MC68701 Controller

Jun 04, 2010 12 Replies

Hallo zusammen,



nach einigen Monaten ohne Usenet fehlt mir irgendwie etwas. Daher bin ich wieder, gleich mit einer bohrenden Frage.



Kennt einer von euch noch die MC68701 Controller von Motorola persönlich? Ich habe hier einen, den ich verzweifelt versuche, in Mode 0 zu bekommen. Mode 2 und 4 bekomme ich hin, aber wenn alle PC2.0-2.2 auf low sind beim Reset holt er sich den Resetvektor dennoch von FFFE:FFFF. Beim 6801 wäre das korrekt, wenn man dem ans interne ROM will, muss man während der ersten 2 Maschinenzyklen auf FFFE:FFFF den geänderten Resetvektor vorgeben, aber beim 68_7_01 wird der Resetvektor lt. Datenblatt beim Reset in Modus 0 auf BFFE:BFFF verbogen. Fakt ist aber, dass meine CS-Leitung auf Bxxx nicht für einen einzigen Zyklus aktiv wird.



Kann sich darauf jemand einen Reim machen? Der Controller gehört zu einer Steuerung, die vor 20+ Jahren für den Kunden gebaut wurde und nun lebt nur noch ein Gerät. Da ein Protokoll gesprochen wird, welches sich nur unter erheblichen Umständen mitlesen lässt, wollte ich den einfacheren Weg über das Lesen von 2k Code gehen, nur das Ding will nicht.



MfG Stefan


Nicht mit ihnen gearbeitet. Es ist ein EPROM-Typ, wohl nicht explizit auslesegeschützt, aber security by obscurity wirkt eben auch etwas.

Es gibt eine AN906A/D "Self-Programming the MC68701 and the MC68701U4"

formatting link
D.h. zwei externe EPROMs von denen eines die Firmware die im Listing angegeben ist enthält. Da wird wohl das EPROM gelesen.

Die NMOS-CPU will wohl minimal 0,5MHz Takt. Statisches CMOS wäre trivialer: an Portpins eines modernen Controllers hängen der die externe Hardware in Software emuliert. Trotzdem würde ich es so versuchen, auch wenn nominell Timing verletzt wird.

MfG JRD

Wenn da wirklich DRAM-artige Speicher sind bezieht sich die Spec ja auf Bauteilstreuung, Maximaltemperatur t= 70´C bzw. 85´C. Bei t= 20´C der man mit Kältespray nachhelfen kann dürfte einiges an "under-clocking" möglich sein.

MfG JRD

Hallo Rafael,

Ja, vor allem, wenn es an dem liegt, was ich befürchte - dem Pegel u/o der Anstiegszeit am Reset-Pin, für die soweit ich das gesehen habe keine besonderen Vorgaben für Mode 0 gemacht werden. Dank Deinem Link sehe ich nun aber, dass der Reset-Pin hart (über 27R) an Vcc-Diodendrop genagelt wird. Ich habe wie in den 6801-Schaltugen üblich einen sehr soften Reset (da sieht man schon mal 47u/4k7 oder 2u2/220k) vorgesehen. Im DS steht bei der Mode-Select-Schaltung auch was von 50R, ich habe das ehrlich gesagt für einen Druckfehler gehalten.

Danke dafür, ich frage mich, wieso ich die beim Googlen übersehen habe. Wahrscheinlich, weil bei der Suche nach Controllertypen die Lawine von Chipbrokern und Patentschriften einen erschlägt...

Wird es.

Macht ja nix, da ich die ProBug-Software benutzen will, brauche ich eh nen 4,9152MHz Quarz. 1200bd, weisst schon ;) Ein Programmer mit UPDs wird das Drumherum ja auch emulieren, nur kann mein Advantech diesen Chip leider nicht.

Weil sie gestern abend noch nicht im www war ( konnte newsgroup nicht zeitnah lesen weil PC mit der Liveübertragung von Falcon 9 belegt war ). Wird auch in einigen Tagen wieder verschwinden. Aber Jahre später finden Leute solche threads wieder, fragen per email nach und ich krame dann die alten scans wieder von backup-CDs.

MfG JRD

Hi Stefan,

Am 04.06.2010 20:10, schrieb Stefan Huebner:

Oh Mann, das ist schon sooo lange her :-)

Wenn alle anderen Stricke reißen, ich besitze einen ebenfalls ziemlich alten In-Circuit-Emulator für diesen Prozessor!

vg, Wolfgang

From-address is Spam trap Use: wolfgang (dot) mahringer (at) sbg (dot) at

Achso, danke. Mit der Nummer der Appnote finde ich einen Link, der aber auch tot ist. Also vielen Dank fürs Rauskramen!!!

Rafael Deliano schrieb:

Wahrscheinlich die Aufklärung:

in sci.electronics.repair habe ich den Adressdekoder zusätzlich beschrieben und Franc Zabkar hat meine Betriebsblindheit aufgedeckt: beim nächtlichen Wirewrappen habe ich A13 und A14 vertauscht. Nix Bxxx, Dxxx ist das was ich ausdecodiere. Ich mach schon mal Dehnübungen, damit ich auch da ankomme, wo ich mir Montag in der Werkstatt reinbeissen werde.

Stefan Huebner schrieb:

Hallo Stefan, ziemlich altes Geschoß, das Teil :-) Ich kann dir da leider nicht weiterhelfen, aber ich murkse hier noch mit dem 6502 herum.

Grüße, Holger

Alzheimer ist ganz toll. Man lernt ständig neue Leute kennen.

Holger schrieb:

Den habe ich in einigen Geräten auch schon ausgerottet ;) Nein im Ernst, ein Kunde hatte mal eine selbstentwickelte Steuerung (von einem ehemaligen sehr fähigen ehemaligen Mitarbeiter) für einen Glühofen, in der ein 6502 steckte. Langsam aber sicher wurden die Elkos taub, der Trafo bröselte beim Berühren und die Wirewrap-Drähte bewiesen, dass Wrap-Verbindungen doch nicht so ganz luftdicht sind. Dies alles und das langsam verblassende VFD führten zu dem Entschluss, das Gerät rundzuerneuern.

Insofern kenne ich 6502-Code eher vom Lesen denn vom Selbstentwickeln.

Stefan Huebner schrieb:

Ich habe hier vor kurzem meinen vor 10 Jahren mal gebauten digitalen Vorverstärker wiederbelebt. Als Host-Prozessor den 6502, gesteuert wird über VIA und PIA, sogar ein DSP steckt da drin. Alle Platinen gefädelt. Da bröselt nichts. Das Ding funktioniert sogar recht brauchbar, erst bei

-70 dB zirpt es leise. Mit tauben Elkos muß man nicht kämpfen, wenn man sich nicht gerade den letzten Müll kauft, glaube ich.

Holger

Alzheimer ist ganz toll. Man lernt ständig neue Leute kennen.

Vor 10 Jahren - ok. Im Fall meines Kunden saß die Platine >20 Jahre im Gehäuse eines Glühofens, im Gehäuse hatte es bis zu 70°C. Der Trafo war nicht vergossen und die Papier-Iso bröckelte vor sich hin, die guten orangenen Elkos von Siemens blühten vor sich hin.

Stefan Huebner schrieb:

Tja. Ende der Lebensdauer. Wieso wurde die Steuerung nicht extern installiert? Was war mit den IC's? Haben der Prozessor, die Peripherie und das TTL-Geraffel überlebt?

Holger

Alzheimer ist ganz toll. Man lernt ständig neue Leute kennen.

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