mit 47 zu alt =?iso-8859-1?Q?f=FCr?= den Job?

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Ein Kumpel (47), der rund 11 Jahre in (West)Berlin als Informations-Elektroniker
eine (gute!) Ein-Mann-Abteilung führte (dort wo ich auch meine Ausbildung
machte), ist
im Laufe der 90er (und dem Subventions-Tralla und den ominösen Versuchen dieser
Firma
Geld via Relokation in den Brandenburgbereich zu unterschlagen) immer mehr aus
seinem
Job gedrängt worden (er kümmerte sich auch autark um Material-Beschaffung und
erzählte
immer stolz, wenn er's geschafft hatte der Firma ein Gerät für 2000DM billiger zu
produzieren, als es seine Vorgesetzten Akademiker "geschafft" hätten), dann
wollte man
ihn doch wieder (für weniger versteht sich) einstellen, bis er letztendlich bei
diesem
Scheiß nicht mehr mitspielte (wo ich ihm auch noch gut zureden "mußte" es zu tun)

Vor einigen Jahren hatte er dann für eine neue Stelle Berlin verlassen (was er eh
schon immer wollte), nur haben die ihn dann nach 1 Monat nicht mehr haben wollen.
(er vermutete das das nix weiter als Urlaubszeit-Überbrückung war).
Auf's Arbeitsamt, Arbeitgeber und Sozialstaat ist er (somit) kaum gut zu
sprechen (;

Er resigniert, bzw akzeptiert nun auch die vermeintliche Tatsache, das er
nun mit 47 "zu alt sei", um überhaupt noch jemals eine Stelle (bevorzugt als
Elektroniker - von den tollen Umschulungskursen zum
Programmierer/Netzwerktechniker
wollen wir mal lieber schweigen) bekommen zu können.

Ich versuche lieber mehr in die Richtung des "halb-vollen" als des "halb-leeren
Glases"
zu denken und kam nun auf die Idee, dieses Thema mal hier anzureißen und wie ihr
die Chancen einschätzt? Ich bin ja auch schon "gewaltige" 31Jahre, muß ich nun
schon damit rechnen, das mir so ein schleimiger Kravatten-Träger in der Pesonal-
Abteilung weiß machen will, ich wäre "zu alt" für den Job?

Oder sind das nur die "Geister die wir riefen"??

mfG
--
"Wenn ein Arzt hinter dem Sarg seines Patienten geht, so folgt
 manchmal tatsächlich die Ursache der Wirkung" (Robert Koch)

Re: mit 47 zu alt =?iso-8859-1?Q?f=FCr?= den Job?
  Soweit ich mich erinnere macht die VDI-Zeitung für ihre
Stellenanzeigen Werbung mit der Angabe ihr Leserkreis
sei hauptsächlich unter 39, also genau die Leute
die Firmen angeblich wollen.

  Abgesehen davon, daß die Leute in dem Alter tatsächlich
technische Defizite haben können ( oder was andere dafür
halten ) ist ein wesentliches Problem, daß diese Leute
auf ihr kuscheliges Angestelltendasein fixiert sind:
hohes Gehaltsniveau ( über viele Jahre stetig akkumuliert ),
35 Stunden Woche, viel Urlaub, "soziale Sicherheit".
  Solche Jobs gibts aber eben immer weniger, weil jeder
der hierzulande (noch) arbeitet ausser den Wohltaten
die ihm als Angestellten selbst angetan werden er auch
noch einen Rattenschwanz an Arbeitslosen, Sozialhilfe-
empfängern, Beamten, Ossis, Rentnern usw. mitbezahlen soll.
Insofern wechseln halt immer mehr Leute von der produktiven
auf die unproduktive Seite. Die Steuern & Abgaben müssen
damit erhöht werden, die Jobs werden weniger usw. bis
zum Exitus.
  Nur: was die Politiker in den letzten 30 Jahren so treiben
ist politisch per Wahlen legitimiert. Und zwar von den
Leuten in der Altersgruppe denen heute langsam die
gutbürgerliche Scheinwelt wegbricht.

