In article , Carsten Kurz writes: |> Über solche Schüsselbatterien lache ich mich auch regelmäßig schlapp. Es |> ist offenbar einfacher, 2 Dutzend Billigschüsseln auf Balkons zu kleben |> als eine Gemeinschaftsantenne in Auftrag zu geben bzw. sich darauf zu |> einigen.
Ja, es ist einfacher, vorausgesetzt, die Hausordnung erlaubt das sichtbare Anbringen von Schüsseln...
Geh mal in die Eigentümerversammlung einer Anlage, in der speziell Anleger (vulgo "Vermieter") vertreten sind und nur wenige Selbstbewohner. Versuche, da folgendes durchzusetzen:
(1) Eine Erneuerung der TV-Verkabelung, weil das alte Billigkabel nur einfach abgeschirmt ist und Beschwerden vorliegen, daß einzelne Bewohner eher den DECT-Träger ihres schnurlosen Telefons sehen als das gewünschte Fernsehprogramm. ("Ist das denn nötig? Kostet doch nur und mich stört's nicht." - "Ja, genau. Außerdem schau ich eh nich fern.")
(2) Die Installation einer Gemeinschafts-Satellitenanlage als Ersatz für die marode, uralte TV-Antenne samt abgewracktem Kanalverstärker, bzw. die Installation eines Sat->HF Umsetzers für die wichtigsten Kanäle. (Argumente: siehe oben)
Für die o.a. Majorität fängt das ganze erst dann an, interessant zu werden, wenn Mieter ausbleiben (oder die Miete kürzen), weil sie ihrer Fernsehlust nicht (mehr) frönen können. Dann wird aber bestenfalls (1) gemacht und der lokale Kabel-TV-Anbieter darf dann eine Zugangsdose in den Keller legen, woran sich dann jede Partei individuell (und natürlich auf eigene Rechnung) anschließen darf, wenn sie möchte.
Damit ist dann auch gleich die Argumentationshilfe gegeben, die lästigen Sat-Schüsseln per Dekret zu verbieten ("Verschandelung der Anlage"), denn es liegt ja eine potente Alternative bereit. (2) ist so auch vom Tisch, denn jegliche Reparatur/Erneuerung sind ja keine umlagefähigen Kosten und schmälern so den Mietertrag. Wenn der Mieter Kabel möchte, kann er es ja dann auf eigene Kosten machen.
Ich habe derlei in einer kleineren Anlage mit 47 Parteien sowie einer größeren mit 88 erlebt... Wenn es nicht so unglaublich zeitraubend wäre, wäre es nämlich fast schon wieder komisch.
An den 5-10.000 Euro kann man sich nämlich stundenlang und wunderbar hochziehen; die 100.000 Euro für die Heizungssanierung wird dann aber ohne weitere Diskussion oder gar tiefere Analyse der eingeholten Angebote durchgewinkt.
Rainer