Türsprechanlage zu leise, Lautsprecher impedanz zu gering

Aug 12, 2011 57 Replies

Hallo,


ich habe hier eine Türsprechanlage (TLE051-01) von Siedle, bei der man seinen Gesprächspartner nur extrem leise hört, obwohl der Lautstärkeregler ganz aufgedreht ist. Laut Siedle Servicehandbuch soll der Lautsprecher 50 Ohm Widerstand besitzen, gemessen habe ich 23 Ohm. Ist die geringe Lautstärke ein typisches Symptom bei zu geringer Impedanz, so dass man den Lautsprecher als Schuldigen benennen kann? Ist es wahrscheinlich, dass die restliche Elektronik der Türsprechanlage durch den defekten Lautsprecher Schaden genommen hat?



Was verursacht überhaupt ein Absinken des Widerstands bei einem Lautsprecher? Defekte Isolierung?


Vielen Dank schon einmal!



Guido


Guido Hoffmann schrieb:

Angegeben ist die Impedanz, gemessen hast du den Gleichstromwiderstand. Der Lautsprecher ist wohl in Ordnung.

Gruß Dieter

^Impedanz!!! ^Wie gemessen?

Jain. Natürlich führt eine geringere Impedanz dazu, daß weniger Spannung über dem Lautsprecher abfällt, dafür erhöht sich aber der fließende Strom im gleichen Maße (jedenfalls solange die Endstufe mitspielt), so daß die umgesetzte Leistung i.A. längst nicht so stark abfällt, wie die reinen Impedanzwerte der Fehlanpassung vermuten lassen. Das gilt inbesondere, solange die umgesetzte Leistung nicht mal in der Nähe der Maximalleistung der Endstufe ist, was ja hier durchaus zu vermuten ist.

Fazit: Selbst wenn der Meßwert stimmt (was ich bezweifele), sollte die Fehlanpassung keinen nennenswerten Lautstärkeverlust bewirken. Anders sieht das natürlich aus, wenn die Leistung anderswo umgesetzt wird als in der Schwingspule des Lautsprechers, z.B. in einem Nebenschluß durch eine defekte Isolierung, was du ja zu vermuten scheinst.

Man kann weder die Impedanz mit dem Ohmmeter messen noch einen Windungsschluss feststellen. Das geht nur mit einem Test bei wenigstens ein paar hundert Hertz.

Kannst ja mal probehalber einen anderen Lautsprecher anschliessen. Aber zuerst wuerde ich nachsehen ob nicht unten an der Haustuer das Mikrophon akustisch blockiert ist. Danach mal die Verbindungsdraehte untersuchen, vielleicht ist in einer Klemme was abgegammelt oder locker geworden. Solche Probleme haben meist viel einfachere Loesungen als man sich das anfangs vorstellt :-)

Falls dieser Lautstaerkeregler drin ist sieh auch mal dessen Verbindungen nach:

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Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Schutzfolie vom Micro abziehen?...

Gruß, Raimund Mein Pfotoalbum Mail ohne Anhang an wird gelesen. Im Impressum der Homepage findet sich immer eine länger gültige Adresse.

Am 12.08.2011 18:11, schrieb Heiko Nocon:

Lautsprecher abgeklemmt, mit dem Multimeter gemessen. Im Siedle Servicehandbuch steht nicht explizit "Impedanz", sondern "Lautsprecher (50 Ohm) auf Durchgang '+' nach '1' prüfen".

@all: Danke Euch für Eure Antworten! Ihr lagt richtig, der Lautsprecher ist in Ordnung, denn mit einem geliehenen Türtelefon, das ich probeweise angeschlossen habe, funktioniert es einwandfrei.

Es ist also offenbar das Elektret-Mikrofon des Türtelefons (Siedle HT611-01) defekt. Das Ersatzteil kostet bei Siedle 20 Euro :-/ Das müsste doch billiger gehen. So sieht das Mikrofonmodul aus:

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Also nochmal die gleiche Frage, diesmal bezogen aufs Mikrofon: Ist ein zu leises Signal ein typisches Symptom eines defekten (gealterten) Mikrofons? Oder klingt das eher nach einem Fehler auf der Platine? Kann ich das Mikrofon mit meinen bescheidenen Mitteln (Lötkolben, Multimeter) testen?

