Notebook -Akkumanagement spinnt - wie Li-Io wiederbeleben?

Sep 02, 2005 14 Replies

Hi,



habe einen Siemens Scenic Mobile 510 ergattert. Akku 3800 mAh Li-Io.



Sollte damit ca. 3-4 Stunden laufen. Macht aber nach ca 30 Minuten schlapp. D.h. der Akku fällt ohne Vorwarnung bei einem Ladestand von ca. 90% aus. Klick - Notebook aus. Schafft nicht mal ein Suspend->Ram. Die Abschaltung erfolgt wohl akkuintern so daß der Laptop das gar nicht gestuert mitbekommt.



Beim abschliessenden Laden hat er nach ca. einer viertel bis halben Stunde bereits wieder 100%.



Ich vermute, daß der Memorychip und/oder Kontroller von falschen Werten ausgehen. D.h. der Akku hat tatsächlich nur noch ca. 10%, das Memory steht aber auf ca. 100%. Werden jetzt 10% entnommen fällt die Anzeige von 100 auf 90. Und dann schlägt die akkuinterne "Notabschaltung" zu. Beim Laden wird der Akku von 0 auf 10% geladen, das Memory geht aber von 90 auf 100 aus und der Ladevorgang wird abgeschaltet. Der Akku wird also nie voll.



So meine Vorstellung. Habe mir dann das "Siemens Akku-Lernprogramm" für dieses Notebook besorgt und gestartet.



Das Programm soll laut Beschreibung den Akku vollladen, dann leer machen und dann wieder vollladen und damit die Kapazität bestimmen und das Kapazitätsmanagement synchronisieren. Grafisch dargestellt mit 3 Phasen zu je 33% der Anzeigebreite



Aber das funktioniert irgend wie nicht.


1: Versuch. Akkuprogramm gestartet. Es zeigt eine "alte" Akku-Kapazität von ca. 2800 an. Das muss aus dem Akku-Memory kommen.

Obwohl der Akku vorher leer war bzw. die automatische Abschaltung das geglaubt hatte, springt der Lerntest innerhalb von 2-3 Sekunden auf einen Ladestand von 99%, d.h. auf ca. 33% des gesamten Lernzzyklus, lädt da ein paar Minuten bis 100% und beginnt Phase 2 = Entladung (33



-> 66% des Zyklus). Das geht von 100% Kapazität langsam runter auf ca.



90%. Dauert so ca. 5-8 Minuten. Dann erfolgt die Umschaltung in Phase
3 (Laden = 66% des Zyklus) zum Wiederaufladen.

"Fortschrittsbalken" etwa so:



|____________________|____________________|____________________|



Phase 1 Phase 2 Phase 3 Laden 33 Entladen 66 Laden


Das Programm oder der Kontroller hat wohl gedacht daß der Akku leer ist. Jetzt wird wieder sehr schnell von auf 100% geladen. Ergebnis. Neue Kapazität jetzt nur noch ca. 2600 mAh. So viel wurde nie entladen oder geladen! Mein Akku hat sich bezogen auf die Startbedingung veschlechtert!



Also Versuch 2: Ablauf im Prinzip wie bei 1. Nur am Ende dann 2400 mAh. Und nochmal mit Versuch 3 - jetzt 2200 mAh.



Habe dann einen Laufzeittest unter Praxisbedingunegn gemacht. Statt früher ca. 30 Minuten ist jetzt nach ca. 5 Minuten Schluss.



Also noch 2 mal den "Lerntest" gemacht - und bin jetzt bei 1800 mAh Kapazität laut Programm. Und eine Laufzeit nach Vollladung von ca. 1 Minute!



Da ich nicht an einen Zellendefekt glaube, habe ich den Akku aufgebrochen und nachgemessen. 4 x 2 parallel geschaltete Zellen in Reihe. Alle haben 4,05 Volt! Obwohl laut Akkumanagment der Akku leer sein müsste.



Verdammich



Habe jetzt die erste Gruppe mit mit meinem zweckentfremdeten Akkumaster "entladen" - von diesen 4,05 auf 2,70 Volt. (Entsprechend Entladeschluss von eingestellten 3 NiCd Zellen)



Und es kamen bei einem Entladestrom von 500 mA ca. 1050 mAh raus. Werde jetzt noch die 3 anderen Gruppen entladen und dann noch alle alle 4 Gruppen unter DMM- und Handkontrolle auf je 2,4 Volt.



