seit rund 20 Jahren setze ich im Haus ein paar Funkschalter (Zwischennstecker) im Haus ein. Zum Teil habe ich die mal zerlegt und die Platinen in Abzweigdosen verpflanzt. Jetzt ist mir einer verstorben, der in seinem Originalgehäuse betrieben wurde.
Außen am Gehäuse ist eine braungetönte stelle. Aufgeschraubt und ein Kondensatornetzteil gefunden mit X2-Kondensator, einem Widerstand, zwei Dioden und am Ausgang eine Z-Diode. Ich habe nicht gemessen, tippe aber drauf, dass die durchlegiert ist, denn das Pertiknax unter ihr ist verfärbt und das Gehäuse ebenfalls.
Was lässt da auf einmal die Z-Diode sterben? Mir fallen da nur Leckströme im X2-Kondensator ein. Sicherungen gibt es nicht in dem Schalter und Widerstand sieht nicht nach Erwärmung aus.
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M
Michael Schwingen
Das kann normal sein, über die Jahre braucht es nicht so viel Temperatur, damit sich das verfärbt -> nachmessen, ob die wirklich hin ist.
Ich kenne bei sowas sterbende X2-Kondensatoren (Kapazitätsverlust) als Fehlerursache, auch bei Fußbodenheizungs-Thermostaten von Markenherstellern.
Normalerweise ist da ein Sicherungswiderstand verbaut.
cu Michael
M
Marcel Mueller
Am 27.07.25 um 09:43 schrieb Andreas Bockelmann:
Hitze.
Das angegokelte dürfte kaum von dem Defekt kommen, sondern die wurde die ganze Zeit schon gut durchgegrillt. Vmtl. gut auf Kante genäht.
Nein, dabei würde der sich massiv erwärmen (viel mehr als die Diode).
Was solche Netzteile grillen kann, sind heftige Oberwellen im Stromnetz. In dem Fall erhöht sich der Strom durch den Kondensator erheblich. Ursache können z.B. große, per Phasenanschnitt/-abschnitt geregelte Verbraucher sein. Also Dinge, die auch der Energieversorger nicht gerne mag.
Aber die können sich auch selbst grillen, wenn sie knapp genug auf Kante genäht sind.
Es könnte ein Sicherungswiderstand sein. Das ist sogar recht naheliegend. Und es wäre denkbar, dass er defekt ist. Das kannst du mit einem Multimeter nachmessen. Das kann ein Folgefehler in seiner Eigenschaft als Sicherung sein, oder aber er ist ursächlich defekt. Die Dinger verrecken manchmal einfach so. In dem Fall wäre sonst nichts kaputt. Man muss bei Tausch aber aufpassen wirklich passenden Ersatz zu bekommen. Es muss ja neben dem Widerstandswert auch die Auslösekennlinie passen.
Marcel
A
Andreas Bockelmann
Danke für Euer Mitdenken (auch an Marcel). Ich habe bei geöffnetem Gehäuse mal Spannung angelegt und gemessen. Über der Zenerdiode liegen 24 volt gleichspannung an, das passt zur Spulenspannung des verbauten Relais. Somit scheint das Netzteil nicht das Problem zu sein und die Steuerelektronik scheint gehimmelt zu sein. (primitiver 433MHz-Empfänger, Mäuseklavier für System- und Steckdosencode). Der Schalter geht der Entsorgung zu.
J
Joerg Niggemeyer
Mutig mit 230V Netz und Schätz DMM oder scope ?
Ich lese hier ja nur noch sporadisch und du wirst das Teil schon in den Eschrott-Eimer geworfen haben ....
Oder hast du eventuell sekundär eine DC - VCC über eine kleine Laborversorgung dabei in sicherer Vorgehensweise eingespeist ? ;-)
Das wäre insofern etwas aussagekräftiger, weil du genau sehen kannst ob der Empfänger ein paa mA zieht und prinzipiell noch arbeitet oder durch eine " Störung" nicht mehr empfangen will.
--
A
Andreas Bockelmann
Joerg Niggemeyer schrieb:
Da war nichts netzgetrennt. Ich habe die Strippen meines ca. 25 Jahre alten METEX drangehalten. Ich habe auch nicht weiter verfolgt, ob der Logic-Chip direkt mit den 24 Volt konfrontiert wurde oder ob der irgendwo noch 5 Volt bekam. Ich traue den Chinesen zu, dass einer der kleinen Dreibeiner ein Linearregler war. Wenn der meint durchlegieren zu müssen, bekommt der Logikchip evtl. 24 statt 5 Volt und sieht das spießig.
DAs ganze stammt aus einer Pfuschinstallation des Vorbesitzers. Unterm "nichtbegehbaren" Dachboden Steckdose - Funkschalter, Stecker - Lüsterklemme
- Deckenleuchte. Die aktuelee Deckenleuchte hat einen eingebauten Funkdimmer. Also habe ich in der Pfuschkette den Steckdosenfunkschalter herausgenommen.
Glaubt mir, das ist nicht die schlimmste Pfuschstelle, die ich damals gekauft habe, die KfZ-Steckverbinder unterm Dach habe ich alle gegen Abzweigdosen mit ordentlichen Klemmen ersetzt.
M
Marcel Mueller
Am 06.08.25 um 09:41 schrieb Joerg Niggemeyer:
Mit DMMs kann man sich nur schwer an den Strom hängen. Deren Kabel sind ziemlich idiotensicher konstruiert.