MfG JRD

Re: mit 47 zu alt =?iso-8859-1?Q?f=FCr?= den Job?
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  Die Wende in der deutschen Bevölkerungsstruktur war irgenwann 1875.
Das Problem wurde in den 20er Jahren schon diskutiert. Wegen der hohen
Vorlaufzeit und der geringen Änderungsrate gibt es fast nichts was
so gut berechenbar ist wie demographische Änderungen.
Wenige Störfaktoren: Wanderungsbewegungen, Erhöhung der Lebenserwartung
durch medizinischen Fortschritt, zeitweise Senkung der Lebenswartung
durch Kriege.
  Letztlich ist die Rentnerschwemme nur ein anderes Symptom ähnlich
Arbeitslosigkeit für das nichtfunktionierende wirtschaftliche
System. Früher arbeiteten die Leute schliesslich auch solange sie
arbeitsfähig waren, weshalb alte Leute kaum ein finanzielles Problem
darstellten.

MfG JRD

Re: mit 47 zu alt =?iso-8859-1?Q?f=FCr?= den Job?



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Das eigentlich Hauptptoblem zumindest für das staatliche und Renten/KV
Defizit ist definitiv, daß seit 10-15 Jahren unglaubliche Summen für
u.a.

- Aufbau Ost
- Aufnahme nicht beitragsleistender Deutschstämmiger/Ostdeutscher in
Kranken/Rentenversicherungen
- Berlin Umzug/Bonn Ausgleich
- EXPO

etc.

ausgegeben wurden, und offensichtlich niemand daran gedacht hat, wie
sich die Gesamtbilanz bei verschlechternder Konjunktur entwickeln wird.

Dazu kommt, daß die Entwicklung Europas ZWANGSLÄUFIG zu einer Senkung
der Wirtschaftskraft zumindest im produzierenden Gewerbe führen muss.
Das Konzept der EU sieht nunmal eine Angleichung der wirtschaftlichen
Bedingungen in den EU Ländern vor, und nur ein Depp kann glauben, daß
damit nur eine Anhebung der schwächeren Länder auf deutsches Niveau
gemeint sein kann. Die deutsche Exportwirtschaft mag zwar durch die
zahlreichen neuen Beitrittsländer profitieren, aber der deutsche
Arbeitsmarkt keinesfalls. In dem Bereich KÖNNEN die ärmeren
Beitrittsländer nur profitieren, wie das Beispiel Irland gezeigt hat
(die jetzt schon wieder kurz vor ihrer ersten Wirtschaftskrise stehen
und plötzlich selbst was an die Polen und Letten zu verlieren haben).

Ich bin allerdings auch der Meinung: Nichts davon hätte
realistischerweise verhindert werden können, jedenfalls nicht
substantiell.


Dummerweise sind einige dieser Aspekte nicht politikfähig. Jetzt kommt
halt alles zusammen, und da wird mit Sicherheit auf lange Sicht nicht
rauszukommen sein. Es gibt bestenfalls einen psychologischen Effekt -
ist die Talsohle mal erreicht, geht es immerhin aufwärts.


- Carsten

--
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Re: mit 47 zu alt =?iso-8859-1?Q?f=FCr?= den Job?
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Bei aller Ostverschwendung sollte man Frühverrentung West nicht
übersehen: auch ohne Wiedervereinigung würde das System zusammen-
brechen, nur später. Die Ossis waren nur der letzte Nagel im Sarg.

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Das sind Fälle für die Portokasse.

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Tja Umverteilungsgewinner auf Länderniveau. Aber solange man innerhalb
Deutschland nicht für Ordnung sorgt ( und die Euro-3% knackt ) kann man
kaum mit spitzem Finger auf die EU-Ausländer zeigen wie man früher
so schön konnte.

