230V und 5V an einem 2pol. Schalter

Nov 14, 2025 Last reply: 7 months ago 33 Replies

Moin, gibt es irgendwo eine Dokumentation welche Spezifikation ein 2pol. Kippschalter besitzen muss um mit ihm Netzspannung und Niederspannung schalten zu können? Oder 'dürfen' das alle Schalter solange sie nicht unbedingt aus China kommen?



Grüße Gerd


Am 14.11.25 um 14:35 schrieb Gerd Mann:

Ich denke das ist keine Frage der Herkunft, sondern der Sicherheit und Regularien (VDE u.ä.). Und da würde ich sagen das es bei einem 2 Poligen Kippschalter der sicher keine gegeneinander abgeschotteten Schaltkammern hat definitiv NICHT statthaft ist Netzspannung und Kleinspannung zusammen zu schalten.

Also würde ich die Idee schnell vergessen und eine Andere Lösung nehmen. Z.b. ein Relais mit 230V Spule dessen Schaltkontakte dann die 5 V schalten. Die Spule kann dann einfach mit dem Schalter geschaltet werden.

Wozu überhaupt das Vorhaben?

Bye/ /Kay

Am 14.11.25 um 14:35 schrieb Gerd Mann:

Üblicherweise steht auf dem Schalter, für welche Spannung und welchen Strom er geeignet ist. Beim Strom muss man je nach Art der Last Abstriche machen, besonders die modernen Schaltnetzteile mit ihrer stark kapazitiven Last sind Gift für jeden Schalter.

Steht nur eine Typenbezeichnung drauf, kannst du versuchen, über diese nach dem zugehörigen Datenblatt zu googeln.

Steht gar nichts drauf => Tonne.

230V und 5V gleichzeitig am selben Schalter (falls sich die Anfrage darauf bezog) solltest du niemals machen, außer bei Schaltern, die mit räumlich getrennten Schaltelementen explizit dafür gebaut sind.

Auch die Chinesen können gute Schalter bauen.

Hergen Lehmann schrieb:

Da die Berufsgenossenschaft vor 25 Jahren bei meinem damaligen Arbeitgeber sogar kontrolliert hat, ob die Netzwerkleitungen in separaten Metallkanälen in der abgehängten Zwischendecke geführt wurden und nicht parallel zu den

230Volt Stromversorgungsleitungen, halte ihc es nahezu für ein abwegegige Idee eine Schutzkleinspannung in unmittelbarer Nähe mit einer Netzspannung in einem Gehäuse schalten zu wollen.

Die Alternative wurde genannt und ist billiger als für Personenschäden haften zu müssen.

Am 14.11.2025 Fr. um 15:12 schrieb Kay Martinen:

Die Frage von Gerd kann ich zwar nicht beantworten, aber ich habe hier ein Siemes-Gerät wo selbiges vorliegt. Ein Kippschalter welcher als Umschalter von extern 12V auf extern 230V wechselt. Und beides kann gleichzeitig angeschlossen sein. Ist Netzspannung vorhanden dann kann(!) man auf 'Netz' schalten um die danebenstehende Batterie zu schonen.

Jürgen

Das steht in jdem Datenblatt (in Onlineshops meistens verfügbar) und ist fast immer am Schaltergehäuse eingeprägt oder aufgedruckt. Das Hauptproblem sind in der Regel die Grenzen bei Gleichstrom. Netzspannung und Niederspannung (das ist dasselbe) sind in der Regel nicht das Problem, sondern die Kleinspannung.

Alle Schalter kommen aus China. Fälschungen sind in aller Regel ein Problem für Patente und Markenschutz, nur selten eines für die Qualität.

Man muß allerdings sehr vorsichtig sein. Manches, das ich gekauft habe, ist für das, was es kann, immer noch preiswert, es kann aber bestenfalls einen winzigen Bruchteil dessen, was versprochen war. Ich bereue solche Käufe nicht.

War das gefordert? Dann habe ich die Frage falsch verstanden.

Ich habe meine Kleinspannungsanwendungen fast alle geerdet, weil ich den Billignetzteilen nicht über den Weg traue. Wenn irgendwo Potentialfreiheit und Berührbarkeit gleichzeitig gefordert sind, dann sollte man an der Sicherheit auf keinen Fall sparen.

Subject: "230V und 5V an einem 2pol. Schalter" fand ich schon eindeutig und im Text las ich es genau so.

Ich bin nicht sicher ob ich dich da richtig verstehe aber ich sähe dabei Potential für Schäden durch Blitzeinschlag (PE bis in die Elektronik hinein) und Überspannungen (Funkenstrecke).

