Ich kann mich nicht erinnern, schon mal eine größeren Wirrwar von dir gelesen zu haben.
Ich kann mich nicht erinnern, schon mal eine größeren Wirrwar von dir gelesen zu haben.
Am 23.01.23 um 00:59 schrieb Martin Gerdes:
Freilich ist es eine. Sonst müsste ich ja so gut wie alles aus der eigenen Tasche bezahlen.
Täusch' dich mal nicht. Letzte mir bekannte Zahl: Die Rückstellungen der GKV betrugen 30 Mrd. €. (Mit diesem Argument habe ich ja durchgekriegt, dass sie mir eine bestimmte Behandlung bezahlt haben, weiß heute nicht mehr genau, welche.)
Vor allem ist "mehr oder weniger arbeiten oder können" schlecht bis gar nicht messbar. Wer z.B. 40h / Woche bezahlten Mist baut oder gar nichts tut wie ein gewisser Rupert Haselbeck ...
Das ist eine sinnvolle Versicherung. Man kann auch kleine, absehbare, häufige und wiederkehrende Schäden einschließen, ohne am System grundsätzlich etwas zu ändern oder ihm den Versicherungscharakter zu nehmen. Das wird dann natürlich eine besonders teure Art, diese Kosten zu tragen.
Was ich mir wünsche, wäre ein Kassentarif, der wie meine private Versicherung aus der Kindheit und Jugend einen hohen jährlichen Selbstbehalt einschließt. Allein der Verwaltungsaufwand für den vielen Kleinkram macht die Sache heute schon so teuer.
"Man versichert sich nur gegen Schäden, die man nicht selbst tragen könnte." Lehrsatz meines Vaters aus meiner Kindheit. Ich hatte nie eine Kaskoversicherung und das hat sich rückblickend für mich als große Ersparnis sehr ausgezahlt. Ich hatte duchaus schnell zu ersetzende Totalausfälle teurer Nutzgeräte wie Autos.
Polizei, Berufsfeuerwehr, öffentliche Schulen, öffentlicher Nahverkehr (Großteil der Gesamtkosten), Straßenbau, Landesverteidigung.
Ja. Es gibt aber nur sehr wenige, die sei nicht teilten.
Hallo Axel,
Ich würde es vermeiden wollen, Begrifflichkeiten, die schon definiert sind neu zu definieren.
Nur weil es manche richtig vergeigen, bedeutet es nicht, dass der Ansatz dazu schon falsch ist. Sonst kannst Du das Konzept der Demokratie auch begraben.
Marte
Hi Detlef,
Hast Du einen griffigen Link, was Hamburg da macht?
Indem man ihnen via Beihilfe indirekt kräftig Subventionen in die PKV schiebt, die man sich bei der Wahl auf GKV spart. Im Gegenzug dar man als freiwilliger den vollen Beitrag ohne Arbeitgeberzuschuss bezahlen und weil dies eine Vergünstigung ist, wird man bei der Rente auch noch zusätzlich belangt.
Immerhin. Trotzdem werden klare Anreize gesetzt, bzw. prohibitorische Regeln eingeführt.
Marte
Am 24.01.2023 um 14:01 schrieb Marte Schwarz:
Das Problem bei diesen unterschiedlichen Beschäftigten (Angestellte/Beamte) und ihre Krankenversicherung: Das System war mal gut austariert, aber durch diverse Entwicklungen läuft es stark auseinander.
Beispiel für fehlenden Versicherungszwang (Selbständige, Beamte, Bauern):
Wenn ein Bauer krank wurde und ins Krankenhaus musste, verkaufte er halt eine Kuh. Für wie viel Tage Behandlung im Krankenhaus reicht heute der Erlös?
Und was die Anreize angeht: Ein kleiner Beamter mit nichtverdienender Ehefrau und 4 Kindern kommt mit der GKV besser weg.
Viele Personen kommen aufgrund von Vorerkrankungen gar nicht in die PKV rein.
Detlef
Du hast recht. Gemeint war, welcher der vohandenen und definierten Begriffe trifft die Tatsachen am besten. Und "Steuer" kommt dem Istzustand mindestens deutlich näher als "Versicherung".
