Axel Berger schrieb am Sun, 15 Feb 2026 22:17:23 +0100:
Hast Du sie mal nachgelötet oder die Sockel geprüft?
Sind alles SO-8 mit perfekten Lötstellen...
MfG
Frank
Axel Berger schrieb am Sun, 15 Feb 2026 22:17:23 +0100:
Hast Du sie mal nachgelötet oder die Sockel geprüft?
Sind alles SO-8 mit perfekten Lötstellen...
MfG
Frank
Am 15.02.26 um 23:22 schrieb Frank Scheffski:
Ich würde sie trotzdem nachlöten. Ich habe auch mit Sachen, die perfekt kontaktiert schienen, schon die seltsamsten Sachen erlebt.
Gruß
Gregor
Gregor Szaktilla schrieb am Mon, 16 Feb 2026 00:32:09 +0100:
Habe ich gemacht. Das Verhalten ändert sich nicht. Stabile(!) 414,5 Hz am Eingang.
Wir haben da tragbare Gerätchen, die stark strapaziert werden, was zu einer Art "durchwalken" der Platinenecken führt. Bei denen wird immer das gleiche Beinchen des SOIC-8 EEProms lose, was dann zu Startproblemen führt. Das sieht man in der Regel selbst unter der Lupe nicht. Ich habe eine feine Nadel und versuche dann, am Bein horizontal zu wackeln. Daran merkt man dann, daß es nur noch lose auf der Lötstelle aufsitzt. Ich hatte aber schon den Effekt, daß es keine Seitenverschiebbarkeit gab, aber die Lötstelle trotzdem hinüber war.
MfG
Frank
Defekte/sonderbare TL081 in DIL aus China habe ich häufig.
Normalerweise ist ein künstlicher AGND bei 6V mit 100nF Kerkos gegen 12V und gegen GND bestückt. Wenn er nur durch einen hochohmigen Spannungsteiler erzeugt wird, ist er stabil, aber bei DC kaum belastbar. Wenn der Spannungsteiler niederohmig durch OP gepuffert wird, sieht der OP kapazitive Last und ist oft nicht stabil. Benötigt dann Schaltung für kapazitive Last. Oder wenigstens Ferrit/widerstand der isoliert.
Wenn Funkanlage oder eigener Schaltungsteil in der Nähe aktiv, kann durch Kabel am Eingang Hf eingekoppelt werden und die Schaltung kann die nach Nf demodulieren. Bei bipolaren Transistoren häufig. CMOS-OPs sind günstiger. OP aufheizen um zu sehen ob das Störsignal "quarzstabil" ist.
Dann wäre zu prüfen ob der OP selbst stabil ist:
Bei Duals und Quads sollte man immer berücksichtigen, dass sie sich intern die Stromquellen teilen und damit Übersprechen vorhanden ist.
Es war schon in den 70er Jahren bekannt, dass wenn man Bifets auf 80°C aufheizt der JFet soviel Leckstrom zieht, dass bipolare super-beta OPs genau so gut sind. D.h. kann auf Problem an den Eingängen hindeuten. Kann aber auch sein, dass die Grenzfrequenz sinkt und der marginal stabile OP dann stabil wird.
MfG JRD
Die beiden OPs im TL072 teilen sich Bauelemente außer den Anschlüssen? Ist das dokumentiert?
Rafael Deliano schrieb am Mon, 16 Feb 2026 17:48:47 +0100:
So ist das hier auch, das paßt schon. Und für die JFET-Eingänge tut es dann jeweils ein 750k-Widerstand. Und über den koppelt halt nix zurück.
Das ist ja das merkwürdige. Abseits jeglicher HF, stehen die beiden Störfrequenzen wie eine 1. Nur die Amplitude geht gegen 0, wenn das Gehäuse dann warm genug ist.
Die Schaltung funktioniert seit 40 Jahren und die betreffende Platine seit 10 Jahren. Bosch hatte seinerzeit TL084 verwendet, der Nachfolger hat sich für TL072 entschieden.
Alle +Eingänge liegen auf UB/2 und am - geht Sprach-NF, gemischt mit Subaudio durch. Alles völlig unspektakulär.
MfG
Frank
Das klingt nach thermischer Schwingung.
Mehrere hundert kHz bei so wenig Last hoert sich nach Masseflaechenproblem an. Ich nehme an, mit 100 ohm meinst Du nicht die Impedanz der Tastspitze :-)
Auf die Entfernung schwer zu sagen.
