Schaltnetzteil ohne Kondensator betreiben - gefährlich?

Mar 18, 2020 36 Replies

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Helmut Schellong

Ersetze doch einfach den ausgelaufenen Kondensator. Ohne den würde ich den Drucker nicht dauerhaft betreiben. Da ist dann wohl pulsierende Gleichspannung, die bis Null runtergeht.

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Hallo,



durch eine dumme Ablenkung habe ich einen Drucker für 110V (US) an 220V angeschlossen - daraufhin ein Popp und Zischen gehört, und - die Hand am Stecker - den Fehler realisiert.



Zwar ist der Elektrolyt richtig rausgelaufen, also aus dem Boden des Geräts, und da war doch eine Menge in dem großen 220µF 200V Kondensator.



Dieser sitzt genau hinter den 110V Gleichrichterdioden, also noch vor dem Übertrager. Der kleinere Kondensator für die Glättung nach der Wandlung ist noch heil.



Wenn ich den Drucker an 110V anschließe, funktioniert er aber tadellos...



Was ist denn jetzt das Problem bzw. wozu war er denn da? Sind da weitere Schäden zu erwarten, wenn ich ihn so betreibe und was kann passieren?


Ersetze doch einfach den ausgelaufenen Kondensator. Ohne den würde ich den Drucker nicht dauerhaft betreiben. Da ist dann wohl pulsierende Gleichspannung, die bis Null runtergeht.

Er sorgt fuer eine vernuenftige Gleichspannung.

Mal abgesehen davon das so ein Kondensator fuer eine einwandfeie Funktion auch ganz nett ist, der ausgelaufene Elkosaft ist aetzend und zerstoert jetzt deine Platine.

Olaf

Für's Protokoll: Der Drucker ist dir scheinbar nicht allzu viel Wert.

Ein geeigneter Elko hätte ohne Probleme aus nahezu jedem beliebigen Schaltnetzteil entnommen werden können, denn jeder Elko ist besser als keiner. Ein Elko in einem 230V-Netzteil geht natürlich auch in einem

110V-Gerät.

Und bevor weitere gefährliche Versuche gemacht werden: Das Gerät darf auch mit 300V-Elko nicht an 230V direkt betrieben werden!!!

Ich hätte nichtmal versucht den Drucker ohne ein offensichtlich ausgefallenes Bauteil in Betrieb zu nehmen. Tipp: Die bauen die Dinger da nicht rein weil die nicht wussten wo sie die ansonsten entsorgen sollten.

Ein Schaltnetzteil arbeitet auch auf Primärseite bereits mit Gleichspannung, die dann primärseitig wieder auf eine hochfrequente Wechselspannung (paar kHz) zerhackt wird. Das geht dann auf den Trafo. Üblicherweise passiert das über einen Regelkreis der via Optokoppler auf die sekundärseitige Spannung gekoppelt wird.

Ohne den Elko hat dein Schaltnetzteil nun primäerseitig alles andere als eine saubere Gleichspannung. Ehrlich gesagt wundert mich das das Ding so überhaupt läuft.

Wenn nun wegen der stark schwankenden Eingangsspannung (ausgelegt waren die Bauteile ja für Gleichspannung, deshalb der dicke Elko) deutlich häufiger nachgeregelt werden muss oder es sogar teilweise zum Aufschwingen führt, dann befindet sich das Mosfet vor dem Trafo deutlich häufiger nicht in Sättigung als bei der Auslegung vorgesehen. Die Kühlung reicht dann nicht und das Teil brennt dir irgendwann durch.

Gruß

Manuel

Ja, ist halt ein älterer Tintendrucker, die sind ja per se nicht viel Wert. Es war aber extrem wichtig, diese paar Seiten zu drucken und keinerlei schnelle und einfache Alternative vorhanden. Ein Trafo aber schon!

Danke, gut erklärt. Zuhause hätte ich solche Möglichkeiten gehabt.

Ist mir klar, hätte liebend gerne auf eine 230V - Netzteilplatine umgerüstet, aber wie gesagt, Aufwand und Wert stehen in keinem guten Verhältnis.

Wie gesagt, Notfall und Glück im Pech gehabt - die Netzteilplatine ist auch so verbaut, dass eine Schnellreparatur oder wenigstens Begutachtung auch in der Nähe einer Werkstatt nicht zeitig hätte stattfinden können.

Hat mich auch sehr gewundert - vielleicht ist der Kondensator nicht komplett "leer" und hat noch ein paar µF?

Danke für Deine Erklärungen! :-)

Am 18.03.2020 um 18:46 schrieb Gert Bass:

Davon ist auszugehen.