Und ob es deiner Kleinspannungs-elektronik eine Rolle spielt ob bei einem Kurzschluß nun 12V irgendwelche Sachen verbrutzeln oder 240V AC (Netzteil durch"gängig") gleich das ganze Gerät in Flammen aufgehen ließe?

Bye/ /Kay

Für mich ist die Frage unklar.

Soll der gleiche Schaltertyp mal für 5V, mal für 230V eingesetzt werden können (z.B. damit man nur einen Typ auf Lager legen muß), aber nicht gleichzeitig?

Oder soll einer von zwei Kontakten mit 5V und einer mit 230V

*gleichzeitig* benutzt werden können.

/ralph

Die nötigen Luftstrecken, Kriechstrecken und Materialeigenschaften ergeben sich aus EN62368 - das ist das gleiche wie für "230V nach berührbare Metalloberfläche".

Ich möchte bezweifeln, daß normale Schalter, die nicht speziell für diesen Einsatzfall konstruiert sind, das schaffen.

cu Michael

Es geht mir dabei allein um den Berührungsschutz. Wenn das Kleinspannungsgerät vollständig in einem Kuststoffgehäuse sitzt, kann es nur kaputtgehen, aber Platinen für solche Spannungen und anderes, das mit ihnen verbunden ist, liegen gern auch einmal ungeschützt offen.

Sind das nicht Elektrotechnische Basics? Wenn er 250 V schalten kann, dann kann er auch 5 V schalten.

Aber eben nicht gemischt in einem Schalter!

So habe ich seinen Satz aus dem OP verstanden:

Wobei ich die Betonung legte auf

- EIN Schalter

- Netzspannung UND Niederspannung

und das ist ein NoGo.

Bye/ /Kay

Das ist keineswegs so klar, manche Kontakte bringen z.B. bei niedrigen Spannungen nicht sauber Signale drüber. Z.B. können silberkontakte bei niedrigen Spannungen Probleme machen.

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Das kann man auch so verstehen, dass man einen Schaltertyp kaufen will, und damit z.B. Audiosignale *und* Netzspannung schalten will.

Die Frage ist, wie es der OP wirklich meint.

Und: Selbst wenn es gleichzeitig gemeint ist, gibt es dafür sicher gangbare Lösungen, z.B. mit einer langen Welle dazwischen bei einem Drehschalter.

/ralph

Aber kann er auch 40 V Gleichstrom abschalten?

-- /¯\ No | Dipl.-Ing. F. Axel Berger Tel: +49/ 221/ 7771 8067 \ / HTML | Roald-Amundsen-Straße 2a Fax: +49/ 221/ 7771 8069  X in | D-50829 Köln-Ossendorf

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Klar kann er. Die Frage ist nur, wie lange. Aber, danach war nicht speziell gefragt. ;-) Oder?

Bye/ /Kay

Auch wenn 5 Volt als Angabe es nahelegt heißt das ja nicht das damit Digitale Signale geschaltet werden sollten - oder schlicht eine Versorgungs-spannung.

Und schalten kann die Spannung ein Beliebiger Schalter schon. Oder siehst du die Frage nach "Spezifikationen" auch auf seine Haltbarkeit, Kontaktwiderstand o.a. bei Bestimmten Kombinationen der Parameter (U,I,f) als Gestellt an?

Er hat nichts davon erwähnt das er für ein größeres/Betriebliches Projekt eine Schalterserie sucht. Die Abwesenheit von Indizien impliziert noch nicht deren Existenz. Daher gehe ich von einem Privaten Bastelvorhaben aus.

Uff, warum so kompliziert?

Jetzt sind wir aber fast schon beim Ambitionierten Basteln. Ich erinnere mich an ein RPB Büchlein "Kurzwellen-Senderbau" das auch selbst zusammen gezimmerte Drehschalter-Variationen enthielt. Aber das Bezog sich auf Leistungs-röhren und ca. 800 Volt Anodenspannung.

Ich halte "Ockhams-Messer" da für Sinnvoll. Wahrscheinlicher ist ein Privates Bastelvorhaben. Wenn dem nicht so ist oder was anderes gesucht wird kann der OP das ja bitte in folge einfach mal erwähnen.

Bye/ /Kay

Vierzig Volt reichen nach meinem Halbwissen bei genügendem Strom für einen stabilen Lichtbogen über mehrere Millimeter.

Alte Lichtschalter -- das waren schon alt, als ich jung war, aber ich kenne sie noch -- waren Drehschalter mit Feder, die beim Öffnen schlagartig aufschnappten. Ich meine gelernt zu haben, die seien für Kompatibilität zu den irgendwann noch vorkommenden Gleichstromnetzen gebaut worden.

Ja denke ich auch. Kann passieren. Bei DC leicht, bei AC bringt der Nulldurchgang den aber gern mal zum erliegen.