Damit das ganze Paket auch wirklich so leer ist wie es der Kontroller glaubt es zu sein. Und er es mal richtig laden kann.



Ich frage mich nur wie man ein so bescheuertes Akkumanagement bauen kann? Laut diversen gefundenen Artikeln haben andere Leute ähnliche Probleme.



Hier scheint:


1: Das akkuinterne Management grundsätlich Mist zu sein.


2: Das Notebookpowermanagement ebenso


3: Das Akkulernprogramm erst recht


4: Die Elektronik insgesamt im Zusammenspiel.



Nach meinem Gefühl wird die Ladung beendet, wenn das Management "glaubt", daß der Akku voll ist. Nicht wenn die Ladeschlussspannung erreicht ist.



Beim Entladen umgekehrt: Hier scheint das Management einfach nach unbekannten Kriterien abzuschalten. Obwohl die Zellenspannug noch 4,x Volt hat bzw. das Management von 90% ausgeht.



Die Kapazitätsmessung ist ein Witz! Der Lade- und Entladestrom dürfte so ca. bei 2 bis 2,5 Ampere liegen. Laut Beschreibung dauert ein normaler Testzyklus ca. 7 Stunden. D.h. Laden, Entladen und wieder Laden.



Wie das Management bei einer nur wenige Minuten dauernden Entladung zu Kapazitätswerten von 2,x bis 1,x Ah kommt weiss wohl nur der Herr Siemens.



Irgendwelche Ideen wie ich den mit Sicherheit nicht kaputten Akku wieder zurechtbiegen kann?



Gruss Wolfgang


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Der Akku ist hin! Du kannst ihn beerdigen. Der hat einen viel zu hohen Innenwiderstand deshalb wird er vom Spannungueberwachungs-IC abgeschaltet wenn er unter _Last_ unter 2.5V pro Zelle faellt.

Olaf

Wolfgang Gerber schrieb:

Was für ein Akkuprog ist das?

Hmm, so etwas ähnliches macht mein Notebookakku auch, nur hier fährt der Rechner sauber herunter. Messung unter Last: Abschaltung innerhalb von wenigen Minuten bei 4,1V pro Zelle. Klar, daß die auch innerhalb weniger Minuten wieder voll ist. Ich werde bei meinem als nächstes probieren, den Strommeßshunt mal zu überbrücken, damit der keine Entladekapazität mehr integrieren kann.

Auch unter Last?

Das ist deutlich zu wenig, die Zellen dürften hin sein. Normal müsste bei 4,05V schon etwa 85% Kapazität vorhanden sein.

Zu wenig. Entladeschluß sollte 3V unbelastet sein, 2,7..2,5 unter Last ist Notabschaltung.

Bernd

Olaf Kaluza schrieb:

Nicht ganz. Die bisherige Restlaufzeit von ca. 30 Minuten hätte mir dicke gereicht. Und den alten Zustand versuche ich halt wieder hinzubekommen. War ja bis vor dem Akkulernprogramm auch so.

Das klingt einleuchtend und passt ja zu meiner Vermutung. Ich habe es gerade gemessen:

Heute nacht bzw. gestern abend alle Zellen auf exakt 2,7 Volt entladen. Somit gleiche Bedingungen für alle.

Habe das praktisch fast leere Pack dann in den Laptop gesetzt und ein DMM parallel dazu. Habe dann den Laptop so ca. 5-6 mal gestartet bis er jeweils wieder nach ca. 1 Minute abgeschaltet hat. Anfangs stand die Kapazitätsanzeige noch bei ca. 75%. Das Akkumanagement hat ja meine externe Entladung nicht mitbekommen Die Abschaltung durch den Akku erfolgte jeweils bei ca. 12,8 Volt. Also bei 3,2 V/Zelle! Nach diesen Versuchen war dann plötzlich die Akkuanzeige "leer" - also hat das Akkumanagement jetzt wohl endlich begriffen daß der wirklich leer ist.

Dann habe ich den Lernzyklus wieder gestartet. Interessanterweise fängt der jetzt wirklich vorne an. Für das Lernprogramm war der Akko diesmal nun wohl wirklich leer. Momentan steht die Ladung nach ca. 25 Minuten bei ca. 60 Prozent.

