Transflektive Monitore - Erfahr- und Empfehlungen?

Jun 25, 2011 9 Replies

Moin, zur Anwendung auf einem Segelboot (Navigation, draußen, für den Rudergänger der Kleinen Crew (tm) sicht- und erreichbar) überlege ich das Wagnis, in einen transflektiven Monitor zu investieren. In der Theorie ganz toll, wenn die Glotze in der prallen Sonne steht, dann sollte man genug Inhalt erkennen. Dito, wenn es dunkel ist, dann geht die Monitorbeleuchtung an und er wird normal transparent betrieben.



Aber dazwischen, bei bedecktem, aber hellem Himmel, oder wenn die Wolken etwas dicker sind, aber noch zu hell für den eigenleuchtenden Betrieb?



Strom ist an Bord, ich wies in einem anderen Thread darauf hin, immer knapp.



Meine Frage ist daher die nach echten eigenen praktischen Erfahrungen in einem vergleichbaren Umfeld, und ggf. Empfehlungen. Schenkt man der Werbung Glauben, so sind



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oder



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oder



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eine Lösung. Aber ich bin da mit dem Glaubenschenken zurückhaltend.



Wie gut sind diese transflektiven Glotzen denn tatsächlich in der Praxis? Ich kenn das von PDAs, FSC loox z.B., da ist das nicht so wirklich prickelnd mit dem Kontrast. Besonders nervt dabei der schmale optimale Blickwinkel, der noch nicht mal die Normale auf den Bildschirm ist.



Richtig gut wäre eigentlich die Bookreader-Technik, aber die ist derzeit weder für Farbe noch für Bewegung in den Bildern (und die ist Teil des Vorteils) geeignet.



Danke vorab, wie immer!



Gruß, U.


Am 25.06.2011 15:32, schrieb Ulrich G. Kliegis:

Moin!

Für zwei verschiedene Projekte hatten wir von Casio die Blanwview-Displays geprüft und für gut befunden. Die Hintergrundbeleuchtung kann gedimmt oder ausgeschaltet werden, wenn es hell genug ist. Die Sonne liefert dann die Helligkeit. Die Farben sind richtig knackig. Mehr als Prototypen mit bestenfalls kurzen Tests unter Alltagseinsatz gab es aber bisher nicht.

Und im Gegensatz zu dem von Dir verlinkten Dingern sind sie klein und keine Monitore, sondern Displays, also können kein Video-Signal ausgeben.

Unsere Wahl war etwas vom Stromverbrauch geleitet, mehr Gewicht hatte allerdings die Lesbarkeit bei knaller Sonne und die gute Farbwiedergabe.

Ciao Dschen

Dschen Reinecke === der mit dem Namen aus China === http://WWW.DSCHEN.DE mailto:usenet@dschen.de

On Sat, 25 Jun 2011 16:06:34 +0200, Dschen Reinecke wrote in de.sci.electronics:

Das ist hier auch die eigentliche Leitgröße mit höchster Priorität. Das Einsparen der Beleuchtung durch die Nutzung des Tageslichts ist dabei willkommen.

Die Sonne scheint auf dem Wasser etwa so hell wie auf Schnee - die vielfältigen, dauernd wechselnden Reflexionen kommen noch dazu. Mit Mäusekino-Größe ist allerdings kein Blumenpott zu gewinnen.

Gruß, U.

Moin!

Und wie ist so die Lebensdauer solcher Displays in ständig praller Sonne? (nicht rhetorisch gemeint, hab wirklich keine Ahnung)

Gruß, Michael.

Ich habe daheim einen uralten Blackberry aus den USA liegen, das Display sieht in der Sonne aus wie gedruckt, wie ein fake, eine Attrappe. Genial.

Mein notebook hat ebenfalls ein unter Sonnenlicht lesbares Display, allerdings verliert es da an Farbe und Kontrast. Zum usenetten reicht es dicke :) Ist ein IPS TFT mit Glasscheibe im "optical/direct bonding"-Verfahren drüber, nicht transflektiv.

-ras

Ralph A. Schmid http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/ http://www.bclog.de/

On Tue, 28 Jun 2011 05:43:49 +0200, "Ralph A. Schmid, dk5ras" wrote in de.sci.electronics:

Hier mein erster Erfahrungseindruck:

Gestern kam der transflektive Monitor

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ins Haus, heute war das richtige Wetter für einen ersten Versuch. VGA angestöpselt, gebootet, Bild da. Jo. Beleuchtung: Sonne mit rund 3/8 Bedeckung. Auflösung 1024 * 768.

Monitor steht im Halbschatten, also kein direktes Sonnenlicht, aber viel Licht aus dem hellen Himmel. Brightness von 50 [0..100] auf 0 gestellt - Bild ist immer noch da, etwas klarer als bei 50. Kontrast [0..100] von 50 auf 70 - kommt den hellen Bildbereichen entgegen, eine weitere Steigerung macht die Kurve im mittleren Helligkeitsbereich steiler, also wieder 70.

Die Oberfläche des auswickelneuen Touchscreens ist sehr matt, keine Reflektionen sichtbar. Nach etwas Rumgetouche aber Fingerspuren, die teils heller wirken als das Bild. Der Betrachtungswinkel ist im Bereich +- 25° um die Normale in H und V egal, danach fällt die Sichtbarkeit stark ab.

