Überspannungsschutz 230V?

Sep 23, 2019 Last reply: vor 7 Jahren 140 Replies

300 V + 4% habe ich gesehen.

USV, die keinen reinen Sinus liefern, haben wesentlich schlechtere Daten. Diese sind deshalb ohnehin unbrauchbar. Man weiß ja nicht, was angeschlossen wird - sind ja Steckdosen. Rechteckige Spannung ist oft nicht gut nutzbar. Außerdem hat sie heftige Oberwellen.

On 09/24/2019 15:30, Jürgen Hüser wrote: [...]

Da hilft nur eine Abwurfschaltung mit Mikrokontroller.

Die Netzteile können noch weitergehend defekt sein.

Wurde der Varistor zur Prüfung ausgelötet?

Ich kann da spontan noch

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hinzufügen. Hurra! Endlich mal wieder eine lohnenswerte Aufgabe fürs Makroobjektiv. Beim Subjekt handelt es sich um eine nicht ganz billige Bachmann Primo Alu Protection 6x-Steckdosenleiste vom Typ "331.013", d. h. Überspannungsschutz mit Schalter (s. auch [1]).

"[...] Seit mehreren Jahrzehnten behauptet sich BACHMANN als einer der Marktführer in der Elektrotechnik-Branche. [...] Wir die BACHMANN Group, fördern die Life Quality der Menschen jeden Tag weltweit. [...] Dabei stehen an erster Stelle: die Macher, die Menschen. Vom Auszubildenden bis zur Geschäftsführung ist jeder einzelne ein außerordentlich wichtiger Teil unseres gemeinsamen Erfolgs. [...] Im Zusammenspiel mit unserem hochwertigen Produktportfolio sowie stets neuen, disruptiven Ideen und Wegen entsteht ein einzigartiges Erfolgsrezept [...]"

(aus:

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) Engineered in Germany. Made in China.

Frag nicht, wie die anderen Steckdosenleisten aussahen, die ich noch in Händen hatte, z. B. vom Baumarkt. Oder von anderen ehemals deutschen Marken. Ernüchternd. Das Bachmann-Teil ist demgegenüber geradezu blitzsauber aufgebaut. Kabelendschuhe. Ausreichende Querschnitte und Isolationsabstände. Dickes FR-4 statt Pertinax. Wippschalter von Marquardt.

Wird bei meinem PC-Netzteil nur leider alles nichts helfen.

Volker

P.S.: Ach ja: Ruhestrombedarf für die Lichtorgel in eingeschaltetem Zustand ca. 1 Watt.

[1]
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Hallo!

Am 24.09.2019 um 17:23 schrieb Helmut Schellong:

Ja, Varistor und Sicherung ausgelötet bei allen 6 Netzteilen.

Von den 6 Schaltnetzteilen war das Muster bis auf eine Ausnahme gleich: Schmelzsicherung durchgebrannt und Varistor niederohmig von 390 Ohm bis

0 Ohm. Dahinter Brückengleichrichter offenbar noch intakt und auf dem Ladeelko je nach Netzeil noch zwischen 190 - 315V DC Restspannung. Wobei es mich wundert das sich bis heute keine Entladewiderstände eingebürgert haben. Ein paar Megaohm würden doch schon reichen am 400V-Elko.

Dazwischen war ein Netzteil was mich verdutzt hat. Sicherung noch intakt, Varistor hochohmig. Also mal mutig 230V drauf gegeben. Startete ohne Auffälligkeiten. Trotzdem habe ich da Sicherung und Varistor ausgelötet. Bei fünf gleichartigen Defekten wollte ich an dem einen jetzt nicht knauserig sein.

Mit Glück habe ich morgen neue Varistoren und ausreichend passende Sicherungshalter.

Die originalen Sicherungen hatten Endkappen mit Beinchen, ziemlich exakt sowas hier:

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Vermutlich werden die aufgecrimpt?

Grüße

Jürgen

Am 24.09.2019 um 19:13 schrieb Jürgen Hüser:

Aufpressen reicht, es ist kein Spezialwerkzeug nötig.