Das ist doch mal Qualitaet! Es scheppert, Zeug fliegt raus, es suppt, aber die Kiste funktioniert weiter. Die Frage ist aber, ob er nur noch so gerade eben laeuft.

Das ist vermutlich die Power Factor Correction (PFC), eine Art Vorregler, der den Stromfluss sinusfoermig macht.

Vermutlich nicht, aber der Drucker wird dann viel Muell ins Stromnetz reinrotzen. Mit viel Pech kommt irgendwann ein Einsatzwagen der Stromreinheitsueberwachungspolizei angeduest :-)

Spendiere ihm doch einen neuen Elko. Es kann natuerlich sein, dass es in der PFC-Stufe noch anderes mitgerissen hat, etwa den FET oder das Steuerungs-IC. Manchmal ist dort aber nur eine Drossel verbaut.

Am 18.03.2020 um 16:29 schrieb olaf:

Und leitfähig ist er auch noch. Wegwaschen!

mfG W.Martens

Am 19.03.20 um 00:45 schrieb Wolfgang Martens:

Und ätzend auch noch. Sorgfältig mit einem Gemisch aus Isopropanol und destilliertem Wasser abwaschen.

Am 19.03.2020 um 00:42 schrieb Joerg:

Bei einem alten Tintenstrahldrucker sicher nicht.

Und leitfaehig auch noch!

Ist noch frueh oder? :-D

Olaf

Am 19.03.20 um 00:42 schrieb Joerg:

Geräte dieser Art haben keinen PFC. Der Elko war der Ladeelko hinter dem Brückengleichrichter. Ich würde das Gerät reinigen und den Elko ersetzen. Nicht an 230 Volt betreiben, wenn nach Typenschild nicht dazu gedacht. Also Trenntrafo benutzen und auf 110 Volt laufen lassen. Oder als Ersatzteil ein Netzteil für europäische Netzspannungen besorgen, wenn das zu vernünftigen Preisen lieferbar ist. Ansonsten via Ebay in den USA anbieten, wenn das Gerät wieder läuft.

Holger

Wird sich kaum lohnen. Die meisten Tintenstrahler sind doch nur noch für die Mülltonne konstruiert. Es sei denn es wäre ein besonderes Gerät aus dem Office-Umfeld. In dem Fall gibt es aber dann oft auch Ersatzteile (wenn auch oft aus ausgeschlachteten Geräten) und man könnte mit passendem Netzteil-Modul auf 230V umrüsten.

Gruß

Manuel

Darum kommt er auch nach 10 Jahren immer wieder zum Einsatz und seit fast genauso lange frisst er immer noch die inzwischen (nur) halbleeren generischen Tinten aus 100ml Flaschen, die damals wohl so 25€ kosteten.

So edel ist das nicht.

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der Kaputte ist der Große links.

Das Modul ist ein mpw6730 von Brother.

Trifft sich gut, damit ist ja momentan eh die Badewanne voll ;-)

Das leicht schlecht riechende, braune Öl lies sich allein mit warmem Wasser unterm Hahn gut abwaschen, d.h. es war wasserlöslich. Muss ja mit dem Iso sparen ;)

Am 19.03.2020 um 14:43 schrieb Gert Bass:

Meine erste Anschaffung zu meinem DJ-500 war 1990 ein Faß Tinte, etwas Isopropanol und eine Einwegspritze zum Nachfüllen der Tintenpatrone. Das hat ca. 10 Tankfüllungen ergeben, und die Tinte war zusätzlich noch wasserfest.

Ausgemustert habe ich den Drucker ca. 2005 nach vielen hundert Blättern, weil mir ein gewisses Quietschen bei der Bewegung des Druckkopfs verdächtig vorkam. Damals schon brauchte ich einen Drucker höchstens noch einmal im Monat, eher seltener, da begannen auch die Patronen öfters einzutrocknen. Und eine serielle Schnittstelle gehörte auch nicht mehr zur Standardausstattung meiner Rechner :-(

DoDi

Hans-Peter Diettrich schrieb:

[DeskJet 500]

Der hatte nie eine serielle Schnittstelle. Aktuell verkaufte Drucker haben sie hingegen.

Guido

Hi Guido,

Der 500er nicht mehr, der Deskjet ohne Zahl hatte AFAIR noch zusätzlich einen UART. Möglicherweise war es aber auch mein OKI-Laser, der an COM2 hing.

Marte

Am 20.03.2020 um 07:39 schrieb Guido Grohmann:

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Guido Grohmann schrieb:

Natürlich hatten die 5xxer Deskjets alle eine serielle Schnittstelle! DB-25 Stecker hinten unten, neben dem Centronics-Port.

MfG

Frank

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