Nun der Härtetest - in den direkten Sonnenschein! Sonne senkrecht auf den Bildschirm, Betrachtung aus ca. 30° - na, da muß man schon etwas genauer gucken. Nun mal sehen, wie das direkt colinear mit der Sonne aussieht - große Enttäuschung - nur noch eine blauschwarze Fläche. Auch Rumspielen mit Helligkeit und Kontrast bringt nichts. Das versteh ich zwar nicht, daß bei den für den reflektiven Betrieb eigentlich optimalen Bedingungen das Bild praktisch weg ist, aber es ist so.

Offenbar muß das Licht, um die hintenliegende Relektionsschicht zu erreichen, doch schräg an den Pigmentträgern der Pixel vorbei.

Bei einem Sonneneinfall aus mehr als ca. 30° außerhalb der Bildschirmnormalen (-senkrechten) ist die Sichtbarkeit auch im direkten Sonnenlicht immer ok - wenn auch die Helligkeitsauflösung in Richtung "naja..." geht.

Der Bereich des Garnichtssehens ist gefühlt +- 10° in H und V. Nun ist das zwar nur etwa 5% der möglichen Beleuchtungsrichtungen, wenn die Sonne am Horizont steht, aber es stört irgendwie.

Bei einem Sonneneinfall aus mehr als ca. 30° außerhalb der Bildschirmnormalen (-senkrechten) ist die Sichtbarkeit auch im direkten Sonnenlicht immer ok - wenn auch die Helligkeitsauflösung in Richtung "naja..." geht.

Interessant auch noch, daß das Bild nach dem Umsachalten im Windows- Display-Einstellungsmenü von 32 auf 16 bit / Pixel deutlich klarer wurde, keine Überschwinger (Anschluß analog, simples Graphikinterface auf einer intel ITX irgendwas-Karte) mehr.

Morgen mach ich mal einen A-B-Vergleich mit einem recht hellen Industrie-TFT-Monitor. Nicht nur der Größenunterschied (15"), sondern auch dessen Beleuchtung machen in der Leistungsaufnahme allerdings auch einen Faktor 4 aus.

Mal sehen, wie die beiden im Vergleich aussehen. Nach Möglichkeit mach ich Bilder und zeig sie mal.

So ganz das erhoffte Optimum ist die Kiste leider nicht, wenn sie auch durchaus anerkennenswerte Eigenschaften hat.

Oder mach ich da bei der Einstellung noch etwas falsch?

Gruß, U.

Dann ist mein ThinkPad x61 tablet definitiv besser!

-ras

Ralph A. Schmid http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/ http://www.bclog.de/

On Mon, 04 Jul 2011 17:04:01 +0200, "Ralph A. Schmid, dk5ras" wrote in de.sci.electronics:

Heute nachmittag kam hier doch noch mal die Sonne raus, Gelegenheit, drei Monitore nebeneinanderzustellen und unter drei (Sonnen-)Lichtbedingungen zu vergleichen.

Hier die Bilder:

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Der transflektive Monitor ist der in der Mitte, ein 10,4" - großes Teil. Listenpreis knapp 490 Euronen plus Umsatzsteuer.

Links ein sehr guter Industriemonitor, der mir mal in die Finger kam. Die Abdeckung ist unglücklicherweise eine sehr blanke Plexiglasscheibe, dennoch kommt sichtbares raus.

Und ganz rechts mein schon etwas angejahrter Laptop Fujitsu-Siemens Amilo irgendwas.

Die jeweils links stehenden Originalbilder geben recht gut den allgemeinen Beleuchtungsstatus wieder. Die Bilder rechts sind mit Photoshop mit insgesamt drei verschiedenen Gradationskurven so optimiert, daß das darzustellenden Monitorbild halbwegs gut zu erkennen ist. So etwa, wie es hier aussieht, nimmt man es auch mit etwas Mühe in echt wahr.

Ich enthalte mich hier mal einer Wertung, weil die jeder aus den Bildern ableiten kann. Der große Vorteil des transflektiven Displays ist und bleibt der deutlich geringere Stromverbrauch. Aber ob das den aufgerufenen Preis rechtfertigt, muß jeder für sich entscheiden. Ich kann meinen noch zurückgeben und werde dieses tun.

Mal sehen, ob das Video, das ich gemacht habe, da noch mehr visuelle Informationen vermittelt, wenn ja, kommt es zu DuRohr.

Gruß, U.

Nur mal als ketzerische Frage: Wozu gibt man jetzt soviel Geld fuer einen transreflektiven Monitor aus?

BTW, gelbe Tischdecken haben bei uns in Deutschland immer haufenweise Wespen angezogen ;-)

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

On Tue, 05 Jul 2011 13:35:23 -0700, Joerg wrote in de.sci.electronics:

Hier normalerweise auch. Aber die Schlupfwespen, die irgendwo am Haus nisten, stehen weder auf Süßspeisen noch auf gelbe Decken.

Ich wollte Euch aber auch das etwas verwitterte Blümchenmuster dadrunter nicht zumuten.

Zur ketzerischen Frage: Ich schließe mich spätestens seit diesem

1:1-Vergleich an - nur der Stromverbrauch ist eben deutlich geringer, weil die Beleuchtung meist überfüssig ist.

Und es gibt wohl richtig gute transflektive Displays, die es auf die Abbildungsqualität bzw den auch bei viel Licht sichtbar bleibenden Kontrast von ebook-Readern bringen. Leider gibt es letztere ja weder in Farbe noch, viel wichtiger, für dynamische Bildinhalte.

Gruß, U.

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