Welches *bleifreie* Lot?

Jan 02, 2020 Last reply: 6 years ago 166 Replies

Am 07.02.2020 um 17:02 schrieb olaf:

Da hier noch eine zweite WTCP als Ersatz rumsteht, wird es da wohl so schnell kein Upgrade geben.

Die Platinen hier sind allerdings normalerweise nur doppelseitig oder auch einseitig, letztere auch selbstgefräst mit entsprechend groben Strukturen.

Ok, ich habe hier noch Bleilot (Sn60Pb40) Felder ISO-Core EL (FSW32) und Iso-Core RA (FSW26). Die müßte ich mal direkt nacheinander testen.

Danke für die Infos dazu.

Holger

Hmm - warum? Nach dem Löten ist vor dem Löten... Wenn zwischen zwei Lötungen 20 Sekunden sind in denen man das nächste Bauteil in die Durchkontaktierung steckt - ist es wirklich so "tödlich" nach dem Löten abzuwischen anstatt 18 Sekunden später?

Ich wische immer nur direkt vor dem Benetzen mit frischem Lot. Direkt nach dem Wischen ist die Zinnschicht dünn und mit etwas Pech kurz danach nicht mehr völlig geschlossen.

Man sollte nicht abwischen, Kolben ablegen, eine Minute später so damit löten. Das wäre plemplem.

Aber die Lötspitze geht nicht dadurch kaputt. Jedenfalls meine Ersadur nicht.

Es ist schwer zu sagen, was bei den Spitzen, die ich irgendwann nach vielen Jahren aussortieren mußte, jeweils wie viel beigetragen hat. Auf jeden Fall hatte ich schon öfter mal Stellen auf der Spitze, die sich erst nach viel Mühe wieder erfolgreich benetzen ließen. Und dagegen hilft nach meiner Erfahrung, nach jedem Wischen sofort (wenig) neues Lot aufzutragen.

Vor sehr vielen Jahren habe ich in einem Jugendzentrum einen Elektronik- und Lötkurs gehalten. Ich habe dafür bewußt Kolben mit billigen primitiven Kupferspitzen angeschafft, damit die Pflege und Sorgfalt sofort eingeübt werden. Die erste Ersatzspitze gab's umsonst, die zweite war billig und danach kostete jede das Doppelte der vorhergehenden.

Mit Spitzen habe ich eigentlich keine Probleme.

Helmut Schellong var@schellong.biz www.schellong.de www.schellong.com www.schellong.biz http://www.schellong.de/c.htm http://www.schellong.de/htm/audio_proj.htm http://www.schellong.de/htm/audio_unsinn.htm

Axel Berger schrieb:

Wenn man in einen Jugendzentrum so was macht würde ich einfache

30W Lötkolben besorgen und die Lötspitzen können sich die Jugendlichen aus einen Stück 16mm² Kupferdraht selber schmieden.

Frank

Hi Marc,>>> ERSA empfiehlt:

Das ist einfach, wen man weiss, was mit dem Wischen bewirkt werden soll.

Damals, als ich noch jung war, gab es Spitzen aus einfachem Kupfer. Dieses wird von flüssigem Zinn behandelt, wie Kandiszucker im heissen Tee. Da ist es durchaus dienlich, die Spitze zu reinigen, bevor man ise abstellt, weil damit die Menge an lösungsfähigem Zinn über die Zeit begrenzt wird.

Vor dem Löten streift man das Zinnoxid und abgebranntes Flußmittel von der verzinnten Oberfläche ab, um einen besseren Wärmeübergang zur Lötstelle zu schaffen.

Neuere/bessere Lötspitzen haben einen Kupferkern und darauf eine galvanisierte Eisenschicht. Das Eisen läßt sich verzinnen, wird vom Zinn aber nicht angelöst. Deshalb hießen sie anfangs Dauerlötspitzen. Wer meint, damit z.B. beim Auslöten von Bauteilen an Beinchen herumhebeln zu müsse und dabei die Eisenschicht verkratzte, hat dies drastisch zu spühren bekommen. Ein Kratzer im Eisen und das Zinn holt sich das Kupfer unter dem Eisen vor. Oh ja, die Wellerspitzen waren seinerzeit sehr teuer, zumindest für mein Taschengeldetat. Die aus den Sperrmüllfernsehern ausgeschlachteten Bauteile waren damit sehr schnell sehr teuer geworden :-(

Lehrgeld eben. Aber den Zusammenhang hab ich nie mehr vergessen.

Marte

Die nötige Ausstattung vorausgestezt ist das noch besser. Die gekauften Spitzen waren iirc aus ca. 3 mm Rundmaterial sehr schräg abgesägt. Wir haben Transistoren und Widerstände gelötet, keine Dachrinnen.