MfG JRD

Re: mit 47 zu alt =?iso-8859-1?Q?f=FCr?= den Job?
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Unsinn. Die Ossis haben erstmal die vollen Lager des Westens leerge-
kauft und danach durch ihren Konsum jede Menge West-Betriebe vor der
Pleite gerettet. Mittlerweile haben sie aber kein Geld mehr, um diesen
positiven Beitrag zur westdeutschen Wirtschaft zu leisten, so daß im
Endeffekt gilt: Subventionen hin - Bezahlungen für Waren/Dienstlei-
stungen aus dem Westen wieder zurück.

Mit dem Osten ist es ein bischen wie mit den Arbeitslosen: eigentlich
braucht man sie nur als Konsumenten. Arbeit für alle gibts ohnehin
nicht. Zumindest keine, an der ein Kapitalis^WUnternehmer soviel mit-
verdienen könnte, daß sich das unternehmerische Risiko lohnt.


XL
--
Das ist halt der Unterschied: Unix ist ein Betriebssystem mit Tradition,
die anderen sind einfach von sich aus unlogisch. -- Anselm Lingnau

Re: mit 47 zu alt =?iso-8859-1?Q?f=FCr?= den Job?
On Tue, 22 Jul 2003 13:02:36 +0200, Rafael Deliano

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Nimm mich als Beispiel. Ich mag Röhren, kenne noch den OC613 aus alten
Tagen und nehme keine kaputten Fernseher vom Sperrmüll mit, obwohl ich
diese Geräte reparieren könnte. Im Gegenteil werte ich deren Zustand als
einen Akt göttlicher Gnade, denn weder dröhnt mir aus dem Kasten jemals
wieder das Maschinengewehrknattern aus kalifornischen Supermärkten
entgegen, noch schwabbelt mir der Bulle von Tölz vor, wie er sich mit
"alles Müller oder was" und Pitralon anstelle von Kümmerling in der
Tasche selbstgesprächig klarmacht, daß er mal wieder versagt hat. Nun
könnte man mit der fachlichen Ausbildung des gelernten TV-Glotzers
dagegenhalten, Robocop ist härter drauf und viel weniger weinerlich als
deutsche Fernsehkommissare. Aber immer öfter kaputte Glotzen bewahren
uns selbst vor dieser Erkenntnis und zeigen, daß man auch ohne Glotze
ausgefüllt leben kann. Konsumverzicht dank Überdruß ist ein Phänomen,
mit dem die Unterhaltungselektronik durchaus zu kämpfen hat.

Scherz beiseite. Es stellt sich die auch arbeitsmarktpolitische Frage,
wieviel Elektronik überhaupt noch entwickelt werden muß. Die Zeiten sind
doch vorbei, daß man dafür Heerscharen von Leuten brauchte? Gerade im
Consumerbereich besteht die Entwicklung doch oft nur noch darin, nach
den App-Notes der Hersteller die Bauteile auf eine Platine zu bringen?

Je produktiver und durchrationalisierter eine Gesellschaft ist, desto
weniger Manpower benötigt sie. Der Pferdefuß: Soziale Sicherheit für die
Arbeitnehmer bleibt auf der Strecke. Und wenn man genau hinsieht, stellt
man fest, wie die auf Güterproduktion ausgelegte Industriegesellschaft
in eine Dienstleistungsgesellschaft gewandelt wird. Ihr wesentlichstes
Gut ist nicht mehr Steinkohle und Eisen und auch nicht die Elektronik,
sondern die Information, das Know-How. Dafür braucht man aber keine
Ingenieure mehr, die etwas bauen können, sondern sogenannte Consulter.
Solche Leute sind übrigens auch noch als 47jährige im Job.

Grüße, Holger


Re: mit 47 zu alt =?iso-8859-1?Q?f=FCr?= den Job?
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  Es wird eine steuerfinanzierte Rente auf Sozialhilfeniveau sein
( heute: Arbeitlosengeld = Sozialhilfe ; morgen: Rente = Sozialhilfe )
die alle Rentner dazu ermuntert zu arbeiten bis sie umfallen.
  Wers nicht glaubt: vgl. Rußland. Das war mal industrialisiertes
Land. Mit Weltraumprogramm, Schulen & Ärzte bis ins letzte kasachische
Dorf, diversen anderen Sozialklimbim. Nur hat das zugrundeliegende
wirtschaftliche System halt nicht funktioniert.
Ich weiß: "bei-uns-kann-sowas-nicht-passieren".

