PC-Netzteil: Bessere Elkos oder größere Kühlkörper

Apr 27, 2005 8 Replies

Hallo,



der aktuelle Trend bei PC-Netzteilen geht ja zu großen und langsam- drehenden Lüftern. So wird ein leises Betriebsverhalten erreicht.



In den Netzteilen, die teurer als 49 EUR sind, werden relativ große Kühlkörper verwendet, damit die Elkos nicht sofort platzen.



Mir ist noch nie ein Netzteil gestorben (in 15 Jahren) und ich habe seit 2 Jahren ebenfalls ein Silence-Netzteil im Dauerbetrieb.



Jetzt frage ich mich, wieso gehen die bei manchen Leuten so schnell kaputt? Ich habe gehört, dass es an den Elkos liegt.



Würde es sich lohnen, größere Kühlkörper an den Elkos anzubringen oder einfach 105° Industrie-Elkos zu verwenden? Oder gleich hochqualitative Elkos, wie z.B. von Panasonic?



Was wäre das korrekte vorgehen, was die Hersteller unrentabel finden?



Grüße Tobias


Tobias Wendorff schrieb:

Elkos auf Kühlkörpern? Das will ich sehen.

Nicht selten.

s.o.

Selbst in den billigsten NTs sind 105 Grad Elkos verbaut, aber auch da gibts nunmal verschiedene Qualitäten.

Von denen die man (relativ) leicht bekommt: Rubycon ZL.

Den Strom durch die Elkos klein halten, aber meist muss halt als Speicherdrosselkern ein billiger T106-26 herhalten, kostet ja ein paar Cent weniger.

Gruß Dieter

Narf, mal wieder mit einem Gedanken aus der Dusche gekommen ... Auf den Spannungsreglern & Co.

Ist dies der Hauptknackpunkt?

Okay, werde ich mir mal angucken.

Lassen sich vorhandene Netzteile überhaupt noch modifizieren?

Grüße Tobias

Tobias Wendorff schrieb:

In der Art wie du dir das vorstellst gibts das in PC-NTs nicht. Zu kühlende Halbleiter sind dort die Schalttransistoren und Gleichrichterdioden.

Naja, zumindest der mir am häufigsten untergekommene Fehler.

Ja, aber meist ist auch der Trafo auf Zwangskühlung angewiesen, den zu verändern erfordert schon etwas Know-How, und vor allem auch Erfahrung, der muss schließlich die Netztrennung gewährleisten.

Gruß Dieter

Also lieber 50 EUR mehr bezahlen (99 EUR) und hoffen, dass man nicht den Markennamen mitbezahlt?

Oder ein Noname-Netzteil für 99 EUR kosten, wo man keine Marke mitbezahlt? :-))

Grüße Tobias

"Tobias Wendorff" schrieb:

Am besten Testbericht lesen (z.B. in c't). Nicht jede Serie von Markengeräten ist immer Top. Was neben der Haltbarkeit auch noch wichtig ist: Wie stabil sind die Spannungen bei Lastwechsel und Schwankungen/Peaks/Einbrüche der Netzspannung.

Ist halt mist wenn der Rechner jedes mal abschmiert wenn sich der Durchlauferhitzer oder Kühlschrank einschaltet. Ein gutes Netzteil überbrückt auch mal eine Sekunde. Alternativ kann man natürlich auch eine USV oder zumindest einen Power-Conditioner von z.B. APC nehmen.

Gruß Jürgen

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Hallo Dieter, Spezialelkos zur Montage auf Kühlkörpern habe ich gerade aktuell in einer Kennzifferzeitung gesehen. Wenn Du willst, suche ich Dir den Herstwller raus. Gruss Harald

Dieter Wiedmann schrieb:

[...]

In den meisten extrem-billigst-NTs die ich hier als "Beilage" von ATX-Geh=E4usen rumliegen habe, sind 85=B0-Elkos verbaut.

Zu der Haltbarkeit dieser Netzteile kann ich aber nichts sagen, da ich diese noch nie eingebaut habe. Aber wenn man mal kurz eine 12V Konstantspannungsquelle braucht (und gerade kein "richtiges" NT zur Hand hat), kann man sie doch noch gebrauchen :-)

--=20 MfG. David Fr=F6hlich

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"Tobias Wendorff" schrieb:

Ob das an den Elkos liegt, weiß ich definitiv nicht. Es ist aber naheliegend.

Wenn es aber an den Elkos liegt, dann höchstwahrscheinlich an dem Effekt, der in allen Anwendungen der Elektronik Probleme bereitet: Dem Up- (Down)graden. Früher hatten Elkos bei Ihren Spannungsangaben Reserven nach oben. Die Aufschrift war so gewählt, dass eine pulsierende Gleichspannung eines Trafos mit Gleichrichter noch verkraftet wurde. Da bei pulsierenden Gleichspannungen der Spannungs-Spitzenwert über dem Effektivwert liegt, vertrugen die Elkos bei "gletter" Gleichspannung mehr. Oft konnte ein Elko bis zum

1,5-fachen verkraften.

In Zeiten des Preisdrucks wird gerade bei Elkos geknausert, was das Zeug hält. Was früher ein 35V Elko war, wird heute zum 50 Volt Typ upgegraded. Und ein Upgraden aus Sicht des Herstellers, kommt einem Downgraden für Kunden gleich. Dies geht sogar soweit, dass durch Toleranzbandbreite manche Elkos nicht mehr die aufgedruckte Spannung vertragen. Da auch der Applikations Designer so knapp wie möglich kalkuliert, wird das gewählte Bauteil der Belastung nicht mehr gerecht. Alles läuft an den Grenzen der Belastbarkeit. Bei der kurzen Laufzeit von PCs fällt dies jedoch vielfach nicht auf.

Die Lösung: einfach Elkos spannungsmässig eine Stufe höher dimensionieren. Und man ist nahezu jedes Langzeitproblem los. In der Praxis scheitert ein Austausch jedoch oft daran, dass die Elkos voluminöser werden und der vorhandene Platz nicht ausreicht. Ich denke, dass ein Netzteil mit großzügiger bemessenen Elkos nur etwa ein bis zwei Euro teurer würde.

Diesen Effekt findet man nicht nur bei Elkos. Zum Beispiel hatte ich kürzlich ein neueres und ein älteres Datenblatt eienes MOSFET Tramsistors. Im alten war dieser mit 45A, im neueren mit 55A angegeben. Es sind also nicht nur die Elkos, bei denen geupgraded wird. Allerdings sind Elkos von der Technologie her schon recht empfindlich.

Überhaupt war es in der Technik schon immer so, dass ein großzügiges Dimensionieren der Lebensdauer dienlich war.
Paul dankt den Helfern, wünscht jedem viel Spaß im Usenet und grüßt alle, die dies lesen. :-) Thanks to all usenet-helpers and regards.

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