Scope wäre schon wesentlich spannender, denn die allermeisten sind nicht potentialfrei.
Marcel
J
Joerg Niggemeyer
Auch die Kabel eines Scopes sind entsprechend für die Spannung ausgelegt, allerdings sind alle diese Instrumente nicht idiotensicher.
Gefährlich ist es, wenn so Bastelheinis meinen mit ihren Fingers an einen Prüfling Tastköpfe oder Messspitzen ranzufriemeln und vergessen haben, dass unter Umständen noch Saft anliegt.
Herr Bockelmann ist damit nicht gemeint.
Soll ja so etwas wie eine Differenzmessung geben entweder als T-Kopf oder wenn man mehr als einen Kanal hat auch direkt, für irgendetwas soll man ja die deutlich mehr als 8bit Auflösung auch einsetzen können.
Bei einer floatend 800V Schaltfunkenstrecke ging es mit 1.5kV Tastköpfen hinreichend genau per Kanal-Differenz die Durchbruchsspannung zu messen.
Wie ich das erste mal im Repair Cafe teilnahm, staunte ich nicht schlecht, wie sportlich ala Darwin Challenge dort vorgegangen wurde.
Jetzt sind da Trenntrafos und Gerätetester im Einsatz ;-)
M
Marcel Mueller
Am 18.08.25 um 15:58 schrieb Joerg Niggemeyer:
Gibt warme Finger ;-)
Ja, aber mit einer Diff-Probe, die mann auch erstmal haben muss, irgendwelche Kleinspannungen in nicht potentialfreien Netzteilen messen zu wollen, funktioniert mäßig bis gar nicht. So viel Common-Mode können die nicht.
Mit zwei Probes geht auch nur mäßig gut. Zum einen sind die nie ganz
100% gleich. CMRR ist daher immer begrenzt. Zum anderen ist die Differenz ähnlich großer Zahlen numerisch instabil, was oft für kräftig Rauschen sorgt. Außerdem ist der HF-Dreck, der sich ohne Masseverbindung zum Oszi zuweilen einschleicht, auch nie so symmetrisch, wie man das gerne hätte. Man kann zwar die Masseklemmen der Probes verbinden, aber das hilft auch nur begrenzt. Naja, und last but not least braucht man auch erst mal genug Kanäle. Die sind ja selbst so schon manchmal knapp, vor allem wenn man Kausalitätsmessungen über minimale Zeitverzögerungen macht. Und bei weitem nicht jeder hat einen 4-Kanaler herum stehen.
Das sind ja auch Riesen-Spannungen. Aber wenn du die Regelspannung im primärseitigen Teil eines SNT messen willst, kannst du das vergessen.
Trenntrafos reduzieren die Spannungen im Gerät nicht im geringsten, und damit auch die Gefahr nicht wesentlich. Sie helfen nur, mit nicht Potentialfreien Oszis zu messen, ohne alles kaputt zu machen.
Faktisch kommt man bei bestimmten Reparaturen um Operationen am offenen Herzen nicht herum. Und da braucht es halt etwas Übung, um sich nicht die Finger zu verbrennen.
Marcel
M
Marcel Mueller
Am 07.08.25 um 17:47 schrieb Andreas Bockelmann:
Das schönste, was ich bisher hatte, war in einer alten Mietwohnung in einem Anbau aus den 70-ern. Da war auf einmal unerwartet 110V auf PE. Nach etwas suchen, war die Ursache gefunden, Der Anbau wurde an eine alte, ungenutzte Herdanschlussdose gehängt. Die war aber nur zweipolig, mit klassicher Nullung. Der Rest der Wohnung war TNC-S, aber vmtl. von Anfang an, denn noch mit der roten Erdungsleitung und Porzellan und Blei an den Deckenausgängen. Naja, und weil sie wohl nicht wussten, wohin mit dem grün-gelben Kabel aus dem Anbau, hing das halt in der Luft. Den Rest erledigte der Y-Kondensator im PC-Netzteil. Hatte offenbar 20 Jahre keinen gestört. Da ich keine Lust hatte, dass die mir die mit der Hilti alle Wände in der neu gekauften Küche aufreißen, habe ich dann (unzulässigerweise) alles an PEN geklemmt. Beim Auszug habe ich Bescheid gesagt, das Elektro im Anbau neu gemacht werden muss. War auch kein Problem, deren Junior war sowieso Elektriker. (Der konnte aber nichts dafür. Das hatten die Vorbesitzer verbockt.)
Obwohl, ein anderer Fall aus den 80-ern war auch nicht schlecht. Da hat der Stift die Verkabelung ab Zählerkasten neu gemacht. Zuerst habe ich gesehen, wie er ausprobiert hat, wie sich 380V~ anfühlen. Später haben sich dann die Bauarbeiter beschwert, dass eine Steckdose nicht geht. Lügenstift rein, leuchtet, alles OK. Die Bauarbeiter haben dann eine andere Steckdose benutzt. Als wir dann nach abgeschlossener Sanierung die Waschmaschine angeschlossen haben, tat sich nichts. Kurz gemessen, Neutralleiter offen. Zählerkastendeckel aufgemacht. Da hingen die blauen Kabel in der Luft, aber nicht alle. Einige stecken im Klemmenblock, selbstverständlich ohne festschrauben. Das hätte durchaus das Zeug dazu gehabt, das mehrstöckige Gebäude einmal heiß zu sanieren. Wäre die Steckdose nicht komplett tot gewesen, hätte das erst mal keiner gemerkt.
Marcel
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