioniert.

Volker

Tasmota spricht http und mqtt. http geht super über NAT64, und den mqtt-Broker lässt man dann halt zähneknirschend im Dualstack laufen.

Das zwingt einen nicht zu Dualstack in allen Netzen.

Bei Heimanwendern mit nur einem oder zwei Netzen, am besten noch mit Home Assistant, ist Dualstack jetzt nicht unzumutbar aufwendig. Mein Netz ist ja auch nur so weit segmentiert weil ich hier ziemlich viel experimentiere um im Zweifel bei der Arbeit sagen zu können "hab ich schonmal gemacht, funktioniert super / ist Mist / man muss auf @FOO achten".

In einem anständigen, von technical debt so weit wie möglich kosteneffizient befreiten Unternehmensnetz möchte man so viele Netze wie möglich als IPv6 only betreiben, vor allen Dingen für die Clientnetze ist das derzeit schon problemlos möglich. Ein paar Legacy-Ecken wird man nicht los, das ist unstrittig.

Hat man irgend eine unternehmenswichtige Legacy-Software, die zwingend auf dem Clientrechner installiert sein muss und die nur IPv4 spricht und die (z.B. wegen Abgang des Lieferanten) auch nicht auf IPv6 erweitert werden kann, wäre NAT464 eine Lösung, damit kann das Netz IPv6 Only bleiben und den Aufwand für NAT464 muss man nur auf den Clients treiben auf denen diese Software unbedingt laufen muss.

Grüße Marc

Es ist Dein Job Deinen Kunden beizubringen dass man besser jetzt mit IPv6 anfängt als erst dann wenn es nötig ist.

Aber ja, vielen Unternehmen sind die Kosten für IPv4 und der horrende Technische Aufwand zum Weiterbetrieb der IPv4-Krücken (die man ja gar nicht mehr wahr nimmt weil man sie seit 30 Jahren gewöhnt ist) so ans Herz gewachsen, dass sie gar nicht daran interessiert sind das Netz zu verbessern.

Und Technische Standards (wie z.B. der RFC 6540) sind in der Industrie ja auch irrelevant wenn derjenige der sagt "es funktioniert doch" einen Schlips trägt.

Grüße Marc

Arbeitsverträge sind üblicherweise Allgemeine Geschäftsbedingungen. Ich habe von meinen anwaltlichen Mentoren gelernt, dass man klar unwirksame AGB besser nicht anspricht, denn wenn man darüber verhandelt hat, kan der Verwender behaupten, das wären keine AGB-Klauseln sondern individuelle Vereinbarungen, und die halten.

Nur bei grenzwertingen Dingen sollte man darüber reden und schauen, ob die Klausel wirklich so beabsichtigt ist wie sie da steht. Oftmals werden solche Klauseln von Nichtjuristen formuliert, oder sind irgendwo abgeschrieben, oder ein Anwalt hatte den Auftrag "mach uns einen Vertrag und hol raus was geht".

Zum Thema "da will man eh nicht arbeiten": Bei großen Firmen ist die Personalabteilung ein eigenes "Raumschiff", deren Arbeitsweise oft genug nichts mit der eigentlichen Arbeit zu tun hat; hier braucht es einen guten Chef oder Chefchef, der all zu hoch fliegende Personaler einfangen hilft. Und bei kleinen Firmen hilft reden, da ist man sich oft nicht bewusst was da im Vertrag steht.

Grüße Marc

Außer mir. Es ist jedes Mal wieder toll zu sehen wie überrascht die Auftraggeber / Agenturen sind wenn man um einen Termin bittet um den Vertrag durchzusprechen und dass man auch gerne jemanden dabei hätte der wirklich autorisiert ist Änderungen am Vertrag zu autorisieren.

Es ist eine beliebte "Masche" (ob aus Bösartigkeit oder aus Unwissenheit), den Vertrag minutiös durchzuverhandeln und dann, wenn man sich endlich geeinigt zu haben glaubt, kommt noch jemand Berechtigtes dazu und beginnt mit der Diskussion von vorne.

Diese Methode hat uns vor zehn Jahren zwei potenzielle Bauträger / Fertighauslieferanten auf der Zielgeraden rausgeschossen. Seitdem lasse ich mir bestätigen, dass mein Verhandlungspartner auch berechtigt ist im Namen der Firma zu verhandeln.

Grüße Marc

Und schießt sich dann mit "mir würde eine Apfelschorle reichen, ich trinke keinen Alkohol" aus dem Verfahren.

Grüße Marc

Solche standardisierten Verfahren sorgen dann dafür, dass nur die stromlinienförmigen Standardleute überhaupt von einem Menschen begutachtet werden, wobei die WIRKLICH interessanten und fähgen Leute oftmals auch "speziell" sind.

Was für eine Scheißwelt.

Mich triggert es auch wenn ich meinen Lebenslauf nochmal in ein "System" eingeben muss, das für die Spezialitäten in meiner Vita überhaupt keinen Platz hat.

Grüße Marc

Weil die bei so einer Ansage gleich von selbst gehen?

Leider gibt es auch in unserer Branche rückgratlose Wendehälse, und davon viel zu viele.

Grüße Marc

Exakt so macht man das NICHT. Kein Wunder dass deine Projekte in die Hose gegangen sind.

... und außerdem auf breiter Basis in weit verbreiteter Hardware implementiert ist.

(>50 Zeilen unwichtiges Zitat gelöscht)

LOL. Wenn sowas passiert, so ist es meistens zumindest "halb-absichtlich", im Sinne, dass alle Beteiligten intuitiv wissen, was gerade passiert, auch wenn keiner einen expliziten Plan hat, es genau so zu machen.

