Röhrenradio Akkord Pinguin U58: UKW schwach

Sep 08, 2007 8 Replies

Hallo liebe Radiofreunde,



Nach Rolfs Bericht bekam ich wieder Lust mit alten Röhrenradios zu basteln. Und als dann noch einer von D-Röhren erzählte, musste ich einfach meinen Akkord Pinguin U58 aus der Versenkung holen. Mindestens zehn Jahre wurde der nicht mehr eingeschaltet.



Beim ersten Einschalten lief er sogar, nur der Drehkondensator war verharzt. Also mal aufgemacht und geölt. Die Mechanik ist jetzt wieder tip-top.



Nun zum Problem: Der UKW-Empfang ist schlecht. Viel zu leise (knapp Zimmerlautstärke bei Lautstärkemaximum) und die starken Sender werden verzerrt. Zwischen den Sendern rauscht es auch kaum, als ob die ZF-Verstärkung zu schwach wäre.



Wo fange ich da an zu suchen? Den Fehler kenne ich von verschiedenen Röhrenradios, nur bei dem ist es besonders schlimm.



Falls jemand einen Schaltplan hätte wäre ich auch sehr dankbar.



Gruss, Stefan Heimers


eln.

nen

zt.

Ich habe die D R=F6hren vorher erw=E4hnt. Der hier ?

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Du kannst vorerst die 3 DF96 untereinander austauschen und sehen ob es was bringt. Hast du eine Heizungsbatterie drin ? Wenn es eine alte ist dann kann es sein dass die Heizspannung viel zu niedrig ist da die alte Zelle den Lader stark belastet.

Gru=DF, Peter

Hallo Peter,

Ja genau, nur andere Gehäusefarben. Fotos kommen, wenn er wieder flott ist.

Eine Heizungsbatterie habe ich nicht, ich betreibe ihn mit Netzstrom.

Ich werde mal die Heizspannung kontrollieren. Zwei der DF96 habe ich schon gegeneinander getauscht, das hat keinen grossen Unterschied gemacht.

Kann es sein, dass sich die ZF-Kreise verstimmt haben? Oder ist das eher unwahrscheinlich? Die Folienkondensatoren sind in durchsichtigem Kunststoff, ich glaub, die sind nicht so alterungsanfällig. Ich habe sie aber noch nicht durchgemessen.

Danke für die Antwort.

Stefan

Stefan Heimers http://www.heimers.ch/

Jetzt habe ich den Fehler gefunden - und bin auch noch selbst Schuld. :-(

Ich hatte den Spannungswahlschalter auf 240V gelegt, statt 220V. Das mache ich eigentlich immer so, um bei unseren 230V spannungsempfindliche Teile zu schonen. Normalerweise geht das ohne Nachteile.

In diesem Fall reagiert der Empfänger aber sehr empfindlich. Bei 240V sehr schwacher UKW Empfang, bei 220V richtig kräftig.

Die Heizspannung ist bei 240V Einstellung 1.34 V, bei 220V Einstellung

1.45V. Kaum zu glauben, dass dieser kleine Unterschied so grosse Wirkung zeigt.

Gruss, Stefan

Es ist m=F6glich dass die Abstimmkreise verstimmt sind, jedoch itst dies unwahrscheinlich. Normalerweise geht man davon aus dass nur ein gravierender Fehler vorliegt. Dann wuerde z.B. schwacher UKW Empfang ohne Rauschen darauf hindeuten dass der Produktdetektor (FM Detektor) oder die letzte ZF Stufe nicht in Ordnung ist, aber nur nachdem man die Heizspannung gepr=FCft hat. S. auch:

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=DCbrigens muss im Produktdetektor (der wahrscheinlich an den Germaniumdioden zu erkennen ist) ein ca. 5uF Elko sein. Den wuerde ich unbedingt austauschen.