Das sieht schon mal besser aus als gestern. Ich werde weiter berichten.

Gruss Wolfgang

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Bernd Laengerich schrieb:

siehe:

|So meine Vorstellung. Habe mir dann das "Siemens Akku-Lernprogramm" |für dieses Notebook besorgt und gestartet.

Gehört zum Lieferumfang und ist als Tool auf der Treiber-CD.

Das schafft meiner nicht weil es zu schnell geht. Habe das Runterfahren schon erhöht auf "bei < 50%". D.h. bei halbleerem Akku. Die Abschaltung erfolgt aber wohl durch den Akku bei einer Anzeige von noch > 90% - der PC kann also gar nicht gesteuert runterfahren.

Dann kann er die Ladung aber auch nicht mehr messen

Nö - Leerlaufspannung nach der Entladung im Laptop. Sagt nix aus - ich weiss. Aber alle 4 Zellenblöcke waren genau gleich. Bei der dan folgenden Entladung mit 500 mA sank diese Spannung sofort auf ca. 3,8 Volt und dann kontinuierlich (fast linear laut Grafik) auf 2,7 Volt bis der Entlader abgeschaltet hat.

Wie gesagt, zuvor im Laptop entladen bis zur Selbstabschaltung. und die 4,05 waren ja Leerlaufspannung.

Ok - die 2,4 habe ich aus einer Akkufaq. Mit meinen 2,7 war ich dann ja nicht so extrem faslch.

Werde weiter berichten. Siehe auch anderes Posting nebenan. Momentabn steht die Ladung nach ca. 35 Minuten schon bei 81 Prozent. Diesmal wird also wirklich ordentlich was "reingepumpt" - Die Ladungen gestern waren ja dank dem komischen Management immer schon nach sehr kurzer Zeit fertig.

Wobei sich dr Prozentwert wohl auf den zuletzt gemessenen Kapazitätswert bezieht. Dieser steht auf nur 832 mAh. (siehe gestern)

Wenn die Ladung jetzt bei 100% aufhört dann ist dieses Ladetestprogram Müll! Das würde bedeuten, daß man einmal falsch "vermessenen" Akku nie wieder auf einen höheren Kapazitätswert als den zuletzt gemessenen Wert bekommt. Passend zu meinen gestrigen Erkenntnissen.

Wenn die Ladung nach Spannung beendet wird, dann müssten jetzt deutlich über 100% reingehen. Mindestens 150%! Was dann einer Kapazität von "nur" ca. 1200 mAh entsprechen würde. Soviel hatte der Akku ja vor meinen gestrigen Versuchen ca. noch.

Gruss Wolfgang

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Olaf Kaluza schrieb:

Wie schon gesagt - du hast offensichtlich recht. Durch meine Entladetechnick, jede Gruppe einzeln auf 2,7 Volt, konnte ich den alten Zustand zwar wieder herstellen. D.h. der Akku liegt jetzt wieder etwa da, wo er "vor" meinem Experiment mit dem "Ladelernprogramm" war. Er hat diesmal auch richtig deutlich lange geladen.

Bricht aber trotzdem nach ca. einer viertel Stunde Belastung mit laufender Festplatte dann schlagartig zusammen obwohl er noch über 75% laut Anzeige hätte.

Mist! Aber damit kann ich leben. Für mich ist der Akku bloß so eine Art USV bzw. dient beim rumtragen in der Wohnung nur zum Überbrücken bis zur nächsten Steckdose.

Und wieder mal ist bewiesen, daß so ein elektronischens Akkumanagement mit Messung der Ladung, Entladung und "Berechnung" der Kapazität eigentlich nix taugt. Was nützen (falsche) Kapazitätsanzeigen, die fern jeder Realität liegen?

Und weiter ist wieder einmal bewiesen, daß die meisten Herstellertools Mist sind. Gerade auch zuvor mit einem Printservertool von Lexmark erlebt. Dilettantismus^3

Jeder popelige Hobbyprogramierer bringt was besseres zustande als dieses dämliche und dilettantische Siemens "Akkulernprogramm" - in meinem Fall hat es den "halblebigen" Akku durch sinnloses Handling praktisch vollends gekillt. Zum Glück konnte ich das Management durch die externe Behandlung austricksen.

