KiCAD Erfahrungsbericht 1

Nov 21, 2019 10 Replies
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So mein 1. Projekt mit KiCAD ist fertig und funzt.


  1. Das Layout auf Papier hab ich ausgeschnitten und auf eine Lochrasterplatte mit einseitigen Lötaugen einfach etwas Tesafilm am Rand festgeklebt.

Die Bauelemente durchs Papier und die Löcher gesteckt.



Die IC Sockel halten im Papier, so dass man die Platine rumdrehen kann. Mit meinem WELLER Lötrahmen umdrehen geht latürnich noch besser, da ein Halteschwämmchen an Bügel.


  1. Sehr hilfreich ist es, konsequent alle Bauteile auf das 2,54mm Raster zu positionieren. Hab an einige Stellen nicht aufgepasst. Das n. mal stelle ich beim schubsen das Raster in KiCAD fest ein. Wie schon gebeichtet, hab ich die Löcher mit einer kleinen Hautschere gepiekt. (Nur wer 3 Arten des Missbrauchs kennt, beherrscht sein Werkzeug :)


  1. auch hilfreich sind die Rasterpunkte als Kreuzchen und den Cursor als Crosshair über das gesamte Blatt. Die Punkte sind auf meinem 2560x1440 pixel Monitor nur schlecht zu sehen.

  2. Leiterbahnen dann mit feinerem Raster ziehen.


  1. weiterhin sollte man einen Mirror Ausdruck machen. In meinem KiCAD Version 5.1.4 gibt es beim drucken ein Kästchen dazu. Dann ist es einfacher die 'Leiterbahnen' mit den umgebogenen Drähten von Bauelementen nachzubilden.

  2. das n. Mal werde ich das Layout auf Transparentfolie drucken, die hat sicher besser elektrische Eigenschaften als feucht gewordenes Papier :) Und man kann die Löcher in der Platine viel besser sehen und die Folie ausrichten. Obendrein halten die Bauelemente sicher noch besser. Aber keine Ahnung, was beim Löten passiert, evtl. ist die Folie doch nicht die beste Idee. Evtl. Transparentpapier. Versuch macht kluch.


  1. ich hab dann in allen Bereichen mit 220V~ unten die nicht benutzten Lötaugen wegdedremelt, besonders in der Trennline der Optoklopper. Damit habe ich ausreichend Abstände im heissen Bereich, ggf. noch einige Trennschnitte und Heissiegelkleber zur Vergrösserung der Kriechstrecken.

  2. Anfangs mit einem tamponförmigen 10mm Schleifsteinzylinder, danach 3mm Stirnfräser zur Feinarbeit. Mit einer Schleifpapierrolle/Zylinder mit 10mm und deren Kante ging das deutlich besser, auch bei grösseren Flächen. Einfach den Zylinder flach nach dem Motto: dick dropp un die Tür zu :) Die Rolle ist auch deutlich leichter zu kontrollieren, der Stirnfräser möchte schon mal eigene Wege gehen und der Schleifstift raspelt deutlich schlechter.


  1. Dabei fällt mir (nach Jahrzehnten!!!) auf, dass die Dremel & Co für Rechtshänder dumm rum laufen. Man will ja schliesslich gucken, wie man guckt! Der ganze Schmodder (besonders bei der Schleifrolle) klatscht einem vor den Bauch, Brille und Mundschutz :o

  2. Feddich, recht ansehnlich geworden. Bin zufrieden.


  1. So jetzt hab ich mir ein Bier verdient und ein wirrtuelles Bier als Dank an alle, die mich inspiriert haben.

  2. Ich finds Schade, dass KiCAD kein Backannotation kennt ;( Wie macht man das eigentlich bei Pin und Gateswap im Layout ohne Backannotation?




Saludos (an alle Vernünftigen, Rest sh. sig) Wolfgang


Boah, ey, bei Euch gibt es durchsichtiges Klebeband und das klebt sogar?

<duck>

Sie halten? Muss brasilianisches Papier gewesen sein :-)

Die hat bei mir im Drucker meist ziemlich gestunken, roch ungesund.

Ich fuerchte, die Beinchen eines DIP-16 gehen da nur schwer durch. Durch Haut hingegen nicht. Kann mich an einen Bekannten erinnern, der ploetzlich einen LM324 im Handballen stecken hatte ... autsch!

Dafuer fliegen die Funken nicht in den Stapel rappeltrockener alter Datenbuecher weiter hinten.

Es gibt auch welche mit Umschaltung:

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Sajonia IPA?

Das ging schon, jedenfalls vor ein paar Jahren. Allerdings hat es nicht erlaubt, manche heissen Analog-IC auszunehmen oder bestimmte Segmente davon. Ist sehr wichtig. Als ich dahingehend einen Vorschlag machte, wurde ich bruesk abgewiesen. Bin dann gegangen.

Jetzt wo Du alles fertig hast, koenntest Du das Papier wie die Bonanza-Landkarte abfackeln :-)

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Am 21.11.19 um 22:07 schrieb Wolfgang Allinger:

Verlink doch mal Fotos :)

Hanno

-- The modern conservative is engaged in one of man's oldest exercises in moral philosophy; that is, the search for a superior moral justification for selfishness.

- John Kenneth Galbraith

Jup. Es wird noch besser: Wenn man Tesa, 3M oder sonst einen namhaften Hersteller und nicht die billigen Imitate kauft, geht es sogar ohne Tobsuchtsanfall abzurollen und beim Entfernen bleibt kein Ekelkleb zurück. Im Notfall - oder falls was übrigbleibt, taugt es sogar als unauffälliger WORM-Datenspeicher [1], [2]. ;-)

Laserdruckertaugliche Folie nehmen. Ich würde vermutlich überhaupt nicht mehr mit Lochrasterplatinen, Fädeldraht, Tonertransfer oder Fotoätzverfahren herumtun, sondern einen Dienst für Prototypen-Leiterplatten bemühen. Insbesondere, wenn ich eh schon KiCAD-Dateien erstellt habe. Da gibt es inzwischen ja durchaus reichlich Auswahl [3], sogar außerhalb Chinas.