Im Fall einer Ausnahme hättest Du recht. Es ist aber die ausnahmslose Regel, wenn Berufspolitiker Zugriff auf den Steuertopf erhalten. Die eigentlichen Staatsaufgaben wie innere Sichgerheit, Erhalt der Infrastruktur, Schulwesen, fallen hinten runter und alles fließt in Prestigeprojekte (ohne Erwähnung des neu entstehenden Erhaltungsaufwandes für die Zukunft) und Wahlgeschenke, die nach im Grunde gar nicht Aufgabe des Staates sind und sein sollen.
Das Ergebnis ist dann dieses, das ich mir mal zur Seite gelegt habe. (Die technische Qualität ist leider aumäßig, der Inhalt um so weniger.)
Das Konzept nicht, aber eine Umsetzung, die dem Ziel wenigstens halbwegs nahekommt, wäre wünschenswert.
Hi Detlef,
Das geht in die richtige Richtung. Dennoch sind freiwillig Versicherte im Alter schlechter gestellt als ganz normale GKV-Pflichtversicherte. Und dass die Beihilfe nicht selten 70% bezahlt, ist auch noch ungleich. Aber die Richtung stimmt.
Nicht wirklich.
Der nächste Skandal, was die PKV angeht. Die guten Risiken ins eigene Töpfchen und die anderen dürfen bitte von denen durchgetragen werden, die ohnehin nichts zu Beissen haben. Gehts noch asozialer?
Marte
Am 24.01.2023 um 17:44 schrieb Marte Schwarz:
Nun ja, aber da muss man schon ein paar Kinder und eine Ehefrau haben.Die kosten dann aber auch in der Privaten.
Es ist halt eine Versicherung. Und Versicherungen können gewisse Risiken ausschließen. Deshalb die berühmten Gesundheitsfragen.
Viele Menschen versichern sich zusätzlich, weil ihnen die Leistungen der PKV nicht ausreichen. Auch dort werden Gesundheitsfragen gestellt. (Angeblich werben manche Versicherungen damit, dass sie keine stellen. Das möchte ich bezweifeln. Wäre ein schlechtes Geschäftsmodell.)
Detlef
Hi Martin,
Es gibt durchaus Versicherungen, deren Beiträge z. B. für alle gleich sind, völlig unabhängig von irgendwelchen Risikofaktoren. Darüber hinaus gibt es Beitragsstaffelungen, die von völlig risikounabhängigen Faktoren abhängen, wie z. B. bei der Kfz-Haftpflicht, die Frage nach dem Standort des Fahrzeugs, wenn es nicht am Verkehr beteiligt ist, oder den Wohnungsbesitzverhältnissen, des Arbeitgebers...
Der ist leidlich konstruiert.
Das wiederum ist nicht wahr. Du solltest die Definitionen nutzen, die gemeinhein verwendet werden, dann versteht man auch besser, was Du ausdrücken willst.
Die PKVen sind seit Jahren nicht in der Lage, die gebildeten Rückstellungen portabel einzelnen Versicherten zuzuordnen. Wie sollen diese Rücklagen dann sinnvoll zur individuellen Beiragssteigerungsbremse eingesetzt werden können. IMHO ist dieses PKV-Wesen deutlich eher angreifbar.
Die PKVen brauchen gar nicht von den GKVen übernommen werden. Es reicht völlig, wenn sie alle verpflichtet würden, jeden Kunden zu gleichen Bedingungen, wie die GKVen zu versichern, also Kontrahierungszwang, Leistungskatalog etc. Dann würde sich recht schnell zeigen, ob sie wirklich effizienter wirtschaften. Wer dann noch mehr versichern mag, gerne.
Die zunächst nicht mit dem Alimentationsprinzip zu tun haben muss (siehe das Hamburger Modell).
Das kann schon sein.
Das ist wiederholt eines Deiner schlechtesten Argumente :-(
Vielleicht mehr als Du denkst. Ich hatte jahrelang einen Fuß im Versicherungssystem und meine Frau ist persönlich gefangene PKV-"Kundin".
Das ist schon von Anfang an eine Notkoalition mit der FDP als interner Opposition ;-) Die Schwarzen sind eben derzeit nicht regierungswillig oder nicht dazu in der Lage, verantwortung zu übernehmen für das Desaster, das sie hinterlassen hatten.
Marte
Am 24.01.23 um 17:44 schrieb Marte Schwarz:
Ist doch nichts neues im Kapitalismus: Privatisierung der Gewinne, Sozialisierung der Verluste.
Hanno
Am 24.01.2023 um 19:15 schrieb Hanno Foest:
Die Debeka z.B ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit.
