Kurzschlussfestigkeit ATX-Netzteil

Jul 28, 2025 Last reply: 11 months ago 127 Replies

Hallo, ja wie steht es damit? Wie kurzschlussfest ist so ein PC-Netzteil? Dabei geht es mir nur um kurzzeitiges versehentliches kurzschließen. Plane 2 dieser Netzteile als Basis für meinen Hobbyplatz einzusetzen. Für 24V in Reihe. Hätte dann auch 2x 12V und 2x 3,3V. Muss dann halt bloß mit GND aufpassen. . . Ich habe da 2 übrig, und für den Müll zu schade. Was sagt ihr dazu?



Jürgen



PS: So für schnelle Experimente habe ich schon öfter immer mal eines frei auf dem Tisch liegen gehabt. Will aber nun eine ordentliche Lösung, Festeinbau, umsetzen.


Am 28.07.2025 15:54 Uhr schrieb Jürgen Jänicke:

Hatte ich mal, als ein Molex-Stecker an eine Niete im Gehäuse gekommen ist. Ging aus, Netzteil hat es überlebt.

Würde ich aber vermeiden, ich weiß nicht, ob das immer so ist.

Klingt nach einer ziemlich dummen Idee. Eigentlich dem "sci" im Namen dieser Newsgroup unwuerdig.

Dann ueberwinde deinen Geiz und kauf dir ein Labornetzteil.

Olaf

Warum ein Labornetzteil für eine feste Spannung verschwenden, wenn es Festspannungsnetzteile von der Stange gibt? Imho ist der Kurzschlußschutz in der Regel gut. Knapp wird es eher im Dauerbetrieb an der Lesitungsbegrenzung.

Es gibt auch recht preiswerte auf Schaltnetzteilbasis, z.B. von der Marke nankadf o.Ä. Einem richtigen analogen Labornetzteil um mehrere 100 Euro können diese wohl nicht das Wasser reichen, aber unter 100 Euro kriegt man ein brauchbares Gerät mit 30 V/ 10 A und LED-Anzeigen für Strom, Spannung und Leistung. Auf jeden Fall sinnvoller als mit ATX Netzteilen rumzupfuschen. Für den Preis, den so ein Netzteil vom Chinesen kostet, bekommt man normalerweise nicht mal ein ordentliches Gehäuse.

Am 28.07.2025 um 15:54 schrieb Jürgen Jänicke:

Halte ich für eine Schnapsidee.

Platz weg. Die beiden ATX-Geräte kann u.U. unter der Arbeitsplatte verstecken und dort ist noch viel Platz für einige DC-DC Wandler für ggf. 9V/5V oder regelbar. Und, ich will einfach meine beiden be quiet! Pure Power 12M 750W sehr ungern entsorgen. Hat eines mal über € 100,- gekostet.

Jürgen

Am 28.07.2025 Mo. um 17:55 schrieb Eric Bruecklmeier:

Warum?

Jürgen

- Weil ein Labornetzteil eine einstellbare Strombegrenzung hat. Ein zweckentfremdetes PC-Netzteil liefert schnell mal 100A und mehr auf der 12V-Schiene. Das killt bei einem Fehler im Versuchsaufbau diesen zuverlässig und final. Bei einem Kurzschluss gibt es zudem fette Funken, die leicht im Auge landen.

- Weil ein Labornetzteil eine saubere Ausgangsspannung mit geringer Restwelligkeit liefert. Ein PC-Netzteil nimmt darauf wenig bis keine Rücksicht, denn es hängt eh nur Digitalkram dran und die Spannung wird für die meisten Verbraucher auch noch mal weiter runter geregelt.

- Weil ein Labornetzteil zuverlässig kurzschlussfest ist.

- Weil die meisten Labornetzteile direkt Strom, Spannung und z.T. auch die Leistung anzeigen und damit den Tisch von zusätzlichen Messgeräten frei halten.

Er ist darauf ausgelegt, das kein sofortiger Totalschaden eintritt. Er ist NICHT darauf ausgelegt, das der Kurzschlussfall im Betrieb wiederholt bis regelmäßig eintritt.

Das auch. Aber weniger als 500W gibts eh kaum noch, und die erreicht man beim Elektronikbasteln nur sehr sehr selten.

Pardon wenn ich mich 'auch' an das "electronics" orientiert habe.

Jürgen

Am 28.07.2025 Mo. um 18:26 schrieb Hergen Lehmann:

Ja, diese beiden Argumente sind völlig korrekt und bewegen mich mein Anliegen doch nochmal kritisch zu überdenken.

Jürgen

Am 28.07.25 um 15:54 schrieb Jürgen Jänicke:

Hallo,

ein Netzteil für Hobbyzwecke sollte von den Werten für Strom und Spannung zur Art der Experimente passen.

Vorteilhaft ist dafür auch eine einstellbare Strombegrenzung.

Die Leistung Deiner Netzteile von 750 W ist recht hoch und die feste Strombegrenzung von 20 A für 5 V und 3,3 V und 36 A für 12 V ist für viele Einsatzzwecke viel zu hoch.

Ein PC-Netzteil ist für den Betrieb von PCs optimiert und nicht für universelle Hobbyzwecke.

Falls Du kein fertiges Labornetzteil anschaffen möchtest, dann kannst Du das Gehäuse weiterverwenden und einen Netzteilbausatz reinbauen mit einstellbarer Spannung und einstellbarer Strombegrenzung sowie Anzeigen für Spannung und Strom.