Falls nur die Mikrofonkapsel defekt wäre, könnte ich die ja einfach für ein paar Euro austauschen. Die Bezeichnung auf dem Teil gibt aber leider nicht viel her: 34FH2L. Gibt es da entscheidende Unterschiede, oder sollte es funktionieren, wenn ich einfach ein Mikrofon passenden Durchmessers besorge?

Einen schönen Sonntag noch!

Guido

Am 12.08.2011 18:11, schrieb Heiko Nocon:

Lautsprecher abgeklemmt, mit dem Multimeter gemessen. Im Siedle Servicehandbuch steht nicht explizit "Impedanz", sondern "Lautsprecher (50 Ohm) auf Durchgang '+' nach '1' prüfen".

@all: Danke Euch für Eure Antworten! Ihr lagt richtig, der Lautsprecher ist in Ordnung, denn mit einem geliehenen Türtelefon, das ich probeweise angeschlossen habe, funktioniert es einwandfrei.

Es ist also offenbar das Elektret-Mikrofon des Türtelefons (Siedle HT611-01) defekt. Das Ersatzteil kostet bei Siedle 20 Euro :-/ Das müsste doch billiger gehen. So sieht das Mikrofonmodul aus:

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Also nochmal die gleiche Frage, diesmal bezogen aufs Mikrofon: Ist ein zu leises Signal ein typisches Symptom eines defekten (gealterten) Mikrofons? Oder klingt das eher nach einem Fehler auf der Platine? Kann ich das Mikrofon mit meinen bescheidenen Mitteln (Lötkolben, Multimeter) testen?

Falls nur die Mikrofonkapsel defekt wäre, könnte ich die ja einfach für ein paar Euro austauschen. Die Bezeichnung auf dem Teil gibt aber leider nicht viel her: 34FH2L. Gibt es da entscheidende Unterschiede, oder sollte es funktionieren, wenn ich einfach ein Mikrofon passenden Durchmessers besorge?

Guido Hoffmann schrieb:

Klassische Ersatzschaltung für ein Kohlemikrofon.

Dioden und Transistor kannst du mit der Diodentestfunktion des DMM prüfen. Neben defekter Elektretkapsel (jede zweipolige wird funktionieren) können auch ausgetrocknete Elkos die Ursache sein. Ein kompletter Teilesatz würde bei Reichelt kaum mehr als einen EUR kosten, beim Krämer um die Ecke, so man noch einen hat, halt etwas mehr.

Gruß Dieter

Dir auch :-)

Das Elektret-Mikro kannst Du mit den roten und schwarzen Draehten probehalber an den Sound-Eingang eines Computers legen. Die zum Betrieb noetige Hilfsspannung haben die zumindest auf Kanal 1. Falls defekt, solche Kapseln gibt es in jedem Elektonikhandel, normalerweise reicht es wenn die Bauform halbwegs passt. Innen haben die alle einen normalen JFET mit Widerstand. Polaritaet beachten, die funktionieren nur in einer Richtung. Wenn Siedle das z.B. verdreht haette ...

Randbemerkung Da ist ein Kondensator C3 wo nur zwei Loecher zu sehen sind. Nicht sicher ob das so beabsichtigt war.

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Hi Guido,

Einfach machen. Es gibt zwar auch da Unterschiede, aber bei 15 bis 50 ct je Mikrofon würde ich da nicht lange fackeln (ich hab noch ein paar auf Reserve aus vergangenen Projekten, als ich einige Chargen auf deren Infraschalltauglichkeit untersuchen durfte. Die reichen mir bis zur Rente ;-)

Im Zweifelsfall schlachte ein Radiorecorder, irgendwo liegt ein nicht mehr gebrauchtes immer rum ;-)

Marte

Am 14.08.2011 16:22, schrieb Joerg: [...]

So das Mikrofon ist ausgetauscht, das Problem besteht aber immer noch :-( Der Fehler liegt also auf der Platine. Ich nehme an, man muss die Bauteile auslöten, um sie auf Funktion prüfen zu können. Da ich aber nicht gerade der begnadetste Löter bin, würde ich gerne so wenige Teile wie möglich aus- und wieder einlöten.

Kann man anhand der Fehlerbeschreibung ein bestimmtes Bauteil besonders verdächtigen? Dieter hatte ja die Elkos angesprochen. Kann ein kaputter Kondensator zu einer zu geringen Lautstärke führen?

Anhand einer funktionierenden, identischen Schaltung aus dem geliehenen Apparat, kann ich zumindest schon einmal sagen, dass der Kondensator C3 auch dort nicht vorhanden ist. Außerdem ist der gesamte Widerstand bei beiden Platinen identisch (ca. 1500 Ohm).