Letztendlich wäre die faire Vorgehensweise bei sowas, dass der, mit dem man "in erster Runde" verhandelt hat das intern mit seinem Kollegen klärt. Ich hab auch gerade eine Runde von Vorstellungsgesprächen hinter mir, und keiner der 3 Gesprächspartner hat das formale Pouvoir gehabt mich für den Job einzustellen (Firma mit komplizierten Strukturen und/oder vielen gesellschaftsrechtlichen Formalismen). Aber die haben das mit ihren Leuten im Hintergrund selbst ausgemacht, und alles war nachher so wie mit ihnen besprochen. Es hat halt 14 Tage Wartezeit und "Unterschriftenlauf" länger gedauert.

/ralph

Es gibt Klauseln, die aber auch dann nicht halten, wenn sie individuell vereinbart sind und/oder wenn über sie noch so lange geredet wurde, sie noch mal mit zusätzlichen Unterschriften unterschrieben wurden, etc.

Z.B. kannst du keine Frau unterschreiben lassen, dass sie bis zum Vortag der Geburt die ganze Schwangerschaft durcharbeiten muss.

Ja. Das Ausformulieren von Dienstverträgen scheint in HR-Abteilungen ein unbeliebtes Unterfangen zu sein (verständlicherweise) und wird oft schlampig gemacht. Meistens gibt es irgendwelche Juristen intern oder im Umfeld, aber die "Round-Trip-Time" ist sehr hoch, und die werden nur gefragt, wenn es wirklich wichtig ist.

Ich hab zuletzt in einer Firma gearbeitet, die insolvent geworden ist. Im Zuge der Insolvenz hat sich die Arbeiterkammer (österreichische gesetzliche Vertretung der Arbeitnehmer) alle Dienstverträge angesehen, und hat mit Erstaunen festgestellt, dass es quasi keine zwei idente gegeben hat, und nicht weil sich jemand irgendwas reinverhandelt hat, sondern weil einfach irgendjemand von "irgendeinem" Ausgangstext per Copy&Paste und drübertippseln dran gearbeitet hat. Da haben einige Leute am 15. des Monats gekündigt werden können, einige am 1., einige am 15. und am 1., manche haben die Gleitzeitvereinbarung gleich als Teil des Dienstvertrages unterschrieben, manche ein paar Tage später, etc., manche haben das Urlaubsjahr aufs Kalenderjahr umgestellt bekommen, manche nach Datum des Eintritts, subtil unterschiedliche Durchrechnungszeiträume für den Urlaub, etc.

Lauter Unterschiede in völlig irrelevanten Details.

Ich hab bei den Firmen in denen ich war hauptsächlich "Cargo-Kult-Juristerei" erlebt. So wie man sich alten Spaghetti-Code mit Seiteneffekten nicht anrühren traut, haben die Leute aus der HR gewisse Passagen nicht anrühren wollen, weil irgendwann mal ein Jurist gesagt hat, dass das so gehört[1]. Hätte man als Arbeitnehmer wirklich drauf bestanden, so hätten sie diese Passagen vermutlich geändert, weil nicht ihr Herz drangehängt ist, aber eben nicht ohne Not, weil es potentiell viele Stunden Arbeit, Juristen nachtelefonieren, Meinungen/Zustimmungen einholen, etc. gewesen wäre.

/ralph

[1] Oder auch nicht. Die wahrscheinlichere Variante ist, dass irgendein Vorgänger von ihnen sich eingebildet hat, dass ein Vorgänger das von einem Juristen gehört hat oder so. Meistens waren das unwesentliche Details.

Wenn Du nur ein Netz hast, wäre das ein klassischer Moment für "IPv6 Mostly". Den mqtt-broker betreibst Du dann dualstacked.

RFC6540: " o New IP implementations must support IPv6.

o Updates to current IP implementations should support IPv6.

o IPv6 support must be equivalent or better in quality and functionality when compared to IPv4 support in a new or updated IP implementation.

o New and updated IP networking implementations should support IPv4 and IPv6 coexistence (dual-stack), but must not require IPv4 for proper and complete function.

o Implementers are encouraged to update existing hardware and software to enable IPv6 wherever technically feasible. "

Den Autoren dieses RFC möchte ich nach dem "großartig" noch ein "mehr Mut zu Großbuchstaben" zuwerfen, die "must" und "should" müssten noch groß geschrieben sein.

Grüße Marc

Ich weiß nicht wie das in Österreich ist, aber natürlich kann man durch individuelle Vereinbarung keine gesetzlichen Regelungen wegdefinieren.

Grüße Marc

Eben. Und bei uns (bei euch sicher auch) sind eben viele Regelungen im Gesetz als nicht vertraglich ausschließbar definiert. Und sowas unterschreibe ich ohne mit der Wimper zu zucken, selbst wenn ich mir denke, dass das mal relevant werden könnte, wenn es im Gesetz klar benannt ist und der Vertrag dieser Regelung eindeutig widerspricht.

/ralph

Glaub mir, der US-Wahlkampf und die nächste Bundestagswahl werden toll.

Falk D.

Der ist schon "toll" (in einer älteren Wortbedeutung ;) und alles wäre sehr unterhaltsam, wenn man nicht einem Wahnsinnigen damit die Codes zu Atomwaffen, und u.a. an die Schalthebel vieler wirtschaftlicher Entscheidungen die Milliarden Menschen betreffen setzen würde.

Letztendlich kann man nur drauf hoffen, dass Trump bald stirbt, und konservative aber rationalere Kreise in der GOP das Ruder übernehmen.

/ralph

Sehe ich nicht. Die Preise von allem unter /26 für Endkunden sind nur unterinflationär gestiegen.

Sobald alle /31 routen können und letzten geo-zugewiesenen Adressbereich frei werden geht es wieder ein Jahre und SNI ist auch nicht mehr böse.

Falk D.

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