Hat die Platine eine gescheite durchgehende Masseflaeche?
Oft werden solche Altprodukte auf einen neuen Halbleiterprozess umgestellt, weil der alte irgendwann nicht mehr verfuegbar war. Das ist bei der TL072 Serie fuer die TLV Varianten bei TI geschehen, vielleicht auf fuer TL?
Wann das geschah und ob auch fuer TL, wird nicht gesagt, laesst sich aber vielleicht in Erfahrung bringen. Die Datenblatt-Revision ist von Juli 2025.
Ich habe solche Effekt mehrfach von Kunden reinbekommen, allerdings fast alle digital. Das waren meist Platinen ohne gute Massestruktur und es "lief ja alles". Bis ein neuer Prozess die alten Logik-Chips deutlich steilflankiger und manchmal schneller als im Datenblatt angegeben machte. Danach zickte es.
Versuche auch mal alte ueber EBay oder so zu bekommen.
Das macht man so: Man nehme eine handvoll kleiner Kondensatoren, werfe sie lose über die Platine und wo sie liegenbleiben, dort lötest sie an, gegen Masse latürnich.
w.
Joerg schrieb am Wed, 18 Feb 2026 16:34:16 -0800:
Die Rolle mit den TL072C von ST ist gekommen und siehe da, die Effekte sind geblieben, nur die Frequenzen sind anders, jetzt 393Hz.
Nein, die Ausgangsimpedanz des Verstärkers. Wenn ich am Ausgangselko den Tastkopf antippe, saust es los. Aber mit einem anderen Tastkopf ist das Problem weg. Scheint einen Treffer zu haben, irgendwie fehlender Massekontakt vorne. Die NF-Schwingung taucht auch nicht mehr auf, ist aber auch ein 1:10 Kopf.
Ja, wie ich schon schrub, das Teil ist über 10 Jahre problemlos gelaufen. Der 30 Jahre alte Vorgänger (TH statt SMT) der jetzt die Vertretung übernimmt, läuft auch ohne Mucken.
Jetzt hab ich erstmal 50 neue.
MfG
Frank
Die alten "defekten" und neuen in anderer Schaltung einbauen und sicher verifizieren dass sie ok sind. Ich verwende sowas:
a) Mit Testclips 33pF Kerko gegen Masse verdrahten als Test für Stabilität und mit dem 1:10 nur messen. b) berücksichtigen, daß das Oszilloskop über GND auf Schutzleiter erdet. Was die Schaltung oft erheblich verändert. Meine Owon 7102 kann man mit Lithium-Akkus betreiben und Netzkabel abziehen.
Wenn die OPs ok sind, ist anderes Teil vergammelt.
Fehlende Abblockkerkos sind oft gut für interessante Effekte. Wenn sie niederohmig ausfallen machen sie Kurzschluß auf Vcc. Aber gebrochen sind sie nicht so leicht zu finden.
MfG JRD
Vorsicht, jeder nichtinvertierende Verstaerker mit Rueckkopplung speist in die virtuelle Masse ein!
Rafael Deliano schrieb am Thu, 19 Feb 2026 17:34:45 +0100:
Ja, Akkuscopes sind was Feines. Habe zwei Hanteks für unterwegens.
Theoretisch sollte die fehlerhafte Karte immun sein gegen solche Effekte. Sie ist Bestandteil einer komplexen Funkanlage, in der NF-Signale in loser Reihenfolge von symmetrisch auf asymmetrisch und von -6dBm auf 100mV und wieder zurück gewurbelt werden (das ist wohl historisch so gewachsen). Nennimpedanz sind wohl 600 Ohm, teilweise aber auch nur 100 Ohm. Nach außen hin ist aber jeder Schaltungsteil entsprechend abgeschlossen.
Fehler war eine Art Brummen auf der Sende-NF und das verschwand nach Tausch der besagten Karte. Im Moment habe ich aber schon Probleme damit, den Fehler zu reproduzieren und der passende Schaltschrank steht 150km entfernt...
Ich habe die Anlage auch mal probeweise auf Akku laufen lassen, aber die 12 und 5V werden immer über die gleichen Wandler aus 24V erzeugt. Die Betriebsspannungen waren aber sauber.
MfG
Frank
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