"Arbeitsplatzbrille" fuer Elektronik-Arbeit?

Jan 05, 2023 Last reply: 3 years ago 219 Replies

Herzlichen Glückwunsch, das ist beeindruckend.

Das ist altersgerecht, so viel Addition hab ich in meiner Alltags-Gleitsichtbrille auch.

Ja, weil es halt langsam schlechter wird und man keinen Vergleich hat.

Grüße Marc

Die nächste wird dann eine Lindberg ;-)

Grüße Marc

Hi Marc,

Und alle anderen werden nicht den Hungertod sterben, wenn man eine neue Brille braucht. Diese Vollkaskomentalität hasse ich. Das soll ein Versicherungssystem auch nicht bezahlen. Der nächste Winter kommt bestimmt, ohne Heizung werde ich erfrieren. Muss mir die Krankenkasse jetzt auch noch die Heizung finanzieren?

Marte

Am 16.01.2023 um 14:35 schrieb Marte Schwarz:

Das ist tatsächlich nahezu unglaublich. An meinem letzten Arbeitsplatz hatte ich ein Gespräch mit einem Kollegen über ein gesundheitliches Problem. Auf meine Frage, ob er $XYZ schonmal anschauen lassen hat: "Nein, das zahlt die Kasse ja nicht." Jemand der > 100k€/a verdient leidet lieber, als ein paar hundert € aus eigener Tasche zu bezahlen. Alufelgen für 2k€ sind aber kein Problem. Da fällt mir echt nix mehr ein.

Vermutlich liegt das aber auch an dem Vollkaskokonstruktionsfehler der KV.

Am 16.01.23 um 14:35 schrieb Marte Schwarz:

Je nachdem, wie dick die Brieftasche ist.

Warum nicht? Andere Prothesen bezahlt es doch auch. Warum nicht auch noch gleich die Herztabletten privat bezahlen?

Nein, dafür ist das Sozialamt da.

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HTH. HAND.

Hanno

Zuzahlung gibt's schon. Nein, die paar Mark tun mir nicht weh, ich frage mich aber, ob der zusätzliche Verwaltungsaufwand für etwas unbedingt notwendiges und verschreibungspflichtiges irgendeinen sinnvollen Zweck erfüllt.

Was, obwohl es auch nicht mehr Aufwand wäre, *nicht* geht: "Ja, wir haben Ihr Medikament da, sogar von drei verschiedenen Anbietern. Aber genau der, den Ihre Kasse bezahlt, fehlt. Da müssen Sie morgen wiederkommen." Den Mehrpreis selbst bezahlen geht prinzipiell nicht. Statt Kasse den vollen Preis selbst bezahlen wäre wohl gegangen (oder habe ich es sogar gemacht? länger her) und kann immer noch billiger und weniger mühsam sein als ein zweiter Weg.

Hallo Marte,

Du schriebst am Mon, 16 Jan 2023 14:35:07 +0100:

Aber das Versicherungssystem soll bezahlen, wenn der Diskogänger nach

20 Jahren ein Hörgerät braucht oder die regelmäßigen Besucher anderer hoch-phoniger Veran(un?)staltungen?

Reicht eine warme Bettdecke nicht? (Hier passt der Spruch "nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird" eher nicht so ganz...)

Wolfgang Allinger schrieb:

Nichts gegen Abkürzungen, aber genau an dieser Stelle ist sie nicht so schlau.

Mon, 16 Jan 2023 14:35:07 +0100, Marte Schwarz:

Zum Thema Geld: Man kann verschiedentlich Lesen, eine Arbeitsplatzbrille müsse ja der Arbeitgeber zahlen. Näheres entdeckt man aber nicht.

Gibt es da allgemeine Regeln oder Abläufe?

Es wird ja kaum so sein, dass ich mir vom Optiker die teuersten "biometrischen" Gläser ausfschwatzen lassen und ein Guzzi-Gestell mit Brillianten dafür - was dann 100% der zuvor nicht befragte Arbeitgeber zu zahlen habe.

Braucht es doch eine Art "Rezept" des Augenarztes, der bestätigt, dass es ohne Arbeitsplatz-Gleitsichtbrille nicht mehr geht? Oder ist das ganze doch stets eine individuelle Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die man in der größten Not auch einklagen könnte.

Andreas

Einen solchen, ganz alltäglichen Fall hast Du gesnippt.

<snip>

Ja ;)

Ja, es benötigt eine Bescheinigung eines Augenarztes resp. einer fachkundigen Person i.S.d. ArbMedVV.

Rechtlich gesehen muss der AG alle für die Arbeit notwendigen Arbeitsmittel bereitstellen. Wenn eine Arbeitsplatzbrille nötig ist (ArbMedBescheinigung!), dann auch diese.

Nur: Diese Brille *gehört* dann dem AG und hat damit (im Allgemeinen) am Arbeitsplatz zu verbleiben. So wie spezielle, für den Beruf benötigte Arbeitskleidung. Weil jedoch viele Menschen auch privat an einem Rechner sitzen, würden diese dann 2 benötigen. Deswegen bieten alle mir bekannten AGs eine "Bezuschussungsregelung" an, bei welcher die Brille im Besitz des ANs bleibt.

