Dünnen Wrapping-Wire abisolieren (Kynar-Isolierung)

Sep 20, 2019 Last reply: 7 years ago 51 Replies
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Ich hab mir fürs verdrahten auf Lochraster einer LED-Anzeige (sehr eng beeinanders liegende Verbindungen, wird sicher ein "Drahtverhau") Wickeldraht mit Außendurchmesser 0,5mm gekauft, einfach weil ich beim letzten derartigen Projekt ob des Wusts der normaldicken Litzen etwas verzweifelt bin.



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Meistens isoliere ich so Zeug mit dem Tapetenmesser ab, gibts ein gescheiteres Werkzeug für diese dünnen Drähte?



Eine "normale" Abisolierzange (mit Schraubenverstellung) hab ich auch daheim, ich vermute die ist ein zu schweres Kaliber dafür, die ist eher für Elektrikerarbeiten mit 1,5mm2- Drähte gedacht.



Gibts da was gescheites, oder einfach weiter mit dem Tapeten- messer?



/ralph


Am 20.09.19 um 09:50 schrieb Ralph Aichinger:

Nimm stattdessen Kupferlackdraht (wie er zum Wickeln von Spulen verwendet wird) und drehe die Lötkolbentemperatur etwas höher. Damit gehen dann Abisolieren und Verlöten mit dem selben Werkzeug bzw. bei temperaturunempfindlichen Bauteilen sogar im selben Arbeitsgang.

Ich bevorzuge Durchmesser 0.3mm, damit lässt es sich noch angenehm arbeiten und man bekommt bereits eine recht beachtliche Packungsdichte hin. Wenn's fertig ist und funktioniert, ein wenig Plastik70 als mechanischer Schutz drüber, das sieht dann halbwegs sauber aus und hält ewig.

Hergen

Am 20.09.2019 um 09:50 schrieb Ralph Aichinger:

Da würde ich eher zum Fädeldraht greifen...

Ralph Aichinger snipped-for-privacy@pi.h.or.at>:

Sowas hier:

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Vorn am Rädchen stellst Du den Drahtdurchmesser ein. Recht teuer - aber gut. (Kommt auch nicht aus China).

M.

--

Ich benutze seit Jahrzehnten den sogenannten Lackkratzer. Hier ein Beispiel, über die Bildersuche gefunden:

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Dinger gibt es mit verschieden Klingen. Bei meinem Exemplar sind die austauschbar.

MfG hjs

Ich habe zwei Teile mit fixer Einstellung. Das funktioniert auch sehr gut. BTW: Unter 562857 hat Pollin derzeit 10m Wrapdraht AWG26 (Durchm. 0.4mm) und 0.7 mm Außendurchmesser zu 0.95 EUR.

Das ist die einzige gut geeignete Werkzeugart.

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Ich habe so etwas für einen festen Durchmesser.

Am einfachsten Seitenschneider und ein konisches Löchlein in die geschlossenen Backen von oben reindremeln. BTDT. Man muss ja nicht den guten Belzer Softwire 2666FK dazu verhunzen. Mein Belzer hat jetzt bald

50a drauf, viel benutzt und schneidet, wie am 1. Tag. Die Verchromung ist an der Spitze schon lange abgewetzt. Aber gehütet, wie mein Augapfel, nur bedrahtete Bauelemente und (dünne) Kabel. Und jeden angekläfft, der dem Belzer nur in die Nähe kam :)

Wenn Du keinen Schleifkegel (Dremel) findest, frag mal Deinen Zahnarzt. Loch so gross machen, das der WWdraht durchpasst und die Isolation nicht.

Löchlein weit weg von der Spitze machen, dann stört das nicht.

BTW an einem guten Handwrapper ist auch eine Klinge zum entfernen der Isolation, aber ich hab mit dem Seitenschneider mehr Gefühl. Bin Hobby-Gynäkologe :)

Saludos (an alle Vernünftigen, Rest sh. sig) Wolfgang

Ich würd ja gern meinen Zahnarzt fragen, aber nicht deswegen, sondern weil ein Stiftzahn rausgegangen ist. Ich erwisch ihn bloß nicht :(

Ich dank euch allen für die Tips, ich werd in mich gehen ob ich das empfohlene 30-Euro-Werkzeug will, oder eine andere Lösung (Seiten- schneider) probiere.

/ralph

Ich habe seit längerer Zeit eine Handvoll aussortierte Fräser aus der Quelle im Schälchen. Die meisten sind für mich eher unbrauchbar, aber zwei oder drei immer wider nützlich.

Am 20.09.19 um 14:36 schrieb Ralph Aichinger:

Gut ist es jedenfalls, meins begleitet mich schon > 30 Jahre, fast täglich. Meins hatte noch einen SIEMENS-Aufkleber. Wenn man noch dünneren Draht will, kann man die Klingen etwas abschleifen.

