neue Serie DSO von Rigol

Jul 01, 2024 Last reply: 2 years ago 46 Replies

Ich habe für meine Diplomarbeit ein 50 MHz Signal auf einem 10 MHz Oszilloskop dargestellt (altes Zweikanalgerät mit einem kaputten Kanal). Klar gab es bessere/schnellere im Institut, aber ich hatte in geringer Entfernung frei feuernde Hochstromfunken und das Altgerät war das einzige mit hinreichend einstreufestem Verstärker. Die 50 MHz Grundfrequenz waren die eine für mich wichtige Information, die grob 200 ns Abklingzeit der Schwingung die andere.

Das wäre digital so nicht gegangen.

Ich habe in den letzen ?15? Jahren nur noch Digitalscopes gesehen, die per Software eingeschränkt wurden und deren Frontends deutlich mehr können, aber ein digitaler Brickwall-Filter das Nyquist-Kriterium herstellt.

Also zumindest von den Herstellern, deren Namen man kennt.

Insbesondere Rigol hat nur wenige Chipdesigns im Einsatz, wenn man die Patente vom Bootscreen nachschlägt. Entsprechend selten sieht man Aliasing.

Das 200MHz Analog Tek in der Uni "konnte" hingegen an der Grenzfrequenz des Eingangsverstärkers falten, weswegen ich in meiner Thesis die Plots mit Matlab korrigieren musste, aber im Gegensatz zu Jan Hendrik Schön die Originalplots im Paper beließ und meinen Fix auch beschrieb. Ich war sehr froh, als mir das Agilent-gelabelte Rigol mit seinem Brick-Wall-Filter aus dem anderen Labor zur Verfügung stand.

Seit dem reagiere ich sehr empfindlich, wenn mir irgendjemand was über eine angebliche Überlegenheit von Analog schreibt und dann einen Vergleich auf Rigol 1000 oder Tektronix TDS 210 basiert, die noch massiv Quantisierungsrauschen hatten.

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Falk D.

Leo Baumann schrieb:

Das 'up to 12-bit vertical resolution' sollte zu denken geben. Wahrscheinlich ein 8 bit Gerät; für 12 bit dann mit 256-fach Downsampling. Da geht dann natürlich nur bis zu recht tiefen effektiven Samplingraten, hier also bis etwa 5 MHz. Üblicherweise funktioniert das sehr gut.

Das Frontend ist 12bit. Dave von EEVblog hatte die 800er und 900er zerlegt und sie mit den 5000ern und 8000ern verglichen.

Mit Highspeed-Single-Shot, langem Speichern, 4-Kanal bei maximaler Rate zusammen mit dem Logic-Analyzer fällt der ADC auf 10bit bzw. die letzten bits werden verworfen. RAM ist halt sehr endlich bei dem Preis.

Falk D.

Falk Dµebbert schrieb:

Ah, DAS ist endlich eine Neuerung, auf die ich lange gewartet habe. Die Hersteller haben sich damit schwer getan. Allein schon

10 statt 8 bit ist massiv besser. Etliche Anbieter haben hingegen langsames 16 bit im Angebot, womit man, wenn man Pech hat, zwei Oszis haben muss.

High Speed Cameras (>10kFPS) und Memory ist auch so ein Thema.

Am 02.07.24 um 17:02 schrieb Falk Dµebbert:

Wo genau siehst du bei *EINEM* A/D-Wandler mit brutto 1.25GSa/s, vier Kanälen (=312MSa pro Kanal) und verkauften Analogbandbreiten bis 250MHz Raum für "deutlich mehr können" oder Anti-Aliasing per Digitalfilter?

Das ist einfach Schmu, die 250MHz gelten vermutlich nur für den Einkanalbetrieb, was der geneigte Käufer erst nach Bezahlung erfährt.

Nunja, die Aussage kann man jetzt fast beliebig dehnen... Ja, bei Tektronix, R&S, LeCroy wird man so ein Missverhältnis zwischen Samplerate und Analogbandbreite vermutlich nicht sehen, aber da ist dann auch für 250Mhz/4Kanal/12Bit mindestens eine Null mehr am Preis.

Wir reden hier von DHO800/900. Da ist das Rauschproblem ziemlich sicher behoben, aber leider (wahrscheinlich aus politischen Gründen, Schutz der höherpreisigen Modellreihen) die Samplerate arg knapp bemessen.

Ich schrieb mit Absicht Frontends.

Rigol hat in der Zeit, in der sie für HP/Agilent/Keysight der OEM waren, viel gelernt, unter anderem wie man steile Filter baut und trotzdem laufzeitrichtig messen kann.

Ich weiß, dass das Sich-Informieren oder lesen von Dokumentation oder Datenblättern aus der Mode kam, aber zumindest bei Rigol erklären die Datenblätter es haarklein.

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M.E. hat rigol eher ein Bananaware-Problem mit der Software als mit der Budget-Hardware.

Und das "nee--- dieses Modell verkaufen wir nur über diesen Händler in München, der nicht an Freiberufler liefert", das komplett stochastisch über die ganze Modellpalette mal auftritt und dann mal wieder nicht.

