Tunneldioden

Apr 12, 2009 42 Replies

ht

M.W. waren die f=FChrenden Physiker 1900 der Meinung: "In der Physik ist alles entdeckt. Was bahnbrechendes Neues gibts da nicht mehr zu entdecken!" Ein typisches Beispiel f=FCr das Umschiffen von Problemen in der Elektronik sind m.W. Armband-Funkuhren. Ich habe etwa 1975 im Kollegenkreis gesagt:"Eine solche Uhr wird es wahrscheinlich nie geben. Der Stromverbrauch f=FCr den Empf=E4nger ist einfach zu hoch.". Nun gut, der Stromverbrauch ist immer noch zu hoch, aber irgendwer kam auf die gloreiche Idee, den Empf=E4nger nur noch einmal am Tag kurz einzuschalten... Gruss Harald

Ich denke, dass man dies in Zusammenhang mit der Morgendaemmerung der sogenannten modernen Physik sehen muss. Damals ein enormer geistiger Quantensprung. Es gab damals, nennen wir's mal Physiker-Newton-Fundies, die von diesem modernen Zeugs nichts hielten und sich auf das newtonsche Physik-Weltbild fixierten.

Im Grunde genommen ist das heute noch genau so. Wissenschaftlich iedeologische Fixierung nenn ich das, wenn man aus dem heutigen Weltbildstatus heraus behauptet was moeglich und was unmoeglich sein wird. Woher wollen wir denn wissen, was ein erneuter geistiger Quantensprung in der Physik mit sich bringen und ebenfalls sehr weitreichende Folgen haben wird. Fuer mich als Freidenker ist solches Denken kleinlich und inakzeptbael.

Ich bin ueberigens kein Mitglied einer Freidenkervereinigung und das hat einen ganz praktischen Grund. Nachdem ich in einer CH-Tageszeitung einen religionskritischen Leserbrief geschrieben hatte, wurde ich tatsaechlich von der Freidenkervereinigung angefragt, ob ich mitmachen wolle. Ich liess die Statuten kommen, ich habe sie gelesen und fand einen Passus der mein persoenliches freies Denken nicht erfuellte. :-)

Wobei das ist ein Zweifeln innerhalb technischer Moeglichkeiten und weniger eine Frage der Physik. Es hist halt einfach sehr schwierig etwas Zukuenftiges zu beurteilen, wenn die Vorstellungskraft nicht mitmacht.

Ich kenne das auch: Anfangs 1970 behauptete ich, dass es NIEMALS integrierte SC-Filter geben wird. Digitales und Analoges auf einem Chip? Der schlechte Stoerabstand wird eine unueberwindliche Schranke sein. Schon 1976 gab es von RETICON die allerersten tollen SC-Tiefpassfilter - Tschebyscheff mit einer Grenzfrequenzsteilheit von 100 dB/Oktave (RF5609) - und meine Befuerchtungen traffen zwar mit dem soegannten Clockfeedthrough zu, aber niemals in dem Ausmass wie ich mir das damals vorgstellt hatte. Ich wurde selbst Fan von der SC-Filter-Technologie und es gibt von mir dazu auch einige ELKO-Elektronik-Minikurse unter:

"Passive und aktive Filterschaltungen, SC-Filter-Schaltungen"

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Gruss Thomas

ELKO-Buecher ueber Opamp, Instrumentation-Amplifier und Timer-555: http://www.elektronik-kompendium.de/shop/buecher/operationsverstaerker-und-instrumentationsverstaerker http://www.elektronik-kompendium.de/shop/buecher/timer-555 (Aendere "akz" durch "isi" in der Mailadresse fuer Reply!)

Wie Du richtig sagst: Man sollte unterscheiden zwischen "Umschiffen" und "Arbeiten gegen die Physik, in der Hoffnung auf eine neue". Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt ;-)

Das Umschiffen ist oftmals möglich, wenn man ein Ziel hat, das nicht unmittelbar ein physikalisches ist (Funkuhr: rein technische Einrichtung), zu dessen Erreichung man zunächst die Physik im Weg glaubt. Häufig findet sich ein anderer Weg.

Anders sieht es aus, wenn das Ziel darin besteht, ein bekanntes physikalisches Gesetz in Alltagsgrößenordnungen in Frage zu stellen, das sollte man bleiben lassen, es führt zu nichts. Die heutige Physik ist bezogen auf den Alltag so gut abgesichert, dass hier keine Überraschungen zu erwarten sind. Anders sieht das aus mit neuen _Effekten_, die sich vielleicht nutzen lassen (Supraleitung, GMR usw.) oder mit nicht alltäglichen Größenordnungen (Kosmos, Lichtgeschwindigkeit, oder im Kleinen Quanten usw.), da könnte noch einiges zu holen sein.

Zur Diode: Ein Perpetuum Mobile 2. Ordnung bitte ganz schnell vergessen, es steht _unmittelbar_ gegen den

  1. Hauptsatz der Thermodynamik, und der erste wie zweite Hauptsatz sind sehr gut fundiert (z.B. ist die Energie eine Erhaltungsgröße nach dem Noethertheorem für die Zeit und Zeitsprünge werden im Alltag gemeinhin nicht beobachtet, der zweite Hauptsatz sorgt für den Zeitpfeil).

Damit finden die Eigenschaften jeder Diode, die nicht externe Energie, brutale Kühlung (Entropie!) usw. nutzt, harte Grenzen. Man kann versuchen, diese bestmöglich zu erreichen, sie überschreiten zu wollen macht keinen Sinn. Das ist ähnlich wie mit der Lichtgeschwindigkeit: Man kann große Beschleuniger bauen, aber die Grenze ist und bleibt c. ( Hier für alle Hyperspeed-Fans die schlechte Nachricht: Ohne elektromagnetische Wechselwirkung kann Materie in der uns bekannten Form nicht existieren. Und die koppelt bekanntlich maximal mit Lichtgeschwindigkeit, damit sollte klar sein, warum die Grenze sehr hart ist. )

Übrigens hat auch die nach 1900 entdeckte Quantentheorie ganz klar den klassischen Grenzfall, dieser ist fester Bestandteil, d.h. in Alltagsgrößenordnungen bleibt es bei Newton & Co. Gleiches gilt für die Relativität.

Wenn man hingegen neue Effekte sucht, die sich basierend auf den Grundsätzen der Physik ergeben, dann sollte sich noch manches finden lassen, oder vielelicht irgendwann mal die Lösung bisher ungeklärter Fragen wie z.B. die Vereinigung von Grundkräften.

Gruß Oliver

Oliver Bartels + Erding, Germany + obartels@bartels.de http://www.bartels.de + Phone: +49-8122-9729-0 Fax: -10

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