Das reicht wohl nicht, es ist wohl mit mehr als 300V Versorgung zu rechen, kurzzeitig würde ich mich über >1000 nicht wundern.

Hat aber eigentlich nichts mit der Eingangsfestigkeit zu tun.

Das ist schon klar.

Das "Problem" der ganzen Sache lieg daran das die Überspannung sehr lange anliegt bis der generator wieder ausregelt, die Schtzelemente in den Geräten und die div. Steckdosen mit eingebautem Ü-Schutz nur für transiente Impulse ausgelegt sind.

Hier ist angeklungen dass ev. ein Wegschalten der Verbraucher sinnvoll wäre. Das ist ev. eine guter Weg, denn sie würde den langanhaltenden Überspannungszustand an den Verbrauchern verhindern und es käme nur eine transiente Überspannung bei den Geräten an. Deren Schutzschaltung könnte diese wohl ohne weiteres beherrschen ohne selber kaputt zu gehen. Die Trennschaltung selber muss aber schon ein wenig "mächtig" sein, sie muss ja bei Überspannung schalten und das während die angeschlossenen Verbraucher schon "schwitzen". Die absolute Geschwindigkeit ist dabei wohl nicht das Kriterium, sondern die sichere Trennung.

Kurt

Kabelendschuhe? Wo?

Ich würde da 270 kOhm nehmen, >=350 V.

Ich kenne das von MeanWell.

Stark quetschen darf man solche Kappen aber nicht. Vielleicht werden die nur aufgesteckt.

Inzwischen hat der OP ja gepostet, daß ihm 1000 V berichtet wurde. Dadurch kann wohl überhaupt nichts fertig gekauft werden.

Doch, genau das. Die mit Sinus gehen bis 300 V. Die ohne Sinus bis 268 V z.B.

Ja, das macht Varistoren gänzlich unbrauchbar.

Ja, die beste Lösung ist ein Abwerfen der Last, sobald eine Halbwelle mit Überspannung auftaucht. Das ist entwicklungsmäßig gar kein Problem.

Staun: 3,15AT scheint mir heftig groß zu sein, üblich für 500-700W NT Klasse.

Die Kappen mit Drähten dran sind in der Serie wohl einfacher/billiger. Die haben in der Kappe eine Ringfeder, oder die Kappe dient selber als Feder und werden über die 5x20 geschoben. An Crimpen glaub ich eher nicht.

Ich hab im Vorigen Jahrtausend mal einen 100er Beutel dieser Kappen mit Draht gekauft. (BÜRKLIN?)

Örks :)

Was soll kurzzeitig heissen? Auf jeden Fall heftig. :(

Saludos (an alle Vernünftigen, Rest sh. sig) Wolfgang

Am 24.09.2019 um 17:13 schrieb Helmut Schellong:

und Fets mit 1..3 kV Spannung, anstatt die Überspannung zu verheizen selbige erst gar nicht ins Gerät lassen.

Butzo

Am 24.09.19 um 21:50 schrieb Helmut Schellong:

Ach, Unsinn. So schlecht ist das kaufbare Zeug nun auch wieder nicht. Zu meiner Studienzeit, irgendwann in den 90ern, gab es in Braunschweig in einem Stadtteil aufgrund eines Schaltfehlers eine Spannungsspitze von ca. 3000 Volt (so stand es zumindest in der Zeitung). Das gab eine große Menge Elektroschrott. Die Leute mit USVs oder Blitzschutz-Steckdosenleisten hatten allerdings Glück. Ein einem Bekannten machte es lediglich "klack" und der Rechner war aus - er mußte lediglich den Sicherungsautomaten an der Steckdosenleiste wieder reindrücken und es tat wieder.

Hanno

Hallo,

Am 23.09.19 um 20:44 schrieb Jürgen Hüser:

[snip NT durch Überspannung gegrillt]

Fette Stromaggregate klingt aber erstmal nach Profiware und nicht nach Baumarkt, die sollten schon eine vernünftige Spannungsregelung haben..

