Welches *bleifreie* Lot?

Jan 02, 2020 Last reply: 6 years ago 166 Replies

Wikipedia muß man immer mit einer gewissen Vorsicht benutzen, denn da kann jeder alles reinschreiben und die die das dann eventuell mal überprüfen haben meist kaum das nötige Wissen. Denen reicht ein Einzelnachweis, am besten auf ein Buch was kaum einer kennt, und schon steht das für lange Zeit drin...

Wenn du meinst daß du mit unter 1% Kupfer in dem Lot diese da beschriebene Wirkung erzielen kannst brauche ich hier nicht weiter schreiben, ich habe das in meiner Ausbildung anders gelernt. Ich würde das was da steht eher als eine Werbelüge ansehen die wohl ein Lothersteller da plaziert hat um seine Produkte besser verkaufen zu können.

Wenn dich das Thema wirklich interessiert kannst du den Artikel zur Zinnpest aufrufen:

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gibt's auch einen Link zu einen YouTube-Video wo in Zeitraffer gezeigt wird was mit reinen Zinn bei Temperaturen unter +13,2°C passiert:
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durch eine Legierung wird Zinn stabil daß man es als Lot verwenden kann.

Frank

Ja, es interessiert mich. Aber ich komme zu anderen Ergebnissen und Schlußfolgerungen.

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... ... ... ... ...

Es ist also doch so, wie ich schrieb - wie fast immer.

Am 03.01.20 um 22:33 schrieb Frank Müller:

Den großen Brockhaus mußte man früher auch mit Vorsicht benutzen (ja, ich erinnere mich an faktisch inkorrekte Dinge, ist aber zu lange her für Details). Hat man damals aber eher selten dazugesagt.

Im Vergleich schlägt sich die Wikipedia jedenfalls nicht schlecht.

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Das Thema Zinnpest ist aber bei Bleilot eher abwegig. Ich hab hier gerade eine Spule Sn60PbCu2 stehen. Was meinst du, wozu in diesem Fall das Kupfer drin ist?

Hanno

Da steht eindeutig "Lötgut" ich zähle da die Lötspitze nicht dazu.

Da steht: "Cu- Kupfer Kupfer hat selbst eine Schmelztemperatur von 1084,4 °C. Da viele Komponenten in der Elektronik auf Kupfer basieren, verhindert Lötzinn mit Kupfer, die Ablegierung der Bauteile und Platinen ins Lot. Zudem soll die Zugabe von Kupfer die Lebensdauer von kupfernen Lötspitzen erhöhen. Diese Erfahrung konnten wir in der Praxis leider nicht machen, viel mehr wurden die kupfernen Lötspitzen eher mehr angegriffen und die Lebensdauer reduziert."

Bei solchen Erklärungen frage ich mich eher ob die Schreiber den Vorgang "Löten" überhaupt begriffen haben. Grade die Verbindung wird nur durch die Oberflächenlegierung erzeugt, warum sollte man die da verringern wollen?

Das ist nun wieder eine Seite eines Lot-Herstellers, der will natürlich zeigen daß seine Lote gut sind und so liest man da auch auf S.4 einiges zu den Ablegierraten, aber auch daß es mit steigender Temperatur exponentiell zunimmt. Weiter liest man da zu den Lötspitzen: "Deutlich ist der Einfluss der Mikrolegierungszusätze zu erkennen. Die Standzeit wird meist verdoppelt. So ergeben sich wesentliche Vorteile beim Kolben- und Automatenlöten."

Wenn du meinst...

Frank

Am 03.01.20 um 19:27 schrieb Hanno Foest:

Der Cu Anteil brachte bei den alten Ersa Lötkolben mit Rein-Kupferspitzen (die man noch per Hand zuschmieden konnte) einen eklatanten Unterschied in deren Lebensdauer.

Am 04.01.20 um 10:10 schrieb Frank Müller:

Das kann ich bestätigen.

Dem muss ich widersprechen.

Am 03.01.20 um 19:12 schrieb Bubo bubo:

Wie steht es mit der Toxizität all dieser Zusatzstoffe?

Am 04.01.20 um 10:10 schrieb Frank Müller:

Wie steht es mit der Toxizität all dieser Zusatzstoffe?

Am 04.01.2020 um 10:32 schrieb Fritz:

Wenn einem der Barren auf den Kopf fällt....

Willst Du damit löten, oder willst Du es essen?

Grüße, H.

Niemand verwehrt dir Cadmium zu verzehren, insbesondere in Form von Dimethylcadmium.

Am 03.01.2020 um 23:59 schrieb Hanno Foest:

Um Lötspitzen aus Kupfer zu schützen, keine Ahnung ob's stimmt.

Butzo

Am 04.01.20 um 16:07 schrieb Klaus Butzmann:

Eigenproduktion von Hohlkehle Lötspitzen als Nebeneffekt?

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Ich auch. Und ich löte seit 1970.

Alle Lötdraht-Hersteller haben diese Legierungen - ALLE! Und alle beschreiben, daß durch die Zusätze Cu,Ag,Au ein jeweiliges Ablegieren reduziert wird.

Frank Müller schrieb:

RG-174 hat Staku per Standard als Innenleiter. Wird wohl aus mechanischen Gründen gar nicht anders gehen. HF ist eh auf der Oberfläche. Der Ohmsche Widerstand dieser Kabel ist allerdings reichlich und damit mies.

Helmut Schellong schrieb:

+1

Stümperhafte Versuche seit ca. 1966, die berüchtigte Blinkschaltung. Zuerst als konventionellen Drahtverhau aufgebaut, dann erst kapiert, für was dieses beiliegende briefmarkengrosse Pertiknax-Plättchen mit den magischen Kupfersymbolen gut sein könnte. Mangels Werkzeug hab ich dann mit einem kleinen Nagel im Handbohrer die Löcher gebohrt, was erstaunlich sauber ging. Anschliessend mit Vaters Vorkriegsbrateisen gelötet. Hat funktioniert und ich war erstaunt, wie kompakt das "Produkt" war. Bizarrerweise kann ich mich an obiges genau erinnern, an die abertausende von Schulstunden weniger...

Fritz schrieb:

Kompliziert. Die Metalle an sich sind meist nicht giftig, die Verbindungen hingegen sehr. Daher ist keine allgemeine Aussage möglich. Das nicht-einatmen von Bleidämpfen ist sicher das wichtigste in diesem Zusammenhang. Zinn ist für Lebensmittel zulässig, Silberionen killen Bakterien, grössere Mengen Gold (z.b. 100 kg) sind gesund auf Dauer und wirken beruhigend.

Polemik: Weniger als 1 mg Kupfer täglich ist auf Dauer (Jahr oder so) tödlich.

Am 04.01.20 um 16:07 schrieb Klaus Butzmann:

Es stimmt tatsächlich!

Blei und Cadmium wurden auch nicht grundlos verboten. Beim Handling (angreifen, löten) bekommt man davon etwas ab!

Aber das ist dir ja fremd!

Hanno Foest schrieb:

Der kleinformatige Einbäder der Brockhaus vorm Krieche: Hitler, Adolf, Kulissenmaler.

Später, grosser Brockhaus: Warst du bekannt oder verwandt mit der Familie Gruner-Brockhaus-usw., stiegen deine Chancen erwähnt zu werden um Grössenordnungen.

mfg Rolf Bombach

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