Messung nicht-sinusfrmiger Wechselgren

Dec 29, 2012 24 Replies

Am Sat, 29 Dec 2012 04:40:23 +0000 schrieb Werner Holtfreter:

Langsam lichtet sich der Nebel. Ich habe den in Reihe geschalteten verschiedenen Strommessern einen Greatz-Gleichrichter vorgeschaltet, damit ich Halb- und Vollwellenstrom in AC und DC-Bereichen vergleichen kann.

Theoretisch halbiert sich Leistung und arithm. Mittelwert bzw. Gleichrichtwert, wenn eine Halbwelle abgeschaltet wird.

Im DC-Bereich bestätigen das Drehspul- und Digital-Messgeräte.

Die AC-Bereiche zeigen Effektivwerte von Sinusgrößen an, messen jedoch nur den Gleichrichtwert. Der feste Faktor 1,111 wird hineinkonstruiert.

Theoretisch sollten also auch im AC-Bereich die Anzeige auf den halben Wert zurück gehen, wenn eine Halbwelle abgeschaltet wird. Tatsächlich ist das NICHT der Fall: Das Digital-Messgerät zeigt bei einer Halbwelle sogar mehr an, als bei zweien (mehrfach geprüft!):

Zwei Halbwellen, gleichgerichtet: 75,1 mA Eine Halbwelle: 98,2 mA

Grund könnte sein, dass es nur den Wechselstromanteil anzeigt. Ob dieser bei *einer* Halbwelle tatsächlich höher ist, als bei zwei in gleicher Richtung, wäre eine theoretisch zu klärende Frage.

Beim Drehspulmesswerk kommt die Bevorzugung der Spannung mit dem höheren Scheitelfaktor wahrscheinlich von der Nichtlinearität der eingebauten Gleichrichter, die ja mit geringsten Spannungen betrieben werden - eben das, was am Shunt abfällt. Das zeigt sich auch daran, dass die Wechselstromskala des Drehspul-Messgerätes am Skalenende gedehnt ist.

Erstaunlicher Weise zeigt das Energiekosten-Messgerät (das auch sonst sehr präzise ist) kein Problem mit der exakten Messung von Halbwellenverbrauchern. Die Leistung wurde aufs Digit genau mit der Hälfte angezeigt. Nur die Stromanzeige war im Halbwellenbetrieb etwas niedriger als der Effektivstrom, der zur angezeigten Leistung passt.

Zusammenfassung

Die DC-Bereiche von Drehspulmesswerken und der geprüften Digitalinstrumente zeigten bei nichtsinusförmigen Signalen den arithmetischen Mittelwert korrekt an.

Die AC-Bereiche liefern hingegen nicht vorhersehbare Anzeigewerte. Eine Korrekturrechnung allein aus den mathematischen Zusammenhängen der gemessenen Kurvenform ohne Berücksichtigung der Messgeräteeigenschaften ist nicht möglich.

Gruß Werner

jau ...

jau...

So ein RMS-to-DC-Wandler von Analog Devices (AD636 J oder K) kostet etwa $

10,-- und ist ganz schön leistungsfähig.-

Empfehlenswert!

mfG Leo

Am Sun, 30 Dec 2012 17:38:13 +0000 schrieb Werner Holtfreter:

Alles muss man selber klären :-) Ja, erstaunlicher Weise sagt die Theorie, dass der Wechselstromanteil zunimmt wenn man eine der gleichgerichteten Halbwellen abschaltet. Wohlgemerkt, bei gleicher Scheitelhöhe.

Die Zunahme wird vom UT61B und vom Fluke 8800A korrekt angezeigt, nicht jedoch von 5-EUR-Multimeter PM110.

Die erstgenannten Instrumente trennen AC und DC-Anteile vollständig. Die Reihenschaltung von AC 5 V und DC 9 V brachte letzte Gewissheit:

Durch Umschaltung zwischen DC und AC ließen sich die Gleich- und Wechselspannungsanteile separat und ohne nennenswerte Zusatzfehler messen.

Das geht auch bei AC 30 V und DC 9 V noch, nicht jedoch, wenn man DC 9 V mit der Netzspannung in Reihe schaltet. Offenbar stößt dann irgend eine Komponente an die Linearitätsgrenze.

Gruß Werner

Werner Holtfreter schrieb:

Hallo,

wenn Du 230 V AC und 9 V DC in Reihe messen willst, einmal als AC und einmal als DC Anteil, dann musst jeweils dabei einen Bereich für etwa

250 V oder mehr benutzen. Die 9 V DC Anteil werden natürlich in dem Bereich nicht genau gemessen.

Ich hatte vor kurzem auch das Problem einen sehr kleinen DC Anteil einer Wechselspannung genau zu messen und habe dazu auch eine Wechselspannung und eine Gleichspannung in Reihe geschaltet. Ein HP 3458A hat dabei entsprechend bei der Bereichswahl protestiert wenn man den DC Bereich nur entsprechend dem DC Anteil wählen wollte. Ja ein Multimeter sollte auch "Overrange" anzeigen können statt stark fehlerhafter Messwerte.

Bye

Am Mon, 07 Jan 2013 14:58:00 +0100 schrieb Uwe Hercksen:

Guter Hinweis, so klappt es.

Gruß Werner Die Kinder den Müttern schon im Kleinkindalter wegzunehmen (Kinderkrippen), damit die Frau wieder für fremde Personen als Arbeitskraft dient, ist eine Perversion ohne Gleichen.

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