Die Glasoberfläche
Ich habe vor Jahren auf dem Zweirad gelern, aufgemalte Markierungen zu fürchten. Vor Glas unter dem Reifen hätte ich Panik. Ich kann zwar auch auf Eis (mit dem Vierrad) sicher fahren, aber rund ums Jahr möchte ich das nicht.
Die Glasoberfläche
Ich habe vor Jahren auf dem Zweirad gelern, aufgemalte Markierungen zu fürchten. Vor Glas unter dem Reifen hätte ich Panik. Ich kann zwar auch auf Eis (mit dem Vierrad) sicher fahren, aber rund ums Jahr möchte ich das nicht.
Mir geht's nicht anders.
Zumindest, so lange ich nicht über die speziellen Eigenschaften des Glases Bescheid weiß, ging's mir genauso. Aber ich weiß: Glas ist nicht gleich Glas. Es gibt - wie z.B. auch beim Stahl - sehr viele sehr unterschiedliche Sorten. Noch deutlicher wird's beim Lack. Es gibt Lacke, an denen bleibt man auch im trockenen Zustand fast kleben (z.B. so manche Silikonlacke) bleibt. Andere wiederum sind als Gleitlacke ausgeführt und entsprechend rutschig wie Sau.
Glasplatten als Fahrbahnbelag müssen halt sehr spezielle Eigenschaften haben. Z.B. ein selbstschärfendes Oberflächenprofil, das grundsätzlich erreicht werden kann, wenn Glassorten unterschiedlicher Härte miteinander vermengt werden. Funktioniert dann ähnlich wie eine Schleifscheibe. Die weichen Komponenten werden abgetragen. Die harten werden freigelegt und sorgen so für den nötigen Grip. Haben beide Glassorten auch noch einen ähnlichen Brechungsindex, kann die Retroreflexion gut unterbunden werden, was die Lichtdurchlässigkeit entsprechend verbessert. Könnte mir gut vorstellen, dass die Reifenhersteller solche Spezialgläser im Einsatz haben, um z.B. die Gummiverformung während extremer Fahrmanöver besser nachvollziehen zu können.
Eis ist ein gutes Stichwort: Im Winter fahren immer mehr Radfaher mit Spikes herum, ich kann mir nicht vorstellen, daß das für die Glasfahrbahn auf die Dauer besonders gut wäre, Selbstschärfung hin oder her.
/ralph
Das ist sicher ein Problem ... für Dich.
Hier in Paderborn gab es mal eine Diskothek, die Schneinwerfer hatte, die in den Himmel schienen. Da haben sich dann einige 'drüber erregt, es würde sie an Flak-Schneinwerfer und damit an den Krieg erinnern. Andere stören sich an den Probealarmen der Feuerwehrsirenen Samstags gegen Mittag ...
Am Ende geht gar nix mehr, weil es immer jemanden gibt, der (berechtigt, das will ich nicht bezweifeln) panische Angst bekommt.
Josef
Da gibts sicher Nanopartikel, die die Haftreibung um Größenordnungen verbessern. Und im Winter sind diese PV-Straßen ja angeblich beheizt, schließlich kann man ja von den versprochenen 100W/m^2 ein bisserl was abkneifen. SCNR.
Und der Einfluß von Rollsplit wäre da ebenfalls noch interessant. OK, wird ökologisch und flächendeckend durch transparentes Maisspindelgranulat ersetzt. Gegen die Salzstreuung auf Straßen habe ich (und diverse Umweltschutzorganisationen) ohnehin etwas, da kann man die Abrasionswirkung von auftrocknenden Kochsalzkristallen (Mohshärte 2) auch vermeiden. Müssen die Autos halt langsamer fahren, was zudem emissionsfreundlich ist.
Ach was. Die Reifen der 60'000 Fahrzeuge pro Tag auf der A94 in Feldkirchen Ost [1] machen da gar nichts aus. Wir müssen nur in weiteren, öffentlich geförderten Projekten die Glasmischung optimieren.
V.
[1]
Jo. Und noch andere echauffieren sich, wenn jemand mit einem Laser in Flughafennähe herumfuchtelt. Und immer diese Ökoterroristen mit ihrem Geheule über Lichtverschmutzung.
Zum Verständnis: Hier gehts nicht um irgendeine abstruse Phobie, sondern die durchaus berechtigte Annahme, (feuchte) Bodenmarkierungen seien rutschig. Unter Praxisbedingungen übrigens, nicht irgendwelche Laborversprechen. Diese Annahme muß sich nicht in jedem Fall bestätigen, zu prüfen wäre sie zumindest - v. A., wenn es um neuartige Technologien wie PV-Straßen mit Glasoberfläche geht.
Deswegen muß man Bodenmarkierungen nicht gleich verbieten, so wie auch ordinäre Leitplanken - Freund jedes Kradfahrers - weiterhin existieren dürfen. Ist halt dann persönliches Pech und tragischer Einzelfall, wenn es Dir im Sturzfall den Arm abreißt. So wie es halt Pech ist, wenn Du auf einer Bodenmarkierung oder einem PV-Panel ausrutscht.
In der Zusammenschau mit Assistenzsystemeinführungen, Tempolimits und Helmpflichtdiskussionen hat das natürlich ein Gschmäckle. Was aber ein anderes Thema ist, bei dem es um die Sinnfälligkeit, Wirksamkeit und Angemessenheit von Maßnahmen geht.
V.
Spikes sind auch für normale Straßen nicht gut. Deshalb wurden sie hierzulande für Autos verboten. Es stellt sich die Frage, wie dick die Verschleißschicht gemacht werden soll/muss. Das gleiche Problem hat man mit normalen Fahrbahnbelägen auch.
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