An Notebooknetzteile mit 19 V Spannung kann man auch gut einen solchen Netzteilbausatz dranhängen.

Und Netzteile mit 5V hat mancher oftmals auch in Überzahl herumliegen.

Bernd Mayer

Am 28.07.2025 um 18:01 schrieb Jürgen Jänicke:

Da kann es Mindestlasten und Abhängigkeiten der Spannungen voneinander geben. Über die Kurzschlußfestigkeit gibts auch keine belastbaren Aussagen. Mei, ein PC Netzteil ist halt kein Labornetzteil. Sicher, man kann mit der Rohrzange Nägel einschlagen, aber wirklich zu empfehlen ist das nicht...

Am 28.07.2025 um 18:52 schrieb Eric Bruecklmeier:

Für daheim sollte sowas reichen:

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  1. Es gibt so kleine Platinen, die aus einem ATX-Netzteil ein Labornetzteil machen. Bei Ali oder den anderen üblichen Versendern.
  2. Nicht jedes ATX-Netzteil ist hochwertig, viele sind einfach billiger Müll
  3. Es gibt eine Community von Leuten die große, schwere, hochwertige Servernetzteile z.B. von Dell zu Netzteilen für hohe Leistung z.b. für Amateurfunk-Enstufen umbauen. Damit kann man leicht Ströme von 100A und mehr bekommen, für was was de facto aus dem Schrott gezogen ist. Aber Sinn hat das Basteln IMHO hauptsächlich bei solchen hochwertigen Teilen. Die haben im Normalfall auch keine knapp dimensionierten Billigkondensatoren, sondern sind für hohe Lasten bei Dauerbetrieb ausgelegt.

/ralph

Am 28.07.2025 Mo. um 18:41 schrieb Bernd Mayer:

Jawoll so wird's wohl werden.

Auch da habe ich noch einige übrig. Und ja das passt da ich nur selten

24V max.0,2A brauche und ansonsten sind 12V eine gute Basis für alles auch darunter.

Jürgen

Am 28.07.25 um 18:56 schrieb Eric Bruecklmeier:

Wenn es die chinesische Hobby-Luxusklasse sein soll, würde ich eher das:

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Nahezu identischer Preis, hat aber den Vorteil, das alle drei Ausgänge vollwertig einstellbar sind, auf dem Display angezeigt werden, und bei Bedarf auch über LAN/USB überwacht werden können. Steht hier seit Jahren und hat mich nie im Stich gelassen.

Ansonsten gibt es brauchbare Einkanalgeräte mit schlichtem LED-Display für Strom und Spannung für deutlich unter 100Eur.

Wenn das Recyceln vorhandener Netzteile im Vordergrund stehen soll, sollte sich der OP mal die DC/DC-Wandlermodule von "Ruideng" ansehen:

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Die nehmen eine Festspannung am Eingang und basteln daraus eine Ausgangsspannung mit einstellbarer Spannung und Strombegrenzung. Präzise digital einstellbar mit informativem Display. Ggf. mehrere davon, wenn es mehrere Ausgangsspannungen geben soll. Gibts bei Ali, ebay, Amazon, etc.

Hallo Jürgen,

Du schriebst am Mon, 28 Jul 2025 15:54:44 +0200:

Naja, die halten da schon einiges aus. Eine Bastelschaltung läßt sich damit sicher recht einfach "abfackeln".

Ja, mit dem GND sollteste da aufpassen, der ist da wohl "meistens" mit dem Schutzleiter vom Netzanschluß verbunden. Neben netten Brummeinstreuungen läßt sich damit auch ein schöner satter Ausgangskurzschluß produzieren, wenn versucht würde, die zur Spannungsaufstockung in Reihe zu schalten...

Bau' die lieber in einen anderen PC ein, bei dem das Netzteil bisserl knapp geworden ist. Und das alte dann sachgerecht entsorgen. (Gut, ich hab' auch schon ein paar, allerdings defekte, zerlegt. Daher möchte ich _NICHT_ empfehlen, die für irgendwas kritischeres herzunehmen, angesichts der "sicherheitstechnischen" Auslegung, insbes. der Abstände.)

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ist brauchbar. Geschlitztes Wellrohr über die spannungsführenden Kabel (nur einfach isoliert) ermöglicht ruhigenSchlaf. Die Krokoklemmen mit ausreichend potentem Lötkolben und Flux nahlöten, sonst wirds nichts mit 30V/10A.

Ansonsten bislang keine Probleme gehabt, auch nicht als Startlader fürs Mopped. Ripple ist natürlich schon da, aber bei Weitem nicht so extrem, wie es einige Rezensenten beschreiben. Der Strombegrenzung würde ich unterhalb von 100mA nicht trauen.

Volker

Das würde ich an Deiner Stelle auch nicht. Die Produktze der Marke taugen durchaus, habe einige Gehäuse und Netzteile von denen verbaut.

Ist jedenfalls besser als dieses Antech-Dingens in meinem Privat-PC, das mir immer den Schalter der Steckdosenleiste grillt. Bin aber zu faul und auch zu geizig, das auszutauschen (1.001 sauber verlegte Kabel, Versorgungsstecke für die GraKa, exakt passende SATA-Buchsen und Papst Variofan-Umrüstung).

Volker

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