Einfach faszinierend ;)

Apr 15, 2025 Last reply: vor 1 Jahr 74 Replies

Leo Baumann schrieb:

Ah, danke.

Warum heisst das eigentlich Klasse-A-Endstufe? Ich meine, Klasse-A beschreibt ja ein ganzes Sammelsurium an Auslegungen. Hier ist ja eine Push-Pull-Schaltung, die mit zunehmender Aussteuerung sich dem B-Betrieb nähert. Gibt schlimmere.

Marcel Mueller schrieb:

Das ist ein inhärentes Problem der JEDEC-Bezeichnungen. Dort müssen nur irgendwelche Eckwerte eingehalten werden, egal was in der Dose ist.

Einfachdiffundierte 2N3055 hielten was anderes aus (da hat man normalerweise auf Freilaufdioden verzichtet) als Hometaxial und Hometaxial hält was anderes aus als Epitaxial und Epitaxial hält mehr aus als Planar. RAPs Troubleshooting- Buch hat ein ganzes Kapitel diesem Murks gewidmet. Im pdf, das Alexander zitiert hat, wird für die hier diskutierte Schaltung die Expitaxial-Variante empfohlen, da die Vorgängerversionen eine um etwa eine Grössenordnung tiefere Transitfrequenz hatten.

Kann mich noch an Telefonrundspruch-Empfänger erinnern (Biennophone oder so was), die hatten eine AD133-Eintakt-Endstufe. Der Transistor war durch das Stopfmaterial des Lautsprechers gut thermisch isoliert. Da ging einem die Arbeit nicht aus. Selbst ein, äh, Sparsamkeit liebender Direktor einer hier nicht genannten Basler Chemiefirma liess so eine Gurke von mir reparieren.

Am 16.04.25 um 18:32 schrieb Marcel Mueller:

Sind BD... Typen nicht eher Kleinsignal-Transistoren (früher mal gewesen)?

2N3055 kenne ich eher als Leistungs-transistor (drum ja auch TO-3) aber früher hat's wohl auch keine Fakes oder Fälschungen gegeben, oder ich hab nur nie was davon gehört - in den 1980-90'ern.

Damals hatte ich einen Universal-Netzteil Bausatz zu dem 2 davon als Regler gehörten - auf dicken Kühlkörpern. Das sollte 0-50 Volt und etwa

3,5 Ampere liefern. Mit dem bei Linearreglern üblichem Spannungsfall darüber. 49 Volt mal 3,5 Ampere wären satte 172 Watt. Wenn man annähme das auf 1 Volt geregelt würde und der Verbraucher maximalen Strom abfordert.

Oder rechne ich da falsch?

Bye/ /Kay

Kay Martinen schrieb:

Bei kurzgeschlossenem Ausgang ist die Rechnung fast richtig. Um 50Volt abgeben - und regeln - zu können, braucht das Netzteil aber eingangsseitig, am Ladekondensator, eine noch etwas höhere Spannung. Ansonsten sollte ein mehr oder minder großer Teil der Spannung praktischerweise nicht am Ausgangstransistor des Netzteils abfallen sondern an der Last... Optimalerweise hatten(haben?) längsgeregelte Netzteile mit so großem Spannungsbereich umschaltbare Trafoanzapfungen, um allzuhohe Verlustleistungen zu vermeiden

MfG Rupert

Am 18.04.25 um 09:50 schrieb Rupert Haselbeck:

Oder einen Stelltrafo, in der Luxusversion mit Motor. Wir hatten mal so ein Teil. 100V, 600A und eine dreistellige Zahl 3055 für die Längsregelung.

Marcel

Am 18.04.25 um 09:50 schrieb Rupert Haselbeck:

Hallo,

Strombegrenzung mit Foldback-Kennlinie gab es auch. Bei Eigenentwicklungen hatte ich das gerne eingesetzt.

Bernd Mayer

Am 15.04.25 um 19:34 schrieb Marcel Mueller:

Hallo,

die Sparte von Motorola die Transistoren herstellt heißt ja schon länger On(semi).

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"Der Halbleiterbereich wurde bereits in den Jahren 2000 bzw. 2004 durch zwei Börsengänge ausgegliedert. Zunächst wurde der Bereich der diskreten Bauelemente und Standard-Produkte zu ON Semiconductor und später der Bereich der Prozessoren usw. zu Freescale (heute NXP)."

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Dazu gibt es mittlerweile auch einen Komplementärtyp MJ2955(PNP).

Für gute Audioleistungsverstärker über den ganzen Frequenzbereich würde ich die aber dennoch nicht auswählen.

Aktuell kosten 2N3055 von ONS bei Reichelt 4,99 € das Stück.

Bei Pollin gibt es für 3,80 € ein IC TDAA7294 für einen Audioleistungsverstärker der Klasse AB, der bessere Werte bei der Audioqualtät verspricht und kaum mehr externe Bauteile benötigt und dazu Schutzschaltungen hat gegen Überhitzung und Kurzschluß.

Für den Bausatz im OP wird ein Trafo mit 100W für das Netzteil empfohlen und ein Ruhestrom der letztendlich auch nur Klasse AB entspricht.