So - jetzt sich die Frage: wo bekomme ich solche Li-Io-Zellen einzeln und zu bezahlbarem Preis her?

Gruss Wolfgang

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Wolfgang Gerber schrieb:

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oder andere Modellbauversender Stichwort: KONION

Oft ist aber ein Ersatzakkupack nicht wesentlich teurer, gute Erfahrungen habe ich z.B. mit einem Ersatzakku von MacBatt gemacht.

Bernd

Bernd Laengerich schrieb:

Danke - ein neuer Akku soll angeblich 260 EURO kosten. Wenn ich da ein paar dutzen Euronen sparen kann dann bastle ich da gerne ein paar Stunden.

Gruss Wolfgang

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Bernd Laengerich schrieb:

error --- konnte nicht gefunden werden.

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oder andere Modellbauversender ^ war es - die Zellen sind aber alle nicht als Ersatz für die Originalzellen geeignet.

andere Spannungen. Gibt es denn wirklich keine Anbieter reiner einzelner Li-Io-Zellen?

Gruss Wolfgang

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Wolfgang Gerber schrieb:

Sorry, vertippt.

[...]

Häh? Die KONION-Zellen haben, wie alle LiIon-Zellen, 3,7V Nennspannung und 4,2V Ladeschlußspannung. Wenn anstelle von LiIon (3,6/4,1V) eingesetzt, werden wenige % Kapazität verschenkt. Vermutlich brauchst Du 4S2P der 1600er im Akkupack, also 8 Zellen. Manchmal sind auch 4S3P der 1100er Zellen drin.

Siehe oben. Auch z.B.

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Bernd

Bernd Laengerich schrieb:

Ok - schon gemerkt

^^^^^^^^^^ Meine Li-Ion haben 3,6 und nicht 3,7

Das sehe ich anders. Wenn ich mir die Ladekurve anschaue, so bewegt die sich während etwa des letzten Drittels der Ladezeit in den letzten

100 Millivolt. Meine Ladeelektronik würde da im Verhältnis schon viel zu früh abschalten wenn sich die LiPos ähnlich verhalten. Es käme aber auf einen (sehr teuren) Versuch an.

ja - wobei das dann durch "2P" wohl 3200 mAh wären?

ok - werde ich mal durchforsten. Auf den ersten Blick wird das aber sehr teuer :-(

Werde wohl leichter meinem "Lappi" einen "doppelten Boden" verpassen, ähnlich wie die Lüfteruntersätze, und das mit NiMh-Zellen und etwas Ladeelektronik vollpacken.

Gruss Wolfgang

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Ich habe gerade einige von diesen Standard-Zellen, die so um 16mm dick und 60mm lang sind be eBay gekauft. Sollen zwar bei mir nicht in ein Notbuch, sondern eine Messschaltung versorgen, aber passen würden sie ganz sicher, denn dafür sind sie gedacht. Für 2Ah Sony habe ich 3,95 das Stück bezahlt, wenn man einen Grossposten kauft, wird der Stückpreis sicher niedriger ausfallen.

-Stefan Huebner

Wolfgang Gerber schrieb:

Argl, ich sollte nochmal lesen vor dem Absenden. Die Konion haben wie alle _Lipo_ 3,7V. Die LiIon haben 3,6V Nennspannung und 4,1V Ladeschlußspannung.

Genau.

Bernd

Stefan Huebner schrieb:

Hat sich fast erledigt. Habe einen recht gut erhaltenen Akku ersteigert. Gewerblicher Händler. Soll angeblich mit "neuen" Zellen bestückt sein. Das halte ich aber für einen Schwindel. Laut Messung mit dem Akkulernprogramm bringt er nur ca. 2400 mAh. Und hält auch nur eine Stunde unter Volllast. D.h. laufende Festplatte und einem nackten DOS-Programm mit 100% CPU-Auslastung.

Wo wo wo? gier ... lechz ...

Kannst du mir mal den Händlernamen mailen? Bitte dazu Signatur beachten. (NGANTWORT)

Gruss Wolfgang

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Bernd Laengerich schrieb:

Und sind damit für die bestehende Akkuelektronik wohl nicht zu gebrauchen.

Gruss Wolfgang

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