Fädeltechnik

Sep 26, 2019 32 Replies
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Nachdem mir der dünne "Wickeldraht" für meine Lochraster-Basteleien schon ziemlicht taugt (jedenfalls besser als die Litze die ich vorher immer verwendet habe), möchte ich doch auch mal die Fädeltechnik probieren.



Findet man irgendwo eine kurze Einführung wie man das "richtig" macht, z.B. die Sache mit den Kämmen, wie man die Drähte von ICs wegführt etc. Auf Youtube findet man zwar zig Videos wie man einen Druckbleistift (oder sonstiges Röhrl) zu einem Fädelstift umbaut, aber kaum glaubwürdige Demonstrationen der Fädeltechnik an sich, die auch Sinn ergeben. Ich bin mir sicher, wenn Firmen wie Vero oder RoadRunner ein paar Videos produzieren würden, dann würden sie auf einen Schlag 10x soviele Produkte verkaufen. Seriously.



Vorweg gleich ein paar Fragen: IC-Fuß neben IC-Fuß (7-Segment-Displays die im Block nebeneinanderstehen), das sollte gehen, oder? Einmal um jeden Fuß rumwickeln, dann verlöten, oder wie macht man das?



Gibts irgendwelche "Regeln" die zwar technisch nicht erforderlich sind (ich vermute irgendwie kreuz und quer gespannt funktioniert genauso in den meisten Fällen), die aber aus arbeitsorganisatorischer Sicht sinnvoll sind?



TIA /ralph


Du meinst mehrere direkt nebenanander liegende through-hole Komponenten direkt verbinden? Das mache ich üblicherweise auf Lochraster direkt mit Zinn. Wenn viel Strom fließen soll lege ich noch einen Kupferdraht "ein". Fädeldraht wickele ich nicht um Pins, wenn man korrigieren muss weil man was falsch gemacht hat, ist das mir zu viel Aufwand.

Sieht dann in etwa so aus:

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Bild ist von hier:
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Gruß, Johannes

Nein, das "Nicht verbinden", also vermeiden von Kurzschlüssen.

OK, also vorher Lötzinn auf den through-hole-Draht, mit der Pinzette (oder dem Stift direkt?) Fädeldraht hinhalten, verlöten?

/ralph

Ja, das geht gut.

Rumwickeln wird schon sauberer, aber hat halt (wie angesprochen) Nachteile bei Änderungen. Ansonsten Draht verzinnen und direkt mit dem Stift an bzw. in die Lötstelle bringen - kann ungünstig werden, wenn dort viele Drähte ankommen. Aber irgendwas ist ja immer...

Die ursprüngliche Fädeltechnik sollte wohl ohne Löten gehen: Die scharfen Kanten der Pins und der kräftige Zug am Faden sollten bei gleichzeitig mehreren Umwicklungen einen ausreichenden Kontakt geben? Ich habe seinerzeit mal mit einem Set experimentiert, der Löten ohne Abisolieren vorsah: Die Lackisolierung machte sich bei Löttemperatur davon. Das stank allerdings so sehr, dass man das nur unter einem guten Abzug oder im Freien machen sollte.

Grüße, H.

Das ist wirerap, funktioniert auch so, hat aber nichts mit Fädeln zu tun

Ganu das ist Fädeln.

Jeder Entwickler hat seinen eigenen Stil. Der aber oft nicht effektiv ist. Offiziell, weil publiziert:

a) Alte Bücher von Nührmann a la Werkbuch gibt es bei z.B. booklooker.de billig. Das ist Stand 70er/80er Jahre, damit habe ich angefangen und wenig daran ändern müssen.

b) etwas elitärer wäre Jim Williams "Linear Applications Handbook", "Linear Applications Handbook I", "Linear Applications Handbook II" Ist auch inhaltlich ergiebig. Auf Papier im Original sieht es so aus:

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Von den voluminösen/unhandlichen Nachdrucken ist nur Band 1 und Band 2 empfehlenswert:
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Es sind ApplicationNotes und damit sollten sie im www zu finden sein.

Die Breadboards von Williams sind Drahtigel mit ground plane als proof of concept. Sie würden im nächsten Schritt in Layouts umgesetzt. Er beabsichtigt nicht daraus Geräte als Unikat zu bauen.

Habe ich als Zwangsmaßnahme in der deutschen Lehrlingsausbildung gesehen. Sonst nie.

MfG JRD

Müßte man noch kurz klären, ob Lochraster mit oder ohne Lötaugen gemeint ist. Im Interesse des Seelenfriedens vergißt man am besten, daß letztere Kategorie existiert. Streifenraster finde ich auch nicht so prickelnd, obwohl manche drauf schwören (z. T. wegen Ähnlichkeit zu Steckbrettern).

Jup. Das Vorhaben "IC Auslöten" gerät dann oft zur abendfüllenden Beschäftigung.

So kenne ich das auch. Das Teil rechts unten in

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habe ich so aufgebaut, allerdings mit Silberdraht für längere Distanzen. Vorher in Eagle geroutet, einseitig mit 100 mil Grid, dann kann man das quasi 1:1 auf die Lochrasterplatte übertragen. Luxus sind dann FR4-Lochrasterplatinen mit verzinnten, viereckigen Augen:

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Kostet auch nicht die Welt. Bei größeren Projekten trotzdem vorher den Psychiater Deines geringsten Mißtrauens befragen und nur dann angehen, wenn die bessere Hälfte aus dem Haus ist.