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"Arbeitslos" ist das Befinden eines verhinderten Angestellten.
Freiberufler haben nur gute oder schlechte Jahre. In schlechten
Jahren arbeiten sie eben mehr für weniger Geld.

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Das sagen die Gewerkschaftsfunktionäre auch. Nur glaubt
ans "weiterwursteln-wie-bisher" kaum noch jemand.

MfG JRD

Re: mit 47 zu alt für den Job?
On Tue, 22 Jul 2003 16:12:07 +0200, Rafael Deliano

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Ist ja auch nicht einzusehen, warum z.B. eine Arbeitslosenversicherung
verpflichtend beim Staat ist.
Wer das benötigt/ haben will, der kann das auch freiwillig und privat
machen. Sozialversicherung garantiert Existenzminimum.

Steuerfinanzierte Renta glaube ich auch nicht, da es eine Menge
Personen mit ausschließlicher privater Vorsorge gibt,  Die werden sich
schon zu Wort melden, wenn sie ein Unlagesystem (Konjunktur
basierendes System) in seinen letzten Zügen nun auch noch am Leben
erhalten sollen.

Gerade bei der privaten Rentenversicherung, die unabhängig von
chronisch Kranken usw. (wie bei Krankenversicherung) ist, kann man
sehr schön die Ineffizienz einer Staatsversicherung erkennen.


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Ich war 1986 in Russland (Brest). Industrielles Niveau auf
Nachkriegszeit. Kunst, Handwerk und Kultur aber ausgezeichnet.

Kommt wir eher vor wie die Türkei. Die Hauptstadt hochentwickelt und
auf dem Dorf Analphabetismus. Da ist mir Deutschland doch lieber.

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Freiberufler ist etwas ganz anderes. Freiberufler haben (müssen haben)
mehrere Kunden. Ein Angestellter hat nur einen einzigen Kunden. Eine
Firma die nur einen einzigen Kunden hat (wie ein Angestellter) ist
praktisch pleite, weil beliebig erpressbar.


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Ich sehe aber ständig, dass durch den Zuwachs an sozieler Sicherheit
Arbeitsplätze abgebaut werden, weil zu teuer, unflexiebel handhabbar
usw.

Unter flexiebel handhabbar verstehe ich nicht, mal 30 oder mal 40h
arbeiten, sondern mal für 4Wochen nach Hause schicken, weil keine
Arbeit für 4 Wochen da ist. Eine Maschine schalted man einfach für
4Wochen aus, bei einem Angestellten geht das natürlich nicht.


Tschö
   Dirk

Re: mit 47 zu alt =?iso-8859-1?Q?f=FCr?= den Job?

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Wer redet den hier von "Angestellten"?
Wir waren damals "Arbeiter" mit 37,5 Stunden/Woche in der Industrie.
Das war sogesehen semi-automatisierte Klein-Serien bis Massen-Fertigung.

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Vor allem, ist so vieles automatisiert, das sich überhaupt die Frage stellt,
warum jetzt plötzlich Angestellte wieder 40h und mehr "Schuften", nur weil div
Managements es einfach nicht gebacken kriegen, was sie eigentlich wollen...
Gerade im sog IT Bereich frage ich mich, wie ich als Programmierer nach 25 Jahren
Computer Hi-Tech überhaupt noch so viele "ungelöste" Aufgaben haben kann?!

Ditto in der Industrie, nur das die uns ja sogar mit dem Klingeln regelrecht
rausgeschmissen haben ("Was, sie haben Überminuten!!!?")