Das DHO924s kostet 951 Euro. Dafür bekomme ich bei R&S zwar 2GSa/s aber

8 bit und nur 2 Kanal und noch weniger Speicher.

Ich gehe nicht aus, dass für den Preis realistisch mehr drin ist. Die

12bit aber machen es für z.B. Powerglitch-Überprüfungen von µC geeignet und seit bei mir es am Monitorarm hängt, habe ich das Tektronix nicht mehr eingeschaltet.

Falk D.

Am 06.07.24 um 18:53 schrieb Falk Dµebbert:

Welche Komponenten betrachtest du als Frontend, und was ändert das? Zwischen 156MHz Grenzfrequenz aufgrund Nyquist-Shannon und den bei einigen Modellen der Serie versprochen Analogbandbreiten ist verdammt wenig Luft.

Nunja, das DHO1000 hat genau den gleichen AD-Wandler und, oh wunder, dort kann er 2GSa/s. Die Beschränkung auf 1.25GSa/s ist also sehr wahrscheinlich nicht dem Preis geschuldet, sondern eine rein politische Entscheidung, um die 1000er-Serie nicht zu kannibalisieren.

Die 12Bit sind schick, ja. Der gepfefferte Preis für den Logicanalyser-Tastkopf und die geringe Samplerate hindern mich aber daran, mein altes MSO2302A in Rente zu schicken, und für zwei Geräte habe ich momentan keinen Platz.

Vielleicht zu Weihnachten als handliches Zweitgerät für unterwegs...

Am 01.07.2024 um 16:57 schrieb Leo Baumann:

Wollte ja eigentlich ein R&S DSO haben, aber aufgrund des 5fachen Preises und der besseren Daten des Rigol DHO812, 12 Bit, habe ich jetzt im Mutterkonzern ein Rigol DHO812 bestellt.

Ungeduld! Warte!

Leo Baumann schrieb:

Würde mich interessieren, wie du mit der Bedienung klar kommst. Dieser eine Bedienblock für alle Y-Achsen missfällt mir etwas, auch die doppelte Belegung diverser Drehknöpfe. Bei dem Preis wird es wohl anders nicht gehen, sehe ich ja ein.

Es ist ja eher problematisch, wenn der Analogteil mehr kann als der ADC, weil sich dann Signalteil über der Nyquist-Frequenz in den Teil darunter faltet.

Oder "das Scopemeter sagt 'hi'".

Falk D.

Das ist auch eine Frage der Geräte- bzw. Bildschirmgröße.

Ich bin auch ein Fan von getrennten Knöpfen für jeden Kanal - mein Siglent SDS1104X-e hat das nicht, dafür aber einen brauchbar großen Bildschirm.

Der Kompromiss (auch preislich) ist für mich OK.

cu Michael

Am 07.07.2024 um 00:04 schrieb Rolf Bombach:

-Heute Morgen ist das Rigol DHO812 angekommen.-

-LAN angeschlossen und nach Handbuch mit 3 Tastendrücken Firmware-Update aus dem www erfolgreich durchgeführt.-

-Probe auf 1:10, 1kHz-Rechtecksignal auf Kanal 1, Probe justiert, kein Problem-

-Die Bedienung der Y-Achsen ist intuitiv einfach. Der untere dicke Knopf wählt den Messbereich, der obere, kleine Knopf die Y-Position des "Strahls".-

-Natürlich unterscheidet sich die Bedienung eines DSO von dem eines analogen Osz., was an der Schaltungstechnik im Inneren liegt.-

-Supergeiles Gerät, kann ich nur empfehlen.-

Natürlich muss ich noch ein wenig "üben".

Grüße

Das ist nicht natürlich. Ein TDS644 bedient sich ziemlich exakt wie ein analoges Scope ähnlichen Alters.

cu Michael

Im Vergleich zu meinem 43 Jahre alten Trio GS-1562-A unterscheidet sich mindestens die Anordnung der Bedienelemente und die Anzeige des Triggerpegels.

Ich bin mit dem Rigol DHO812 sehr zufrieden.

Grüße

Am 07.07.2024 um 00:04 schrieb Rolf Bombach:

Ein paar Screenshots ...

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Hallo Leo,

kannst Du eine Erfassung eines Rechtecks wie RigolDS1 oder RigolDS2 auch mal als CVS abspeichern und veroeffentlichen? Ich wuerde das "Gezappel" gerne besser aufgeloest sehen. Evt kommt der Hauptanteil ja nur von LCD Bildschirm..

Danke

Leo Baumann snipped-for-privacy@leobaumann.de wrote:

Am 14.07.2024 um 17:42 schrieb Uwe Bonnes:

... was ist CVS?

Am 14.07.2024 um 17:42 schrieb Uwe Bonnes:

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Das sieht jetzt auf den ersten Blick nicht wirklich besser als, als ich das von 8-Bit-Scopes gewohnt bin.

Ist da wirklich die volle Auslösung aktiv?

cu Michael

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