50 Ohm Technik

Mar 09, 2009 27 Replies

Liebe Elektronikfreunde,



ich suche eine verständliche Erklärung für die Unterschiede in den vielzitierten "50 Ohm-" und "1MOhm-Techniken".



Was ich weiß, ist natürlich, dass bei 50Ohm abgeschlossenen Kabeln keine Reflexionen auftreten.



Ist der Unterschied einfach, dass bei 1MOhm die Signalquelle nicht belastet wird, ich aber unschöne Reflexionen erhalte, während es bei



50Ohm-Abschluss genau umgekehrt ist?

Bei welcher Art von Signal soll ich dann bei meinem Oszi den 50Ohm bzw. den 1MOhm Eingang? Hängt das nur von der Frequenz ab?



Viele Grüße,



Christian


1M nimmt man fuer hochohmige Signalquellen bis einige zig MHz, auch gelegentlich bis 200-300MHz. Darueber erschlaegt einen die Kapazitaet. Fuer GHz-Geschichten nimmt man 50ohm, wobei natuerlich die Messtelle entsprechend belastet wird (was man wiederum mit einem SMT-Spannungteiler abmildern kann).

Beispiel hier im Labor: Das normale digitale Oszilloskop laeuft fast immer mit 1M, waehrend der Netzwerkanalysator so gut wie immer auf 50ohm eingestellt ist. Das ganz schnelle digitale GHz-Oszilloskop hat ueberhaupt keine 1M Eingaenge, ist komplett 50ohm.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/ "gmail" domain blocked because of excessive spam. Use another domain or send PM.

passive Oszisonden mit 1:1 gehen bis 1 MHz. Die billigen passiven 1 Mohm Oszisonden 1:10 gehen bis max 100 MHz. Es gibt seltene bessere 1:10 die gehen bis 300 oder 500 MHz. Drüber wirds eklig und teuer. Deshalb 50 Ohm, das geht bis unendlich.

w.

Nur dann, wenn das angeschlossene Kabel auch 50 Ohm Impedanz hat. Aus Gründen, die mir nicht ganz klar sind, kommen im Video-Bereich 75 Ohm- Kabel und entsprechende Eingänge vor.

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Kai-Martin Knaak tel: +49-511-762-2895 Universität Hannover, Inst. für Quantenoptik fax: +49-511-762-2211 Welfengarten 1, 30167 Hannover http://www.iqo.uni-hannover.de GPG key: http://pgp.mit.edu:11371/pks/lookup?search=Knaak+kmk&op=get

... die dann ebenfalls BNC tragen und verflixt aehnlich aussehen. Ich bin deshalb mal ueber 5 Stunden geflogen, und dann 5 Stunden wieder zurueck. Am Telefon wurde immer wieder beteuert, dass es wirklich 50ohm Kabel seien. Waren aber 75ohm. Ausgewechselt -> Produktion lief wieder.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/ "gmail" domain blocked because of excessive spam. Use another domain or send PM.

Ich meine mal irgendwo gelesen zu haben, dass 75 Ohm Kabel eine geringere Dämpfung haben als 50 Ohm Kabel.

Gruß

Stefan DF9BI

Ecoflex 15 oder diese Wasserrohre mit Massivkupferleiter und Abschirmung?

Als was? Als Widerstandstransformator (ich muss zugeben, dass ich die ganzen Widerstandstransformationsgeschichten mit 75 Ohm oder

100 Ohm oder 32,5 =3D 2x75Ohm nicht verstehe). Ich pappe irgendwie passend 75 und 50 Ohm Kabel aneinander und am Ende habe ich 240 Ohm oder 30 Ohm f=FCr eine 4x9 Antenne. Nicht dass ich mit den Formel nicht rechnen k=F6nnte (von den Maxwell- Geleichungen abgesehen) und zu keinem Ergebnis komme aber wie das funktioniert ist die Frage.

Kann ich semi-Kable mit einer Rohrbiegeeinrichtung einfach verlegen oder muss ich auf etwas achten?

Kai-Martin Knaak schrieb:

Für Leitungen mit Luft als Dielektrikum ist iirc nahe 75 Ohm Impedanz die Dämpfung minimal. Vielleicht wurde das deshalb einmal so festgelegt.