Auch helfen in vielen Bereichen Grundlasten schon enorm weiter, ein ähnliches Problem haben wir im Amateurfunk auch, insbesondere CW und leistungsfähoge Endstufen fordern kleine Generatoren erheblich, Lastwechsel 10/80% mehrfach in der Sekunde.

Das könnte das Problem sein, ist der N zufällig zuerst getrennt weil vielleicht abgenutzt/locker, kommt es bei einer ungleichen Phasenbelastung ganz schnell bis zu zu 400V auf der Leitung.

Kleinkram raucht dabei ab.

Was ist mit großen empfindlichen Lasten? Die müssten ebenfalls betroffen sein.

Ich würde hier über einen vernünftigen Schutz vorsehen, entweder Online USV oder ein passiver Schutz, bei der Fa Dehn gibt es sicher hier auch eine Lösung, oft sind Funkenstrecken kombiniert mit Variatoren hier eine sinnvolle Lösung, bei Eigenentwürfen kann man diese ja mal mit 400V und einer dicken Absicherung einmal testen, ob diese empfindliche Technik schützen können.

Gruß JAn

Am 25.09.2019 um 00:03 schrieb Jan Conrads:

Dies "üblichen" sind auf transiente Vorgänge optimiert/ausgelegt. Wenn es sich um lang andauernde Überspannung handelt dann explodieren die Varistoren auch. Funkenstrecken halten das länger durch, müssen/sollten aber fremdgezündet werden.

Dehn hat was im Programm das auf Überspannung im Netz, z.B. Nulleiterabriss, eingerichtet ist.

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Kurt

Notabene: Hat mal ein Kollege gebaut, als Studentenfeste Stromversorgung in Kleinserie. Dann festgestellt, "sehr sicher", denn der Thyristor zündet bei Störungen auch, und dann das ganze einen Tick weniger empfindlich umgebaut. ISTR Transistor statt Thyristor, kan mich aber auch schwer täuschen.

Thomas Prufer

Es wurde hinlänglich beschrieben, um welches Problem es sich handelt. Und liegt ein Problem vor, daß durch Varistoren nicht gelöst werden kann. Es wurde von Varistoren berichtet, die durch ihre Explosion dicke Kondensatoren zerfetzten.

Ein Problemlöser muß dauerhaft 1500 V aushalten, durch Messen Überspannungen entdecken, und ggf. zuverlässig abschalten.

Ja, zum Beispiel in <qmdirp$t8e$ snipped-for-privacy@news.albasani.net>

Deswegen ja auch die zusätzliche Sicherung.

Hanno

Hallo!

Kurze Rückmeldung: In allen sechs Netzteilen Sicherungen mit Originalwert (3,15AT 250V Keramik) in anständige Sockel bestückt und alle Varistoren gegen Originaltype (S14 K300) getauscht. Bis auf ein Varistor waren fünf niederohmig (0-390 Ohm).

Nach Austausch laufen nun alle Netzteile wieder problemlos ohne Auffälligkeiten.

Am 24.09.2019 um 22:07 schrieb Wolfgang Allinger:

Ähem...ich weis nicht woran die bemessen wurde...: - an den Varistor? - an möglichst geringe Rücklaufquote?

an der Stromaufnahme oder Leistung des Netzteils jedenfalls nicht. Denn diese würde ich eher als "Kleinnetzteil" bezeichnen.

Laut Typenschild des Netzteils von ARTESYN lauten die Kenndaten: Input 100-240V ~ 50-60Hz 1,2A Output 14VDC 3A

Also 42W Ausgangsleistung. Wenn primär maximal 1,2A sind, würde ich da auch keine 3,15AT vorsehen, es sei denn der maximale Einschaltpeak erfordert es, aber dann wären die

1,2A auf dem Typenschild gelogen.

Jedenfalls zwei solcher Netzteile sind primär parallel geschaltet in einem Gerät welches auf dem Typenschild sinniger weise stehen hat: Input: 100-240V~ 50/60Hz 2,4A.

Grüße

Jürgen

Am 25.09.2019 um 14:54 schrieb Jürgen Hüser:

Auf das Typenschild wird eben nicht der Inrush Current geschrieben.

Und eine träge 3A Sicherung ist in der Klasse durchaus üblich.

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