Moin,
die Rahmenhandlung: ich baue gerade ein Gerät, das im privaten Haushalt steht (als Abgrenzung zu Industrieelektronik), in dem ein Ringkerntrafo (150VA, Ausgang 5A @24VDC) dauerläuft und ab und zu zwei Schaltnetzteile (Meanwell LRS-100, also 100W-Klasse) eingeschaltet werden. Das Einschubmodul (Europakarte) mit dem Ringkerntrafo ist vom nicht mehr existenten Hersteller Zentro aus Pforzheim und war jahrelang (min 5, evtl. sogar 15 Jahre) in Industrieelektronik eingesetzt, also ein Gebrauchtgerät, dem ich "profi"laktisch die Entstörkondensatoren (die X2- und Y2-Teile am 230V-Eingang) sowie die Siebelkos ausgetauscht habe.
Jetzt stehe ich vor der Frage, ob ich meinem neuen Gerät einen Netzfilter spendieren soll. In der Industrieelektronik war das mit diesen Ringkerntrafos üblich. D.h. ich habe mehrere gebrauchte aus derselben Quelle zur Auswahl. Es handelt sich um die Schaffner-Baureihen FN343 und FN680.
Dazu habe ich Fragen:
- Wie legt man diese Netzfilter aus? Nehme ich als Nennstrom den nächstgrößeren vom veranschlagten maximalen Strom meines Geräts dahinter? Das wären beim 150VA-Ringkerntrafo max. 90W und bei den beiden Meanwell-Schaltnetzteilen rund 160W. Alles zusammen gerade mal 250W also knapp über 1A @230V. Oder wähle ich ein bißchen Reserve und einen
3A-Netzfilter. Oder spielt die Hauptrolle der Einschaltstrom, der im Fall des Ringkerntrafos weit im zweistelligen A-Bereich liegen kann, bei den Schaltnetzteilen ebenso und vom Hersteller mit max. 50A angegeben ist (bei beiden zusammen daher 100A). Ich habe hier mehrere Schaffner-Filter (vermutlich die mit 6A), hinter denen bis zu 7 dieser Ringkerntrafos parallel(!) in Betrieb waren.
- Wurden die Schaffner-Netzfilter möglicherweise als Einschaltstrombegrenzung für die Ringkerntrafos eingebaut? Mich hat's im Nachhinein gewundert, daß die 230V-Versorgung in der Büroumgebung mit handelsüblichen 16A-Sicherungsautomaten funktioniert hat. Meine Erwartungshaltung für den Normalfall ist, daß 16A-Automaten (mit üblicher "Haushalts-"kennlinie) beim Einschalten mehrerer dieser Ringkerntrafos über einen Schalter zumindestens manchmal auslösen müßten.
- Die beiden Schaffner-Baureihen unterscheiden sich in einem relevanten Punkt: bei den FN343 ist im Erdleitungsdurchgang eine Induktivität, bei der Baureihe FN680 nicht. Welchen Zweck verfolgt diese Induktivität in der Schutzerdezuleitung? Ich habe nur eine Idee, denn diese Industrieanlagen standen teils in der Nähe von Generatoren, also großen Stromerzeugern, wo ich ein "unübliches" Verhalten vom Erdpotential vermute. Dann wäre das vermutlich eine Methode Störungen von draußen über diesen Weg zu dämpfen. Aber sonst?
Meine Fragen in Kurzfassung: Ist der Einbau eines Netzfilters empfehlenswert? Wenn ja, wie ist er zu dimensionieren?
Gruß, Ralf