Ciao, Volker

Wire Wrap, das mein ich hier aber nicht. Ich meine die Fädeltechnik mit Löten eines Drahts dessen Isolierung abschmilzt.

Das meine ich.

/ralph

Ja, da gebe ich dir recht ;)

Ich glaube man braucht sehr viel räumliches Vorstellungsvermögen, sehr viel topologische Intuition und sehr viel Platz dafür. Wenn man auch nur mäßig komplexe Digitalschaltungen machen will, dann finde ich es sehr schwierig.

Das Vorhaben hab ich nicht ;)

Haha! Das kenn ich.

/ralph

4 Bände?

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Nein, der Preis schreckt mich dafür nicht, ich frag bloß ob das das gemeinte ist.

OK, d.h. du würdest das für deine Projekte auch nicht verwenden, wenn du nicht mußt? Ist das vor allem dafür, daß es "ordentlicher" ausschaut, oder geht es da auch darum, daß man die fertigen Platinen bei der Handhabung nachher nicht so leicht kaputt macht (weil man Drähte nachträglich abreißt)?

/ralph

Geht. Mein CuL 0,3mm hab ich meist nur halb bis maximal einmal um die Pins gewickelt. Das läßt sich noch recht leicht wieder abzupfen.

Ich glaub, das mußte ich nie. Allenfalls umverdrahten. Außerdem: Man benutzt ja Sockel. Selbst wenn man falsch lag, kann man den ja "umwidmen".

Hanno

Neulich hab ich einen Sockel eingelötet, nur um feszustellen, daß beim zweiten oder dritten mal rausziehen des Controllers ein Kontakt aus dem Sockel abgerissen ist. Ich glaub in Zukunft verwende ich nur mehr gedrehte Sockel für wichtige Sachen.

/ralph -- und nein, ich hab den Sockel nicht ausgelötet, sondern mache die Platine vermutlich neu.

Gedrehte "Präzisions"sockel leiern aus, Doppelfeder reißen raus. Irgendwas ist immer... das sind halt keine Steckverbindungen für viele Zyklen. Zumindest kann man aber bei den gedrehten Sockeln einen weiteren huckepack setzen, das hält dann wieder gut. (Oder bei Platzproblemen Kabelbinder um Sockel + IC).

Für Tests hab ich einen Nullkraftsockel, an den ein gedrehter Sockel gelötet ist, der wiederum in einem billigen Doppelfedersockel steckt. Die schlanken Pins des Doppelfedersockels kann man in andere Sockel stecken, ohne daß die ausleiern. Und falls die Pins mal abbrechen, nimmt man halt einen neuen Doppelfedersockel.

Hanno

Das kommt ganz auf die jeweilige Schaltung an. Wenn man nur wenige Unterbrechungen braucht, ist Streifenraster fein. Bei vielen diskreten Bauteilen und Einzeltranstoren ist Lochraster meist besser geeignet. Kleine (von der Anzahl der Komponenten) Mikroprozessorkarten kann man sehr sauber mit Streifenraster aufbauen. Es wird aber dann meist recht gross und man braucht viele Brücken.

AFAIK nur wegen des Aussehens. Für höhere Frequenzen ab wenigen MHz ist das wg. Übersprechen sogar kontraproduktiv. Bei nur vielleicht 50 Verbindungen auf einer Eurokarte ist eine kreuz und quer verdrahtete Schaltung im Fehlerfall auch leichter durchschaubar, als wenn z.B. der Adressbus als Bündel verläuft.

Nein. Und zu dem Preis schon gar nicht. Das Werkbuch fing glaube ich einbändig an. Wurde von Franzis gepusht mit jeder Auflage fetter und wohl nicht besser.

Klein und billig RPBs:

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Soweit noch nicht vorhanden, die englische Ausgabe von Art of Electronics wäre selbst in älteren Ausgaben als der aktuellen 3. nützlich für Schaltungstechnik:

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Letztlich ja, "Kunde" ist dort der Lehrlingsausbilder der Leiterplatte als ordentlich aufgebaut absegnen muß. Die Stromlauf den man aufbauen soll ist funktionstüchtig, keine Anforderung an Debugging.

Man sollte ein klare Vorstellung haben warum und für wen man baut, das beeinflußt die Technik. Wenn man auf dem Wiener Maker Fair was ausstellen will kann sowas eine optische gute Grundlage liefern:

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ehedem teueren Dinger fliegen in den USA reichlich rum, weil sie von Bildungseinrichtungen gekauft wurden. Für echtes Breadboarding sind sie ungeeignet.

MfG JRD

Wurden in den 70er Jahren für Nf-Transistorschaltungen mit axialen Bauteilen mit langen Anschlußdrähten propagiert. Kann man mit etwas Planung viele Drähte einsparen. Und mit klobigen Lötkolben arbeiten. Zum Trennen der Kupferbahnen gabs Spezialkratzer mit Achse und Schneide der in Bohrung gesteckt und gedreht wurde.

MfG JRD

Fädeln? Nur mit IC-Sockeln! Dann gibbet/gabs(?) noch Stromschienen für 5V und GND, Dann noch die Reihe von 'Pollern' zwischen die IC Sockel und dann noch die Kämme um 'Kabelkanäle' zu frickeln.

So hab ich ganze Prototypen von EURO-Karten voller IC gebaut.

Saludos (an alle Vernünftigen, Rest sh. sig) Wolfgang

Gedrehte Sockel ist Pflicht, auch Streifen gibbet damit.

Saludos (an alle Vernünftigen, Rest sh. sig) Wolfgang

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