Gruß, Gerhard

Evtl. könnte auch eine normale Abisolierzange (die mit dem Stellschräubchen) funktionieren.

"Peter Heitzer" snipped-for-privacy@rz.uni-regensburg.de>:

Gibt es Absisolierzangen auch in "niedlich"? Die fand ich eher zu grob für die feinen Litzen oder Drähtchen <= 0.14mm^2 .

M.

--

Hi,

Es gibt Lackdraht für Spulen, der schmilzt erst bei deutlich über 400 °C und solchen, der niedriger schmilzt. Den Spulendraht schmilzt man nicht ab, sondern löst ihn im heißen Kolophonium. Ich hab Löthonig oder dick gesättigtes Kolophinium in Spiritus und eine Lotspitze mit einem Batzen Zinn drauf. Solange der Zinnbatzen trocken am Kolben hängt bekommst Du den Lack nicht weg, selbst bei 430 °C (mehr gibt meine Station nicht her). Wenn man aber mit dem Drähtchen zuerst in den Löthonig tippt und dann in den Zinnbatzen geht, zischts ein bisschen und die Spitze ist sauber verzinnt. Das klappt bei 370°C ganz flott und sagt mir, dass nicht das Zinn den Lack wegschmelzt oder verbrennt, sondern das Flußmittel den löst, meinetwegen auch beides.

Ich abe keine Ahnung, wie dünn meiner ist, ich hab mal ein paar alte Spulen geschlachtet. Mein Lieblingsdraht kommt von einem kaputten PC-Lüfter.

Auch bewährt: Teelicht-Wachs oder Heisskleber. In letzterem kann man mit

300°C sogar Löten ohne den Heisskleber enternen zu müssen, wenn was zu reparieren oder zu ändern wäre. Teelicht-Wachs lässt sich mit dem Föhn einfach schmelzen und abtropfen. Den Rest kann man ignorieren. Man braucht aber genug Abluft und die Schaltung darf nicht wirklich warm werden. ;-)

Marte

Am 20.09.2019 um 15:46 schrieb Matthias Weingart:

Ja, z.B. Knipex 11 92 140

Grüße, Stefan

Meine schlichte Empfehlung wäre 100m Schaltdraht Yv von Conrad gewesen:

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Verzinnter Draht ( Kupfer blank gabs auch, der korrodiert ),

0,5mm Durchmesser ( bricht nicht am Lötauge wenn man mehrmals rumbiegt ), 0,9mm Aussendurchmesser, PVC. Der Vorteil der billigen Isolierung ist, daß sie leicht abisolierbar ist. Ich verwende kleine Schere zum schneiden und abisolieren. Ab 7 EUR gibts robuste bei ebay:

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"WireWrap"-Durchmesser verwende ich nur zum Nachbessern von SMD-Platinen.

MfG JRD

Am 20.09.19 um 16:33 schrieb Marte Schwarz:

Hmm. Bei mir geht das seit rund 40 Jahren einwandfrei bei 350-400° (je höher, desto flotter). Allerdings ist der Draht zugegebenermaßen explizit als lötbar gekauft.

Ein wenig Flussmittel ist in handelsüblichem Elektronik-Lot eh enthalten, das hat für mich immer gereicht.

Ich hab es da lieber deterministisch, denn wie du schon feststellst: Der Schmelzpunkt variiert erheblich.

Genau das leistet das Plastik70 auch, lässt sich aus der Sprühdose aber viel eleganter und gleichmäßiger auftragen.

Hergen

Wachs wurde schon mit gutem Erfolg als billiges conformal coating für Leiterplatten in Türsprechsystemen verwendet.

Bei Heisskleber wäre ich sehr skeptisch. Wir hatten mal einen Prototypen ( analoge Telefontechnik + Mikroprozessor ) dessen Unterseite mit Fädeldrähten übersäht zum Kunden sollte. Nachmittags kam Geschäftführer auf die Idee das alles mit Heissklebepistole zu fixieren. Nachher hörte man das Pfeifen des Mikroprozessors im Telefonhörer. Da war dann Nachtschicht fällig alles runterzukratzen und neu zu verdrahten.

MfG JRD

Am 20.09.19 um 17:19 schrieb Stefan Wiest:

Oder einen Lackkratzer?

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Am 20.09.19 um 09:50 schrieb Ralph Aichinger:

[Wire-Wrap-Draht]

Das Mini-Wire-Wrap-Handwerkzeug WSU-30 enthält einen Abisolierer, der hervorragend funktioniert.

Vor Jahrzehnten (als Wire-Wrapping noch aktuell war) beschaffte ich Wire-Wrap-Draht von OK-Tools im Spender. Der Spender hatte sowohl einen Abschneider, als auch einen Abisolierer integriert. Der Abisolierer funktioniert nach demselben Prinzip wie der im WSU-30.

Da die Isolierung ziemlich zäh ist, funktionieren andere Abisolierer mit diesen Drähten nicht besonders gut.

Grüße,

Günther

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