Ich begreife das staatspolitische "geheule" wirkliche nicht. Nachdem ich nun
zum 3. Mal arbeitslos geworden bin, weil das Management trotz allen
Gegenbemühungen
und Einsatz der Mitarbeiter die Firmen platt geschafft haben, hab ich nun mir
eine
4 Tage Woche angelacht. Ein Grund, warum's hier Arbeit gibt, ist die Stümperei
des Managements (mal wieder). Würden die Mitarbeiter nicht Zähneknirschend
weiterverkaufen, wäre der Laden schon lange dicht. Wenn ich dann weiterhin
technische
Gespräche mit Datenzulieferern führe hab ich das Gefühl, die wollen mich
verarschen,
oder da wird mit Absicht so gestümpert, um Arbeitsplatz-Sicherung zu betreiben?!

Nach meiner Ausbildung (1992) hatte ich mich "spaßeshalber" mal arbeitslos
gemeldet,
um die 2-3 Monate zum Fachabi zu überbrücken. Besagter Kumpel versprach mir hoch
und
heilig, das ich mir in Berlin keine Sorgen machen müsse ein Job-Angebot zu
bekommen.
Er behielt (leider) recht. Warum ich dann 3,5 Jahre Industrie-Elektroniker
gelernt habe?!

Zurücklehnen und 3-4 Tage Woche anwerfen, wenn mehr Arbeit anliegen sollte,
draußen
warten zu genüge Menschen, die gern wieder was verdienen wollen würden... Und da
die
Konzerne dickstens im Plus sind sollten gute Gehälter ja auch nicht schwer sein.

Aber stattdessen wird gekündigt, was das Zeugs hält, die wenigen Figuren, die den
ganzen Dreck erledigen müssen schuften sich mit unbezahlten Überstunden ab,
trauen
sich kaum nach Urlaub zu fragen und klar - sind entweder irgendwann nervlich so
runter,
das sie einfach krank und arbeitsuntauglich sind, oder klinken sich einfach aus
und
feiern krank, um überhaupt noch was vom Leben mitzubekommen...

Warum hat 1923 eigentlich niemand auf Wilhelm Reichs Sexualökonomie gehört?!
Hätten wir heute eine Menge gesellschaftspolitischer Probleme weniger, aber er
wurde 1937 besser aus der "int Vereinigung der Psychoanalyter" rausgeworfen und
1957 mußten seine Bücher in der USA verbrannt werden...

D.h. ich hab noch etwa 5-7 Jahre, um mir Geld für meine Arbeitslosen-Rente
anzusparen?
wenn ich dann bis 70 durchhalte, kann ich mir stolz auf die Schulter klopfen,
was für
klasse modernes zivilisiertes Leben ich hinter mich gebracht habe?! 30-40 Jahre
dahin-
vegetieren, da wär's besser wir sterben mal wieder bereits mit 35 *tzzz*

Und die Menschen ertragen das alles auch noch freiwillig...

mfG

Re: mit 47 zu alt =?iso-8859-1?Q?f=FCr?= den Job?
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  Simpelste Lösung: den Betrag während der Beschäftigung automatisch
monatlich auf Sperrkonto überweisen wo es sich sammelt und verzinst
wird. Wenn jemand Job verliert erhält er Zugang auf dieses sein Konto
und dieses sein Geld. Nachteil: man kann kein Behörde und
"Qualifizierungs"industrien damit finanzieren, also uninteressant.

  Meine Lieblingsidee zur Erhöhung der ungenügenden Absurdität ist
analog zum Arbeitsamt die Schaffung einer Behörde zur Verwaltung
und Verschärfung der Wohnungsnot. Dieser muß jeder Mieter zusätzlich
monatlich 10% der Miete überweisen. Sollte er aus Wohnung geschmissen
werden wird er dafür 22 Monate kostenlos in Barackensiedlung a la
Asylanten am Stadtrand untergebracht. Ferner erhält er Kurse "Wie
lese ich den Wohnungsmarkt in der Tageszeitung".
 
