Brücken

Oct 10, 2019 Last reply: 7 years ago 8 Replies
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Hallo,



bei der Reparatur von Geräten (insbesondere Fernbedienungen, aber auch Leiterplatten insbesondere in weißer Ware) sehe ich immer wieder Leiterplatten, die einseitig mit Leiterbahnen ausgeführt sind, aber statt Brücken oder eben Leiterbahnen auf der 2. Seite anscheinend eine Isolierschicht und dann die Brücken als "2. Layer" auf der gleichen Seite wie die Leiterbahnen haben. Auch bei neueren Geräten ist das immer noch gängig. Anscheinend ist so eine Konstruktion bei großen Stückzahlen günstiger als eine 2seitige Platine. Obwohl ich mir das nicht vorstellen kann, weil man muss ja eine Isolierschicht aufbringen, kontaktieren, eine leitende Schicht mit Leiterbahnen aufbringen und am Ende wieder Lötstop o.ä. Gibt es dafür einen gängigen Begriff? Wie wird so etwas gefertigt? Und ist das wirklich günstiger als eine 2seitige Platine, oder warum macht man das? Bei einer Fernbedienung kann ich mir ja noch vorstellen, dass Drahtbrücken unter der Tastenmatte stören, aber bei einer Waschmaschinenelektronik finde ich den Vorteil nicht.



Tom


Am 10.10.2019 um 19:24 schrieb Thomas Langhammer:

Leiterplatten werden heute überwiegend in Sandwichtechnik gefertigt, insbesondere wenn man ein oder mehrere Bussysteme benutzt werden.

Bei mehrlagigen Leitersystemen kann man Schaltungen viel einfacher optimieren, da Kreuzungsfreiheit keine Rolle spielt. Das ist dann die mikroskopische Form von Drahtverhau.

Roland Franzius

Am 10.10.2019 um 19:24 schrieb Thomas Langhammer:

Ist billiger. Bei doppelseitig mit Durchkontaktierung muss man zwei Seiten strukturieren und Löcher durchkontaktieren, man braucht also eine Galvanik. Dann noch Stopplack drucken.

Bei einseitígen braucht man nur drei Siebdruckmasken (Leiterbahnenmaske, Abdecklack, Carbonbrücken) und statt Galvanik nur ein Ätzbad.

mfG W.Martens

Am Donnerstag, 10. Oktober 2019 19:24:37 UTC+2 schrieb Thomas Langhammer:

attenmaterial ist ja isolierend... Es gab in den 80ern mal einen Kleincompu ter, wo der Hersteller mit Gewalt eine einseitige Platine einsetzen wollte,

Allerdings sind die Preisunterschiede zwischen ein- und doppelseitigen Plat inen im Lauf der Jahre deutlich geringer geworden. Wir lassen die (wenigen)

ing bestehen, sondern durchgalvanisiert sind und damit wesentlich robuster

@Roland Franzius: Multilayer-Technik (4 oder mehr Leiterbahnlagen) wird tat

ie geforderten EMV-Eigenschaften.

@Roland Martens: Eine Stopplackmaske braucht man auch bei einseitigen Plati

ahnen mitbeschichtet werden.

Nur ist es hier eben keine Multilayerplatine - oder höchstens eine für ganz, ganz Arme, weil es auf der (einzigen) Leiterbahnseite noch Jumperdrähte gibt. Vermutlich sind 1001 unisolierte Drähte (sonst bräuchte man doch wohl keine Lötstopmaske?) immer noch ein paar Centbruchteile günstiger als eine zweilagige Platine zu fertigen, womöglich sogar noch aus Epoxy!!!111einself. Die Drähte auf der Kupferseite evtl. deswegen, weil man dann noch freier in der Kreuz-und-Quer-Verdrahtung ist und nicht um irgendwelche Bauteile herum muß. Vielleicht tut sich auch der (humanoide oder mechanische) Bestückungsautomat leichter, erst auf Seite 1 die Chips/SMDs, dann auf Seite 2 noch die Jumper zu positionieren und das Ergebnis durchs Schwallbad zu ziehen. Oder man macht erst Schwall und dann Reflow, wer weiß das schon so genau.

Richtig. Die Frage war aber: Ist mikroskopischer Drahtverhau tatsächlich soviel teurer, daß es sich lohnt, einen Meter Kupferdraht auf einer Platine zu versenken, nur um den zweiten Layer einzusparen? Denn darum geht es doch, Siemens baut ja hoffentlich kein Xeon-Motherboard mit fünf inneren Lagen in unsere Waschmaschine, oder?

Volker

Müßte uns Thomas erklären, ob das nur Kohlematsche war, die man da zusätzlich draufdruckte (ist mir noch nicht begegnet, ergibt aber als Fortführung der Technik aus Fernbedienungen finanziell durchaus Sinn) oder richtige Drähte in richtigen Löchern.

Ciao, Volker

Wozu Löcher, wenn die Drähte auf der Lötseite verlegt werden? Vielleicht war der Preis der Bohrungen der Grund für diese ungewöhnliche Lösung?

DoDi

Typisch sind diese Platinen Stanzteile und deshalb nicht FR4 sondern FR3 ( d.h. ohne Glasfaser ). Die Löcher sind auch relativ gross, was für bedrahtet ICs aber ok war. Durchkontaktierung ist bei gestanzten Leiterplatten glaube ich nicht möglich, die "Bohrungen" sind nicht sehr masshaltig.

MfG JRD

"Thomas Langhammer" snipped-for-privacy@gmx.net schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@tom4.local.de...

Wenn man sowieso Kohlelack aufbringt für die Gummitastatur, dann kann man auch gleich die Kohlebahnen über einer Isolierlackschicht (Lötstoplack) als Kreuzung über Leiterbahnen nutzen, und spart sich so die viel teurere durchkontaktierte doppelseitige Platinenfertigung, oder eben die Drahtbrücken.

Nutzt man keine lackierten Kohleflächen, dann lohnt der Prozesschrrtt kaum, zumal die Kohleleitungen eher hochohmig sind gegenüber Drahtbrücken.

Aber einseitige Platinen sind halt viel billiger als doppelseitig, man kann Bohrungen stanzen statt bohren und FR2 statt FR4 verwenden und mit HSS bearbeiten statt VHM.

Ideal für Hobbyisten, die sowieso nicht chemisch durchkontaktieren können (Ausnahmen bestätigen die Regel), leider gibt es kaum fertig photobeschichtete einseitige Hartpapierplatinen bei den Hobbyelektroniklieferanten.

Am 11.10.2019 um 17:07 schrieb MaWin:

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mfG W.Martens

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