Primaerschaltnetzteile 12V/15W zum Einloeten, Erfahrungen?

Nov 17, 2009 24 Replies

Hallo Leute,



Es geht darum ein kleines Fertig-Schaltnetzteil zum Einloeten zu finden. Geht mir natuerlich gegen den Strich so wie Fertigpizza, aber in diesem Fall sind die Stueckzahlen zu niedrig und es lohnt keine eigene Entwicklung.



Diese Frage hatte ich schonmal in der s.e.design NG gestellt und dabei kam heraus, dass die Jungs dort mit den Fabrikaten MeanWell, Astrodyne und Traco recht zufrieden sind. Wobei aber wahrscheinlich nur MeanWell preislich hinhauen wird. Nun ist das aber alles 120V-Land und da die Dinger Weitbereichseingang haben verknusern sie Spikes hier leichter als bei Euch mit 230V. Der Primaerelko bei fast allen die ich gesehen habe hatte nur 400V, ist was knapp. Natuerlich muss das wie ueblich deutlich unter $20 bleiben, Beispiel:



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Wie sind Eure Erfahrungen? Vielleicht gar mit MeanWell?


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Joerg schrieb:

Moin Jörg!

Meanwell-0,75kW-12V/15V-Netzteil: Keine Probleme (einige im Einsatz), allerdings haben sich bei einem bei einer Verpolt angeschlossenen Auto-Batterie ein paar Shunt-Widerstände ausgelötet und ein oder zwei Ausgangs-Elkos sind gestorben. Der Einsatz ist in einer Werkstatt-Umgebung. Als Ladegerät gebraucht (Supercap) klappt die Leistungsbegrenzung (ist keine reine Strombegrenzung!) sehr gut, allerdings bei unter ca. 1,5V-Ausgangsspannung kommt nur ein kleiner Strom raus.

Einige kleine der (unter) 50W-Klasse mit +/-12V/ +/-15V/ +/-24V sind auch im Einsatz, auch ohne Probleme.

Allerdings sind das alles keine Print-Versionen, sondern kleine bis große Quader mit Schraubklemmen.

Ciao Dschen

Dschen Reinecke === der mit dem Namen aus China === http://WWW.DSCHEN.DE mailto:usenet@dschen.de

Nicht mit diesen, aber Open Frame in der 40W-Klasse: sieh' Dir die Temperatur der Elkos im Betrieb genau an. Wir haben letztes Jahr 10 (footprint-kompatible) Netzteile evaluiert und 9 wegen Elko-Lebensdauer aussortiert - das war aber in einem flachen Gehäuse ohne Lüfter.

Wenn es natürlich nur 2 Jahre halten muß, oder Du genug Luftstrom hast, ist das evtl. unkritischer.

IIRC war Astec in Ordnung.

cu Michael

Ok, das ist schonmal gut zu wissen. Meist stammen die Quader und die kleineren aus der gleichen Feder. Mich hat auch die dreijaehrige Garantie und die hohe MTBF ueberrascht.

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Das muss moeglichst >10 Jahre halten, ist im Dauerbetrieb, im Sommer knallt die Sonne auf die Kiste (steht draussen) und es ist kein Luefter drin. Also beinahe Worst Case. Die relativ einfachen Elkos des bisherigen linearen Netzteils haben das gut ausgehalten.

MeanWell veroeffentlicht recht detailierte Datenblaetter und gibt die Kondensatorlebensdauern im obigen Link an, fuer 50C z.B. 154000 Stunden. Das waeren immerhin gut 17 Jahre. Da sie bei 25C ueber 500000 Stunden angeben und es nachts und im Winter nicht so warm ist, sollten es eher

25 Jahre werden. Von daher muesste das passen.

Danke, muss ich mal sehen wo man die hier bekommt.

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Joerg schrieb:

Ich seh auf einem Diagramm Derating ab 50° und fettich bei 70°. Könnte eng werde bei Sonnenschein.

mfg Rolf Bombach

Ja, das ist der Grund warum ich so etwas lieber selbst entwickle und warum ich hier frage.

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Kommt halt sehr auf den Einbau und das Gehäuse an, aber das klingt schon nach verschärften Anforderungen.

Die 50°C hast Du im Sommer aber schon so im Gehäuse, ohne daß das Gerät selber arbeitet und das Netzteil sich aufheizt. In einem flachen Gehäuse hast Du die 50°C am Netzteil je nach Design im Betrieb schon bei 20-30°C Außentemperatur.

Also: Muster besorgen, einbauen, Temperaturen an den Elkos messen und auf die gewünschte maximale Außentemperatur hochrechnen.

Was für eine Außen/Gehäusetemperatur nehmt Ihr denn an? Bei direkter Sonne scheinen mir 50°C knapp. Bei 70°C plus Eigenerwärmung sieht die Lebensdauer dann schon nicht mehr so toll aus ...

Auch, wenn MeanWell das sauber spezifiziert, würde ich aus Erfahrung empfehlen, die Temperaturen der Elkos zu messen und dann Datenblätter zu den verbauten Elkos zu suchen.

cu Michael

Ich hatte auch Netzteile mit toller MTBF-Angabe auf dem Tisch - bei 20°C. Bei realen Betriebsbedingungen kamen dann Elko-Lebensdauern von 2 Jahren oder so 'raus.

Das "M" in MTBF scheint in der Praxis für "meaningless" oder "marketing" zu stehen.

cu Michael

Hallo,

Michael Schwingen schrieb:

...[...]...