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  "Riester-Rente" usw. wird real noch nutzloser als die steuer-
finanzierte Rente sein. Versicherung erwirschaften ihr Geld
durch Beteiligung an Unternehmen. Funktionieren Unternehmen,
gibts auch Steuereinahmen, funktioniert also auch die staatliche
Rente. Wenn nicht, dann sind auch die Versicherungen pleite.
  Wer der Fiktion anhängt, man könnte Geld in China oder USA anlegen
und in 30 Jahren wieder in Massen nach Europa zurückholen sollte
Texte zum Transferproblem anlässlich der Reparationen nach dem
1. Weltkrieg lesen. Es gibt gute Gründe warum das nicht funktioniert.

  Man vgl. in diesem Zusammenhang die Rücknahme des Garantiezinses
für Lebensversicherungen auf ein Niveau das langsam der Inflations-
rate entspricht: wenns nur eine Formalität war, dann war es schlechte
Werbung für Lebensversicherungen. Wenns nötig war, dann sind die
Institute marode. Lebensversicherungen kommen jetzt ohnehin
in eine Phase wo immer weniger Leute neu als Einzahler hinzukommen,
aber bestehende Besitzer in die Auszahlungsphase kommen. D.h. das
Geschäft trägt sich selbst nichtmehr. Über den Unterschied mancher
Geschäftsmodelle zu Kettenbriefen darf jeder sich selber Gedanken
machen.

MfG JRD

OT: Re: mit 47 zu alt für den Job?
On 22 Jul 2003 22:12:44 +0200, Juergen Hannappel

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Das Problem stellt sich aber nur, wenn man zur priv. KV wechselt.
Wenn Kinder von Geburt an z.B. privat versichert sind, dann bleiben
sie auch bei den gleichen Beiträgen, wie ihre gesunden Altersgenossen,
selbst wenn sie chronisch oder sterbens Krank werden.
Deshalb ist das irgendwie nur ein halbes Argument.

Übrigens sind Frauen in ihren Beiträgen etwa zwischen 20 und 28 Jahren
etwas teurer als Männer, danach bis zum Tod etwas günstiger.
Zu den Alten habe ich schon etwas geschrieben.
Ein anderes Argument ist noch, das in Zukunft viele Alte sich noch
etwas dazu verdienen müssen, weil ihre Rente nicht reicht. Viele sind
dann auch bei der AOK wieder sehr schnell in der Beitragspflicht.

Quoted text here. Click to load it


Eigendlich nur um schwere Fälle, wie z.B. Operationen o.ä. (alles
Quoted text here. Click to load it

Mir ging es aber um das Verhältnis 1:9.
Wäre im Vergleich mit der Rentenversicherung etwa so, als wenn 10% der
Arbeitenden 90% Renter finanzieren würden. Findest Du das sozial?


Tschö
   Dirk

Re: mit 47 zu alt für den Job?
|> Meine Schwester arbeitet bei der BARMER und kennt sich da ein bischen
|> aus. Sie meinte, dass im Moment irgendeine Gärtnerversicherung (hab
|> den Namen vergessen) die günsigste GKK wäre. Diese liegt 3% unter den
|> Beiträgen der AOK. Ich weiß nicht, ob Gärtner (können aber alle dort
|> Mitglied werden) weniger chronisch krank werden. ich denke aber, das
|> 3% schon ein gewaltiger Betrag sind.

11,5% in toto, wenn ich mich recht entsinne. Und das meiste Geld fließt in
den RSA.

Dann gibt's noch so Kinken, daß die BKK Mobil Oil dazu *gezwungen* wurde,
die Beiträge anzuheben, weil der zuständigen Bundesstelle nicht einsichtig
war, wie der niedrige Beitrag von 11,3% kostendeckend sein kann.

|> Irgendwie ist es wurscht, ob der Beitrag nun auf 15% geht, oder bei
|> 13,5% bleibt und ich 300,-EUR im Jahr dazu bezahlen muß.

13,5% sieht aber auf den ersten Blick besser aus.