Am 09.03.20 um 21:29 schrieb Frank Müller:

Früher wurden die Ersa Kupferspitzen immer für die notwendige Größe zurecht-geschmiedet, wenn diese abgenutzt (löchrig) waren, der Vorgang wiederholt. 2%Cu Anteil im Lot sorgte dann für längere Standzeiten.

Rainer

Junge, Du bist wirklich lern- und begriffsresistent. Man kann Dir wie man will, es ist, als ob man einen Ochsen ins Ohr zwickt. (Paul Zeiler in de.comp.hardware.kuehlung+laermdaemmung)

Am 10.03.2020 um 10:00 schrieb Rainer Knaepper:

Der Glaube nur so wie man es selbst gelernt hat sei der einzig richtige Weg.

Ausstattung braucht man da nicht viel, ein größerer Seitenschneider um den Draht auf die passende Länge zu schneiden und einen Schraubstock mit Amboß, oder ein kleiner Amboß zum hinstellen, und ein kleiner Hammer sollte schon da sein wenn man basteln will...

Die 30W-Lötkolben, die ich hier habe, haben eigentlich alle etwa 5 mm Lötspitzen-Aufnahmen, die Ersatzspitzen sind da mit 4,7 mm Durchmesser angegeben, da paßt so ein 16 mm² Kupfer gut rein.

Für Dachrinnen würde ich den nicht nehmen, da kommt zu wenig Wärme vorne an...

Frank

Am 10.03.2020 um 10:00 schrieb Rainer Knaepper:

[...]

Du würdest Dich wundern, in wievielen Köpfen solche pädagogischen Konzepte noch(?) verankert sind. Das gipfelt dann im Lehren von völlig sinnlosem Quatsch, aber "wir mußten da schließlich auch mal durch!"...

So ein Murks führt halt zu Frust. Es kommt auf optimalen Wärmeübergang zwischen Heizelement und Spitze sowie auf die dickstmögliche Spitze an. Und dann auf Geschwindigkeit. Mit solch improvisiertem Material kann der Anfänger höchstens kokeln.

Kommt natürlich drauf an was gelötet werden soll. Aber wenn ich Jugendzentrum und Lötkurs lese gehe ich nicht davon aus daß die Jugendlichen an ihren Smartphone in SMD-Technik rumlöten wollen sondern denke eher an einseitige Leiterplatten die ganz klassisch gebohrt und mit Bauteilen bestückt werden. Dafür reichte früher so einfache Löttechnik aus. Setzt natürlich voraus daß der Kursleiter auch wirklich löten kann und die richtigen Tips gibt damit das am ende auch funktioniert.

Frank

Rainer Knaepper schrieb:

Sollen sie das lernen, oder sich das nur ansehen? Hier geht es um handwerkliche Fähigkeiten die kann man nur mit Übung richtig lernen.

Zum üben ist meiner Ansicht nach so ein billiger

30W-Lötkolben mit einer selber gedengelten Spitze besser geeignet als eine Lötstation wo die Ersatzspitze mehr kostet als der billige 30W Lötkolben...

Frank

Am 10.03.20 um 11:06 schrieb Frank Müller:

Kommt drauf an. In Workshops auf dem CCC oder in Hacker/Makerspaces fängt man inzwischen tatsächlich manchmal direkt mit einfachen SMD-Bausätzen an, Lauflichter, elektronischer Würfel und so was. Finde ich nicht direkt falsch - THT ist ja weitgehend von SMD verdrängt, warum sollte man sich da noch groß mit alter Technik aufhalten.

Problematischer sehe ich da eher, daß nahezu alles nur noch ein fertigprogrammierter Mikrocontroller, ein paar Widerstände und LEDs ist, auch wenn das weitgehend der Praxis heutiger elektronischer Schaltungen entsprechen mag - wieviel man an einer Blackbox mit etwas Zubehör lernt weiß ich nicht. OK, wenn es nur um die mechanischen Fertigkeiten geht mag das reichen. Aber irgendwie finde ich einen astabilen Multivibrator mit Transistoren anschaulicher.

Allerdings: Nur, weil ich bottom-up gelernt habe, muß das nicht der einzig wahre Weg sein. Schneller Erfolg kann auch eine Motivation sein, wenn dann damit die Motivation kommt, später wissen zu wollen, wie der Kram jetzt eigentlich *genau* funktioniert.

Hanno

vielleicht 30 EUR.

- hat gelacht und mir dann den Tip260 und ordntliches Lot (als Meterware!) verkauft. War eine Offenbarung im Kontrast...

Hanno

Nie irgendwas von Ulf Kutzner glauben, insbesondere Zitate immer im Strohmann-Argumente zu konstruieren.

Der Tip 260 war auch für mich eine Offenbarung (vor langer Zeit).

Für mehrlagige THT-Fälle hat der natürlich nicht annähernd die nötige Leistung, insb. zumm Entlöten.

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