Detlef
Am 24.01.23 um 19:23 schrieb Detlef Meißner:
Und die nehmen jeden, egal welche Vorerkrankung?
Hanno
bis dahin Zustimmung.
hier jedoch möchte ich bezweifeln, das das so eindeutig ist.
Beispiel Arbeitskleidung: In vielen Berufen ist es gängige Praxis, das der AN morgens direkt von zu Hause zum ersten Einsatzort bei einem Kunden fährt. Dazu muss er zwangsläufig die Arbeitskleidung mit nach Hause nehmen dürfen, ebenso wie benötigtes Werkzeug und das Dienstfahrzeug. Es ist nicht unüblich, an dieser Stelle auch einen gewissen Rahmen für die private Nutzung des Dienstfahrzeugs zu vereinbaren.
Beispiel Notebook: Auch dieses gehört unzweifelhaft dem AG, wird aber zumeist gerade zu dem Zweck angeschafft und leihweise überlassen, das der AN mobil arbeiten kann. Ob er damit dann zu Hause Videos schaut, kann effektiv kaum kontrolliert werden.
Bei der Brille dürfte Klärungsbedarf zwischen AG und AN bestehen, ich sehe aber keinen konkreten Grund, warum der hier zwingend mehrere Brillen angeschafft werden müssten. Das Ding kann (mit Zustimmung des AG) genauso wie das Notebook in die Aktentasche wandern.
Am 24.01.2023 um 19:33 schrieb Hanno Foest:
Wenn du von Geburt an dabei bist ...:-)
Detlef
Das heißt aber nur, daß sich individuell verschiedene Risiken nicht mit angemessenem Aufwand ermitteln lassen.
Das ist so falsch. Es gibt da erhebliche und nachweisbare Korrelationen. Was meinst Du denn, wie sonst sie auf solche Staffelungen kommen?
Tut er. "Versicherung" ist wohldefiniert, die GKV paßt nicht zur Definition.
Versicherungen kalkulieren vom Grundsatz her mit Wahrscheinlichkeiten und passen die, soweit sie sich individuell ermitteln lassen, auch in den einzelnen Verträgen an, siehe Fahrzeugklassen oder Gebäudestandort.
Es ist, nachdem der Brandmelder anschlägt, auch nicht möglich, noch schnell eine Feuerversicherung abzuschließen. Im Normalfall sollte jede seriöse Kalkulation bei jedem Versicherten ergeben, daß er mit großer Wahrscheinlichkeit draufzahlt. Das ist das Wesen der Versicherung. Wenn jemand bei Abschluß begründet annehmen kann, mit Gewinn herauszukommen, ist das entweder Betrug oder ein Fehler.
Wer erst nach Bekanntwerden der Vorerkrankung wechseln will, weil die Mehrkosten der PKV weit niedriger ausfallen als die jetzt zu erwartenden Mehrleistungen, ist so ein Fall.
Oder als dritte Möglichkeit ein bewußt von der Allgemeinheit beschlossenes Geschenk wegen besonderer Bedürftigkeit. Darunter fallen so Sachen wie die Aufnahme älterer Spätaussiedler. In den Fällen wird es dann fragwürdig, wenn nur Teile dieser Allgemeinheit mit den Kosten belastet werden, die Beamten und Privatversicherten aber nicht. (Zugegeben gibt es da Ausgleichszahlungen. Ob die korrekt berechnet sind, kann ich nicht beurteilen.)
Beamte und die übrigen privat Versicherten sind ja von einer Versicherungspflicht befreit. Wenn sie sich versichern, dann ist das so, als wenn man freiwillig eine Haftpflichtversicherung für seine Kinder oder seinen Hund abschließt.
Detlef
Am 24.01.23 um 21:17 schrieb Axel Berger:
Bekannt. GKV müssen trotzdem jeden nehmen. Kontext beachten.
Hanno
Am 24.01.23 um 20:56 schrieb Axel Berger:
Das sehe ich anders. Ich würde sagen, grob geschätzt habe ich meine GKV-Beiträge inzwischen wieder drin. Müsste mal spaßeshalber gucken, was meine Rheuma - Medikamente kosten, die ich seit Jahren kriege. Oder meine pfegeleichten dritten Beißerchen, oder die Wirbelsäulen - OP seinerzeit (Bandscheibenvorfall zwischen 4. und 5. LW - wie viele sind mit sowas schon im Rollstuhl gelandet, ich musste "nur" neu gehen lernen) ...
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