Wieso nicht ein Modell wie bei den PKV: Hohe Beiträge für den, der frei
von jedem Selbstbehalt sein will, niedrige für den, der Selbstbehalt bis z.B.
1000EUR/Jahr für tolerabel erachtet. Damit wäre sichergestellt, daß etwaige
Operationen nicht teuer aus eigener Tasche bezahlt werden müssen, der
Kleinkram jedoch wird selbst bestritten und hält so die Beiträge niedrig.

|> Da gab es doch letztens mal so einen Beitrag im 2.
|> Es ging um einen minimal invasiven Eingriff, den eine Frau selber
|> bezahlen mußte, weil die AOK das nicht bezahlen wollte. Die Frau war
|> durch diesen Eingriff nur sehr kurz im Krankenhaus und die Belastungen
|> waren nur minimal. Einen vollen Eingriff zum fünfachen Preis hätte die
|> AOK aber bezahlt, weil das zu ihren Leistungen gehört.

Dürfte kein Einzelfall sein.

Rainer

Re: mit 47 zu alt für den Job?
On Tue, 22 Jul 2003 22:28:31 +0000 (UTC),

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Ja das würde ich auch vorschlagen. Da das aber nicht jeder kann, es
gibt auch Leute, bei denen schon 10,- EUR viel Geld sind und die damit
sparsam umgehen müssen, hätte ich eine 1% Regelung von Jahresbrutto
(wer mehr will, kann wählen) befürwortet.

Das wäre IMHO auch sozial und besser als irgendwelche Festbeträge.
Dann kann ich mir auch am Beginn des Jahres ausrechnen, wie hoch in
etwa meine Selbstbeteiligung sein wird, denn sein letztes Bruttogehalt
kann wohl auch der letzte Depp von seiner Steuerkarte ablesen und
durch 100 teilen.

Und damit die Selbstbeteiligung nicht verbrasst wird, was ja immer von
den Politikern befürchtet wird (für den Urlaub kann irgendwie auch
fast jeder Geld beiseite legen und bei den privat versicherten geht's
auch) könnte man  auch weiterhin jeden Monat den vollen Betrag
abführen und am Jahresende eine Verrrechnung bzw. Auszahlung machen,
wenn noch etwas von der Selbstbeteiligung übrig ist.

Ich würde sogar soweit gehen und die Lohnfortzahlungspflicht für die
ersten 2 höchstens 3 Tage streichen. Das würde sicher viele Blaumacher
am Montag und am Freitag abschrecken. Wer möchte, kann das natürlich
privat versichern, alle anderen sollten das als normalen Lohn
ausgezahlt bekommen.

Letzendlich sind das alles auch nur Umschichtungen, sie würden aber
auch zu einem Umdenken und zu mehr Selbstverantwortung führen.

Aber das ist wohl politisch nicht gewollt, denn nur dumme Schäfchen
lassen sich ohne viel Mühe auch über karges Land treiben.


Tschö
   Dirk

Re: mit 47 zu alt =?iso-8859-1?Q?f=FCr?= den Job?
|> Rainer Buchty schrieb:
|> >
|> > |> Meine Schwester arbeitet bei der BARMER und kennt sich da ein bischen
|> > |> aus. Sie meinte, dass im Moment irgendeine Gärtnerversicherung (hab
|> > |> den Namen vergessen) die günsigste GKK wäre. Diese liegt 3% unter den
|> > |> Beiträgen der AOK. Ich weiß nicht, ob Gärtner (können aber alle dort
|>
|> Hast Du dir mal die Tariflöhne für Gärtnereien und Gartenbau angeschaut?
|> Im Übrigen nochmal: Versicherungstarife sind Ausdruck von
|> Risikostatistiken. Natürlich macht sich sowas für Gärtnereien und
|> Gartenbau auch bemerkbar.

Du hast das Zitat zwar fälschlicherweise mir zugeordnet, aber ich antworte
trotzdem:

Seit 199x stehen die ganzen berufsspezifischen Krankenkassen und BKKs
doch weitgehend jedem offen. Würden mehr Leute sich die für sie besten Tarife
rauspicken (im Zeitalter des Internets nun wirklich kein Thema mehr), dann
würde auch die Risikostatistik sich gleichverteilen...