Christian

Christian Zietz - CHZ-Soft - czietz (at) gmx.net WWW: http://www.chzsoft.com.ar/ PGP/GnuPG-Key-ID: 0x6DA025CA

Stefan schrieb:

Hallo,

wenn man die Kabeldaten vergleicht findet man dafür durchaus Beispiele:

RG58BU, 50 Ohm, 100 MHz 1,7dB/10m, 1000 MHz 5,6dB/10m, 100 pF/m RG59BU, 75 Ohm, 100 MHz 1,3dB/10m, 1000 MHz 4,6dB/10m, 68 pF/m RG62 , 93 Ohm, 100 MHz 1,05dB/10m, 500 MHz 2,45dB/10m, 42,5 pF/m

die niedrigere Kabelkapazität kann auch Vorteile haben, die Treiber müssen weniger Strom liefern können.

Bye

Hallo,

die 75 Ohm kommen ganz einfach vom Fußpunktwiderstand eines lambda/2 Dipols. Das war wohl in der Anfangszeit die Antenne der Wahl bei UKW und Fernsehempfang.

Marte

Helmut Wabnig schrieb:

Hallo,

Du benutzt also 50 Ohm Koaxkabel als Lichtleiter, ja sogar für Röntgenstrahlen? ;-)

Bye

Das kann nicht sein. In der Anfangszeit war eher 240 Ohm Flachbandkabel gebräuchlich.

Beim Rundfunkempfang ist die Anpassung sowieso nicht so wichtig und bei den benötigten Bandbreiten gar nicht so einfach zu realisieren. Das 3m Band geht von 88,7 bis 108 MHz. Mittenfrequenz also 98 MHz +- 10 %. Im UHF-Fernsehbereich sieht das noch schlimmer aus.

Gruß

Stefan DF9BI

Nein, als ganz normale TEM Leitung z.B. für SAT-TV oder UHF-Fernsehen.

Das ist eigentlich gar nicht so kompliziert. Man muss nur mal verstanden haben, wie ein Smith-Diagramm funktioniert.

Gruß

Stefan DF9BI

Auja, wenn man ein RG58 gut verlegt, kann man an einem Ende ziehen und am andern Ende bimmelt die Glocke, und das parallel zu 100 Fernsehkanälen!!!

w.

Ich schrieb:

Hier noch ein Link zu diesem Thema:

Christian

Christian Zietz - CHZ-Soft - czietz (at) gmx.net WWW: http://www.chzsoft.com.ar/ PGP/GnuPG-Key-ID: 0x6DA025CA

Christian Zietz schrieb

Denke ich auch, man kann es aus dem Aspekt von Formeln sehen, die werden wie folgt aufgelöst:

- minimale Dämfung Z=77Ohm/Wurzel(Er)

- größte Spannungsfestigkeit Z=60Ohm/Wurzel(Er)

- maximal übertragbare Leistung Z=30Om/Wurzel(Er)

Peter

Christian Zietz schrieb:

Hallo,

das ist sogar ein ganz hervorragender Link!

Bye

Hi Stefan,

Dann eben nicht ganz am Anfang ;-) irgendwann hat mans dann aber wohl doch eingesehen, dass es günstiger ist, gleich mit der richtigen Impedanz aufs Kabel zu gehen, als erst noch großartig transformieren. Das wird dadurch selten breitbandiger.

Ein Grund mehr, da nicht auch noch durch eine Transformationsschaltung zusätzlich die Breitbandigkeit einzuschränken.

Marte

Helmut Wabnig schrieb:

Hallo,

wie weit es mit Coaxialkabel wirklich geht sieht man hier:

formatting link
je nach Typ 14 bis 112 GHz.

Bye

Marte Schwarz schrieb:

Nur ist ein Koaxkabel unbalanced, ein Dipol aber symmetrisch, also braucht man trotzdem einen BALUN. Da kann man dann auch gleich ein anderes Wicklungsverhältnis draufmachen und auf 50 Ohm transformieren.

Klaus Rotter * klaus at rotters dot de * www.rotters.de

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