Jetzt die Heizung: bei fast allen Batterieportabeln mit D R=F6hren erh=E4lt man nur die Haelfte der Heizspannung wenn keine Heizbatterie eingebaut ist. Dies ist deshalb so, weil die Heizspannung dann nur durch einen Einweggleichrichter der eigentlich als Heizbatterie Lader ausgelegt ist gespeist wird. Eine schnelle Abhilfe liefert dann der Einbau eines 10,000 uF Elkos an Stelle der Heizungsbatterie. Die Heizf=E4den der D R=F6hren sind nur schwierig durch das Glas zu sehen, daher ist die Ausmessung der Heizspannung mit einem Effektivmessger=E4t (20 Euro DVM tut es nicht!) unentbehrlich. Ein normales DVM zeigt in diesem Fall zu hoch an (ungefilterte einweg-gleichgerichtete Wechselspannung). Daher bei fehlendem Effektivmessger=E4t den grossen Elko direkt einbauen und sehen ob das was bringt. Vorsicht: bei vielen Ger=E4ten ist die Spannung am Gleichrichter auch bei ausgeschalteten Ger=E4t vorhanden. Sie soll den Akku puffern. Beim L=F6ten kann es dann zu unangenehmen =DCberraschungen kommen. Immer Netzstecker und ALLE Akkuklemmen ziehen bevor man mit Werkzeug daran geht.

Es sei hier bemerkt dass der Elko nur eine zeitweilige Pr=FCfung darstellt. F=FCr den Normalbetrieb ist eine 1.25V NiCd (nicht NiMh) Zelle einzubauen und anst=E4ndig aufzuladen (24h). Ein vorhandener Serienwiderstand der die 2V Akkuspannung auf 1.3V herabsetzen sollte ist dann kurz zu schliessen. Der Ladestrom ist dann zu justieren um der NiCd Zelle auf der Dauer nicht zu schaden. Man soll eine m=F6glichst grosse Zelle nehmen (B oder D).

Gru=DF, Peter

Danke für die ausführliche Antwort. Wie gesagt habe ich den Fehler (falsche Netzspannungseinstellung) gefunden.

Hier die versprochenen Bilder:

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Die Heizspannung wird in dem Gerät schon über einen Kondensator geglättet. An dem sollte es nicht liegen. Ich wundere mich trotzdem, dass ein derart kleiner Unterschied der Versorgungsspannung genügt, um das Gerät beinahe unbrauchbar zu machen. Wie konnte das jemals mit Batterien funktionieren? Ein NiCD Akku hätte schon voll geladen eine kleinere Heizspannung als bei meinem Versuch mit 240V Einstellung der Netzspannung.

Was ist eigentlich ein "Kali-Sammler"? Nach der Beschreibung im Gerät müsste das ein Akku in Form einer Monozelle sein. War da ein NiCD Akku gemeint?

Den Kondensator im FM-Detektor hatte ich schon vor meinem "Problem" gewechselt. Da war ein 1uF Elko, der nur noch ca. 90nF hatte.

Gruss, Stefan

Stefan Heimers schrieb:

Mindestens eine der Röhren wird halt verschlissen sein, Kathode emittiert nur noch mäßig.

Ja, oder ein Nickel-Eisen-Akku. Wurden damals so genannt wegen des Elektrolyts, Kalilauge halt.

Gruß Dieter

Hallo Dieter, Hallo Stefan,

Dann kann es etwas bringen, die "verschlissenste" Roehre in eine Position zu setzen, wo am wenigsten Kathodenstrom gebraucht wird. Notfalls durch Wechseln, bis bei 240V die "bestmoegliche" Empfindlichkeit da ist und dann wieder herunterschalten. Auf diese Weise haelt es (hoffentlich) noch eine Zeit lang, bis eine Quelle fuer neuere DF Roehren aufgetrieben ist.

[...]
Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com

snipped-for-privacy@gmail.com schrieb:

Ja, die Fäden leuchten sehr dunkel. Wie die ähnlich aufgebauten Kathoden in den V-Fluoreszenzdisplays, die sieht man auch kaum glimmen. Per Zufall hatte ich vor einiger Zeit bei Aldi ein Nachtsichtgerät mit guter IR-Empfindlichkeit ergattert, das geht für so was ganz prima :-).

mfg Rolf Bombach

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