Man muss den Bausatz auch mit 2 Potis abgleichen, für Ruhestrom und Arbeitspunkt in der Mitte der Betriebsspannung.

Bernd Mayer

Am 18.04.25 um 10:09 schrieb Marcel Mueller:

Aber dann wassergekühlt? ;)

Am 18.04.25 um 10:30 schrieb Bernd Mayer:

Klar, da sind FETs schon lange "Standard".

Am 18.04.25 um 11:49 schrieb Hartmut Kraus:

Ja, klar, vor allem der Shunt. Sonst wäre die Genauigkeit kaum zu erreichen gewesen (10⁻⁵, 10⁻⁷ Kurzzeit).

Marcel

Am 18.04.25 um 09:50 schrieb Rupert Haselbeck:

Naja, bei angenommenen 1 Volt / 3,5 Ampere komme ich auf 0,29 Ohm. Das würde ich schon als "nah" am Kurzschluß betrachten.

Ich weiß leider auch nicht mehr ob das eine Mindestausgangs-spannung hatte die höher wäre. Damals (80'er) war das ja häufiger so.

Ich meine der Trafo sollte nominal 42 Volt liefern. Danach kam dann ja der Brückengleichrichter und die Ladeelkos. Das waren AFAIR ca. 4-5 Becherelkos mit je 2500 µF

So weit ich erinnere war das Bei Längsregelung das übliche Verfahren. Was nicht an der Last anstehen soll das muß der Längstransistor "verheizen". Das war ein Reiner Spannungs-regler, kein Stromregler.

Die 2 N 3055 waren Parallel geschaltet soweit ich erinnere.

Sicher, später vielleicht. Dies war ein Bausatz von Saalhöfer aus den

1980'rn und der Trafo hatte keine Anzapfungen, Umschaltungen o.ä.

Dafür eine Platine auf der alles außer Trafo und Endtransistoren drauf waren. Und eine "sogenannte" Ausgangsabschaltung/Stromsicherung/begrenzung (whatever) die im Grunde aus einem per Taster zündbarem Thristor bestand - der den Ausgang kurzschließt. Da war auch nirgends eine Erwähnung ob/das da evtl. eine Sicherung dazwischen gehörte.

Ich hab auch nicht behauptet das es ein besonders guter Bausatz war. :-/

Zwei stück hatte ich davon bestellt und das Erste Paket kam aufgerissen an, die Trafos kullerten lose drin herum und ich hab den Hotliner damals zur Schnecke gemacht wegen der miesen Verpackung.

Da habe ich auch nie wieder gekauft und eigentlich hätte ich es komplett zurück geben sollen.

Bye/ /Kay

Am 18.04.25 um 19:47 schrieb Kay Martinen:

Das nennt man "Crowbar" ("Brechstange"). Irgendwie treffend. ;)

Ach wo. Da kann doch der Längstransistor abrauchen. ;(

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Am 18.04.25 um 19:47 schrieb Kay Martinen:

Das nennt man "Crowbar" ("Brechstange"). Irgendwie treffend. ;) War aber üblicherweise zum "Not-Aus" bei Überspannung am Ausgang (wegen Versagens des Längsreglers) gedacht.

Ach wo. Da kann doch der Längstransistor abrauchen. ;(

Hartmut Kraus schrieb:

Alte Ionenlaser hatten ein Backblech voller 2N3055 und das war wassergekühlt. Insgesamt aber nur etwa 40 A oder so, wegen SOA musste man sehr viele Transistoren nehmen, ein Stück pro Ampere etwa.

Marcel Mueller schrieb:

Ich hatte mal ein Teil von HP(?), 40 V 70 A oder so. Das hatte eine Vorregelung mit Thyristor-Gleichrichterbrücke,

50 Hz natürlich. Hat immer ziemlich geknurrt. Und es war unglaublich schwer.

Am 21.04.25 um 23:41 schrieb Rolf Bombach:

Hallo,

ja - so eine Thyristorvorregelung hatte ich vor langer Zeit mal bei einer Eigenentwicklung eingesetzt für ein Netzteil mit 30 V 5 A.

Das "Knurren" des Trafos beschriebt das Geräusch ziemlich gut.

Das funktioniert heute noch.

Bernd Mayer

Am 21.04.25 um 23:39 schrieb Rolf Bombach:

HAllo,

ja - auf solch einem Backblech hatte ich auch schon einzelne Plätzchen ersetzt.

Bernd Mayer

Am 15.04.25 um 16:36 schrieb Jürgen Jänicke:

+1, nur dass mir der Zugriff auf die im Osten damals heiss geliebten 2N3055 etwas schwerer fiel. Als Alternativen sprangen CSSR-Modelle (Tschechien
  • Slowakei) ein, wie KU 60XXX, oder russische(?) KT's...

hach, die einzigen Läden waren für mich in Ost Berlin in der Dimitroff- oder Warscheuer Str.

Nebenbei also auch noch was für alle Ostalgiker. ;-)

Am 25.04.25 um 18:35 schrieb Roland Krause:

Hallo,

hier gibt es eine Zusammenfassung:

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Da finde ich die Info: "< 15 K/W".

Normalerweise interessiert eher P_Max.

Bernd Mayer

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