Das ist dann aber auch in gewisser Weise ein Designfehler. Zu wenige Platz für Frischluft. Ich gehe im weiteren Posting davon aus: Es gibt genug Platz zum Einbauen und die Möglichkeit frische Raumluft zuzuführen.

Dann stellt man fest das diese zu hoch wird ... Ich würde dann folgenden Ansatz vorschlagen: Gehäuse großer wählen und Platz für einen Lüfter vorsehen. Diesen kann man dann elektronisch regeln. Notfalls tut es sogar ein einfacher NTC. In PCs läuft sowas recht zuverlässig und preiswert. Hier mal ein Überblick:

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Vielleicht kann das als Anregung dienen. Der NTC müsste dann auf dem Kühlkörper für die Leistungselektronik montiert werden. Dieser sollte sich in einem Schacht im Gehäuse befinden und der Lüfter sollte die Luft durch diesen zerren.

Ja. Bei einer aktiven Lüftung hast Du aber Umgebungsluft die durchs Gehäuse strömt. Damit kannst Du auch die Aufheizung durch Sonneneinstrahlung verringern.

Ja, wenn man sich an kritische Bereiche ranstolpert muss man das wohl machen. Ich habe bei den Rechnern eben durch die aktive und NTC-geregelten Gehäuselüfter den kritischen Bereich vermieden. Das Board hat bei so einer Lüftung im Betrieb (der bei niedrigen T, spätestens unter 20°C eingestellt wird) normalerweise 3 K mehr als Raumtemperatur. Du solltest damit die Elkos bei 50°C im Raum noch unter 60°C halten können.

MfG

Uwe Borchert

Die Unterschiede in der Belastung durch die gänzlich unterschiedliche Applikation muß man doch ausgerechnet _Dir_ nicht wirklich erklären?! Ich wäre erschüttert :-)

-ras

Ralph A. Schmid http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/ http://www.bclog.de/

Gerade ihm, und jeden Tag aufs neue, wegen Merkbefreiung.

Ja, wir sind keine Seeleute.

Gruß Dieter

"Michael Schwingen" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@a-tuin.dascon.de... ..

Hi, ist da denn ein Unterschied?

mfg, gUnther

Das Gehaeuse ist recht gross, so etwa halber Putzeimer.

Ja, da hast Du recht. Ich hatte gestern beim Kunden angefragt ob er Daten ueber die Innentemperaturen hat. Mal sehen.

Hach, wenn man nicht alles selbst entwickelt ... echt, manchmal ist das am Ende zeitsparender. Nur bei solchen Netzteilen nicht wegen der buerokratischen Zulassungen und einem halben Dutzend Laendern.

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So aehnlich wie PMPO :-))

Aber immerhin geben die 3 Jahre Garantie. Nur nutzt einem das nichts wenn die Kunden des Kunden noelig werden.

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Der wurde auch in der alten Schaltung gequaelt, weil dahinter ein recht ruppiger Sekundaerschaltregler sitzt, etwa gleicher Frequenzbereich. Ueberdimensioniert hatten die den Elko auch nicht gerade.

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*gUnther nanonüm* wrote on Wed, 09-11-18 15:33:

Ja in der Schreibweise. Dürfte wieder so eine British vs. American Sache sein.

[...]

Ich wuerde bei diesen Bedingungen zu Traco greifen. Ich hatte vor einigen Jahren eine Anwendung, wo die eingesetzte Elektronik inklusive Netzteil in einem wasserdichten Schaltschrank im Freien eingebaut wurde. Traco war die einzige Netzteilfirma, die auf Anfrage das Derating der technischen Spezifikationen fuer einen Arbeits-Temperaturbereich von -25°C bis +65°C hergegeben hat. Die Teile sind jetzt 5 Jahre in Betrieb und bis auf einen direkten Blitzeinschlag kein Ausfall.

hth fritz

Danke, das ist mal ein Wort. Ich werde mich dann fuer die Traco TMP Serie erkundigen. Die haetten ohnehin den Vorteil dass sie zu den duennen Loetstelzen noch zwei 3.5mm Schrauben haben. Immer diese metrischen Gewinde :-)

Die MeanWell haben auch eine Derating-Kurve gleich im Datenblatt. Nur geht die schon ab 50C nach unten. Problem ist, dass diese Sachen u.a. in der Karibik stehen, voellig im Freien.

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Jörg schrieb, die Kiste steht draußen, da wäre ich mit dem Ansatz "offenes Gehäuse + Lüfter" sehr vorsichtig. Wenn das geht: OK. Lüfter, die 10 Jahre halten, sind aber auch nicht unbedingt die Billigklasse.

Dafür hast Du dann auch Dreck und Feuchtigkeit im Gehäuse, selbst, wenn es geschützt steht - wobei: wenn die Sonne draufscheinen kann, ist da wohl nicht viel Schutz zu erwarten.

Ein Umgehäuse mit Luftschicht dazwischen kann halfen.

Das macht bei 2000h/105°-Elkos dann ca. 40000h, also keine 5 Jahre - er wollte aber 10 Jahre Lebensdauer haben.

Also: Temperatur noch weiter runter, oder teurere Elkos nehmen - da bist Du aber wieder genau an der von mir beschriebenen Stelle: Du must sehr genau nachsehen, was der Netzteilhersteller da verbaut.

cu Michael

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