Ich hatte früher mal einen Kinogleichrichter und ein Lichtbogen-Lampenhaus (so richtig mit Kohlestäben). Nach dem Kurzschluß zum Zünden des Bogens betrug die Spannung unter Last ca. 50 Volt (DC) und der Strom lag etwa bei 30-50 A. Den Lichtbogen konnte man von ca.

5mm auf ziehen auf bis ca. 25 mm bevor er erlosch.

Aber da lag auch ordentlich "Wumms" hinter. Der GL hat einen vielleicht

100 Kilo schweren Drehstromtrafo, ein Selen-GL Paket von ca. einem Halben Meter kantenlänge (Kühlkörper) und drei Transduktoren (Trafos, zusammen ca. 50 KG) als Strom-steller. Das ist also nix was man heute mit einem Kleintrafo oder SNT erreicht. Und jenseits der üblichen Betrachtungen zum vorhaben des OP.

Ich habe damals auch Beruflich in dem Kino gearbeitet aus dem das Stammt. Schalter und Schütze die DC durchleiten sollten waren mit Netzspannung geschaltet, aber die Kontaktbahnen (3 Phasen) waren in Reihe geschaltet - eben um den Lichtbogen beim Schalten zu teilen und zu brechen.

Ich kenne diese Dreh-schnapp-Schalter (mit Knebel) [1] auch noch. Und ich meine das die auch beim Schließen Schnappten. Kann auch sein das dort wirklich noch getrennte Werte für DC drauf gedruckt waren und das wäre auch sinnvoll.

Aber ganz allgemein ist das bei Jedem Schalter doch einfach eine Abwägung. Denn hohe Kraft beim Schließen kann auch Kontaktprellen verstärken was wiederum nicht gut für deren Lebensdauer ist. Das Schnelle Öffnen ist da m.E. eher bei AC hilfreicher um den Lichtbogen kurz zu halten und den Abbrand zu verringern. Und es hängt alles auch mit der Last zusammen. Was du als Dipl.Ing vermutlich weißt.

Und auch darum finde ich das es nie eine Gute Idee ist in einem Schalter verschiedene Spannungspotentiale auf den Kontakten zu haben. Bei Zweipoligen Kippschaltern (des OP) ist die Betätigungsmechanik ja üblicherweise in der Mitte und die Kontakte beidseitig daneben. Eine Isolierung dazwischen stelle ich mir da als eher unmöglich bis Schwer machbar vor.

Bye/ /Kay

[1] So einer fiel mir neulich auf, bei Kabel 1 in der Eigen-Werbung. Da hat der F. Rosin einen solchen Schalter (in Schwarz) gedreht und dann ging das "Kabel ein" Logo (im Stil einer Leuchtrohr-reklame) an.

Einerseits wissen wir das nicht, andererseits will man u.U. auch bei Versorgungsspannungen übermäßiges Prellen vermeiden.

Ja, im Zweifelsfall würde ich schon sowas wissen wollen. Hast du schon mal einen Verstärker mit einem schlechten Umschalter gehabt?

Ja. Und viel mehr will ich nicht sagen.

Ehrlich gesagt finde ich das Unterfangen mit einem Schalter gleichzeitig 5V und 230 schalten zu wollen zu verrückt.

Im Prinzip egal wie, man muß halt einige Zentimeter Abstand zusammenbringen, dann ist es wohl kein technisches Problem mehr. Eventuell ein rechtliches.

/ralph

Klar.

Ja! Das wird besonders "Laut" wenn man vergißt vorher den Regler runter zu drehen. Aber da geht's meist um Hörbares (NF-Frequenzen) und eher kleinste Spannungen. Da würde ich prellen und Kontaktwiderstand als Primär betrachten.

Nicht nur du. Und eine Lösungs-Möglichkeit (Relais mit 230V Spule) hatte ich gleich zu anfang genannt. Der OP scheint sich bisher nicht wieder gemeldet zu haben.

;) Kennst du diese Metall-Krampen mit denen man z.B. aus 2 Einpoligen Automaten einen Zweipoligen macht? Manche haben IMO auch ein Querloch im Hebel - durch den man dann einen Metallstift schieben könnte.

Das hilft nicht für die 5 V aber es mag Schalter-Serien geben bei denen etwas ähnliches geht. Mechanische Kopplung der Betätiger. Dann wird jedes Potential von einem Getrennt Isolierten Schalter getrennt.

Wenn es ein Hobby ist nur für ihn selbst. Aber wenn er das Elaborat verkauft oder Beruflich machte... ich denke das kann dann sehr schnell sehr teuer werden. Auch rechtlich.

Bye/ /Kay

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