Entladung ohne Schutzleiter

Sep 13, 2012 9 Replies

Tag,



ich hatte neulich ein sehr unschönes und unangenehmes Erlebnis, dessen Grund ich nicht verstehe:



Eine Handschleifmaschine mit Schutzleiter und ein Industriestaubsauger ohne Schutzleiter waren zusammen an eine billigen Dreifachsteckdose mit Verlängerungskabel angeschlossen. Der Staubsaugerschlauch war an der Schleifmaschine angesteckt.



Wenn ich dann die Mimik eingeschaltet habe bekam ich bei Kontaktwechsel - Hand weg und wieder dran - an der Schleifmaschine eine sehr kräftige Entladung zu spüren. Und zwar gefühlt deutlich mehr als normale, statische Ladung, die man so kennt. OK, das kann täuschen, wenn man an einem Auto mal so richtig einen gewischt kriegt, das dürfte ähnlich sein. Diese Entladung bekam ich jedesmal versetzt, wenn ich angefaßt habe. Auch während des Schleifens zappelten weitere durch den Handschuh.



Natürlich habe ich sofort Maßnahmen ergriffen, als erstes die billige Steckdosenleiste getauscht, danach hatte ich kein weiteres Problem. Leider sind keine weiteren Diagnosetest möglich oder durchgeführt worden.



Was noch zu nennen wäre: es wurde sehr feiner Schleifstaub in ordentlichen Mengen erzeugt und aufgesaugt, das Werkstück war aus Kunststoff und ALuminium. Füße in Schuhen mit Gummisohle, mobile Werkbank aus Metall aber auch mit Plastik- oder Gummifüßen. trockener Fußboden.



Was kann da los gewesen sein? Ein Schluß von Phase nach Schutzleiter in der doofen Steckdose? Oder lädt sich der Sauger so stark auf, daß er zum Funkengenerator wird? Unterbrochener Schutzleiter in der Verlängerung?



Marc


Am Thu, 13 Sep 2012 11:27:51 +0000 schrieb Marc Santhoff:

Nein, dann wäre deine Elektrisierung permanent gewesen.

In deiner Anordnung gibt es Möglichkeiten, wo sich elektrostatische Ladungen aufbauen können: Luft- und Staubbewegung und evtl. der Schleifvorgang.

Denkbar, wenn der andernfalls die elektrostatische Ladung ableitet.

Übrigens hat mein Boden-Staubsauger eine Metallschiene am Kunststoff- Griffstück, die leitfähig mit dem Saugrohr verbunden ist, das zur Teppichdüse geht. Diese dient höchstwahrscheinlich der Ableitung der Reibungselektrizität.
Gruß Werner

PE irgendwo auf dem Weg ins Freie defekt und statische Aufladung durch den Staub auf dem Weg in den Staubsauger. Irgendwann war die stat. Ladung so hoch, daß sie quasi gegen den Luftstrom durch Dich irgendwohin gegangen ist.... Nicht gut.

PS - Wenn Du das öfters machst, schau, daß der Schlauch vom Staubsauger ein PE-band hat oder das ganze überhaupt antistatisch (also so irgendwie leitend) ausgeführt ist. Denn Alustaub, nochdazu feiner, ist nicht lustig, wenn der durch eine ungewollte Entladung zündet. Kawumm ist`s nicht, aber sauhell (Blendung) und nur mit trockenem Sand löschbar.

BTDT.

Grüße

- Michael Wieser

"Marc Santhoff" schrieb im Newsbeitrag news:k2sfvn$pup$ snipped-for-privacy@dont-email.me...

Du hast einen Van-De-Graaf Generator gebaut. Er erzeugt elektrostaische Ladung in dem er die kleinen Partikel absaugt. Daher haben professionelle Staubabsauganlagen immer eine elektrisch leitende Verbindung damit sich nichts statisch aufladen kann, was bis hin zur Staubexplosion durch Funkenbildung führen kann. Dein Staubsuager hat die nicht.

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net

Moin,

ich antworte mal gesammelt hier:

Also war (wohl) in der Steckdosenleiste der PE ab, weswegen ich als Ableiter herhalten mußte, OK.

Die Schläuche, usw von dem Sauger sind alle schwarz, ob leitfähig muß ich mal messen. Und mit dem Hersteller dieses "Industrie"-Gerätes werde ich auch mal ein paar Worte wechseln. Ohne die Schleifmaschine müßte ja das Gehäuse und die Rollen schon leitfähig sein, damit sich keine Ladung aufbauen kann ... trotzdem merkwürdig.

Seltsam auch, daß ich beim alleinigen Betrieb des Saugers bisher keine Probleme derart hatte, deswegen die Vermutung mit den schwarzen Teilen.

Die Schleifmaschine ist geprüft OK (PE), mit den Eigenschaften von und Sicherheitsmaßnahmen für Aluminiumstaub bin ich vertraut.

Vielen Dank, Marc

Am 13.09.2012 19:47, schrieb Marc Santhoff:

Hallo! Da brauchst du so ca. 100V bis 500V Gleichspannung.

Wenn du nichts antistatisches gekauft hast kann der Hersteller da sehr wenig für.

Jisdmt, Heiko.

Am Fri, 14 Sep 2012 09:12:03 +0200 schrieb Heiko Lechner:

Warum sollte eine Ohmsche Messung nichts aussagen?

So weit bin ich nach Studium der Hersteller-Website auch schon. Es gibt im Grunde zwei Typenreihen, eine in Klasse II (hier vorhanden) und eine in Klasse I mit Schutzleiter und beworben als antistatisch ausgerüstet.

Und da ich garnix bestellt hab', sondern hingestellt bekommen, und der Suager extra für den benannten Zweck angeschaft wurde, bin ich etwas enttäuscht bis beleidigt.

Wtf?

Marc

Am 14.09.2012 15:22, schrieb Marc Santhoff:

Tut sie ja, aber halt nur mit nen bisschen mehr Schmackes.

Dann solltest du aber mit dem Hinsteller ein paar Worte wechseln und nicht mit dem Hersteller ;)

Ich dachte da an "Ja ich sag dann mal tschüss".

Rmwdhs, Heiko ;)

Am Fri, 14 Sep 2012 17:16:39 +0200 schrieb Heiko Lechner:

Für verläßliche Aussagen bei längerer Meßstrecke, kurze Distanz kann natürlich ein glitschiger FIngerabdruck sein, OK. Ich konnte keine Widerstandswerte auftreiben, aber da falsches Modell hat sich das sowieso erledigt.

Schon vorher passiert.

Ah, Freitags-Dadaismus, fein.

Igis, Marc (ebenfalls ;)

P.S.: WdBas,kdenT.

Naja, dann nimm doch einfach ein Erdungsband (diese verzinnten CU-geflechte) welches lang genug ist, laß es einsaugen bis das eine Ende im Sauger ist und das andere Ende noch herausschaut und schraub das vorne irgendwie fest. Funktioniert ausreichend gut um die statischen Aufladungen an einer sauber geerdeten Maschicne ohne Kribbeln in den Fingern ableiten zu können. Ist zwar reichlinch improvisiert aber was solls, kostet nix und funktioniert.

Grüße

- Michael Wieser

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