Aber natürlich betreiben kleinere Krankenkassen keine sündhaft teure
Fernsehwerbung oder schalten seitenweise Werbung in Illustrierten -- gerade im
Falle der AOK finde ich das immer wieder amüsant bis ärgerlich.

Und so haben die kleinen, günstigen G/BKKs eben weiterhin den Vorteil, nur
engagierte Mitglieder zu bekommen -- oder solche, die noch unter die alte
Statistik fallen.

Rainer

Re: mit 47 zu alt für den Job?
On Tue, 22 Jul 2003 22:35:15 +0200, "Hendrik Wappelhorst"
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Ack.
Das hält gesund, nach der Hälfte der Strecke ist der Arztbesuch
obsolet ;-)

Quoted text here. Click to load it
Ack.
Aber man beachte das Gejaule wegen der 10 Euro pro Quartal,
weil $HYPOCHONDER nicht mehr selber kostenfrei alle
Fachärzte der Umgebung n-fach redundant abklappern kann.

Ein weiterer Punkt ist:
Wenn man eh' ein Zwangs-GKV-System hat, mit praktisch keiner
Wahlmöglichkeit bei Leistungen und Beiträgen, warum müssen wir
dann im Zeitalter der zentralen EDV in jedem Kaff eine eigene
Geschäftsstelle von AOK, DAK, Barmer, Techniker, diverse BKK's
usw. haben. Alleine der Verwaltungsaufwand ist gigantisch.

Entweder schafft man *echten* Wettbewerb oder man läßt ihn
ganz bleiben und macht nur auf Staat, alles andere ist halbgegoren
und nicht wirklich effizient.

Gruß Oliver

--
Oliver Bartels + Erding, Germany + snipped-for-privacy@bartels.de
http://www.bartels.de + Phone: +49-8122-9729-0 Fax: -10

Re: mit 47 zu alt für den Job?
Quoted text here. Click to load it
Diesen *Luxus* kann sich $PATIENT gerne leisten wollen,
aber dann bitte zurecht auf eigene Kosten und nicht auf
unser aller Budget.

Sozial wird *Standard* bezahlt, mehr nicht.

<mode=Flame>
Quoted text here. Click to load it
Soziale *Markt*wirtschaft ist etwas anderes als
marktversuchende Sozial(ismus)wirtschaft ...
</mode>

Ciao Oliver

--
Oliver Bartels + Erding, Germany + snipped-for-privacy@bartels.de
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Re: mit 47 zu alt =?iso-8859-1?Q?f=FCr?= den Job?
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Die DDR war auch "Demokratie", sogar
"Volksdemokratie".
Namen sind Schall und Rauch, aber für
Bauernfängerei ist passendes Schlagwort
unverzichtbar.

MfG  JRD

Re: mit 47 zu alt =?iso-8859-1?Q?f=FCr?= den Job?
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  Würde es ca. so aussehen: man muß beim Supermarkt am Eingang
einen einheitlich festen hohen Betrag zahlen. Dafür darf man
sich aus den Warenregalen beliebig und soviel man will in den
Einkaufswagen legen. Wenn man den Laden verlässt, stellt
man fest, daß man mehr hat als man tragen kann und die
Ware meist auch nutzlos ist. Dort wo heute der Barcodescanner
der Kasse ist, ist dann also eine Klappe für den Müllschlucker
wo man entsorgen kann.
  Passend zum steigenden Umsatz des Unternehmens wird der zu
zahlende Betrag jährlich erhöht, sodaß man motiviert ist
möglichst viel zu konsumieren um auf seine Kosten zu kommen.

MfG JRD

Re: mit 47 zu alt =?iso-8859-1?Q?f=FCr?= den Job?



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Jede Versicherung ist statistisch fundiert. Überleg mal, welche
Statistik auf Deutsche mit Wohnsitz im Ausland zutrifft.

- Carsten

--
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