Der lärmende, schepprige Dremel mit seinem nervtötenden, unpräzisen Bohrfutter ist doch sowieso Mist. Totaler Fehlkauf meinerseits, der sein Exildasein im Koffer mit den Notfall- und Second-Hand-Werkzeugen fristet. Habe mir dann einen Proxxon IBS/E mit biegsamer Welle 110/BF angeschafft. Für unter 100€ ist das einigermaßen brauchbar und kriegt nicht gleich einen Lagerschaden, wenn man ihn denn wirklich bestimmungsgemäß nutzt.

Vielleicht hätte man sich - falls ich Dich richtig verstehe - als Workaround ein Duplikat dieses ICs in der Bibliothek anfertigen können, wo die Unterbaugruppen nicht als austauschbar markiert sind.

Ciao, Volker

[1]
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:-)

Ich verwende derzeit eine Drug Store Hausmarke namens Caliber. Funktioniert so gut wie Scotch oder 3M, kostet aber weit erheblich weniger. Das muss es in den USA auch, sonst bringen die Leute das erbost zurueck und wollen ihr Geld wiederhaben. Kann sich ein Laden gerade bei seiner Hausmarke nicht leisten.

Ich mache noch viel auf Lochraster und auf Rohplatinen. Bei Prototypen und auch bei einigen Heimprojekten moechte man das ganze ja "jetzt gleich" oder zumindest bis heute abend laufen haben.

Meiner hat ein praktisch spielfreies Bohrfutter.

Damals war das nicht moeglich. Vielleicht inzwischen, aber das waere ein wirklich uebler "Wuergaround", da dann zwei verschiedene Packages in der BOM gelistet werden. Fuer professionellen Einsatz waere sowas nicht geeignet.

Hmnaja. "Jetzt gleich" und "dauerhaft betriebsfest"? Das wäre wohl etwas weit hergeholt. Ergo stecke ich mir (immer noch) auf diesen Steckplatinen was zusammen und wenn das dann irgendwann tut, darf es gerne eine schöne Leiterplatte werden. LTSpice mag ja schön und gut sein, aber grau ist alle Theorie (und Simulation).

Na, vielleicht hat der Hersteller inzwischen seine Qualität nachgebessert. Meinen kaufte ich im letzten Millennium, hatte aber das Problem quasi umgehend. Übel auch die Resonanzen, die sich beim Hochfahren der Drehzahl ergaben. Da wurde einem fast die Hand taub. Wenn sich nicht der rote Schieber für die Drehzahl von selbst verstellte. Wir sprachen ja schon über Langlebigkeit und wie schnell man es sich mit dem Kundenvertrauen verkacken kann.

Ciao, Volker,

manch einer baut sich sogar eine Grafikkarte oder ganze Computer auf einem Steckbrett zusammen:

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Stimmt. Proxxon auch - ich habe mich schon mehrfach geärgert, daß ich den mit links halten muss.

Im Schaltplan ändern und Forward-Annotation. Mache ich bei Altium auch so, obwohl dort Backannotation geht - Backannotation führt zu interessanten Schaltplänen und fliegt einem um die Ohren, wenn man nachträglich im Schaltplan das Bauteil gegen ein anderes aus der Library tauschen will - oder das Teil aus der Library aktualisiert, in beiden Fällen sind die getauschten Pins weg.

cu Michael

Örks, war immer äusserst einfach und gut mit Ultiboard. Da hassu auf dem Layout rumgeschubst, geswappt, Bauelemente ausgewechselt und danach Backannotation und der SP war sauberst.

Ging auch mit mechanischen Bauteilen. zB anderen Kühlkörper wählen, plazieren und danach BA und alles war gut. Am Ende nen neuen BOM erzeugen... Nur bei 3D gabs manchmal etwas Ärger, hab ich dann kaum benutzt.

Saludos (an alle Vernünftigen, Rest sh. sig) Wolfgang

Da kannste gucken wie Du guckst :)

Link:

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aufrufen (mit FF gehts)

DescriptionKey: 8C1PuhHnALSKKoNJEDhgpQ per cut&paste

gucken, staunen, meckern... ggf. als ZIP laden (56MB)

Keine Ahnung, warum immer der EncryptionKey gebraucht wird, obwohl ich ohne key gewählt habe. Entweder ich oder MEGA ist doof :)

Saludos (an alle Vernünftigen, Rest sh. sig) Wolfgang

Ingrid sagt, hab noch 2 Schaltpläne links erum jedräht, weil dat MEGA och nit könne dät :(

Also besser die zip laden und dann auspacken und mit IrfanView beschnüffeln, dann isset eh viel schöner.

Saludos (an alle Vernünftigen, Rest sh. sig) Wolfgang

Klar. Ein Beispiel von sehr vielen:

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Vor ueber 40 Jahren mit Lochraster gebautes TTL-Grab, x mal im Kofferraum auf rauher Pisten rumgeflogen, nie kaputtgegangen.

Oder meine Diplomarbeit, proppevolle mit Lochraster und dazu ein halbes Kuchenblech an VME Interface, ebenfalls Lochraster:

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Die Delle im Objektivring deutet an, dass die nicht gerade schonend benutzt wurde.

Die kann man fuer HF-Kram vergessen und auch sonst sind die nicht dolle.

Meine hat Raster im roten Schieber.

Das taete ich nie. Oder wie mein Vorgaenger sagte, "Crosstalk City".

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