Ach ja, ich weiß schon, dass der Aufwand, den ich hier treibe, Blödsinn ist in Anbetracht des Preises für das Siedle Ersatzteil. :-) Aber ich bin neugierig, ob ich das hinbekomme.

Gruß,

Guido

Am 17.08.2011 13:12, schrieb Guido Hoffmann:

Nachtrag: Bei der funktionierenden Platine habe ich am Mikrofon eine Spannung von 1,3 V gemessen, bei der defekten Platine sind es 1,6 V.

Ich wuerde als erstes die Loetstellen auf der Rueckseite ansehen. Falls bleifrei und irgendwie fade aussehend, dann alles verbleibt nachloeten. Das ist an sich nicht schwer: Mit dem Loeterich heiss machen und etwas frisches Zinn zugeben.

Danach falls moeglich den Transistor wechseln. Den kann es ja nach Schaltweise durch ESD zerfetzen, denn ein Schutz der Basis-Emitter Strecke wird von Schaltungsentwicklern oft vergessen. Man koennte sogar sagen er wird fast immer vergessen.

Man muss ja auch wertsteigernd den Lerneffekt dazurechnen :-)

Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Am 17.08.2011 16:26, schrieb Joerg:

Danke, das war ein guter Tip! Den Transistor habe ich ausgelötet und er scheint in der Tat kaputt zu sein. Ich weiß zwar nicht, ob es ein NPN oder PNP ist, denn unter der Bezeichnung "C3112 A 2F" finde ich kein Datenblatt, aber egal wo ich ihn am Multimeter einsetze, wird nichts angezeigt. Wenn ich nach Anleitung* vorgehe ist der Transistor wohl in jedem Fall defekt, egal ob npn oder pnp. Hast du noch einen Tip für mich, wie ich ein passendes Ersatzteil finde, ohne die Daten zu kennen?

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Guido Hoffmann schrieb:

Vermutlich ein 2SC3112, dessen Datenblatt findet Google.

Christian

Christian Zietz - CHZ-Soft - czietz (at) gmx.net WWW: http://www.chzsoft.de/ PGP/GnuPG-Key-ID: 0x6DA025CA

Am 18.08.2011 12:30, schrieb Guido Hoffmann:

Suche nach 2SC3112.

Butzo

Wie andere schrieben, das scheint dieser hier zu sein:

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An sich ein normaler NPN-Transistor, aber mit enormer Stromverstaerkung von rund 1000 und es ist kein Darlington-Transistor. Da wuesste ich nur japanische und amerikanische die (fast) so hoch kommen, aber die bekommst Du bei Euch nicht.

Hat jemand eine Idee welcher europaeische NPN-Transistor passen koennte? Ich kenne mich mit den BC-Typen nicht mehr so aus.

Du kannst natuerlich auch einen NPN ausprobieren, den Du gerade da hast.

So einfach ist es nicht immer. Z.B. wuerde das Ohmmeter nicht funktionieren wenn es nur wenige hundert mV auf das Messobjekt gibt. Heutzutage hat aber jedes Digitalmultimeter einen Diodentest eingebaut. Selbst die billige $3 China-Meterchen hier bei mir haben sogar alle einen Transistortester fuer NPN und PNP eingebaut. Da steckt man den rein und die Stromverstaerkung wird angezeigt. Damit weiss man dann recht sicher ob er noch geht.

Gruessse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

Ist mir gerade wieder eingefallen: Sieh mal ob Dein Elektronikladen den BC547C hat? Bringt zwar nur rund die Haelfte an Stromverstaerkung aber vielleicht reicht das um die Anlage wieder flott zu bekommen.

[...]
Gruesse, Joerg http://www.analogconsultants.com/

"Joerg" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@mid.individual.net...

Ein Blick in die de.sci.electronics FAQ:

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nennt high beta Transistor: BCX70/71 (hFE>380 2mA) MPSA18 (500-1500 10mA) 2SC3112A (hFE 600-1800 2mA) 2SC3112B (hFE 1200-3600 2mA, Toshiba)

Sieht also schlecht aus.

Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net homepage: http://www.reocities.com/mwinterhoff/ Lies 'Die hohe Schule der Elektronik' von Horowitz/Hill bevor du fragst. Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask.

Versuchs mit einem BC_550C. Der sollte gehen.

mfg hdw

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