Über den Umfang der Ausgestaltung einer ArbPlatzBrille, welche dem AG gehört, habe ich gerade keine Informationen. Es wird jedoch schon ein "Wer bezahlt, bestimmt" sein. Schließlich muss die Brille den (speziellen) Anforderungen des einen Arbeitsplatzes entsprechen ;)

HTH Frank

Hi Andreas,

Dieser Typ nennt sich je nach Umfeld Betriebsarzt, Amtsarzt oder ähnlich. Wende Dich bei Bedarf an Deine Personalabteilung, die wissen in der Regel Bescheid, wie das Procedere bei Euch in der Firma ist.

Marte

Am 16.01.23 um 22:16 schrieb Rolf Bombach:

Wieso? gn=grün ge=gelb

Gut, ich bin es so von Seekarten gewöhnt:-)

Format c:\? [J]a [N]atürlich

Olaf

Tue, 17 Jan 2023 15:19:26 +0100, Marte Schwarz:

Wir sind hier ein kleiner Betrieb und bisher ist niemand auf die Idee verfallen, den Arbeitgeber bzgl. Brille zur Kasse zu bitten. Die "Personalabteilung" (sprich die Mitarbeiterin, die sich neben ihrer eigentlichen Tätigkeit auch um Löhne, Krankmeldungen und ähnlich nerviges kümmert) hat auch keine Erfahrung bzgl. Brillen. Ich werde beim Abholen meiner (Alltags-)Gleitsichtbrille mal den Optiker fragen, was er dazu weiß.

Andreas

Tue, 17 Jan 2023 15:16:28 +0100, Frank Schletz:

Danke - das erscheint plausibel.

[...]

Das hört sich vernünftig an.

Nun wäre es hübsch, an die Kopie einer solchen "Bezuschussungsregelung" zu gelangen, die ich meinem Arbeitgeber ans Herz legen könnte. Wenn eigentlich "alle Arbeitgeber" sowas haben, müßte man ja leicht mal einen Blick darauf werfen könnnen...

Also wenn jemand Zugriff auf sowas hat - ich würde mich freuen!

Andreas

Am 17.01.2023 um 15:32 schrieb Olaf Schultz:

AFAIR war es die eingedeutschte Version von PIP in CP/M:

Alle Dateien nicht löschen [J/N]?

Bernd

Olaf Schultz schrieb:

OK, so geht es. Ist grau dann gu?

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tatsächlich, gr. Sorry.

Marc Haber <mh+ snipped-for-privacy@zugschl.us schrieb:

Wenn ich die Dame das nächste Mal sehe, frage ich sie, wie es bei ihr mit dem dreidimensionalen Sehen aussieht.

jepp.

Nö :-)

[gesetzliche]

Du bist nicht der erste, der mir sagt, daß mein Job irgendwie nicht normal ist. Ansonsten: In der Tat, die gesetzlichen kranken Kassen zahlen für sachlich sicher unbedingt nötige Brillen praktisch nichts. Da haben es die elenden Privatversicherten einfacher. Andererseits: Ich trage seit Jahrzehnten Brillen, die für meinen Arbeitsplatz angefertigt wurden. Dabei hilft mir die Steuer (und es schont den Beitragsrabatt der Krankenkasse).

Marte Schwarz snipped-for-privacy@gmx.de schrieb:

Ich auch, und doch stimme ich Marc zu. Eine Fehlsichtigkeit ist ein behandlungsbedürftiger Krankheitszustand wie etwa Plattfüße auch.

Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich

Als freistaatlicher Beamter dürftest Du deine Gesundheitsbedürfnisse sehr wohl bei der Beihilfe anzumelden wissen.

Eric Bruecklmeier snipped-for-privacy@5i7.de schrieb:

:-)

Da kommt einiges zusammen. Einmal die rechtliche Lage: Die KASSE ist Vertragspartner des Arztes, nicht etwa der KassenPATIENT. Letzterer ist rechtlich lediglich Objekt.

Und dann natürlich die Erstattungspraxis der gesetzlichen Kassen, aber auch der Beihilfe: Sollte sich ein Untertan erdreisten, selbst etwas Besseres haben zu wollen, pflegen die Staatsorgane regelmäßig die Unterstützung komplett zu versagen, so daß der Untertan die Sache komplett selbst bezahlen soll.

Gesetzliche Kassen wehren sich auch mächtig gegen Selbstzahler. Der Untertan soll unwissend und unmündig gehalten werden.

Viele Deutsche sind aber ganz gern Untertan. Am kritischsten diesbezüglich sind übrigens Beihilfeberechtigte, die obstinat verlangen: "Für mich nur das Allerbeste -- aber die Beihilfe muß es zahlen!"

Ein Sinn für die Kosten kann so natürlich nicht entstehen (was staatlicherseits auch gewünscht ist).

Ich erlebe das alle Tage, wie Leute "kämpfen" wie die Löwen, um ausnahmsweise für sich eine Kostenzusage zu bekommen für Dinge, die kassenrechtlich klar ausgeschlossen sind.

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